Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte mussten am letzten Handelstag der Woche nach volatilem Verlauf leichte Abschläge vorweisen. Der DAX schloss mit einem Minus von 0,06 Prozent bei 6.436,71 Punkten, während der MDAX 0,64 Prozent auf 8.256,40 Zähler abgeben musste. Am Morgen hatte der DAX unter den schwachen Vorgaben aus Übersee und Fernost zu leiden und weitete den Verlust aufgrund negativer Überraschungen auf der Unternehmensseite gegen Mittag weiter aus. Am Nachmittag konnte der DAX seine Verluste im Zuge überraschend positiv ausgefallener US-Auftragseingänge deutlich reduzieren. Ebenfalls positiv wurden die über den Erwartungen liegenden Daten zum US-Verbrauchervertrauen aufgenommen. Im Schlepptau freundlicher US-Börsen ging der DAX am Ende nach einem zeitweiligen Abstecher in positives Terrain mit einem leichten Minus ins Wochenende.


Im Blickpunkt des heutigen Handelstages standen die Anteilsscheine von Infineon, nachdem der Konzern für das dritte Quartal aufgrund von Belastungen in Zusammenhang mit der Tochter Qimonda erneut einen deutlichen Ergebnisrückgang zu verzeichnen hatte. Nachdem die Aktie zunächst mit mehr als 3 Prozent im Minus rangierte, präsentierte sich der Wert zum Handelsschluss deutlich fester. Im Anschluss an die Präsentation der Geschäftszahlen hatte der Konzern ein groß angelegtes Stellenabbauprogramm angekündigt. Ebenfalls auf der Gewinnerseite waren Anteilsscheine von Bayer zu finden, nachdem der Pharmakonzern eine Zulassungsempfehlung für ein Medikament erhalten hatte. Der Nutzfahrzeughersteller MAN profitierte von guten Geschäftszahlen seines Konkurrenten Scania und war ebenfalls unter den größten Gewinnern zu finden. Deutlichere Aufschläge waren daneben bei Linde, ThyssenKrupp und der Deutschen Telekom auszumachen. Auf Erholungskurs befand sich der Automobilkonzern Daimler, der nach der Vorlage schwacher Geschäftszahlen am Vortag ein Minus von knapp 10 Prozent hinnehmen musste. Am Morgen hatte der Konzern in Zusammenhang mit der geplanten Wachstumsstrategie im Segment Daimler Trucks verschiedene Möglichkeiten zum Eintritt in den russischen Volumenmarkt vorgestellt. Unter anderem werde dabei eine Beteiligung an dem russischen Lkw-Hersteller Kamaz geprüft. Der Automobilkonzern Volkswagen konnte von starken Geschäftszahlen der Tochter AUDI profitieren und war nach anfänglichen Abschlägen ebenfalls auf der Gewinnerseite zu finden.


Am unteren Ende rangierten fast über den gesamten Tagesverlauf hinweg die Anteilsscheine der Münchener Rück. Der Rückversicherer hatte zuvor angesichts der Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr drastisch nach unten revidiert. Zum Handelsende verbuchte der Wert ein Minus von mehr als 7 Prozent, nachdem die Aktie zeitweilig mehr als 11 Prozent abgegeben hatte. Im Schlepptau tendierten vor allem Finanz- und Versicherungswerte deutlich schwächer. Anteilsscheine der Allianz verbilligten sich um mehr als 4 Prozent. Ebenfalls kräftige Abschläge mussten die Deutsche Börse, die Commerzbank sowie die Deutsche Postbank hinnehmen. Der Einzelhandelskonzern METRO hatte ebenfalls mit leichten Verlusten zu kämpfen, nachdem man für das Gesamtjahr Einmalbelastungen angekündigt hatte.


Schlusskurse (17:36 Uhr):


DAX: 6.436,71 (-0,06 Prozent)


MDAX: 8.256,40 (-0,64 Prozent)


Tagesgewinner: Infineon, Bayer, Linde


Tagesverlierer: Münchener Rück, Allianz, Commerzbank


Unternehmensnachrichten:


Der Technologiekonzern Infineon Technologies AG (ISIN DE0006231004/ WKN 623100) gab am Freitag die Ergebnisse für das am 30. Juni 2008 abgelaufene dritte Quartal des Geschäftsjahres 2008 bekannt. Zudem kündigte der Chip-Hersteller den Abbau von 3.000 Arbeitsplätzen an.


Der Baukonzern HOCHTIEF AG (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) bemüht sich einem Zeitungsbericht zufolge um den Bau des olympischen Dorfs für die Winterspiele 2014 im russischen Sotschi. Dies erklärte der Chef des im MDAX notierten Konzerns, Herbert Lütkestratkötter, gegenüber der "Westdeutsche Allgemeine Zeitung"(Freitagausgabe).


Die SGL CARBON AG (ISIN DE0007235301/ WKN 723530) kündigte am Donnerstag Preiserhöhungen für Graphitelektroden an. Wie der im MDAX notierte Konzern erklärte, werden die Preise für Graphitelektroden in Standardgröße in Europa mit sofortiger Wirkung auf 6.190 Euro je Tonne angehoben. Für Graphitelektroden mit Sondergrößen werden die Preise auf 6.600 Euro pro metrische Tonne erhöht.


Die HCI Capital AG (ISIN DE000A0D9Y97/ WKN A0D9Y9) hat einen neuen Finanzvorstand. Wie der im SDAX notierte Fondsinitiator am Freitag erklärte, wurde Dr. Andreas Pres mit Wirkung zum 13. August 2008 vom Aufsichtsrat der Gesellschaft zum neuen Finanzvorstand berufen.


Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG (Münchener Rück) (ISIN DE0008430026/ WKN 843002) hat am Freitag die vorläufigen Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorgelegt und revidierte die Gewinnprognosen für das Gesamtjahr 2008 angesichts des schwachen Umfelds an den internationalen Kapitalmärkten nach unten.


Der Automobilkonzern Daimler AG (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) lotet im Rahmen seiner Wachstumsstrategie im Segment Daimler Trucks verschiedene Möglichkeiten zum Eintritt in den russischen Volumenmarkt aus. Wie der im DAX30 notierte Konzern am Freitag erklärte, werde man neben der Option, neue Fabrik für die lokale Montage von Daimler Lkw zu bauen, eine Beteiligung an dem russischen Lkw-Hersteller Kamaz geprüft, bei der sowohl Entwicklungs-, als auch Produktions- und Vertriebs-Know-How der beiden Unternehmen einfließen könnte. Daimler würde dabei die technische Kompetenz des globalen Branchenführers einbringen, während Kamaz über Anlagen, Vertriebsstrukturen und ein gutes Netzwerk vor Ort verfügt.


Die AUDI AG (ISIN DE0006757008/ WKN 675700), eine Tochter des Automobilkonzerns Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) verbuchte im ersten Halbjahr dank der erfolgreich umgesetzten Produktoffensive einen Ergebnisanstieg. Für das Gesamtjahr äußerte sich der Ingolstädter Automobilhersteller weiterhin optimistisch. So sollen die weltweiten Auslieferungen auf den neuen Rekordwert von einer Million Modellen gesteigert werden. Dies soll vor allem durch die Erneuerung und Erweiterung der Modellplatte erreicht werden.


Die METRO AG (ISIN DE0007257503/ WKN 725750) erwartet im zweiten Quartal Einmalaufwendungen in Höhe von rund 237 Mio. Euro in Zusammenhang mit der Optimierung des Filialnetzes von Real. Dabei wird sich Real bis Anfang 2010 von 27 defizitären Standorten trennen. (25.07.2008/ac/n/m)