Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Einzelhandelskonzern METRO AG (ISIN DE0007257503/ WKN 725750) will einem Pressebericht zufolge voraussichtlich ab Mai dieses Jahres Kontakt mit Interessenten für die Warenhauskette Kaufhof aufnehmen. Dies berichtet die "Financial Times Deutschland" in ihrer aktuellen Donnerstagausgabe.


Nach Angaben der Wirtschaftszeitung zählt vor allem eine Reihe von Finanzinvestoren zu den potentiellen Käufern. Der Wert der Warenhäuser wird auf 3 Mrd. Euro geschätzt; 1 Mrd. Euro davon für das operative Geschäft. Wie die Wirtschaftszeitung weiter berichtet, gehen Branchenkenner trotz der anhaltenden Finanzkrise von zahlreichen konkurrierenden Angeboten für die Warenhauskette aus.


Konzernchef Eckhard Cordes hatte im März angekündigt, dass die Warenhäuser nicht länger zum strategischen Geschäft des Konzerns gehören. Er plant, Kaufhof komplett abzustoßen. Kooperationen kommen für ihn nicht infrage. Der Handels- und Reisekonzern Arcandor AG (ISIN DE0006275001/ WKN 627500), zu dem Karstadt gehört, hatte im Anschluss öffentlich Interesse an einer Übernahme geäußert. Arcandor-Chef Thomas Middelhoff sagte Anfang April, sein Unternehmen könne die Übernahme mithilfe eines Konsortiums aus der Deutsche-Bank-Tochter RREEF, Pirelli Re, Generali und Borletti, das bereits einen Teil der Immobilien von Karstadt übernommen hat, stemmen. Das Konsortium könnte die Gebäude kaufen, während Arcandor - möglicherweise mit einem Investor an der Seite - das operative Geschäft übernehmen könnte, hieß es weiter.


Nach Angaben der "FTD" geht man in Finanzkreisen davon aus, dass METRO mögliche Angebote von Finanzinvestoren gründlich prüfen werde, nicht zuletzt, um eine Alternativen zu Arcandor, und damit eine bessere Verhandlungsposition zu haben. In erster Linie dürften den Angaben zufolge solche Private-Equity-Firmen mit METRO in Verhandlungen treten, die sich für die Immobilien interessieren. Denn den Großteil des Werts von Kaufhof machen die Immobilien aus. Insider gehen davon aus, dass besonders Blackstone als Käufer infrage kommt. Der US-Investor könne den Kauf finanziell allein stemmen.


Experten erwarten, dass sich der Verkauf hinziehen wird. Cordes signalisierte, er habe keine Eile, die Warenhaustochter sei ein erfolgreiches Geschäft. Sollte Arcandor den Zuschlag bekommen, ist zudem mit einer umfangreichen kartellrechtlichen Prüfung zu rechnen, hieß es weiter.


Die Aktie von METRO notierte zuletzt bei 49,69 Euro. (17.04.2008/ac/n/d)