Neuerdings im Dienst von Mercedes Benz: Sabine Christiansen
09. März 2008 Am 11. Januar dieses Jahres lief im Ersten eine Sendung, an der die Kritik kein gutes Haar ließ: "Mein 2008" mit Sabine Christiansen. Eine trübe Jahresvorschau, öde, inhaltsleer, darin waren sich die Betrachter einig. Der Branchendienst epd medien kritisiert die Sendung nun aus einem weiteren Grund: Bei Sabine Christiansen war unter anderen der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche, zu Gast. Andere Prominente, die geladen waren, seien in werblicher Hinsicht direkt oder indirekt mit dem Autokonzern verbunden.
Ende Januar, so der Evangelische Pressedienst, sei eine Vereinbarung in Kraft getreten, der zufolge der Moderatorin Christiansen kostenlos zwei Mercedes-Fahrzeuge zur Verfügung gestellt würden, im Gegenzug wirke sie als "Markenbotschafterin" und mache "in der Öffentlichkeit ihre Identifikation mit der Marke Mercedes Benz" kund. Sollte sich eine Kooperation bei weiteren Veranstaltungen oder Projekten ergeben, würden diese "mit einem Tagessatz von Euro 15.000 honoriert".
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Epd: Vertragsentwurf galt ab April 2007
Der Evangelische Pressedienst wirft die Frage auf, ob die auf Ende Januar datierte Vereinbarung nicht schon in Vorbereitung gewesen sein könnte, als die Sendung "Mein 2008" lief. Christiansen habe dazu auf Anfrage keine konkreten Angaben gemacht, ihr Anwalt habe lediglich mitgeteilt, der fragliche Vertrag sei erst Ende Januar 2008 "zum Tragen" gekommen. Einen Zusammenhang zwischen der Sendung "Mein 2008" und Christiansens Vertrag mit Daimler gebe es "unter keinem irgendwie gearteten Gesichtspunkt".
Dem Evangelischen Pressedienst liegt derweil ein Vertragsentwurf vor, der die Laufzeit 1. April 2007 bis 31. März 2009 nennt. Der NDR teilte auf Anfrage mit, dass Christiansens Sendung mit Blick auf die gebotene Trennung von Werbung und Programm nicht zu beanstanden sei. Auch sei die Auswahl der Gäste allein aufgrund inhaltlicher Kriterien erfolgt, neben dem Daimler-Chef Zetsche seien eine Reihe von Unternehmenschefs angesprochen worden, hätten aber abgesagt.
Von Daimler-Engagement nichts gewußt
Gleichwohl räumt der Sender ein, von Christiansens Daimler-Engagement nichts gewusst zu haben. Man habe sie um Aufklärung gebeten, die Antwort stehe noch aus. Weitere Sendungen mit Christiansen seien nicht geplant. Daimler-Chef Zetsche sowie Prominente, die Werbepartner der Autofirma seien, tauchten, so epd medien, zudem auf der Gästeliste von Christiansens Sendung "Global Player" bei CNBC auf.
Quelle: FAZ