Hypo Real Estate Holding AG / Quartalsergebnis
06.05.2008
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Hypo Real Estate Group schließt erstes Quartal mit Gewinn ab
Ergebnis vor Steuern erreicht 190 Mio. EUR, ohne Effekt aus
Pflichtwandelanleihe 6 Mio. EUR
Erfreuliches Neugeschäft in der Staatsfinanzierung, solides Neugeschäft
mit attraktiven Margen in der Infrastruktur- und Immobilienfinanzierung
Negative erfolgswirksame Bewertungsveränderungen auf das CDO Portfolio in
Höhe von 175 Mio. EUR infolge des weiter verschlechterten Marktumfelds
Verlässliche Aussagen über weiteren Geschäftsverlauf im Jahr 2008 wegen
Marktverwerfungen nicht möglich
München, 6. Mai 2008: Die Hypo Real Estate Group hat das erste Quartal des
Geschäftsjahres 2008 in einem extrem schwierigen Umfeld an den
internationalen Kapital- und Finanzierungsmärkten mit einem positiven
Ergebnis abgeschlossen. Der internationale Anbieter von
Finanzierungslösungen für gewerbliche Immobilien, den öffentlichen Sektor
und Infrastrukturfinanzierungen weist für die ersten drei Monate ein
Konzernergebnis vor Steuern von 190 Mio. EUR aus, nach Abzug eines Effektes
aus der im Zusammenhang mit der DEPFA-Akquisition begebenen
Pflichtwandelanleihe von 6 Mio. EUR. Positiv auf die Ertragslage wirkten sich
eine stabile Entwicklung der Risikovorsorge und Synergien aus der zügigen
Integration der 2007 akquirierten DEPFA Bank aus.
Da die DEPFA erst seit dem 2. Oktober 2007 in den Hypo Real Estate-Konzern
einbezogen ist, wird nachfolgend zur besseren Vergleichbarkeit für das Jahr
2007 auf Pro-Forma-Angaben Bezug genommen.
Neugeschäftsentwicklung
In der gewerblichen Immobilienfinanzierung erreichte das Neugeschäft im
ersten Quartal 3,1 Mrd. EUR und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert
(6,2 Mrd. EUR). Dabei konnten attraktive Margen erzielt werden, da der
Grundsatz einer risikoadäquaten Bepreisung in den Märkten eine immer
stärkere Beachtung findet. So lag die Nachsteuerrendite auf das Neugeschäft
(IRR) bei mehr als 15 %.
Das Neugeschäft für Staatsfinanzierungen entwickelte sich im
Berichtsquartal sehr erfreulich und erreichte 15,1 Mrd. EUR, eine Steigerung
um 7 % gegenüber dem Vorjahreswert (14,1 Mrd. EUR). Dies zeigt die zunehmende
Attraktivität dieses soliden und risikoarmen Geschäfts.
Das Neugeschäft in der Infrastrukturfinanzierung erreichte
1,6 Mrd. EUR (erstes Quartal 2007: 2,5 Mrd. EUR).
Konzernentwicklung erstes Quartal 2008
Die operativen Erträge (Summe aus Zinsüberschuss und ähnliche Erträge,
Provisionsüberschuss, Handelsergebnis, Finanzanlageergebnis, Ergebnis aus
Sicherungszusammenhängen und Saldo sonstige betriebliche
Erträge/Aufwendungen) lagen in den ersten drei Monaten 2008 mit 184 Mio. EUR
deutlich unter Vorjahr (498 Mio. EUR). Der Rückgang ist vor allem auf das
Handels- und Finanzanlageergebnis zurückzuführen, in denen sich die
Auswirkungen der aktuellen Marktverwerfungen widerspiegeln.
Die Position Zinsüberschuss und ähnliche Erträge sank um 40 Mio. EUR auf
299 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 339 Mio. EUR). Der Rückgang ist auf zwei
Ursachen zurückzuführen: Zum einen enthält der Zinsüberschuss weniger
Einmalerträge als im Vorjahreszeitraum, zum anderen wurde der
Zinsüberschuss des laufenden Quartals durch die mittlerweile geschlossene
Zinspositionierung der DEPFA belastet.
Der Provisionsüberschuss belief sich auf 35 Mio. EUR (erstes Quartal 2007:
54 Mio. EUR). Das Ergebnis spiegelt das geringere Neugeschäft in der
Immobilienfinanzierung und geringere Erträge aus dem Asset Management
wider.
Im Handelsergebnis (-98 Mio. EUR nach 28 Mio. EUR im Vorjahresquartal) und im
Finanzanlageergebnis (-29 Mio. EUR nach 77 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum) sind
negative erfolgswirksame Bewertungsveränderungen auf das Konzernportfolio
an Collateralized Debt Obligations (CDO) in Höhe von zusammen 175 Mio. EUR
enthalten. Die erfolgswirksame Abwertung dieser Bestände spiegelt die im
ersten Quartal nochmals deutlich erhöhten Risikoaufschläge (Spreads)
infolge der Krise an den Kapital- und Finanzierungsmärkten wider. Die
Abwertung entspricht rund 10 % des am 31. Dezember 2007 ausgewiesenen
Bestands an US-amerikanischen und europäischen CDOs. Die im Jahr 2007
erfolgswirksam gebildete Modellreserve in Höhe von 90 Mio. EUR für
Unsicherheiten bei den getroffenen Annahmen und Schätzungen besteht
weiterhin fort.
Die Kreditrisikovorsorge lag im ersten Quartal mit 33 Mio. EUR leicht unter
dem Vorjahreswert (34 Mio. EUR). Wie im Vorjahreszeitraum musste bei der
DEPFA keine neue Kreditrisikovorsorge gebildet werden.
Der Verwaltungsaufwand lag mit 145 Mio. EUR um 15 Mio. EUR unter dem Wert im
Vorjahresquartal. Dies unterstreicht die großen Erfolge bei der Integration
der DEPFA und die dabei bereits erzielten Synergien.
Der Saldo übrige Erträge/Aufwendungen beinhaltet mit 184 Mio. EUR einen
Effekt aus der Pflichtwandelanleihe zur Teilfinanzierung des DEPFA-Erwerbs.
Der Ertrag resultiert aus dem erfolgswirksam zu erfassenden Zeitwert des in
die Anleihe eingebetteten Derivats auf Aktien der Hypo Real Estate Holding
AG.
Der Konzern erreichte ein Ergebnis vor Steuern von 190 Mio. EUR.
(Vorjahresquartal: 304 Mio. EUR). Bereinigt um die Marktbewertung des in der
Pflichtwandelanleihe enthaltenen Derivats beläuft sich das
Vorsteuerergebnis auf 6 Mio. EUR.
Der im ersten Quartal 2007 in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene
und nur sehr eingeschränkt vergleichbare Wert für das Ergebnis vor Steuern,
bei dem die DEPFA im Vorjahr noch nicht enthalten ist, belief sich auf 172
Mio. EUR.
Nach Steuern von 35 Mio. EUR - ohne Berücksichtigung des latenten
Steueraufwands aus aktivierten Verlustvorträgen in Höhe von 7 Mio. EUR -
beläuft sich das Nachsteuerergebnis im ersten Quartal 2008 auf 155 Mio. EUR.
Nach zusätzlicher Bereinigung um die Nachsteuereffekte aus dem in die
Pflichtwandelanleihe eingebetteten Derivat (137 Mio. EUR) und dem
erfolgswirksamen Bewertungsergebnis aus dem CDO-Portfolio (117 Mio. EUR)
errechnet sich ein bereinigtes Ergebnis nach Steuern in Höhe von 135 Mio.
EUR, woraus sich eine bereinigte Eigenkapitalrentabilität nach Steuern von
7,2 % ergibt. Ohne Berücksichtigung der Effekte errechnet sich ein Ergebnis
nach Steuern von 148 Mio. EUR, das vollständig auf die Anteilseigner
entfällt, da Minderheitenanteile nicht vorhanden sind.
Vermögens- und Kapitalkennzahlen per 31. März 2008
Die Bilanzsumme der Hypo Real Estate Group belief sich zum 31. März 2008
auf 392,1 Mrd. EUR nach 400,2 Mrd. EUR zum 31. Dezember 2007.
Das Kreditvolumen betrug 257,4 Mrd. EUR nach 256,2 Mrd. EUR zum Jahresende
2007.
Der Konzern weist per Ende März 2008 Finanzanlagen in Höhe von 94,5 Mrd.
EUR aus, ein Zuwachs um 5,6 Mrd. EUR gegenüber Ende 2007 (88,9 Mrd. EUR). Von dem
Gesamtvolumen entfielen 89,4 Mrd. EUR (31. Dezember 2007: 82,2 Mrd. EUR) auf
Finanzanlagen der Kategorie 'Available for Sale' (AfS). Dabei handelt es
sich überwiegend um Staatspapiere mit einem geringeren Risikoprofil.
Mit dem Eigenkapital erfolgsneutral verrechnet wurde die
AfS-Neubewertungsrücklage von -1.296 Mio. EUR (31. Dezember 2007:
-346 Mio. EUR) und die Cashflow-Hedge Rücklage von -1.287 Mio. EUR (31.
Dezember 2007: -1.511 Mio. EUR).
Die Hypo Real Estate Group erreichte am Bilanzstichtag eine
Kernkapitalquote von 8,3 % nach Basel II (31. Dezember 2007: 7,0 % nach
Basel I, nach Gewinnverwendung) und eine Eigenmittelquote von 10,9 % (31.
Dezember 2007: 9,4 % nach Basel I, nach Gewinnverwendung). Damit weist der
Konzern unverändert eine solide Eigenkapitalausstattung aus, die den
Anforderungen der Rating-Agenturen entspricht.
Ergebnisse der Geschäftssegmente
Das Geschäftssegment Commercial Real Estate, das das deutsche und
internationale gewerbliche Immobilienfinanzierungsgeschäft umfasst,
steigerte im ersten Quartal 2008 das Ergebnis vor Steuern von 153 Mio. EUR
auf 164 Mio. EUR. Grundlage waren höhere operative Erträge, eine konstante
Entwicklung der Kreditrisikovorsorge und ein geringerer Verwaltungsaufwand.
Das Geschäftssegment Public Sector & Infrastructure Finance, das vor
allem das Staatsfinanzierungsgeschäft der DEPFA sowie die
Infrastrukturfinanzierungen umfasst, erreichte ein Vorsteuerergebnis von
172 Mio. EUR, ein Zuwachs um 8 % gegenüber dem Wert des ersten Quartals 2007
(160 Mio. EUR). Ein deutlicher Rückgang beim Finanzanlageergebnis infolge
geringerer Veräußerungen von Finanzanlagen konnte durch sehr erfreuliche
Entwicklungen beim Zinsüberschuss und beim Handelsergebnis mehr als
kompensiert werden.
Das Ergebnis des Geschäftssegments Capital Markets & Asset Management war
geprägt durch die Auswirkungen der Turbulenzen an den internationalen
Finanzmärkten und den sich daraus ergebenden Verschlechterungen der Credit
Spreads. Das Segment schloss das erste Quartal mit einem Vorsteuerergebnis
von -19 Mio. EUR ab nach 27 Mio. EUR im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Ausblick
Nachdem sich im ersten Quartal 2008 die Krise an den Kapital- und
Finanzierungsmärkten fortgesetzt und teilweise noch verschärft hat, ist es
weiterhin unmöglich, die kurzfristigen Rahmenbedingungen der Märkte
verlässlich einzuschätzen. Noch immer sind die internationalen
Finanzierungsmärkte fragil und in Teilbereichen nicht oder nur
eingeschränkt funktionsfähig. Weitere Belastungen für die Kreditwirtschaft
- und damit auch für die Hypo Real Estate Group - sind vor diesem
Hintergrund auch für die kommenden Quartale nicht auszuschließen.
Der Vorstand rechnet grundsätzlich mit einer weiterhin positiven
Entwicklung im operativen Geschäft.
Aufgrund der anhaltend volatilen Marktentwicklung und der möglichen
Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns ist es derzeit jedoch
nicht möglich, konkrete Aussagen über den weiteren Geschäftsverlauf 2008 zu
treffen.
Eine von J.C. Flowers & Co. LLC koordinierte Investorengruppe hat am 16.
April 2008 bekannt gegeben, ein freiwilliges öffentliches Angebot zum
Erwerb von 50.076.000 Aktien der Hypo Real Estate Holding AG zu
unterbreiten. Dies entspricht rund 24,9% der gesamten ausstehenden Aktien
der Gesellschaft ohne Berücksichtigung der aufgrund der 2007 begebenen
Pflichtwandelanleihe zusätzlich auszugebenden Aktien. Der Angebotspreis
soll 22,50 EUR in bar pro Aktie der Hypo Real Estate Holding AG betragen. Der
Vorstand begrüßt das Angebot grundsätzlich und hat dessen Vorbereitung
unterstützt. Eine endgültige Stellungnahme zur Offerte - vor allem unter
dem Aspekt der Angemessenheit des angebotenen Preises - werden Vorstand
und Aufsichtsrat jedoch erst auf Basis der Angebotsunterlage abgeben, die
von der Bieterin noch nicht veröffentlicht worden ist.
Im Übrigen soll das Geschäftssegment gewerbliche Immobilienfinanzierung,
wie bereits bekannt, zukünftig nur noch aus einer rechtlichen Einheit mit
Sitz in München betrieben werden. Die Vorbereitungen zur Verschmelzung der
Hypo Real Estate Bank International AG, München, auf die Hypo Real Estate
Bank AG, München, starten jetzt.
Georg Funke, Vorsitzender des Vorstands der Hypo Real Estate Holding AG:
'Die ersten drei Monate 2008 waren für unsere Branche sicherlich das
schwierigste Quartal seit vielen Jahren. Auch wenn die Marktverwerfungen
erneut unser Ergebnis belastet haben, so ist die Hypo Real Estate Group
insoweit von der aktuellen Krise vergleichsweise weniger betroffen als
viele unserer Wettbewerber. Die Belastungen dürfen auch nicht den Blick
dafür verstellen, dass das operative Geschäft in unseren
Kerngeschäftsfeldern zufriedenstellend und teilweise erfreulich verlaufen
ist. Dabei zeigt sich, dass die im vergangenen Jahr erfolgte Übernahme der
DEPFA Bank, durch die wir das Staatsfinanzierungsgeschäft erheblich
gestärkt haben, zu einem gut ausbalancierten Geschäftsmodell unserer Gruppe
geführt hat, von dem wir bereits profitieren.'
Ansprechpartner für die Presse:
Hypo Real Estate Group
Oliver Gruß
Fon: +49 (0)89 203007 781
Fax: +49 (0)89 203007 772
E-Mail:oliver.gruss@hyporealestate.com
Heute um 8.30 Uhr findet ein Analystencall mit Dr. Markus Fell,
Finanzvorstand/CFO der Hypo Real Estate Group, statt, der auch im Internet
unter www.hyporealestate.com übertragen wird.
Kontakt:
Kontakt: Herr Oliver Gruss +49-89-203007-781
06.05.2008 Finanznachrichten übermittelt durch die DGAP
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E-Mail: ir@hyporealestate.com
Internet: www.hyporealestate.com
ISIN: DE0008027707, DE0008027731,
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