Westerburg (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen konnten am Donnerstag mit leichten Zugewinnen aus dem Handel gehen. Im Fokus standen vor allem die Einzelhandelswerte. Daneben sorgten auch einige Meldungen aus dem Konjunkturbereich für Gesprächsstoff. Bremsend wirkte sich der neue Rekordstand beim Ölpreis aus. Leichtes US-Öl hatte am Abend im elektronischen Handel erstmals die Marke von 124 Dollar erreicht.


Die Lagerbestände bei den Großhandelsunternehmen sind im März 2008 überraschend zurückgegangen. So lagen die Bestände um 0,1 Prozent unter dem Vormonatsniveau, während Volkswirte im Vorfeld von einem Anstieg um 0,5 Prozent ausgegangen waren. Im Februar waren die Lagerbestände um revidiert 0,9 Prozent (ursprünglich 1,1 Prozent) angestiegen. Dagegen erhöhten sich die Umsatzerlöse des Großhandels um 1,6 Prozent.


Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 3. Mai 2008 verbessert. So verringerte sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 18.000 auf 365.000, wogegen Volkswirte im Vorfeld einen Rückgang auf 375.000 prognostiziert hatten. In der Vorwoche wurde ein revidierter Wert von 383.000 (vorläufig: 380.000) Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe ausgewiesen. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt erhöhte sich um 2.500 auf 367.500 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung. Dieser Wert ist weniger schwankungsanfällig und daher aussagefähiger.


Am Ende schloss der Dow Jones Industrial Average mit einem Plus von 0,41 Prozent bei 12.866,78 Zählern. Der S&P 500 schloss bei 1.397,68 Zähler und damit 0,37 Prozent fester. Der NASDAQ Composite wiederum ging 0,52 Prozent fester bei 2.451,24 Punkten aus dem Handel.


Einzelhandelswerte standen nach Umsatzzahlen verstärkt im Blick. Wie der weltgrößte Einzelhandelskonzern Wal-Mart mitteilte, sind seine vergleichbaren Umsätze im April um 3,2 Prozent gestiegen und damit stärker als von Analysten und vom Unternehmen selbst erwartet. Die Aktie legte daraufhin rund 0,6 Prozent zu.


Papiere des Großhändlers Costco, dessen vergleichbare Erlöse ebenfalls unerwartet deutlich gestiegen sind, lagen dagegen mit einem Prozent im Minus.


Anteilsscheine des Discount-Händlers Target gaben nach enttäuschenden Umsatzzahlen mehr als 2 Prozent ab. Der zweitgrößte Discount-Händler in den USA hatte seine vergleichbaren Umsätze im April um 3,1 Prozent gesteigert.


Bei McDonald's waren Zugewinne von einem halben Prozent auszumachen. Die Schnellrestaurantkette verzeichnete im April bei Niederlassungen, welche länger als ein Jahr geöffnet waren, einen deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse.


Papiere der News Corp. zogen um über 2 Prozent an. Dank der Trennung von DirecTV konnte der Medienkonzern seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal mehr als verdreifachen. Die Erlöse entwickelten sich ebenfalls erfreulich.


Titel von Nasdaq OMX Group gaben annähernd 1,2 Prozent ab. Der Börsenbetreiber verbuchte im ersten Quartal dank der erstmaligen Konsolidierung der skandinavischen OMX Group einen deutlichen Ergebnisanstieg. Ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum leicht unter den Erwartungen.


Mit Kursabschlägen von rund 23 Prozent reagieren die Anleger auf die Quartalszahlen des Pharmakonzerns Barr. Dieser hat im ersten Quartal auf bereinigter Basis einen Ergebnisrückgang verbucht und die Erwartungen deutlich verfehlt. Zudem wurde die Jahresplanung gesenkt.


Die Aktie der Plattenfirma Warner Music knickte nach enttäuschenden Ergebnissen um fast 7 Prozent ein. Die weltweit viertgrößte Plattenfirma nach UMG, Sony BMG und EMI hat ihren Verlust im zweiten Quartal ausgeweitet hat. Der Verlust aus dem laufenden Geschäft fiel deutlich höher als von Analysten erwartet.


Der größte US-Elektronikhändler Best Buy wird für einen 50 Prozent-Anteil an einem neuen Einzelhandels-Unternehmen der britischen Carphone Warehouse Group 1,1 Mrd. Britische Pfund zahlen. Das Gemeinschaftsunternehmen umfasst mehr als 2.400 Carphone-Geschäfte in neun europäischen Ländern sowie den Carphone-Anteil an den bestehenden Beziehungen mit Best Buy. Die Aktie von Best Buy verlor derzeit rund 3,4 Prozent. (08.05.2008/ac/n/m)