Bonn (aktiencheck.de AG) - Die Bundesregierung treibt einem Pressebericht zufolge den Verkauf der Deutsche Postbank AG (ISIN DE0008001009/ WKN 800100) voran.


Laut einem Bericht des "Handelsblatt", das sich bei seinen Angaben auf Regierungskreise beruft, wollen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und das Kanzleramt die Postbank nach Möglichkeit noch in diesem Jahr veräußern. Dabei sei die Commerzbank AG (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) der Wunschkandidat für einen Zusammenschluss mit Deutschlands größter Filialbank, an der die Deutsche Post AG (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) 50 Prozent und eine Aktie hält. Dabei verfolge die Bundesregierung das Ziel, neben der Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) eine zweite starke und international wettbewerbsfähige Geschäftsbank in Deutschland zu etablieren. Den Angaben zufolge führen die Bundesregierung und die Commerzbank bereits seit Monaten intensive Gespräche.


Daran waren nach Informationen des Handelsblatts sowohl Commerzbank -Chef Klaus-Peter Müller wie auch sein designierter Nachfolger Martin Blessing beteiligt. Als Mitglied der CDU ist Müller gut in der Politik verdrahtet. Der 63-Jährige habe sich mehrmals mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) getroffen und massiv für einen Zusammenschluss seines Hauses mit der Postbank geworben, hieß es weiter.


Auch die Führungsebene der Post sei darüber informiert worden, dass man in Berlin entsprechende Gespräche führe. Angesichts der Finanzkrise und der massiven Probleme vieler Landesbanken fielen Müllers Avancen bei Politikern auf fruchtbaren Boden. "Man hat offenbar eingesehen, dass man Industriepolitik machen muss, wenn man neben der Deutschen Bank einen zweiten nationalen Champion aufbauen will", heißt es laut dem Bericht in Bankenkreisen.


Die Aktie der Deutschen Postbank notierte zuletzt bei 60,44 Euro. (18.02.2008/ac/n/d)