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#12318 von  zogger Erstellt am: 20.09.05 08:05:19 Beitrag Nr.: 12318 Weitere Beiträge
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Finanzwerte "Euronext soll Deutsche Börse kaufen" Großaktionär fordert Strategiewechsel / Euronext winkt ab 19. September 2005 Die Fünf-Länder-Börse Euronext konzentriert sich weiter auf eine Übernahme der London Stock Exchange (LSE). Dies ist aus dem Umfeld des Unternehmens zu hören, nachdem ein wichtiger Aktionär von Euronext anstelle einer Transaktion mit London eine Übernahme der Deutschen Börse vorgeschlagen hat. David Herro, Chefstratege des Investmentfonds Harris Associates in Chicago, hat den Euronext-Präsidenten Jean-Francois Theodore nach eigenen Worten gedrängt, eine Verbindung mit Deutschland einzugehen, weil er befürchtet, daß Euronext zuviel für die LSE bezahlen könnte. Die Kommentare haben Gewicht, weil Harris Associates mit einem Anteil von 9,82 Prozent einer der größten Euronext-Aktionäre ist. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" hätten nicht nur Harris, sondern "einige einflußreiche" Aktionäre" Theodore in jüngster Zeit zu einer Transaktion mit der Deutschen Börse gedrängt. Dies wird im Umfeld von Euronext bestritten. "In unseren Gesprächen haben alle Investoren unsere Strategie unterstützt", hieß es. Diese besteht darin, das Urteil der britischen Competition Commission über die wettbewerbsrechtliche Zulässigkeit einer LSE-Übernahme durch Euronext abzuwarten. Es wird für Ende Oktober erwartet. Unterdessen führen Euronext und LSE intensive Gespräche über den Preis. Insofern kommen Euronext Berichte über Alternativstrategien nicht ungelegen, verdeutlichen sie doch, daß Euronext die LSE nicht um jeden Preis kaufen muß. Der LSE-Vorstandsvorsitzenden senden sie das Signal, nicht zu hart zu verhandeln. Der Kurs der LSE hat am Montag an der Londoner Börse zeitweise mehr als ein Prozent auf 575 Pence verloren, erholte sich später aber. Harris-Fondsmanager Herro sagte, daß er eine Übernahme der Londoner Börse bei einem Kurs von 580 Cent nicht unterstützen könne. Bei der Deutschen Börse war es in diesem Jahr zu einem Aufstand der Aktionäre gekommen, weil diese die Übernahmepläne für die LSE als zu kostspielig ansahen. Im Zuge der Rebellion mußte die Führungsspitze abtreten. Man wisse nicht, wie die neue Führung in Frankfurt zu einer Verbindung mit Euronext stehe, hieß es im Umkreis von Euronext. Außerdem sei ungeklärt, wie die Derivate-Tochtergesellschaft von Euronext und Deutscher Börse, Euronext-Liffe und Eurex, wettbewerbsrechtlich miteinander verknüpft werden könnten. Herro sagte, daß eine Verbindung möglich sei, wenn die Behörden nicht nur Europa, sondern die Welt als relevanten Markt betrachteten und das umfangreiche "Over the counter"-Geschäft, also die außerbörslichen Transaktionen, berücksichtigen würden. Text: chs., F.A.Z., 20.09.2005, Nr. 219 / Seite 29 Bildmaterial: picture-alliance / dpa