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Von Russoil | Erstellt am: 17.11.07 20:41 | Beitrag Nr.: 53.133 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Der Niedergang des deutschen Solarpioniers
Conergy-Gründer Hans-Martin Rüter brachte es bis zu einem Besuch im Kanzleramt. Es dürfte sein letzter gewesen sein. Nun ist er seinen Job los, und in den Bilanzen seiner Firma Conergy tauchen riesige Löcher auf.
Conergy-Gründer Hans-Martin Rüter: Sein Optimismus ist verflogen
Höflich, jung, erfolgreich: Hans-Martin Rüter, 42, war die Hoffnung der deutschen Solarwirtschaft. Der "Entrepreneur des Jahres 2007" hatte es vom Ein-Mann-Betrieb zum Vorstandschef des Solarkonzerns Conergy mit über 2500 Mitarbeiter gebracht. Ein bescheidener Selfmade-Millionär, ausgestattet mit Sendungsbewusstsein und Seitenscheitel. Doch die vertraulichen Runden Rüters mit Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sind genauso Vergangenheit wie die Kaffeekränzchen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).
Innerhalb weniger Tage ist Rüter abgestürzt. Die Aktien seines Konzerns sind im freien Fall. In der kommenden Woche wird Rüter seinen Posten als Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft verlieren. Vergangene Woche gab er seinen Job als Vorstandschef der Conergy auf. Seine Karriere in der Solarwirtschaft ist damit bis auf weiteres beendet. Manchmal kommt so eine Krise wie ein Herbstorkan. Gerade noch scheint die warme Sonne auf eine optimistische See, dann bricht der Sturm los. Meteorologen warnen heute in der Regel vor solchen Unwettern. Auch bei Rüter kamen die Warnungen früh. Doch sie verhallten ungehört. Als etwa Dirk Unrau von Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz im Frühjahr vor undurchsichtigen Bilanzen hinwies, beachtete ihn niemand. Unrau kritisierte, dass Rüter zu vie-le Firmen in zu vielen Branchen zusammengekauft habe. "Conergy war erfolgreich im Solargeschäft. Dann sollten plötzlich alle Bereiche der Erneuerbaren Energien abgedeckt werden. Es ist gefährlich, wenn man den Überblick verliert", sagte Unrau. Tatsächlich weist schon die Bilanz 2006 riesige Baustellen aus. Alleine die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ruinierten das Zahlenwerk der Firma. So gab Conergy bei stetig wachsenden Umsätzen seinen Kunden rund 240 Mio. Euro Darlehen, die in den Jahreszahlen fehlten. Unter dem Strich flossen so über 100 Mio. Euro Bargeld aus dem Unternehmen ab. Das ist in etwa so, als würde man 50-Euro-Scheine für 30 Euro verkaufen. Unter dem Strich war der Niedergang absehbar. Im Januar meldete Conergy, dass Lieferschwierigkeiten die Finanzziele für das Jahr 2006 durchkreuzt hätten. Im Februar hieß es, dass trotz steigender Umsätze die Gewinnprognosen nach unten korrigiert werden. "Die grundlegenden Probleme waren bekannt und wurden zu spät angegangen. Das ist sehr negativ", findet WestLB-Analyst Mark Köbernik. Und der Analyst Sebastian Growe von Equinet meint: Die Glaubwürdigkeit des Unternehmens habe dadurch deutlich gelitten.
Die Alarmsignale störten niemanden
Aber auch wenn die Probleme für jeden sichtbar waren, die Anleger liebten weiter Rüter und seine Conergy AG - niemanden störten die Alarmsignale. Alle starrten gebannt auf die nach oben schnellenden Umsätze. Dazu versprach ein charismatischer Vorstandschef immer mehr. Man werde bis Jahresende die Milliardenhürde durchbrechen, hieß es. In 40 Jahren sei Öl und Kohle sowieso überflüssig. Rüter zog eine 250-Millionen-Euro Fabrik in Frankfurt/Oder hoch, versprach dazu 1000 neue Jobs im märkischen Sand. Beinahe täglich gab es Übernahmen und Neugründungen. In Spanien, in Indien, in Thailand, in Korea. Die Weltkarte, auf der die Beteiligungen der Conergy AG verzeichnet sind, sieht aus wie das Klecksbild eines hyperaktiven Kindes. Irgendwann dann im Sommer zerbrach etwas. Der Siegeszug geriet außer Kontrolle. Ein Vertrauter sagt: "Rüter hat sich total übernommen." Ein Firmenkenner beschreibt die Situation so: "Da wurden Praktikanten nach zwei Jahren zu Niederlassungsleitern im Ausland gemacht. Die hatten vom Geschäft doch keine Ahnung." Investitionen in ein Unternehmen zur solaren Kühlung in Spanien zahlten sich nicht aus. Ein Windparkbauer wurde aus dem Nichts aufgezogen. "Das ist verrückt. Völlig verrückt." Rüter habe den Konzern mit einem Börsenwert von einer Mrd. Euro "wie ein Start-up" geleitet. Die dunklen Schatten in der Bilanz wurden größer und mächtiger als alle Erfolgsprognosen. Am 31. Juli schloss Rüter einen 600 Millionen-Euro-Kredit ab, um die Liquidität seines Unternehmens zu sichern. Aber schon drei Monate nach der Unterschrift konnte er die Bedingungen der Banken nicht mehr erfüllen. Der Supergau drohte. Der Millionen-Kredit kippelte und mit ihm das Unternehmen Conergy. Ein Unternehmenssprecher sagt dazu schlicht, im Oktober sei die Liquidität des Unternehmens akut gefährdet gewesen. Die Banken schreckten auf. Sie verlangten ein Sanierungskonzept. Frisches Kapital. Neue Investoren. Halt alles, um die Firma zu retten. Christoph Seibt von der Anwaltsfirma Freshfields Bruckhaus Deringer beschreibt das, was dann passierte, so: "Der Aufsichtsrat hat schnell reagiert. Die Probleme sind erkannt." Zunächst musste der Finanzvorstand gehen, dann Rüter selbst. Gleichzeitig wurde ein 100-Millionen Euro-Rettungs-Programm aufgelegt. Dabei blieb zunächst alles unter Vertrauten. An Stelle von Rüter hat der bisherige Aufsichtsratschef Dieter Ammer den Vorstandsposten übernommen. Ein "Verwandter 2. Grades", wie es im Börsenprospekt heißt. Beide Männer haben 20 Mio. Euro ins wankende Unternehmen gepumpt. Zusätzlich hat der ehemalige Tchibo-Chef Ammer seinen Intimus Otto Happel in den Konzern mitgebracht. Die beiden Männer kennen sich vom Metallkonzern GEA. Ammer war dort Aufsichtsrat, Happel Eigentümer und Vorstand. Ammer konnte den schillernden Happel überreden, über seine Firma Leemaster Ltd auf den British Virgin Islands 50 Mio. Euro in Conergy zu stecken. Im Gegenzug bekam der in der Schweiz residierende Happel sofort 4,25 Prozent der Anteile und zusätzlich eine Option auf weitere Aktien aus dem Besitz der Alteigentümer bis zu einer Beteiligungshöhe von 25,1 Prozent. Diese soll er angeblich gezogen haben, was aber von Conergy dementiert wird. Aber auch die Banken bissen in den sauren Apfel und gaben 30 Mio. Euro frisches Geld, um die Pleite abzuwehren.
Damit ist die Katastrophe zunächst abgewendet. Zunächst. Die Banken haben ihr Geld zum 28. Februar fällig gestellt. Sollte nicht gezahlt werden, dürfte Conergy in den Ruin schliddern. In der Phase der Sanierung wird in den Reihen von Conergy nichts ausgeschlossen. Selbst von der Zerschlagung des Unternehmens ist die Rede. "Alles ist im Fluss", sagt ein Firmeninsider. Die ersten Interessenten für die Solarfabrik in Frankfurt Oder haben sich bereits gemeldet. Die Beteiligungen in Übersee stehen genauso auf dem Prüfstand, wie etliche Firmen aus den Geschäftsfeldern Biomasse und Heizungsbau. "Was nicht schnell Geld bringt, sondern Bares kostet, wird sicher abgestoßen", heißt es in den Firmenkreisen. Von Firmengründer Rüter hört man derzeit nicht viel. Er habe sich zurückgezogen, heißt es in seinem Umfeld. Ein Vertrauter sagt: "Es geht ihm halt schlecht. Sein Optimismus hat einen Knacks bekommen."
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Von Russoil | Erstellt am: 17.11.07 20:44 | Beitrag Nr.: 53.134 | Weitere Beiträge |
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Das sind unsere führenden Wirtschaftsbosse
Als nächstes wird die Bude doch zerschlagen und komplett auseinander genommen. Anschließend hat man dann ganz viel kleine Börsenmäntel die man auch noch verscherbeln kann.
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Von LONGshort | Erstellt am: 17.11.07 20:50 | Beitrag Nr.: 53.136 | Weitere Beiträge |
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"Conergy war erfolgreich im Solargeschäft. Dann sollten plötzlich alle Bereiche der Erneuerbaren Energien abgedeckt werden. Es ist gefährlich, wenn man den Überblick verliert",

wie bitte
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Von Russoil | Erstellt am: 18.11.07 18:40 | Beitrag Nr.: 53.181 | Weitere Beiträge |
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Gerade mal vier Wochen ist es her, dass der Gründer, Noch-Chef und Noch-Großaktionär von Conergy, Hans-Martin Rüter, zum
JOACHIM SPIERING
Gerade mal vier Wochen ist es her, dass der Gründer, Noch-Chef und Noch-Großaktionär von Conergy, Hans-Martin Rüter, zum wohl letzten Mal einen schönen Preis entgegennehmen durfte. Im feinen Frankfurter Palais im Zoo wurde Conergy von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte und einer Zeitschrift als eines von drei Technologieunternehmen ausgezeichnet, "die neben langfristigem Wachstum durch herausragende Innovationskraft, Unternehmergeist und hervorragende Leistungen auf sich aufmerksam machen." Noch tags darauf verwies Rüter im Gespräch nicht ohne Stolz auf die Auszeichnung. Dabei war schon zu diesem Zeitpunkt klar: Mit Wachstum und hervorragenden Leistungen ist es bei Conery nicht mehr weit her. Im Gegenteil. Die Firma schrammte haarscharf an der Insolvenz vorbei. Und das ist wohl noch nicht alles. Der seit 1. November amtierende neue Finanzchef wird sich erst in den kommenden Wochen einen Überblick über das mit 27 inländischen und 58 ausländischen Tochtergesellschaften (Stand 30. Juni) völlig verworrene Firmengeflecht verschaffen können. Mit riesigen Abschreibungen, hohen Restrukturierungskosten und einer abermals nach unten geschraubten Prognose ist zu rechnen. Selbst vom drohenden Totalverlust ist schon die Rede.
Wie konnte es so weit kommen? Ganz einfach: Ähnlich wie in anderen Fällen wollte Rüter einfach ein zu großes Rad drehen. Wie verrückt hat er eine Tochterfirma nach der anderen gekauft oder gegründet. Mit viel gutem Willen lässt sich das noch als menschliche Schwäche entschuldigen. Das Vorgehen in der jüngsten Zeit ist dagegen fast schon kriminell. Noch Mitte des Jahres zeigte sich Rüter voller Optimismus. Und noch vor vier Wochen bestätigte er gegenüber Euro am Sonntag die Jahresprognosen. All das ist nun Makulatur. Erste Anwaltskanzleien prüfen bereits eine Klage. Sie könnten Erfolg haben. Rüter hatte noch vor vier Wochen gesagt, dass es offen sei, ob der neue Finanzchef weiterhin "so sportlich" bilanzieren werde. Mit anderen Worten: Er selbst hatte bereits zu diesem Zeitpunkt Bedenken wegen der Bewertungen der eigenen Firma.
Und dennoch: Ein Alarmzeichen für die gesamte Solarbranche ist das nicht. Conergy ist ein Einzelfall, die anderen Unternehmen stehen auch dank der Fokussierung auf ihr Geschäft bilanziell kerngesund da.
http://www.finanzen.net/eurams/archiv/berichte_det......
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Von Russoil | Erstellt am: 18.11.07 18:48 | Beitrag Nr.: 53.187 | Weitere Beiträge |
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und die nächste Knallermeldung für gegen conergy
07.11.2007 15:50























030 2977788 30
fasbender@bsw-solar.de............
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Von breakevenpoint | Erstellt am: 19.11.07 08:43 | Beitrag Nr.: 53.262 | Weitere Beiträge |
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Russoil hat folgendes geschrieben: Das sind unsere führenden Wirtschaftsbosse Als nächstes wird die Bude doch zerschlagen und komplett auseinander genommen. Anschließend hat man dann ganz viel kleine Börsenmäntel die man auch noch verscherbeln kann.
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So drastisch wird es nicht kommen aber es ist schon verwunderbar was so rund um das Unternehmen passiert
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Von Russoil | Erstellt am: 19.11.07 11:31 | Beitrag Nr.: 53.487 | Weitere Beiträge |
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Von wirthsald | Erstellt am: 19.11.07 16:04 | Beitrag Nr.: 53.865 | Weitere Beiträge |
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Von wirthsald | Erstellt am: 19.11.07 16:07 | Beitrag Nr.: 53.872 | Weitere Beiträge |
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TecDax: Conergy haltlos
Mit einem Abschlag von 7,5 Prozent auf 24,85 Euro setzt Conergy seine Talfahrt fort.
Verlierer
1. Conergy - 7,45 Prozent (Kurs: 24,85 Euro)
2. Aixtron - 3,59 Prozent (Kurs: 7,81 Euro)
3. Solon - 2,62 Prozent (Kurs: 74,00 Euro)
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Von Baerlexa | Erstellt am: 19.11.07 16:48 | Beitrag Nr.: 53.945 | Weitere Beiträge |
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Auweia, das sieht ja böse aus!
Bloss gut, dass ich da nix gekauft habe.