New York (aktiencheck.de AG) - Belastet von enttäuschenden Ergebnissen des Versicherungskonzerns AIG ist die Wall Street schwächer in den letzten Handelstag der Woche gestartet. Derzeit fällt der Dow Jones um 0,80 Prozent zurück auf 12.763,63 Punkte. Für den S&P 500 geht es um 0,74 Prozent auf 1.387,36 Zähler nach unten. Beim NASDAQ Composite ist ein Minus von 0,62 Prozent auf 2.436,15 Punkte auszumachen.


Wie das Handelsministerium heute mitteilte, hat sich das Defizit beim Handel mit Waren und Dienstleistungen im März verringert. Demnach lag das Handelsbilanzdefizit aufgrund deutlich rückläufiger Exporte und Importe im Berichtsmonat bei 58,2 Mrd. Dollar, nachdem für Februar ein revidiertes Handelsbilanzdefizit von 61,7 Mrd. Dollar ausgewiesen worden war. Volkswirte hatten im Vorfeld nur mit einem leichten Rückgang gerechnet.


Der weltgrößte Versicherungskonzern AIG hat im Startquartal aufgrund hoher Sonderbelastungen im Zusammenhang mit der Kreditmarktkrise einen Verlust von rund 7,8 Mrd. Dollar angehäuft und die Erwartungen der Analysten drastisch verfehlt. Außerdem kündigte AIG eine Kapitalerhöhung in Höhe von 7,5 Mrd. Dollar an. Die Anleger strafen den Wert daraufhin mit einem satten Minus von 5 Prozent ab.


Die Aktie der Citigroup kann gegen das schwache Umfeld über 1 Prozent zulegen. Zur Steigerung der Effizienz beabsichtigt der Konzern, rund 400 Mrd. Dollar an Vermögenswerten zu verkaufen. Ferner wird ein jährliches Umsatzwachstum von 10 Prozent aus den Kerngeschäftsbereichen angestrebt.


Im Technologiesegment stechen Anteilsscheine von RealNetworks mit einem Plus von knapp 13 Prozent ins Auge. Der Software-Hersteller musste im abgelaufenen Quartal trotz eines Umsatzanstiegs einen Gewinnrückgang ausweisen. Analysten hatten im Vorfeld allerdings ein negatives Ergebnis erwartet. Trotz enttäuschender Zahlen gewinnen Titel des Grafikchip-Herstellers NVIDIA mehr als 4 Prozent. Die Anleger folgen damit einer Kaufempfehlung der Investmentbank Stifel Nicolaus.


Unternehmensmeldungen:


Der weltgrößte Versicherungskonzern American International Group Inc. (AIG) (ISIN US0268741073/ WKN 859520) meldete am Donnerstag nach US-Börsenschluss, dass er im ersten Quartal 2008 den bisher größten Quartalsverlust erwirtschaftet hat, was auf eine hohe Sonderbelastung im Zusammenhang mit der Kreditmarktkrise zurückzuführen ist. In der Folge kündigte AIG eine Kapitalerhöhung um 7,5 Mrd. Dollar durch die Ausgabe neuer Aktien an. Der Nettoverlust belief sich auf rund 7,8 Mrd. Dollar, nach einem Gewinn von 4,1 Mrd. Dollar im Vorjahr. Der bereinigte Verlust lag deutlich höher als von Analysten befürchtet.


Die größte US-Bankgesellschaft Citigroup Inc. (ISIN US1729671016/ WKN 871904) beabsichtigt, rund 400 Mrd. Dollar an Vermögenswerten zu verkaufen, um effizienter zu werden. Wie der Konzern heute im Rahmen einer Analystenpräsentation mitteilte, ist geplant, die in der Bilanz vorhandenen Altpositionen im Wert von derzeit rund 500 Mrd. Dollar in den nächsten zwei bis drei Jahren auf einen Wert von unter 100 Mrd. Dollar herunterzufahren. Darüber hinaus wird ein jährliches Umsatzwachstum von 10 Prozent aus den Kerngeschäftsbereichen angestrebt.


Der amerikanische Grafikchip-Hersteller NVIDIA Corp. (ISIN US67066G1040/ WKN 918422) teilte am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit, dass er seinen Gewinn im ersten Quartal 2008 aufgrund einer starken Nachfrage nach seinen Grafikchips um 34 Prozent steigern konnte. Dabei verfehlte der Konzern aber die Erwartungen. Der Umsatz erhöhte sich um 36 Prozent.


Der US-Softwarehersteller RealNetworks Inc. (ISIN US75605L1044/ WKN 910681) gab am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal 2008 bekannt. Dabei musste das Digital Media-Unternehmen trotz eines Umsatzanstiegs einen Gewinnrückgang ausweisen, konnte aber dennoch die Erwartungen übertreffen. Der Nettogewinn sank dabei drastisch, während die Umsatzerlöse um 14 Prozent stiegen. Analysten hatten zuvor einen Verlust erwartet. Für das derzeit laufende Quartal erwarten Analysten einen Verlust von 2 Cents je Aktie bei Umsatzerlösen von 150,27 Mio. Dollar. RealNetworks selbst erwartet Umsätze von 151 bis 155 Mio. Dollar. Das EPS soll sich in einer Spanne zwischen -4 Cents und Break Even belaufen.


Die Clear Channel Communications Inc. (ISIN US1845021021/ WKN 873046), ein US-Betreiber von Radiostationen, meldete heute, dass sie ihren Gewinn im ersten Quartal drastisch steigern konnte, was auf höhere Outdoor-Werbeeinnahmen und einen Einmalertrag zurückzuführen ist. Der Gewinn pro Aktie aus dem laufenden Geschäft lag vor Einmaleffekten allerdings unter den Erwartungen. Der Umsatz nahm um 3,9 Prozent zu.


Der US-Chemiekonzern Huntsman Corp. (ISIN US4470111075/ WKN A0DQGM) musste im ersten Quartal einen deutlichen Ergebniseinbruch hinnehmen. Wie der Konzern heute erklärte, stieg der Gesamtumsatz um 13 Prozent. Der Nettogewinn sank um rund 84 Prozent. Beim um Einmaleffekte bereinigten Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft wurde ebenfalls ein deutlicher Gewinnrückgang ausgewiesen. Wesentlichen Anteil an der schwachen Ergebnisentwicklung hatten vor allem die zuletzt deutlich gestiegenen Rohstoffpreise. Die Erwartungen der Analysten wurden verfehlt.


Das US-Auktionshaus Sotheby's Holdings Inc. (ISIN US8358981079/ WKN 875207) meldete heute, dass es im ersten Quartal einen Verlust erwirtschaftet hat, was vor allem auf geringere Provisionseinnahmen sowie planmäßig höhere Ausgaben zurückzuführen ist. Der Umsatz nahm um 12 Prozent ab. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn ausgegangen. (09.05.2008/ac/n/m)