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#131309 von Illuminati | Erstellt am: 04.05.08 12:59:16 | Beitrag Nr.: 131309 | Weitere Beiträge |
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Der Kampf um die Übernahme des Internet-Suchmaschinen-Anbieters Yahoo führt zu unerwarteten Allianzen. Gegen den Bund von Yahoo und Google setzt Microsoft jetzt ein Gegengewicht - man verhandelt mit Medien-Tycoon Murdoch über ein gemeinsames Gebot.
San Francisco/New York - Die neue Allianz könnte der Schlacht um Yahoo die entscheidende Wende geben. Denn gemeinsam verfügen Microsoft und Murdochs News Corp.
über eine so gewaltige Finanzkraft, dass ein deutlich höheres Angebot für Yahoo möglich wäre, schreibt die "New York Times". Allerdings seien die Gespräche noch in einem "heiklen Stadium", zitiert die Zeitung mit dem Vorgang vertraute Personen. "Da gibt es noch eine Menge zu verhandeln".
REUTERSYahoo-Werbung auf dem Times Square: Überraschende Allianzen
Über Einzelheiten einer solchen Allianz kursierten derzeit nur Spekulationen, schreibt die "NYT" weiter. Murdoch, so heiße es, könnte die Internet-Sparte seiner News Corp., zu der auch MySpace gehört, ebenso in die Allianz einbringen wie Bargeld.
Motive für die Annäherung unklar
Die Motivation für die Annäherung bleibt noch unklarer. Denn auch allein wäre Microsoft finanzkräftig genug, um ein höheres Gebot für Yahoo
zu stemmen. Zwar ist die Kriegskasse längst nicht mehr so gut gefüllt wie noch vor fünf oder sechs Jahren, doch dürfte allein das Barvermögen ausreichen, um Yahoo nach jetzigem Stand vollständig zu bezahlen. Die Möglichkeiten einer Finanzierung oder dem Austausch von Aktien wären dabei noch lange nicht ausgeschöpft.
Womöglich will der Yahoo-Vorstand ein wirklich eindrucksvoll höheres Gebot für den Suchmaschinenbetreiber erzwingen - so hoch, dass selbst ein Gigant wie Microsoft das Risiko lieber teilen will.
Zwar hatte die Yahoo-Führung am Montag erklärt, die Übernahmepläne nicht kategorisch abzulehnen, doch hinter den Kulissen lässt Jerry Yang nichts unversucht, um Microsoft Steine in den Weg zu legen. Drei neue Optionen hat er sich dafür in den letzten Wochen erarbeitet. Dazu gehört auch die Kooperation mit dem Erzrivalen Google
, dem Yahoo einen Teil seiner Werbeflächen zur Verfügung stellt. Vorgesehen ist zunächst, dass Google rund drei Prozent der Anfragen, die in den USA bei der Suchmaschine von Yahoo eingehen, mit Anzeigen verknüpfen darf.Beide Seiten wollen damit das Geschäftspotenzial einer umfassenderen Auslagerung der suchbasierten Werbeanzeigen von Yahoo zu Google abschätzen. Googles Netzwerk und Technologie hinter den Werbeanzeigen bringt bisher höhere Umsätze als bei Wettbewerbern wie Yahoo und Microsoft.
Microsoft protestiert
Auch eine Zusammenarbeit mit AOL steht nach Informationen des "Wall Street Journal" zur Diskussion. Es sei aber noch "viel Arbeit zu erledigen", schrieb die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die dritte Optionen ist laut der Zeitung ein massiver Rückkauf von eigenen Aktien.
Speziell die Zusammenarbeit mit Google hat die Microsoft-Mannschaft mächtig aufgestört. In einer Stellungnahme warnte der Konzern, dessen Betriebssysteme einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent besitzen, dass eine dauerhafte Zusammenarbeit der beiden Unternehmen Google bei Suchanzeigen einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent einbrächte. Ein solches Abkommen würde den Wettbewerb daher dramatisch einschränken. Im Gegensatz dazu würde die angestrebte Übernahme von Yahoo durch Microsoft für mehr Wettbewerb sorgen, betonte der Softwarekonzern erneut. Microsoft werde nun alle seine Optionen genau prüfen.
Microsoft hatte Yahoo in den vergangenen Tagen mit einer feindlichen Übernahme gedroht, sollte binnen drei Wochen keine Einigung zustande kommen. Der US-Softwarekonzern hatte Yahoo am 1. Februar eine Barzahlung in Höhe von 42 Milliarden Dollar angeboten. Das vorgelegte Angebot entspricht 31 Dollar pro Yahoo-Aktie und hätte den Aktionären einen Gewinn von 62 Prozent eingebracht. Microsoft strebt mit der Offerte eine stärkere Position im Internetgeschäft in Konkurrenz zu Google an. Die Yahoo-Führung hatte das Microsoft-Angebot als zu gering abgelehnt, weil es nicht das Entwicklungspotenzial des Unternehmens berücksichtige.mik/Reuters/AP/dpa-AFX
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,546507,00.html