Ist meine Meinung, also nicht gleich zerfleischen, sondern argumentieren! Das was sich da an der Börse aufgebaut hat ist imo ne Zockerhölle. Die Gewinnschätzungen sind alles andere als pessimistisch und trotzdem werden den Unternehmen hohe KGVs zugestanden, obwohl sich dieses Wachstum in aktueller Höhe nicht in Ewigkeit fortschreiben lässt. Gerade das wäre aber notwendig, dass die Bewertungen gehalten werden können. Dass die Leute extrem nervös und gierig zugleich sind, zeigt der gestrige Kursverlauf, der mich an beste Zeiten am Neuen Markt erinnert. KLeinste NAchrichten werden zum Anlass genommen, um höchste Schwankungen der Aktie zu fabrizieren. Die Banken freuen sich über soviel Aufmerksamkeit, kann man so doch Q-Cells und ErSol überteuert an den Mann bringen, ein lohnendes Geschäft. Kurz: Hier ist eine Blase entstanden, die vor dem Platzen steht...!
HIer noch eine Stimme der ARD-Börse von gestern:
[B]Solarworld hat "Sonnenbrand"[/B]
Mit dem Ende des Spät-Sommers hört vorerst auch die Sonne auf zu scheinen für den Börsenliebling Solarworld. Die Aktie dreht am Dienstag zeitweise deutlich ins Minus. Ist das der Anfang vom Ende des Solarhypes?
Am Morgen überschritt der Solartitel erstmals die Marke von 140 Euro, nachdem er bereits in den vergangenen Tagen nach oben geklettert war. Doch bei solch einem hohen Kurs wurde es wohl manchen Anlegern zu mulmig, der Kurs sackte ab. Zeitweise brach die Solarworld-Aktie um acht Prozent ein. Am frühen Nachmittag verringerte sich das Minus auf knapp zweiProzent. Nun notiert der Solar-Titel bei 132 Euro.
Möglicherweise sorgte eine Meldung von Solarworld für Verunsicherung. Am Morgen gab das Bonner Unternehmen den Bau einer Fabrik für Solarsiliziumwafer im sächsischen Freiberg bekannt, mit der die Produktionskapazität bis Ende 2006 auf 220 Megawatt ausgebaut werden soll. 80 Millionen Euro investiert dafür Solarworld.
Das ist für ein Solartechnik-Unternehmen, das 2004 lediglich einen Umsatz von 200 Millionen Euro und einen Gewinn von 18,4 Millionen Euro erzielte, viel Geld. Doch die Investitionsentscheidung von Solarworld war längst bekannt.
Börsianer erklärten sich denn auch eher die heftigen Kursbewegungen von Solarworld am Dienstagmittag mit "Gewinnmitnahmen". Die Aktie sei in letzter Zeit besser gelaufen als andere Solarwerte, meinte Analyst Patrick Hummel von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dementsprechend wäre eine Korrekturbewegung überfällig gewesen.
Von einem Ende des Solar-Hypes wollen Experten noch nichts wissen. "Es ist zu früh, um von einem Ende des Zyklus zu sprechen", sagte Hummel. Die Aktie sei allerdings inzwischen schon sehr ambitioniert bewertet. Das Kursziel von LBBW für Solarworld liegt bei lediglich 115 Euro.
Seit einem Jahr hat sich der Kurs von Solarworld mehr als verachtfacht. Nicht einmal das Ende von Rot-Grün konnte den Höhenflug stoppen. Solarworld-Chef Frank Asbeck ("der Sonnenkönig von Bonn") rechnet nicht mit Kürzungen bei der Einspeisevergütung für Solarstrom im Fall einer Regierungsbeteiligung der CDU/CSU.
Experten warnen gleichzeitig vor zu hohen Erwartungen. Man könne nicht erwarten, dass der Run auf Solaraktien so weitergehe wie bisher, meinen Analysten. Danach sieht es zumindest bei den neuen Börsen-Aspiranten nicht aus. Die vorbörslich gehandelten Kurse der neuen Solar-Aktien Q-Cells und ErSol liegen deutlich über der Preisspanne.