Banner Rotation

Login

Login   

Kolumnen

mehr...
Norbert Lohrke: 29.08.08 08:39 Amerika boomt
Norbert Lohrke: 28.08.08 14:11 Aktienanlage am Fließband
WOI Wochenübersicht: 27.08.08 11:49 WOI Weekly - Amitelo: Nach...

Börsenbrief des Tages

mehr...

Beitrag versenden

Zurück
Sie empfehlen ein Beitrag aus dem Thema: Porsche: Nach Mega-Rallye noch kaufen?

Beitrag versenden

 

Der zu versendende Beitrag

#18925 von  Zuchtbulle Erstellt am: 09.07.07 06:30:48 Beitrag Nr.: 18925 Weitere Beiträge
Dieser Beitrag:

Hotstock-Trading Chefredakteur Marc Nitzsche am 8.7.07 zur aktuellen Lage der Automobilbranche und zur Porsche-Aktie:

 

 

 

 

 

Deutschlands Auto-Branche im Aufwind!


Marc Nitzsche,
Chefredakteur


Liebe Trader,

ab und zu lasse ich mich gerne einmal zu gewagten Prophezeiungen hinreißen: Eines meiner "Lieblings-Szenarien" ist, dass die deutsche Automobil-Industrie in ferner Zukunft genauso in der Versenkung verschwinden wird, wie seinerzeit die Unterhaltungselektronik-Branche hierzulande.

 

Im besten Fall ernte ich für diese düstere Vision schallendes Gelächter. Mitunter werde ich aber auch gefragt, wo man das Zeug kaufen kann, das ich offenbar geraucht habe und einige bezeichnen mich ob meiner Äußerungen sogar als "Staatsfeind Nummer 1".

 

Dass derartige Anfeindungen an mir vollständig abprallen, können Sie sich sicher vorstellen. Wer Mitte der 1970er Jahre das Ende von Grundig, Blaupunkt und anderen Konzernen vorhergesagt hätte, wäre wahrscheinlich ebenso verhöhnt worden. Also warten wir es einfach ab.

 

Zugegeben: Derzeit spricht nicht wirklich viel für den "Tod" deutscher Autobauer. Ganz im Gegenteil: Die Branche ist seit momentan erkennbar im Aufwind und mit entsprechenden Aktien ließen sich in den letzten zwei bis drei Jahren stattliche Kursgewinne "einfahren". Und kurzfristig sehe auch ich kein Ende des Booms.

 

*Vor allem im Ausland überaus beliebt

In Deutschland selbst sind die Verkaufszahlen zwar eher durchwachsen. Für 2007 rechnet der Verband der Automobilindustrie mit einer Abschwächung der Nachfrage auf nur noch 3,2 Millionen PKW-Neuzulassungen nach 3,47 Millionen Einheiten im Vorjahr. Offenbar macht sich die Mehrwertsteuer-Erhöhung hier doch stärker bemerkbar als zunächst angenommen.

Allerdings wird die Inlandsschwäche der deutschen Autobauer durch den Export mehr als ausgeglichen. Weltweit erfreuen sich Mercedes & Co. nämlich einer außerordentlich hohen Beliebtheit. Allein im ersten Halbjahr 2007 wurden 2,2 Millionen Fahrzeuge verschifft - ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Insofern verwundert es nicht, dass die Produktionskapazitäten gegenwärtig annähernd voll ausgelastet sind.

 

Auf dem wichtigen US-Markt konnten die deutschen Hersteller ihre Marktanteile zuletzt teilweise kräftig ausbauen. Gleiches gilt für China. Im "Reich der Mitte" sehen sich die deutschen Autobauer mit einer geringeren Konkurrenz aus Japan konfrontiert, weil die Chinesen auf Grund der historischen Feindschaft beider Staaten eine gewisse Abneigung gegen japanische Produkte im Allgemeinen verspüren.

 

Da ich zumindest für die kommenden beiden Jahre von einer weiterhin robusten Welt-Konjunktur ausgehe, dürften sich Vehikel "Made in Germany" unverändert gut verkaufen. Und auch hierzulande erwarte ich ab 2008 ein signifikantes Anziehen der Nachfrage. Insgesamt bin ich daher für die künftigen Absatzzahlen absolut positiv gestimmt.

 

*Guter Ruf aber technisch nur mäßig innovativ

Bei aller Euphorie lässt sich ein Manko allerdings nicht leugnen: Deutsche Fahrzeuge genießen einen ausgezeichneten Ruf, sind aber in technologischer Hinsicht oftmals leider nur mäßig innovativ. Nach meiner Einschätzung verwenden die Autobauer zuviel Energie auf Sicherheit.

 

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich halte Sicherheit keineswegs für überflüssig. EPS ist unzweifelhaft eine gute Sache. Aber braucht ein Auto wirklich zwölf Airbags?

Ich erachte es für wesentlich wichtiger, alternative Antriebsarten zur Marktreife zu bringen. Und in dieser Hinsicht haben sich die Deutschen bislang wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Gegenwärtig bietet kein Hersteller hierzulande Hybrid- oder Flexi-Fuel-Technik an.

Noch deutlicher wird der Vorsprung der Konkurrenz beim Thema "Wasserstoff". Mercedes experimentiert zwar seit Jahren damit. Von einer Serienfertigung ist man aber dennoch erheblich weiter entfernt als beispielsweise Honda. In punkto Antrieb wird man in Deutschland jetzt langsam aber sicher einen "Zahn" zulegen müssen, wenn man den Anschluss nicht verlieren möchte.

 

Immerhin sind erste Bemühungen in diesem Bereich mittlerweile sichtbar. Insofern kann ich mir durchaus vorstellen, dass sich in den kommenden Jahren hier einiges bewegt, was auch bitter nötig sein wird, um nicht auf dem technologischen "Abstellgleis" zu enden.

 

*Verbesserte Rentabilität sorgt für ordentliche Gewinne

 

Den wirtschaftlichen "Supergau" hat man in den letzten Jahren zumindest schon einmal erfolgreich abgewendet, indem die Konzerne ihre Rentabilität verbesserten und jetzt wieder stattliche Gewinne "einfahren". Jahrzehntelang begriffen sich die deutschen Autobauer als eine Art "Insel der Glückseeligen", auf der exorbitante Löhne für mäßige Leistung bezahlt wurden.

 

Dazu gesellten sich dann auch noch gravierende Management-Fehler, die einen Großteil der ohnehin nicht gerade üppigen Erträge verschlangen. Erinnern Sie sich noch an die S-Klasse zu Beginn der 1990er-Jahre. Um diese "optischen Monster" überhaupt absetzen zu können, mussten sie schlussendlich unter den Herstellungskosten verkauft werden. Dass man so auf keinen "grünen Zweig" kommt, liegt wohl auf der Hand.

 

Zum Glück scheinen die deutschen Autobauern aus derartigen Fehlern gelernt zu haben. Heute verfolgen sie einen strikten Gewinn orientierten Kurs, der sich in den gestiegenen Aktien-Notierungen auch deutlich widerspiegelt. Nicht zuletzt aus diesem Grund bin ich mir ziemlich sicher, dass wir die Höchstkurse bei den Auto-Aktien noch längst nicht gesehen haben.

*Porsche: Mit "Vollgas" auf der "Überholspur"

Ein Unternehmen, das seine "Hausaufgaben" besonders gut gemacht hat, ist Porsche. Die Autos der Stuttgarter "Sportwagen-Schmiede" geben ja traditionell "Vollgas" auf der "Überholspur". Für den Konzern selbst und den Aktienkurs galt das lange Zeit allerdings in keiner Weise.

 

Nach Jahren der Misswirtschaft gelang dann aber die Wende zum Besseren. Zunächst taten sich Anteilscheine mit Kurssteigerungen noch etwas schwer. Seit März 2003 geht es mit dem Wert jedoch kontinuierlich nach oben. Und vor allem in den letzten 18 Monaten zündete die Aktie den sprichwörtlichen Turbo. Ob sich auf dem jetzigen Niveau der Einstieg noch lohnt, verraten wir Ihnen in unserer heutigen Ausgabe des "Hotstock-Trading".