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Markus Fugmann: 05.09.08 11:03 Update Wochenausblick... |
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Norbert Lohrke: 05.09.08 09:05 Angst vor dem bösen Wolf |
| Thema eröffnet von: | Zuchtbulle | Beiträge: | 149 | Bewertung (0): | |
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| am: | 09.07.07 06:30 | Gelesen gesamt: | 2034 | |||
| Letzter Beitrag von: | Baerlexa | Gelesen heute: | 1 | |||
| am: | 01.09.08 19:32 |
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Von panchito | Erstellt am: 24.04.08 22:53 | Beitrag Nr.: 130.499 | Weitere Beiträge |
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Im Machtkampf bei Volkswagen hat Volkswagen (News/Aktienkurs)- Betriebsratschef Bernd Osterloh dem Großaktionär Porsche (News/Aktienkurs) "gefährliche Allmachtsphantasien" vorgeworfen. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wolle mit der "Arroganz eines Alleinherrschers" schalten und walten, dies habe unheimliche Risiken für VW und die Beschäftigten, kritisierte Osterloh am Donnerstag bei einer Kundgebung der IG Metall vor Beginn der VW-Hauptversammlung in Hamburg. VW müsse eigenständig bleiben. Der Betriebsrat werde den Mitbestimmungsstreit "mit aller Härte" führen. In dem Konflikt droht ein langes juristisches Tauziehen.
Damit verschärfte Osterloh noch einmal den Ton in der seit Monaten schwelenden Auseinandersetzung über die Mitbestimmung in der Porsche Holding. Porsche hält derzeit rund 31 Prozent an VW und will die Mehrheit an dem Wolfsburger Autobauer übernehmen. VW wäre dann Teil der Porsche Holding. Osterloh kritisierte, Porsche fahre "Angriffe" gegen die VW-Belegschaft. Es gehe um die Sicherheit der Jobs von 360 000 VW-Beschäftigten. "Schlechter kann man eine Übernahme nicht gestalten."
Auch im Streit der beiden Großaktionäre Porsche und Niedersachsen über die künftige Machtverteilung bei VW ist keine Einigung in Sicht. Bei der Hauptversammlung treffen die unterschiedlichen Interessen des größten Anteilseigners Porsche sowie des zweitgrößten Aktionärs Niedersachsen aufeinander. Porsche will den starken Einfluss Niedersachsens bei VW beschränken, dagegen wehrt sich das Land.
Hauptstreitpunkt ist die 20-prozentige Sperrminorität bei VW, die Niedersachsen Vetorechte bei wichtigen Entscheidungen sichert. Porsche will versuchen, als Reaktion auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum VW-Gesetz die Sperrminorität über eine Satzungsänderung auf 25 Prozent zu erhöhen. Niedersachsen, dass knapp über 20 Prozent an VW hält, will dagegen an der geltenden Regelung festhalten. Eine Aufsichtsratssitzung am Mittwoch hatte keine Annäherung gebracht.
Weder der Antrag von Porsche noch der des Landes dürften am Nachmittag die notwendige Mehrheit in der Hauptversammlung erreichen. Es bliebe bei der bestehenden Regelung zur Sperrminorität. Porsche könnte dann vor Gericht gehen.
Osterloh unterstützte vehement die Position Niedersachsens. Porsche dagegen wolle die Mitbestimmung schwächen und zeige keinen Willen zur Einigung. "Ich habe den Eindruck, man will mit uns nicht reden", sagte Osterloh vor rund eintausend VW-Beschäftigten. Es gehe um eine angemessene Beteiligung der VW-Belegschaft in der Porsche Holding.
Die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche Holding geht aus Sicht des VW-Betriebsrats zu Lasten der VW-Belegschaft. Am 29. April verhandelt das Stuttgarter Arbeitsgericht über eine Klage des VW- Betriebsrats gegen die Vereinbarung. Osterloh kündigte an, der Betriebsrat werde notfalls bis vor das Bundesarbeitsgericht und den Europäischen Gerichtshof ziehen.
Osterloh griff Wiedeking auch persönlich an. Der Porsche-Chef könne nicht mit Menschen umgehen, er habe "null Fingerspitzengefühl". Wiedeking agiere nach Gutsherrenart "ohne Rücksicht auf Verluste". Bei einem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag von Porsche bei VW stünde Volkswagen "ohne Hemd und Hose da". Porsche fehle die internationale Erfahrung, der Sportwagenbauer habe nur zwei Standorte. "Porsche braucht uns - und nicht umgekehrt." Porsche sei ein "Mittelständler", der einen Weltkonzern führen wolle.
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Von panchito | Erstellt am: 24.04.08 22:55 | Beitrag Nr.: 130.500 | Weitere Beiträge |
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Von panchito | Erstellt am: 24.04.08 22:56 | Beitrag Nr.: 130.501 | Weitere Beiträge |
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Porsche (News/Aktienkurs) hat dem Land Niedersachsen eine Irreführung der Aktionäre im Machtkampf bei Volkswagen (News/Aktienkurs) vorgeworfen. Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) habe unmittelbare Auswirkungen auf die Satzung von Volkswagen, sagte ein Sprecher des Sportwagenbauers am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Hamburg. Eine halbherzige Umsetzung bringe keine Rechtssicherheit. Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) hatte zuvor erklärt, das Land sehe keinen Anlass, die geltende Regelung zur 20-prozentigen Sperrminorität zu ändern. Die Regelung in der VW-Satzung entspreche dem deutschen Aktienrecht.
Der Vertreter des größten VW-Aktionärs betonte, dass Porsche nach der Mehrheitsübernahme der Wolfsburger nicht plane, Arbeitsplätze abzubauen. Ferner sei nicht vorgesehen, die VW-Tochter Audi an die Börse zu bringen oder Seat zu verkaufen. Er appellierte an die Aktionäre, dem Porsche-Antrag zu folgen, mit dem die Sperrminorität über eine Satzungsänderung von 20 auf 25 Prozent erhöht werden soll. Durch die Regelung hat Niedersachsen, das knapp über 20 Prozent an VW hält, ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen. Niedersachsen will an der geltenden Sperrminorität festhalten.
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Von panchito | Erstellt am: 24.04.08 22:58 | Beitrag Nr.: 130.504 | Weitere Beiträge |
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HAMBURG (dpa-AFX) - Porsche (News/Aktienkurs) rechnet im Herbst mit der Mehrheitsübernahme bei Volkswagen (News/Aktienkurs). Bis dahin sei mit allen kartellrechtlichen Genehmigungen zu rechnen, sagte ein Porsche-Sprecher am Donnerstag am Rande der VW-Hauptversammlung in Hamburg. "Sechs Monate sind dafür ein realistischer Rahmen. Dann hätten wir September oder Oktober", sagte der Sprecher und bestätigte einen Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD/Freitagausgabe). "Wenn es früher wird, haben wir aber auch nichts dagegen." Sobald die Genehmigungen der EU-Kommission und der 15 weiteren Kartellämter vorliegen, will Porsche seinen VW-Anteil von knapp 31 auf mehr als 50 Prozent erhöhen.
Bereits jetzt loten Porsche und VW Möglichkeiten für weitere Kooperationen aus. Es gebe Gespräche über Möglichkeiten einer technischen Kooperation, bestätigten Sprecher beider Unternehmen am Rande der Hauptversammlung. Laut FTD ist unter anderem im Gespräch, einen kleinen Porsche-Geländewagen auf Basis des neuen Audi Q5 (News) zu bauen und die nächste Generation von Audi TT und Porsche Boxster gemeinsam zu entwickeln. Zudem prüfe Porsche, Diesel-Motoren von Audi im Cayenne zu verwenden.
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Von panchito | Erstellt am: 24.04.08 22:59 | Beitrag Nr.: 130.505 | Weitere Beiträge |
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Trotz des erbitterten Streits um die VW-Satzung (News/Aktienkurs) haben sich Porsche (News/Aktienkurs) und das Land Niedersachsen bei der Aufsichtsratswahl des Autokonzerns gegenseitig unterstützt. Auf der Hauptversammlung erhielten sowohl Wolfgang Porsche als auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) die Stimmen des jeweils anderen Großaktionärs. Alle drei wurden am Donnerstag mit breiter Mehrheit von über 95 Prozent der abgegebenen Stimmen in das VW-Kontrollorgan gewählt.
Wulff und Hirche gehörten dem Gremium bisher aufgrund des VW- Gesetzes ohne Wahl an. Diese Regelung war im vergangenen Herbst vom Europäischen Gerichtshof gekippt worden. Das Land hatte daraufhin die Berufung der beiden Politiker zum Ende der Hauptversammlung widerrufen. Niedersachsen ist mit 20,1 Prozent zweitgrößter VW- Anteilseigner. Porsche hatte Anfang März angekündigt, seinen Anteil an VW von derzeit 30,6 auf mehr als 50 Prozent aufzustocken.
Wolfgang Porsche ist Aufsichtsratschef der Porsche Holding und zieht nun als vierter Vertreter des Sportwagenbauers in das VW-Gremium ein. Er übernimmt den Sitz von Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer, der sein VW-Mandat auf der Hauptversammlung niederlegte. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, dessen Finanzchef Holger Härter sowie Porsche-Miteigentümer und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech gehören dem Gremium bereits an. Alle drei sollen im Mai auch in den Aufsichtsrat der VW-Tochter Audi einziehen.
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Von Baerlexa | Erstellt am: 25.04.08 23:07 | Beitrag Nr.: 130.667 | Weitere Beiträge |
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Hamburg - Das Bild ist ein Familienidyll. Da stehen Ferdinand Piëch und sein Vetter Wolfgang Porsche im Garten von dessen Münchener Anwesen und geben ihr erstes gemeinsames Interview. Die Botschaft der Porsche-Enkel: Mit der Übernahme von Volkswagen durch ihre Familie wächst zusammen, was zusammengehört.
Das verbinden sie allerdings mit einer Kampfansage. Genannt wird in dem "Stern"-Artikel der VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh, der die Art des Zusammenwachsens heftig kritisiert; er säße weltfremd auf einem Baum, von dem er eines Tages runterkommen müsse. Auch dahinter steckt eine Botschaft, nicht nur an Osterloh: Wir ziehen das durch, ganz gleich, wer uns daran hindern will.
Nach diesem Vorspiel, aber auch nach den schrillen Tönen der Gewerkschaften wundert es nicht, dass die Hauptversammlung von Volkswagen zu einem solch dissonanten Konzert wurde. Selbst Experten wie Willi Diez, Automobilwirtschaftler in Nürtingen, schütteln den Kopf: "Ich verstehe das Theater nicht." Der Streit zwischen den Lagern hat fast rufschädigende Wirkung erreicht.
Befürworter und Gegner des VW-Gesetzes, Mitarbeiter und Aktionärsvertreter, sie standen sich im Hamburger Congress Centrum unversöhnlich gegenüber. Das umso mehr, als die interessanten Fragen auf der Hauptversammlung unbeantwortet bleiben mussten: aus aktienrechtlichen Gründen, über die Ferdinand Piëch gewiss nicht böse ist. Die wichtigste Frage stellten Vertreter beider Seiten: Was will Porsche als baldiger Mehrheitsaktionär von Volkswagen?
Lässt man die Bilder aus dem "Stern"-Interview sprechen, liegt eine Antwort nahe. Der Porsche-Clan holt sich zurück, was der Lauf der Geschichte ihm genommen hat. Wenn auch nicht ganz, denn die Familie hat ja schon bisher an ihren Anteilen gut verdient. Doch Autoexperte Diez mahnt zur Vorsicht mit solchen Urteilen. Zwar spielten derlei Eitelkeiten eine Rolle. Eitle Ziele lassen sich in Unternehmen dieser Größe aber dennoch selten durchsetzen, wenn es daneben nicht gute betriebswirtschaftliche Gründe gibt.
Es wird eng im Porsche-Segment
Schließlich entschieden die Aktionäre, dass es bei der niedrigen Sperrminorität für Satzungsänderungen bleiben würde: Für solche Satzungsänderungen sind wie bisher 80 Prozent der Anteilsstimmen nötig. Das ist wohl eine der wenigen Regelungen aus Zeiten des VW-Gesetzes, die nicht von der Europäischen EU hinwegharmonisiert werden können.
Wer der Rekordbilanz von Vorstand Martin Winterkorn zugehört hat, musste zu dem Schluss kommen, dass das Modell Volkswagen auch wirtschaftlich gut funktioniert. Steigerung bei Verkauf, Umsatz, Rendite, Dividende und Gewinnbeteiligung - was will man mehr? Selbst wenn man eine Reihe von Sondereffekten und Bilanzmaskerade berücksichtigt - rund ein Drittel der Golf-Produktion lässt VW auf sich selbst zu, um rabattierte Verkäufe zu ermöglichen -, so ist unterm Strich in den Nachkriegsjahrzehnten aus einer Käfer- und Rüstungsfabrik immerhin Europas größter Autokonzern erwachsen.
Man mag sich aus ordnungspolitischen Gründen am VW-Gesetz stoßen, das Ausdruck einer besonderen geschichtlichen Entwicklung ist; die Lustreisen-Skandale haben die schlimmstmöglichen Auswüchse drastisch vorgeführt. Aber Korruption und Fehlentscheidungen gibt es auch anderswo. Aus Volkswagen-Sicht spricht betriebswirtschaftlich wenig dafür, den erprobten Status quo zu ändern.
Ganz anders für Porsche. Auch diesem Unternehmen geht es gut. Seit Wendelin Wiedeking am Ruder ist, eilt der Sportwagenhersteller von einer Bestmarke zur nächsten. Doch das kleine, feine Vollgassegment ist dabei sich zu ändern, gibt Willi Diez zu bedenken: Immer mehr Hersteller versuchen sich an Konkurrenzprodukten, weil die Margen besonders lukrativ sind: Aston Martin, Ferrari, demnächst Lexus. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, bleibt Porsche nichts anderes als die Expansion.
Der Geländewagen Cayenne war solch ein Schritt, das Projekt Panamera, ein sportlicher Viertürer, setzt diese Linie fort, "und dabei wird es nicht bleiben", ist sich Diez sicher. Auch für einen Erfolgshersteller wie Porsche ist das ein Entwicklungsaufwand, der schwer allein zu leisten ist.
Am Cayenne wurde vorexerziert, wie das gehen kann. Das Auto wurde zusammen mit dem eng verwandten VW Touareg entwickelt und wichtige Teile im Volkswagen-Werk Bratislava gefertigt. "Porsche ist auf VW als Entwicklungspartner angewiesen", folgert Diez. Eine betriebswirtschaftliche Sicht, die durchaus den Porsche-Kurs erklären hilft.
Bleibt die Frage, warum Porsche die Abstimmungsniederlage auf der Hauptversammlung so ungerührt aufgenommen hat. Ein Unternehmenssprecher gab sich betont lässig: Die Mehrheitsverhältnisse seien ja vorher bekannt gewesen.
Toyota heißt das Schlüsselwort
Die Gründe dürften in der künftigen Strategie liegen. Noch im Herbst, wird gemutmaßt, wird Porsche mehr als 50 Prozent der Volkswagen-Anteile halten. Immer noch nicht genug, um 80-Prozent-Entscheide herbeizuführen. "Aber in den kommenden Jahren werden wir bei Volkswagen Kapitalerhöhungen sehen", ist sich Diez sicher. Denn VW will es mit Toyota aufnehmen, unter anderem im US-Markt, wo die Japaner besonders stark und die Deutschen besonders schwach sind.
Für Amerika fehlen Volkswagen ganze Modellreihen. Der Investitionsaufwand wird immens sein, wenn Winterkorn mit dem angekündigten Neustart in Amerika ernst macht. Aus dem Cashflow sei das nicht zu finanzieren. Eine Kapitalerhöhung verändert aber auch die Stimmenverhältnisse. Die Klausel, die das Stimmrecht einzelner Aktionäre auf 20 Prozent beschränkt, wird bis dahin - auf Druck der Europäischen Union - nicht mehr existieren. Dann steht das Land Niedersachsen vor der Frage, ob es mitzieht.
Ein VW-Mitarbeiter und Aktionär sagte auf der Hauptversammlung: "Ich traue dem Porsche-Management nur so weit, wie man ein Klavier werfen kann." Eins kann man der Familie Porsche aber sicher abnehmen: Dass sie ein langfristiges Interesse an Volkswagen hat.
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Von panchito | Erstellt am: 28.04.08 22:23 | Beitrag Nr.: 130.836 | Weitere Beiträge |
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Reuters) - Das in einem Hotelzimmer von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gefundene Babyfon ist nach Einschätzung der Strafverfolger wohl nicht Teil einer filigranen Abhöraktion.
"Das wirkt nicht wie ein großer Lauschangriff", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Montag. "Ich will das nicht bagatellisieren, würde es aber auch nicht zu hoch hängen wollen." Seit Donnerstag vergangener Woche liege der Behörde eine Anzeige wegen Verletzung der Vertraulichkeit vor. Der Vorfall soll sich am 15. November vergangenen Jahres in einem Hotel auf dem VW-Werksgelände zugetragen haben, einen Tag vor einer Sitzung des VW-Aufsichtsrats. "Der lange Zeitraum, der seitdem vergangen ist, erhöht nicht gerade unsere Ermittlungsmöglichkeiten, sagte der Behördensprecher.
Es sei nicht ausgeschlossen, dass ein Gast das Gerät vergessen habe, sagte der Sprecher. Medienberichten zufolge hatte eine Nachfrage in dem Hotel aber ergeben, dass über Wochen keine Familie in dem Zimmer gewohnt habe, die ihr Babyfon vergessen haben könnte. Das Babyfon sei offenbar vor Bezug der Suite durch Wiedeking gefunden worden, sagte der Sprecher.
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Von panchito | Erstellt am: 28.04.08 22:24 | Beitrag Nr.: 130.837 | Weitere Beiträge |
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Kurz vor der ersten Gerichtsverhandlung im erbitterten Mitbestimmungsstreit hat der Betriebsrat von Volkswagen Großaktionär Porsche (News/Aktienkurs) zur Zusammenarbeit aufgefordert. Die VW-Belegschaften (News/Aktienkurs) reichten Porsche-Chef Wendelin Wiedeking die Hände, um gemeinsam erfolgreich zu sein, sagte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh am Montag bei einer Gewerkschaftskonferenz in Wolfsburg. "Ergreifen Sie endlich die Hände, statt sie ein ums andere Mal auszuschlagen." Bei VW tobt derzeit ein Kampf um die künftige Machtverteilung nach der angekündigten Übernahme durch Porsche.
Am Dienstag verhandelt das Stuttgarter Arbeitsgericht über eine Klage des VW-Betriebsrats gegen die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche Holding, deren Teil VW nach der Übernahme durch Porsche sein wird. Eine schnelle Entscheidung in dem Konflikt wird aber nicht erwartet, stattdessen ein langes juristisches Tauziehen durch die Instanzen. "Egal, wie das Verfahren in erster Instanz ausgeht, eine der beiden Parteien wird mit Sicherheit vor das Landesarbeitsgericht gehen", sagte Osterloh.
VW-BELEGSCHAFT SIEHT SICH BENACHTEILIGT
Die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche Holding benachteiligt aus Sicht des VW-Betriebsrats die VW-Belegschaft. Osterloh forderte erneut eine "angemessene Beteiligung" der rund 360.000 VW-Beschäftigten. Die VW-Belegschaft dürfe im Vergleich zu den 11.000 Porsche-Beschäftigten nicht unterrepräsentiert sein. Es dürfe keine Arbeitnehmer erster und zweiter Klasse geben.
Osterloh sagte, falls bei Porsche ein "ernsthafter Wille" erkennbar sei, die VW-Belegschaft bei der Mitbestimmungsvereinbarung angemessen zu beteiligen, stünde einer Lösung nichts im Weg. Er bedaure es, dass der Betriebsrat erstmals in der VW-Geschichte vor ein Gericht ziehen müsse, um Arbeitnehmerrechte zu erkämpfen.
BETRIEBSRAT ZUVERSICHTLICH
Die Chancen auf einen Sieg des VW-Betriebsrats am Dienstag vor Gericht bezifferte Osterloh auf "Fünfzig zu Fünfzig". Der VW-Betriebsrat hat bereits angekündigt, notfalls bis vors Bundesarbeitsgericht und den Europäischen Gerichtshof zu ziehen. Grundsätzlich zeigt sich der VW-Betriebsrat zuversichtlich, vor Gericht zu gewinnen.
Der VW-Betriebsrat will vor Gericht argumentieren, VW sei bereits heute von Porsche abhängig. Daher hätte der VW-Betriebsrat an den Verhandlungen über die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche Holding beteiligt werden müssen. Der VW-Betriebsrat will grundlegende Änderungen erreichen. Osterloh forderte schriftliche Zusagen, die notfalls vor Gericht eingeklagt werden könnten.
PORSCHE STREBT MEHRHEIT AN
Porsche lehnt Änderungen bisher ab. Der Stuttgarter Sportwagenbauer hält derzeit rund 31 Prozent an VW und will die Mehrheit an dem Wolfsburger Autobauer übernehmen.
Unterdessen legte VW-Chef Martin Winterkorn ein klares Bekenntnis zur Mitbestimmung ab. "VW steht zum Prinzip der betrieblichen Mitbestimmung", sagte Winterkorn bei einem Grußwort an die Gewerkschaftskonferenz. Bislang sei VW damit gut gefahren. Volkswagen habe drei Ziele: VW wolle der beste Autobauer sein, gutes Geld verdienen und Arbeitsplätze "krisenfest" machen.
Der Wolfsburger IG Metall-Chef Frank Patta kritisierte, für Wiedeking zähle allein die Rendite. Bei VW gehe es aber immer auch um soziale Verantwortung. VW dürfe nicht von einem Großaktionär beherrscht werden. "Es gibt keine guten Heuschrecken, auch wenn sie Porsche heißen." Bei der mehrtägigen Gewerkschaftskonferenz diskutieren VW-Arbeitnehmervertreter aus allen Standorten, wie sie ihre Zusammenarbeit verbessern können.
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Von Neitka | Erstellt am: 29.04.08 13:59 | Beitrag Nr.: 130.912 | Weitere Beiträge |
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Nach Osterlohs Ansicht ging die Vereinbarung zulasten der VW-Belegschaft. In dem Papier ist geregelt, dass die 12.000 Beschäftigten des Sportwagenbauers in der neuen Holding in wichtigen Fragen die gleichen Rechte haben wie die rund 360.000 VW-Mitarbeiter.
Porsche hatte Änderungen an dem Papier abgelehnt. Die Stuttgarter halten derzeit rund 31 Prozent an VW und wollen die Mehrheit an dem Wolfsburger Autobauer übernehmen.
29.04.2008
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Unternehmen-Porsche-VW;art129,2522349
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Von Baerlexa | Erstellt am: 02.05.08 12:03 | Beitrag Nr.: 131.193 | Weitere Beiträge |
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Schützenhilfe vom Lastwagenbauer: Der MAN-Betriebsrat unterstützt Volkswagen im Streit mit Porsche. Bei dem Sportwagenhersteller würden "Arbeitnehmerrechte mit Füßen getreten". Dabei hatte Anfang der Woche ein Gericht zugunsten von Porsche entschieden.
Wolfsburg - Der Betriebsratschef von MAN-Nutzfahrzeuge, Jürgen Dorn, hat im Streit um die Mitbestimmungsvereinbarung zwischen Porsche und VW die Führung des Sportwagenherstellers scharf angegriffen. "Wir wollen nicht irgendwann in einen Konzern eintreten, bei dem die Arbeitnehmerrechte mit Füßen getreten werden", sagt Dorn der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung". "Wir sind sehr besorgt über die Aktionen der Porsche-Spitze und hoffen, dass man in Zuffenhausen noch zur Besinnung kommt. Wir unterstützen die Positionen des VW-Betriebsrats."
Porsche-Produktion in Stuttgart: Hoffen auf Besinnung
In dem seit Monaten dauernden Streit zwischen Volkswagen
und Porsche
geht es um die Machtverteilung zwischen den Arbeitnehmervertretern beider Autobauer im künftigen Konzernbetriebsrat der Porsche Holding SE. VW hat 30-mal so viele Mitarbeiter wie Porsche, in dem Gremium sollen aber je 20 VW- und Porsche-Betriebsräte sitzen. Deshalb fühlen sich die VW-Arbeitnehmer unterrepräsentiert. Das Arbeitsgericht Stuttgart hatte dagegen am Dienstag in einem Rechtsstreit um die künftige Mitbestimmungsregelung zugunsten von Porsche entschieden. Es wies den Antrag des VW-Betriebsrats ab, mit dem der die Vereinbarung der Porsche Holding kippen wollte.
Volkswagen ist bei MAN
mit rund 30 Prozent größter Einzelaktionär. Sollte VW seinen Anteil an MAN mittelfristig über 50 Prozent schrauben, wäre der Nutzfahrzeugbauer eine weitere VW-Konzern-Tochter mit Anspruch auf Sitze in den Arbeitnehmergremien von Volkswagen und der neuen Porsche Holding SE. MAN ist eines der größten Fahrzeug- und Maschinenbauunternehmen in Europa mit Sitz in München.