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Markus Fugmann: 04.12.08 12:25 Marktausblick vom 04.12.08... |
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Markus Fugmann: 03.12.08 12:07 Update Wochenausblick... |
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Von Entsafter | Erstellt am: 16.07.08 14:15 | Beitrag Nr.: 139.507 | Weitere Beiträge |
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15.07.2008 - 21:08
NEW YORK (Dow Jones)--Der Ölpreis hat am Dienstag an der New Yorker Rohstoffbörse (Nymex) deutlich nachgegeben und den höchsten Rückgang seit Januar 1991 verzeichnet. Der Settlementpreis auf den marktführenden Augustkontrakt für ein Barrel der Sorte Light, Sweet Crude sank gegenüber Montag um 4,4% oder 6,44 USD auf 138,74 USD. Im Tagesverlauf fiel der Ölpreis zwischenzeitlich auf 135,92 USD, während ein Fass in der Spitze bei 146,73 USD gehandelt wurde.
Die Abwärtsspirale beim Ölpreis setzte mit der Anhörung von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke vor den Mitgliedern des Bankenausschusses des US-Senats ein. Der Fed-Chairman zeichnete ein ungewöhnlich pessimistisches Bild über den Zustand der US-Wirtschaft. Er verwies auf signifikante Abwärtsrisiken für das US-Wirtschaftswachstum. US-Präsident George W. Bush sprach zeitgleich von wirtschaftlichen Unwägbarkeiten in den USA.
Laut Händlern deuten die Aussagen auf eine zurückgehende Nachfrage in den USA hin. Darauf lasse auch ein Bericht der OPEC schließen, in dem von einer stärker als erwartet nachlassenden Ölnachfrage die Rede war, hieß es weiter. Die fundamentale Marktlage habe sich deutlich eingetrübt und dieser Trend werde sich fortsetzen, teilte die OPEC mit. Die aktuelle Fördermenge führe innerhalb der nächsten zwölf Monate zu einem Überangebot an Öl, sagte Analyst Tim Evans von Citi Futures Perspectives.
Belastend für den Ölmarkt habe aber auch die stabile Ölförderungen in Brasilien gewirkt, wo Arbeiter von Bohrinseln in den Ausstand getreten waren. Auch aus Nigeria gab es Meldungen über eine Normalisierung der Förderung.
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Von Rohstoffexperte | Erstellt am: 18.07.08 10:47 | Beitrag Nr.: 139.813 | Weitere Beiträge |
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Ein Blick zurück auf ein turbulentes Rohstoffjahr
Für viele markiert die Mitte des vergangenen Jahres den Beginn der zunehmenden Belastung der Entwicklung der Weltwirtschaft durch die US-Hypothekenkrise. Erste Befürchtungen wurden laut, die USA könnten in eine Rezession abgleiten, denn aus den Verlusten aus den Geschäften im Subprime-Segment entstand schließlich eine Krise an den Finanzmärkten.
Während die internationalen Börsen sich im vergangenen Jahr 2007 noch recht unterschiedlich entwickelten – gerade die europäischen und asiatischen Indizes legten markant zu, während die Börsen in den USA, der Schweiz und vor allem Japan starke Verluste hinnehmen mussten – ist in diesem Jahr bislang doch eher von einem Bärenmarkt, mit Ausnahme von Bovespa und RTX, den großen Aktienindizes der rohstoffreichen BRIC-Nationen Brasilien und Russland, die Rede. Von zwischenzeitlichen Erholungsphasen einmal abgesehen.
Nicht nur das Jahr 2007, auch das Jahr 2008 ist bislang durch eine laufende Abwertung der US-Währung gekennzeichnet. Großer Gewinner ist stattdessen der Euro, der gegenüber dem USD weiterhin neue Rekordstände verzeichnete und schließlich sein Hoch um die Marke 1,6000 gegenüber dem USD in diesem Jahr zwischenzeitlich schon erreicht hat.
Nicht nur die EUR/USD-Entwicklung kennzeichnet mittlerweile ein bemerkenswertes Spiel mit extrem hoher Volatilität an den Devisenmärkten. Besondere Turbulenz brachten im Laufe der Zeit die Entscheidungen der Zentralbanken in die Märkte. Während die US-amerikanische Notenbank FED ihren Leitzins in mehreren – vom Markttiming her betrachtet nicht immer angemessenen – Schritten auf den gegenwärtigen Zinssatz von 2 % absenkte, behielt sich die europäische Zentralbank EZB jegliche Handlungsschritte vor. Ziel der FED war es zunächst die angeschlagene Dynamik der US-Wirtschaft zu unterstützen, doch trotz eines relativ starken Exportwachstums – dank schwacher US-Währung – vermochte die FED nicht dem Rezessionsgedanken ein für alle mal Einhalt zu gebieten.
Und mehr noch: ein neues Schlagwort, welches nicht nur die Marktteilnehmer schon zuvor immer drängender gespürt haben müssen, hat sich nun auch in den Wortschatz der US-Zentralbanker eingeschlichen: die Inflation. Mittlerweile ist sie in aller Munde! Während die chinesische Zentralbank schon seit der überhitzten Phase im vergangenen Jahr die Yuan-Aufwertung massiv vorantreibt, heben Zentralbanken von Indien bis Südamerika ihren Leitzins an. Und auch der EZB, deren erklärtes Ziel von jeher die Preisstabilität ist, darf mittlerweile dieses zugetraut werden. Dennoch geht die EZB in einem in keiner Weise homogenen EURO-Raum damit ein nicht zu unterschätzendes Risiko, auf Kosten der Wachstumsdynamik insbesondere in den wachstumsschwächeren Mitgliedsstaaten ein. Dennoch sollte eine Anhebung des Leitzinses zumindest den stärkeren Volkswirtschaften wie Deutschland und Frankreich zugute kommen.
Dagegen hat die FED mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: das Damoklesschwert der Stagflation schwebt über den Köpfen der US-Amerikaner und schränkt damit momentan den Handlungsspielraum der US-Notenbank drastisch ein. Auch die neuen harschen Worte, die Besorgnis über die wachsende Inflation ausdrücken, können hier nicht helfen. Die FED befindet sich in der Zwickmühle und in Zeiten negativer Realzinsen, die nicht nur weiterhin die USD-Entwicklung belasten, sondern auch Spareinlagen und US-Treasuries als Anlageform höchst unattraktiv wirken lassen, kann es für das Kapital nur zwei vernünftige Wege geben: die Investition in wachstumsstarke Unternehmen solcher Art, welche die Kostensteigerungen an ihre Kunden weiter geben können und – wie wir es gegenwärtig auch fulminant erleben – die Investition in Rohstoffe.
Der Effekt: ein Rohstoffboom
Während für die Finanzmärkte eine Krise begann, so war es doch umgekehrt gerade auch eine Zeit die für den Beginn eines weiteren starken Aufwärtstrends an den Rohstoffmärkten steht.
Der Bullenmarkt, mit starker fundamentaler Unterstützung durch ein weltweites Nachfragewachstum, wobei sich die Wachstumsdynamik mit der Zeit immer stärker in Richtung der asiatischen Staaten und insbesondere auf das Riesenreich China zu bewegte, hat sich schließlich mit der Zeit noch durch das wachsende Interesse an Rohstoffanlagen von Seiten der Finanzinvestoren vergrößert. Vor allem seit Beginn des Jahres verzeichnen die Rohstoff-Indizes starken Kapitalzuwachs. Und nicht nur diese! Auch Aktien gut platzierter Unternehmen aus den Rohstoff-Sektoren vermochten dem Abwärtstrend an den Aktienmärkten entgegen zu laufen. Es ist die Kombination aus der wachsenden Ausweitung der Inflation weltweit und die trotz Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums steigende Nachfrage nach Rohstoffen, die Investoren nach der sicheren Anlage Rohstoffe greifen lässt.
Zum Stichwort Nachfrage: Ein Großteil der Nachfragesteigerung bei bestimmten Rohstoffklassen wird nach wie vor durch die schnell wachsenden Volkswirtschaften, allen voran China generiert. Obgleich ein Blick auf den chinesischen H-Share-Index hier ein falsches Bild liefern kann, nach der starken Korrekturbewegung die auf die Überhitzungsphase im vergangenen Jahr folgte. Doch genau das ist der springende Punkt, denn die Entwicklung des Aktienmarktes gibt hier nicht die realwirtschaftliche Entwicklung wieder. Allen Unkenrufen zum Trotz hat Chinas Abkühlungspolitik nicht zu einem Einbruch der Wachstumsdynamik geführt. Im Gegenteil, Chinas Binnenmarkt wächst weiter im zweistelligen Bereich, ebenso wie die Exporte, trotz Preissteigerungen. China befindet sich im Übergang von Überhitzung zu stabilem Wachstum und begründet dabei vor allem eines: einen weiterhin wachsenden Verbrauch an Rohstoffen.
Rohstoffe – ein Jahresrückblick
Energierohstoffe
Die Rohölpreisentwicklung ist in aller Munde! Weltweit wird über die fatalen Auswirkungen horrend hoher Ölpreise auf die Entwicklung des Weltwirtschaftswachstums debattiert. In den USA will das Repräsentantenhaus der Kontrollinstanz CFTC mittlerweile schon die Anwendung von Notfallmaßnahmen einräumen, um dem spekulativen Faktor entgegen zu treten.
Vor einem Jahr setzten Viele auf einen steigenden Ölpreis. Doch nur die Wenigsten hätten damals einen solch starken Preisanstieg innerhalb dieses kurzen Zeitraums für möglich gehalten. Seit damals haben sich die Rohölpreise fast verdoppelt. Allein in diesem Jahr ist der Ölpreis um 42 % angestiegen. Erdgas um 76 %.
Als der Preis für Sweet Light Crude zum Ende des Jahres 2007 zum ersten Mal die 100-USD-Marke knackte, war dies bereits für Viele ein Zeichen für ein baldiges Ende der Rohölpreisrallye. Doch wir sollten uns alle irren. Stattdessen schloss der Preis pro Barrel Öl im März nicht nur zum ersten Mal über 100 USD sondern strebt mittlerweile wohl schon auf die 150-USD-Marke zu.
Der Schuldige wurde in der Politik rasch gefunden: der Spekulant. Tatsache ist, dass es in diesem Markt einen starken spekulativen Faktor gibt, doch Tatsache ist ebenso, dass die massive Abschwächung der US-Währung einen hohen Anteil an den Preissteigerungen trägt.
Peak-Oil-Debatten und geopolitische Brandherde tragen ebenso zum gesteigerten Investitionsinteresse an Rohöl bei, wie die Inflation und noch immer der Faktor China.
So grenzen sich die Meinungen inzwischen immer schärfer voneinander ab. Während die Bären sich auf fundamentale Überlegungen wie die rückläufige Nachfrage in den USA berufen, nutzen die Bullen jedwedes nutzbare Argument um den Preis noch weiter an zu treiben.
Während für China zwar, trotz der jüngsten Spritpreisanhebungen, vorerst nicht mit einem starken Nachfragerückgang zu rechnen ist, zeigt der hochvolatile Ölmarkt doch deutliche Anzeichen einer Überhitzung. Wann es zu einem Ende der Rohölpreisrallye kommen kann steht allerdings noch in den Sternen, ebenso ob es hernach tatsächlich zu einem massiven Preisabfall kommt. Einem Preiscrash stehen zumindest die Produzenten, die einem solchen mit Sicherheit ebenso ungern ins Auge blicken wie der starken Preisüberhitzung, entgegen.
Positiver Nebeneffekt ist allerdings, das wachsende Erfordernis an die Ölindustrie die endlich fällige Ausweitung von Investitionen nicht nur in Exploration und Förderung, sondern auch in die Ölinfrastruktur zu unternehmen.
Metalle
Vor einem Jahr begann zugleich auch der sagenhafte fulminante Goldpreistrend der zunächst seine Spitze Ende Februar 2008 bei über 1.000 USD pro Feinunze finden sollte. Endete das Jahr 2007 bei einem Goldpreis über der 800-USD-Marke sollten alle Prognosen, die für den Goldpreis nach dem starken Preisanstieg nun eine starke Korrekturbewegung vorhersagten, Lügen gestraft werden. Was zuvor nur die absoluten und zu Unrecht lange belächelten Goldbullen erwartet hatten, wurde im Februar 2008 Wahrheit. Und auch nachdem der Goldpreis die 1.000-USD-Marke überwunden hat, stellt ein Preis pro Feinunze bei unter 870 USD nach wie vor einen Kaufanreiz dar.
Auch hier geht die Dynamik inzwischen vor allem von Seiten der Finanzinvestoren aus, die Gold das traditionelle Element zum Schutz vor der Inflation als Absicherung für ihre Depots wieder entdeckt haben.
Trotz des Drucks der aufgrund hoher Preise auf der Nachfrage durch die Schmuckindustrie lastet, zeigt sich Gold doch wieder in einem stabilen starken Preistrend, der nicht zuletzt auch durch die starke Korrelation zur EUR/USD-Entwicklung Rückenwind erhält.
Zudem darf man nicht vergessen, dass einem knappen und nach wie vor sinkenden Angebot eine zeitgleich steigende Nachfrage entgegensteht. Ein Grund für die weltweit betrachtet sinkende Goldförderung sind die wachsenden Kosten für Personal und Energie. Aber auch geopolitische Risiken können hier eine Rolle spielen. In Südafrika einem der Hauptförderländer kommt noch die mangelnde Stromversorgung hinzu. So wird gerade in dem einstigen Hauptförderland immer weniger Gold produziert, da es sich erst bei einem wesentlich höheren Goldpreis rentieren würde neue Anlagen in Betrieb zu nehmen.
Während also der Goldpreis im Jahresvergleich um rund 46 % zugelegt hat, verzeichneten die Buntmetalle im Durchschnitt einen Preisanstieg von circa 30 %.
So hat der konjunkturelle Rückgang in den USA in Bezug auf die Industriemetalle offenbar der wachsenden Nachfrage aus China wenig entgegen zu setzen. Neben den chinesischen Konjunkturdaten beflügelt natürlich auch hier die schwache US-Dollar-Entwicklung die Preise.
Wobei man durchaus Unterschiede machen muss. Nach wie vor gelten nämlich auch im Markt für Industriemetalle die Gesetze von Angebot und Nachfrage. Zum Beispiel die Nachfrage nach Stahl – die ist, dank des weiterhin starken Infrastrukturausbaus in den schnell wachsenden Volkswirtschaften nach wie vor ungebrochen hoch. Zählt man die inflationären Faktoren hinzu, ist es nicht verwunderlich, dass die großen Minenkonzerne die chinesischen Kunden ein weiteres Jahr in Folge dazu drängen höhere Eisenerzpreise zu akzeptieren.
Auch Kupfer und Aluminium - wichtige Rohstoffe für die Bauindustrie – sind nach wie vor gefragt. Und für Kupfer erwartet man auch für dieses Jahr wieder ein Angebotsdefizit. Streiks in Südamerika tragen dazu ebenso bei, wie der Umstand, dass vor allem in den großen Minen weltweit immer minderwertigeres Erz gefördert wird, das heißt Gestein mit geringerem Metall-Gehalt.
Anders dagegen sieht es bei Nickel aus. Die Nickelpreise haben seit den Preisabsprachen und dem ungenehmigten starken Vorratsaufbau an der LME im vergangenen Jahr bislang um fast 60 % abgegeben. Das starke Überangebot auf dem Weltmarkt wächst weiter, so sehr, dass China sogar inzwischen nicht mehr auf das qualitativ minderwertigere, aber traditionell günstigere Nickel-Pig-Iron aus den Philippinen zurückgreifen muss.
Agrarrohstoffe
Der große Trendsetter seit Beginn des Jahres sind mit Sicherheit die Agrarrohstoffe. Doch schon im vergangenen Jahr, haben sich einzelne Getreidesorten überdurchschnittlich gut entwickelt. So legte beispielsweise Weizen bis zum Jahresende 2007 eine beachtliche Preisentwicklung von fast 130 % Plus hin. Was schon während der Wachstumsperiode für die damalige Winterweizenernte, sowie der Aussaatperiode für den Sommerweizen abzusehen war, bestätigte sich hernach: aufgrund widriger Wetterbedingungen in vielen Teilen der Welt zeigte sich die Ertragsrate stark rückläufig, was zu weltweiten Lagerbeständen auf niedrigstem Niveau führte. Zum Ende des Jahres 2007 hin, kam dann den US-Exporteuren noch der schwache US-Dollar zu Hilfe, der die Absatzzahlen nach oben katapultierte. Seit Beginn dieses Jahres mussten die Weizenpreise von ihrem Top allerdings bereits wieder 30 % abgeben. Der Grund dafür ist, dass nun nachdem weltweit die Weizen-Farmer aufgrund der hohen Preise ihre Anbaufläche massiv zu Gunsten von Weizen ausgeweitet haben, eine neue Rekordernte zu erwarten ist.
Dagegen ist der neue Favorit unter den so genannten Grains in diesem Jahr ganz klar der Mais. Die Maispreise haben seit Beginn des Jahres bereits um 58 % zugelegt. Auch hier kommen wieder mehrere Faktoren zusammen: neben einer wachsenden Nachfrage die vor allem von Seiten der US-Ethanolindustrie Unterstützung erhält, wird in den USA eine der schlechtesten Ernten in Dekaden erwartet. Massive Regenfälle führten schon im Vorfeld zu rückläufigen Feldertragsraten und die verheerende Flutkatastrophe in den Anbaugebieten der USA hat nun zudem einen Teil der Ernte gänzlich vernichtet.
Doch zum Mais gibt es auch eine Vorgeschichte wie sie nicht besser die Herausforderungen denen sich die Landwirtschaft weltweit stellen muss beschreibt. Eine Vorgeschichte die ganz klar deutlich macht, warum die Agrarrohstoffe auch langfristig zu den Favoriten unter den Rohstoffklassen zählen werden.
In den USA hatten die Farmer zuvor bereits ihre Anbaufläche für Mais drastisch reduziert. Der Grund liegt hierbei nicht nur darin – wie oft angegeben – dass Weizen oder Sojabohnen zuvor eine bessere Preisentwicklung hinter sich gebracht hatten. Einer der wichtigsten Gründe für diese Entscheidung war vielmehr, dass der Anbau von Mais mittlerweile wesentlich kostenintensiver geworden ist. Denn der Anbau von Mais erfordert einen höheren Einsatz an Düngemitteln.
Und dies bringt mich zum entscheidenden Punkt: Agrarrohstoffe müssen teurer werden, nicht nur aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage – wobei vor allem ein starkes Nachfragewachstum durch die schnell wachsenden Volkswirtschaften generiert wird, in denen das Erfordernis nach proteinhaltigeren Lebensmitteln wie Fleisch steigt – die auch noch Unterstützung durch die weltweite Biokraftstoffindustrie erhält, sondern auch aufgrund der steigenden Kosten.
Energie, landwirtschaftliche Maschinen und vor allem Düngemittel und Saatgut – alles wird teurer.
Diese Kostensteigerungen müssen weiter gegeben werden, sonst ist keine Ausweitung der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche möglich. In Brasilien beispielsweise, einem der größten Agrarrohstoffproduzenten der Welt, haben Getreideproduzenten mit stark schwindenden Gewinnmargen zu kämpfen, da hohe Transportkosten zusätzlich und aufgrund steigender Energiepreise enorm belasten.
Alles in allem führen hohe Agrarrohstoffpreise, obgleich sie den inflationären Faktor natürlich weiter begünstigen vor allem dazu: zum dringend benötigten Ausbau der landwirtschaftlichen Infrastruktur. In diesem Zusammenhang ist nicht nur von der Ausweitung der Anbaufläche zu sprechen, sondern auch von dringend benötigten Investitionen in die Forschung und Entwicklung von zum Beispiel Saatgut, aber auch von Investitionen in die Wasserinfrastruktur und den Auf- und Ausbau von Kali-Minen, respektive in die sehr energieintensive Stickstoffdüngemittelindustrie.
Oder wie es Rohstoff-Börsenlegende Jim Rogers erst kürzlich ausdrückte: Vergessen Sie den US-Dollar, setzen Sie auf die Agrarrohstoffe.
Der obige Text wird Ihnen präsentiert von Miriam Kraus, GOLDINVEST.de
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Von Rohstoffexperte | Erstellt am: 21.07.08 17:21 | Beitrag Nr.: 140.089 | Weitere Beiträge |
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Ölpreis technische Analyse
HSBC Trinkaus & Burkhardt
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Zuletzt habe sich der Ölpreis oberhalb der Parallelen zum Aufwärtstrend seit Januar 2007 (akt. bei 138,57 USD) bis zum Rekordhoch bei 145,62 USD vorgearbeitet, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Einen Rückfall in den alten Trendkanal hätten die Analysten in der Vergangenheit als mögliches Risikoszenario aufgezeigt. Mit dem Rückfall unter die oben genannte. Parallele sowie dem Bruch des steilen, im April 2008 etablierten Aufwärtstrends (akt. bei 138,44 USD) - jeweils auf Wochenschlusskursbasis - werde dieses Risikoszenario nun Realität.
Das erste Korrekturziel befinde sich bei 120,39 USD (Tiefs vom Mai und Juni), bevor die Kombination aus dem seit Januar 2007 bestehenden Haussetrend (akt. bei 108,00 USD) und der 38- Wochen-Linie (akt. bei 107,95 USD) ins Blickfeld rücke. Auf diesem Niveau wären zudem 38,2% des Aufwärtsimpulses seit Januar 2007 korrigiert. Rückenwind würden dem gezeichneten Korrekturszenario die 5-wellige Struktur des gesamten Ölpreisanstiegs seit 1998 verleihen, die im Vergleich zum Ölpreis deutlich schwächere Entwicklung der Ölaktien sowie die divergente Entwicklung bei verschiedenen Oszillatoren (z.B. RSI, CCI).
Die beschriebenen Rebreaks sowie die bedeutenden Divergenzen würden die Analysten als Auftakt für eine nennenswerte Korrektur beim Ölpreis werten, in deren Verlauf durchaus Notierungen von knapp 110 USD pro Barrel erreichbar seien. (21.07.2008/ac/a/m)
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Von ZockerGerhard | Erstellt am: 25.07.08 15:56 | Beitrag Nr.: 140.595 | Weitere Beiträge |
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Die Rohstoffmärkte suchen weiter ihren Boden. Seit dem Allzeithoch Anfang April sind die Preise gemessen an der Benchmark Dow Jones AIG-Index mittlerweile durchschnittlich um etwa 15% eingebrochen. Zuletzt verzeichneten insbesondere Nickel, Gold und Mais starke Preiseinbrüche. Wie bereits in früheren Marktphasen wirft auch die jüngste Korrektur an den Rohstoffmärkten die Frage auf, ob es sich hierbei nur um eine kurzfristige Verschnaufpause der Hausse handelt, oder eine nachhaltige Trendwende hin zu deutlich niedrigeren Notierungen darstellt.
Zwar dürfte die weltweite Rohstoffnachfrage angesichts der Wachstumsabschwächung in den Industrieländern und der verminderten Dynamik in den Schwellenländern im weiteren Jahresverlauf zurückkommen. Ein Einbruch der Rohstoffnachfrage ist bislang jedoch nicht abzusehen. So zeigen die Wachstumszahlen Chinas für das zweite Quartal 2008 mit einem Plus von rund 10%, dass der Motor der globalen Rohstoffnachfrage allenfalls einen halben Gang zurückgeschaltet hat. Darüber hinaus ist die Situation an vielen Rohstoffmärkten derzeit weiter von Knappheit geprägt. Beispielsweise befinden sich die US-Öllager mit aktuell rund 295 Mio. Barrel weit unter dem für diese Saison üblichen Niveau. Die Kupferlagerbestände der Metallbörsen haben - gemessen am weltweiten Verbrauch - eine Reichweite von nur 3½ Tagen, während die Weizenvorräte nach Angaben der US-Agrarbehörde auf den tiefsten Stand seit den 70er Jahren gefallen sind. Die fast schon chronischen Angebotsengpässe sind das zentrale Argument, weshalb die konjunkturell bedingte Nachfrageschwäche nicht zu einem anhaltenden Rückgang der Rohstoffpreise führen wird. Neben den realen Faktoren, d.h. Produktion und Verbrauch der Rohstoffe, gewinnt auch die Nachfrage durch Kapitalanleger immer stärker an Bedeutung für die Preisbildung an den Rohstoffmärkten. In dem aktuellen Umfeld aus labilen Aktienmärkten, negativen Realrenditen und hohen Inflationsraten dürften Roh-stoffinvestments weiter an Attraktivität gewinnen. Damit erscheint auch von dieser Seite eine Trendwende der Rohstoffpreisentwicklung unwahrscheinlich.
© Sven Streitmayer
Commodity Analyst
Quelle: Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart
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Von Araich | Erstellt am: 25.07.08 19:59 | Beitrag Nr.: 140.608 | Weitere Beiträge |
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Machen wir uns nichts vor – auch Ölpreis-Pessimisten, die vor ein paar Wochen schon locker über 200 US-Dollar für das Barrel in nächster Zukunft plauderten, würden sich freuen, wenn es ganz anders kommt. Zumindest, wenn sie nur geplaudert und nicht spekuliert haben. Eine Analyse von WirtschaftsWoche-Redakteur Hans-Jakob Ginsburg.
Im Augenblick sieht es ja auch so aus, als hätten wir uns alle ganz übertriebene Sorgen gemacht.
Von 145 Dollar ist der in London notierte Ölpreis binnen zweier Wochen auf weniger als 127 Dollar gefallen.In New York kostet das etwas leichtere und damit wirtschaftlich wertvolle Erdöl aus Texas zwei, drei Dollar mehr, aber das ist eigentlich immer so.
Chart-Analysten, die auf den Ölpreis nicht anders schauen als auf Aktienkurse und Wechselkurse, sehen einen jahrelangen Aufwärtstrend gebrochen oder zumindest unterbrochen. Wer sich ernsthaft mit dem Ölmarkt beschäftigt, sieht sehr viel und gerade darum sehr wenig: Es gibt sehr viele mögliche Erklärungen für den jähen Preisabsturz wie zuvor für die Verdoppelung des Preises seit vergangenem Sommer. So viele, dass keine allein überzeugt, zumal fast jeder Faktor in sich schon die Möglichkeit der Gegenbewegung birgt.
Der wahrscheinlich doch wichtigste Faktor ist die amerikanische Konjunktur – besser gesagt: Die Erwartungen der Ölmarktteilnehmer in Sachen US-Konjunktur. Der Notenbankchef Ben Bernanke hat vor einem Senatsausschuss in Washington von „nachlassendem Wohlstand“ gesprochen und von einem „schlechten Arbeitsmarkt“ in Folge der Finanzkrise.
Gemeint hat er damit wohl, dass seine Fed mit der Politik des billigen Geldes fortfahren muss. Bewirkt hat er einen einfachen Gedankengang bei allen, die mit Erdöl handeln: Amerikaner und in ihrem Gefolge die Bürger anderer Industrieländer werden ärmer, Kaufkraft sinkt, an der Zapfsäule wird gespart, die Benzinnachfrage sinkt und damit entspannt sich der Ölmarkt.
Wenn eine US-Rezession auch noch dazu fürht, dass die chinesische Industrie weniger Waren in Amerika absetzen kann, reduziert sich auch noch die chinesische Erdölnachfrage, und der Markt für Texas Light, Brent und die vielen anderen Erdölmarken kippt.
Kann alles so kommen. Der Wirtschaftsforscher Klaus Matthies vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut, ein vorsichtiger und nüchterner Beobachter der Szene, sieht den Barrel-Preis im kommenden Jahr in der Gegend von 100 oder 120 Dollar.
Das hieße natürlich auch weniger Inflation, bei uns im Euroland und auch in den USA. Neue Kauflaune der Konsumenten wäre vorstellbar, nach Ende der Finanzkrise vielleicht auch eine schnelle Erholung der amerikanischen Wirtschaft – und der Ölpreis hätte keinen fundamentalen Grund mehr, weiter zu steigen.
Viele Konjunkturforscher werden dieses Szenario für allzu optimistisch halten. Konjunkturforscher sind aber als Akteure am Erdölmarkt weniger wichtig als Händler, Produzenten, ölhungrige Industrie und Spekulanten – und die sind alle zusammen viel weniger nüchtern als die Wissenschaftler.
Wenn Fed-Chef Bernanke mit einer eigentlich überhaupt nicht überraschenden Äußerung die Märkte in New York und London beben lässt, kann kurz- wie mittelfristig alles Mögliche den Ölpreis zu schauerlichen Höchstpreisen treiben oder auf das Niveau von vor zwei, drei Jahren, als wir alle schon über die Preise an der Zapfsäule schimpften.
Die Ölpreis-Expertin Claudia Kempfert hat vor ein paar Wochen den Anteil der Spekulation an der Ölpentwicklung auf ungefähr 10 Dollar für den Barrel geschätzt. Wenn das stimmt, wäre der Spekulationsfaktor jetzt aus dem Preis heraus. Aber so genau weiß das niemand.
Nach dem jähen Preisrückgang nach der Bernanke-Rede in der vorigen Woche ist das Erdöl seit vergangenem Wochenende noch einmal drei Prozent billiger geworden. Die gängige Erklärung unter den Experten: Die Zahlen aus Washington über den Pegelstand in den amerikanischen Vorratsspeichern haben das ausgelegt.
Jeden Mittwochnachmittag veröffentlicht die US-Regierung die Menge des in Amerika gelagerten Rohöls, Heizöls und Benzins. Die Faustregel seit vielen Jahren: Sinkende Vorratsstände bedeuten höhere Preise, steigende niedrigere.
Soweit einleuchtend für Studenten im ersten Semester Volkswirtschaft, aber so einfach ist es mal wieder nicht. Die Zahlen sind nämlich vergangenen Mittwoch im Verglich zur Vorwoche gesunken, nur ein bisschen weniger als vom Konsens der Experten zuvor erwartet.
Den Marktteilnehmern ist derzeit eben auch noch das schwächste Argument für fallende Preise recht – das ist der größte Unterschied zu den zurück liegenden Monaten. Da wird die Veröffentlichung der staatlichen amerikanischen Geologie-Behörde über vermutete Ölschätze in der Arktis ebenso gefeiert wie das harmlose Ende eines karibischen Hurrikans und die Anwesenheit eines Diplomaten aus Washington bei europäischen Verhandlungen mit dem Iran. Dabei hat der Diplomat bei den Verhandlungen geschwiegen, die Geologen haben nur längst bekannte Aufsätze in Buchform herausgebracht und der Hurrikan war nur der Anfang der diesjährigen Wirbelsturmsaison. Mit einem Wetterumschwung ist zu rechnen, in der Karibik oft und auf dem Ölmarkt sowieso.
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Von Araich | Erstellt am: 25.07.08 20:01 | Beitrag Nr.: 140.609 | Weitere Beiträge |
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In der Arktis gibt es laut einem geologischen Gutachten genug Ölvorkommen, um die Welt bei ihrer derzeitigen Nachfrage drei Jahre lang zu versorgen. Der Ölpreis stablisiert sich heute wieder.
Auch gestern gab es Diskussionsstoff rund um den Ölpreis: Die Demokraten sind da im US-Repräsentantenhaus mit einer Initiative gescheitert, die Regierung zur Freigabe von 70 Millionen Barrel Öl aus der strategischen Ölreserve der USA zwingen. Sie hatten gehofft, dass das zusätzliche Öl auf dem Markt zu einem Rückgang der Spritpreise führen werde. Die Gesetzesvorlage wurde zwar mit 268 gegen 157 Stimmen angenommen. Für die Annahme wäre aber eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich gewesen, und die wurde verfehlt.
Eine Studie der US-Regierung erforschte die die Ölvorkommen in der Arktis. Demnach werden dort im Meeresboden 90 Milliarden Barrel Öl sowie Gasvorkommen von 1,67 Billionen Kubikfuß (Tcf) vermutet. „Bevor wir Entscheidungen über die Zukunft von Öl und Gas sowie über den Schutz bedrohter Tierarten, natürlicher Gemeinschaften und der Erde als ganzes treffen, müssen wir wissen, was es dort unten tatsächlich gibt“, sagte Mark Myers, Direktor der zuständigen US-Behörde USGS.
Er betonte, dass sich die Studie nicht mit der Wirtschaftlichkeit und Erschließungskosten beschäftigt habe, die nach Expertenansicht erheblich seien dürften. Neben den USA erheben auch Russland, Kanada, Dänemark und Norwegen Anspruch auf die Rohstoffe. Aufgrund der Klimaerwärmung und des erwarteten Abschmelzens der Polkappen werden die arktischen Öl- und Gas- sowie Edelmetall-Lagerstätten auf dem Meeresboden künftig leichter zugänglich.
In den letzten Tagen hatte der Ölpreis kräftig nachgegeben: Der Ölpreis rutschte gestern zeitweise um fast einen Dollar auf 123,62 Dollar je Barrel (159 Liter) US-Leichtöl und notierte damit so niedrig wie seit sieben Wochen nicht mehr. Am Vorabend hatten auch die US-Lagerdaten den Druck auf den Ölpreis verstärkt. Zwar waren die Rohölbestände stärker als erwartet gefallen, was normalerweise den Ölpreis nach oben hätte treiben können. Doch war dafür der Anstieg der Benzinvorräte überraschend hoch ausgefallen.
Schlagworte zum ThemaÖlDas sei umso bemerkenswerter, da die Kapazitätsauslastung der US-Raffinerien gesunken sei, stellten die Commerzbank-Analysten in ihrem Tageskommentar fest. „Dass die Lagerbestände dennoch so stark ansteigen, deutet auf eine extrem schwache Nachfrage hin.“ Zuvor sorgte schon der Hurrikan „Dolly“ für Entspannung. Der tropische Sturm steuert auf die Grenze zwischen den USA und Mexiko zu - es wird aber immer unwahrscheinlicher, dass „Dolly“ auch die Ölförderanlagen im Golf von Mexiko treffen könnte.
DieTalfahrt der Preise ist seit heute aber vorerst beendet: Der Ölpreis legte rund ein Prozent zu und notierte bei knapp 126 Dollar je Barrel (159 Liter).
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Von Araich | Erstellt am: 25.07.08 20:03 | Beitrag Nr.: 140.610 | Weitere Beiträge |
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Der Ölpreis hat auch am Mittwoch weiter nachgegeben und ist unter die Marke von 125 Dollar je Barrel gefallen. Grund seien die unerwartet stark gestiegenen Bezinlagerbestände, die den Ölpreis unter Druck setzten, so Händler. Die Ursache dafür ist offenbar ein verändertes Verhalten der Verbraucher.
Bild vergrößern Sinkflug beim Ölpreis: Am Mittwoch schloss der Preis für ein Barrel Röhol in New York unter 125 Dollar. dpa
HB NEW YORK. Der Ölpreis hat am Mittwoch an der New Yorker Rohstoffbörse (Nymex) weiter nachgegeben und unter 125 Dollar je Barrel geschlossen. Die wöchentlichen Rohöllagerbestände in den USA sind zwar überraschend stark gesunken. Aber die unerwartet stark gestiegenen Benzinlagerbestände hätten den Preis belastet, sagten Händler. Sie hätten die Vermutung über eine Nachfrageschwäche in den USA verstärkt.
"Jahrelang haben die Leute nie daran gedacht, auf ihr Auto für ihre täglichen Wege zu verzichten und jetzt sind wir wirklich an diesem Punkt", kommentierte Matt Zeman, Händler bei La-Salle Futures Group. Der seit Mittwoch marktführende September-Kontrakt auf ein Barrel der Sorte Light Sweet Crude fiel um 3,98 Dollar bzw 3,1 Prozent auf 124,44 Dollar. Damit liegt der Preis für den Frontmonat-Kontrakt inzwischen über 20 Dollar unter dem am 3. Juli erreichten Allzeithoch.
Das Tageshoch lag bei 128,70 Dollar, das Tagestief bei 124,12 Dollar. Die Rohöllagerbestände in den USA sind in der Vorwoche um 1,6 Mill. Barrel gefallen. Analysten hatten einen Rückgang um 0,1 Mill. Barrel prognostiziert. Die Lagerbestände an Mitteldestillaten wie Diesel und leichtes Heizöl erhöhten sich hingegen um 2,4 Mll.
Barrel. Hier war ein Anstieg um 2,2 Mill. Barrel erwartet worden. Die Lagerbestände an bleifreiem Superbenzin stiegen um 2,9 Mill. Barrel, während die Prognose auf einen Zuwachs von 0,2 Mill. Barrel gelautet hatte. Die Kapazitätsauslastung der US-Raffinerien belief sich auf 87,1%, nach 89,5% in der Vorwoche.
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Von Rohstoffexperte | Erstellt am: 28.07.08 08:32 | Beitrag Nr.: 140.747 | Weitere Beiträge |
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by: J. Amberger
posted on: July 27, 2008
Experts still forecast that oil will trade for $150… $175… $200 a barrel by December. Just last week, oilman T. Boone Pickens predicted $300 oil before a Senate panel. And new Russian Prez Alexander Medvedev recently pegged the upside at $500. It’s supply and demand, the argument goes. The new economic superpowers China and India will exponentially increase demand over the next couple of years. So will the assembled Russians and citizens of Arab petrocracies.
Many analysts are discounting the argument that speculative pressure has anything to do with the doubling of crude prices. It’s not the hedge funds and commodities funds and pension funds and institutional investors that are running up prices for oil, gasoline, gold, silver, nickel, indium…. it’s demand, plain and simple.
I agree… to a point. Undoubtedly, the nascent economic superpowers of the Far East are hungry for energy. They need it to make things they can sell to Europe and America. They need it because the people who make things for sale to Europe and America no longer are content with a bowl of rice and a hand-me-down bicycle. They now want to live in tiny apartments, take hot showers, play video games, punt at the cockfighting pits and stock markets.
And drive silly little cars with lawnmower engines.
But demand for crude has not doubled between the Fall of 2007 and Summer of 2008. Prices have… and then some. A week ago, I moderated a TFN Round-Table discussion between Money Morning’s Martin Hutchinson and Bill Patalon. Bill believes that “near term, you can make the argument that speculators are behind it. But long term it’s definitely demand driven. I think we’re going to see oil prices at $225 a barrel within a year, year and a half, and I think we’ll be looking at gasoline prices at $7 to $9 a gallon.”
Martin Hutchinson disagreed to a point: “I think it was certainly demand-driven until late last year, with China and India increasing their demand very rapidly. But I think we’ve had an increase from $80.00 to $150.00 since last September, and I’m sorry, but the fault for that goes squarely towards Mr. Bernanke.”
(We’ve made this round-table available for you, if you’re interested.)
But if immediate demand for oil does not explain the doubling in price in less than a year, it is the expectation that demand will one day indeed justify that price.
Which is just a cumbersome way of saying “speculation”.
Sidelining supply
With record tides of liquidity sloshing around the world thanks to globalism and electronic trading, speculators have a powerful arsenal at hand to direct money flows.
The first is the deft manipulation of public perception. The higher oil prices go, the higher oilmen push expectations. If an OPEC minister was still chuckled at 3 years ago for stating that a reasonable price for oil would be $120, people now nod in agreement when T. Boone Pickens is predicting oil at $300.
They’re like scalpers buying up tickets to Mama Mia to charge rustic rubes quadruple the price of admission. And the rubes are happy to buy, because otherwise the Greyhound fare from Scaggsville would have been wasted.
The other wonder weapon in the targeted inflation of the commodities bubble is hoarding — the active sidelining of supply.
Now, there’s a subtle difference between investing and hoarding. Investors and traders buy and sell equities and assets to make money. Hoarders pile up assets in the hope of values rising. Converting them back into money is often not a priority. (Be honest, have you ever encountered a gold investor who actually sold his Krügerrands?)
The commodities super-cycle has taken hoarding to a professional level. Commodities funds have been buying up gold, metals, oil, sidelining them from the market, increasing demand while reducing available supplies.
Shell games like this have become increasingly popular as panicked investors are fleeing real estate and stock markets toward the presumed safety of gold, oil and metals. The more that pile in, the higher prices go. And the higher prices go, the more investors pile in.
If this were real estate or internet stocks, people would call it a bubble. But since gold and oil are involved, this is part of divine providence.
Bubble business
Back in the 1990s, budding Internet entrepreneurs still required a cocktail napkin to write their business plan on before they issued an IPO. Today, a Post-It note is sufficient.
Take the perennially “upcoming” IPO of Specialty Metals Group Indium Corp. (IND.U). They want to take the proceeds from their IPO, buy a stockpile of indium, sit on it for a couple of years, and hope to watch their stock price rise along with demand for indium. They won’t even bother with actively speculating on price fluctuations.
Indium is actually a useful industrial metal that is used in the manufacture of flat panel displays, touch-screen interfaces, iPhones and solar energy.
The company filed on February 27, 2008 and intends to sell 11 million shares at five bucks a pop. No IPO date has been set yet.
Sadly, this commodities Ponzi scheme is probably going to be one of the hottest and oversubscribed IPOs coming down the pipeline this year. If they ever get around to it. It will make plenty of money for the underwriter and the market maker. Hey, even in this market, two out of three ain’t bad.
Instead of chasing this stock in the aftermarket, I had recommended in February that TFN readers take an early position in a few of the publicly traded small indium miners that could be profiting from tight supply. One of them was Avalon Ventures [TSE: AVL], which trades on the Toronto Stock Exchange. The plan was to sell a few days after the IPO “for potential gains of up to 50%”. We were recently up close to 70%, without any sign of the IPO materializing any time soon.
Now, did demand for indium increase by 50 or even 70% in the time? I don’t think so. But other people’s hoarding does pay nice dividends after all…
I have looked at this phenomenon quite carefully. And I have come to the conclusion that there is one very human need behind the run-up in oil prices:
The need to park capital in productive assets
Just think back to the beginning of the U.S. real estate boom.
As a publisher of financial information services, I dislike reminiscing about 2001. Even though April 2000 had marked the end of the Internet stock market boom, the flight out of equity didn’t really gather full steam until 9/11. But the trillions of dollars in stock market capitalizations did not “vaporize”, as many financial gurus claimed and instructed their marketing folks to trumpet. Capital flows shifted… away from stocks and straight into the one asset that, common sense told you, “the good Lord wasn’t making any more of.”
Instead of automatic contributions to 401(k)s and IRA portfolios, they transmogrified into mortgages. Down payments. “Earnest money.” They went to service 30-year mortgages, sub-prime mortgages, ARMs.
I recall talking to one of our Taipan VIP Members then who patted me on the shoulder, assuring me he had moved out of stocks completely and put all his money into real estate.
And for the next five years, real estate was the place to be.
All of America became like Hoonah, Alaska.
Desolate fish packing plant turns into tourist mecca
Hoonah, population 860, is a small village on Chichagof Island in Alaska, United States. It is only accessible by boat or plane. Its claim to fame was a fish packing plant that employed most of the population. About 14.3% of families and 16.6% of the population lived below the poverty line.
There are also about 3,000 coastal brown bears roaming the island wilderness. Their presence is not conducive to the desire for all-round safety instilled in normal American suburbs. But it was sufficiently attractive for cruise line Royal Caribbean to chose Hoonah — or Icy Point Strait — as a day stop for some of its Inside Passage Cruises back in 2005.
Now, every couple of days, a cruise ship disgorges several thousand passengers onto the island. They go look for bears, paddle kayaks up and down the rocky shore, watch bald eagles fight over fish carcasses — and flood businesses with cash in exchange for smoked salmon, mini Ulu knives (Made in China) and miniature totem pole keychains.
The town is awash in money. And in less than two years, real estate went through the roof.
On the one major road leading into town, you walk past a shack. In Maryland, you’d be able to buy a prefab counterpart from an Amish barnmaker for three thousand bucks. In Hoonah, they’re asking $300,000. Bring your own paint. And nails. And tar paper.
Not that anyone is buying. People live the way they have always lived… most of them in cottages provided by the Federal Government after a fire wiped out half the village back in the late 1940s…
Cottages that on paper are now worth more than a prosperous Mid-Atlantic suburb.
Landrush 2000
Alas, while the dear Lord hung up his shingle of creating more real estate six-thousand or 60 billion years ago (depending what time table you subscribe to), real estate developers and home builders had no such qualms.
Between 2001 and 2007, every quarter acre of free land in the vicinity of a fixed settlement was plastered with boxes made of ticky tacky boasting cathedral ceilings and brass entry lights. First, there was genuine demand. And it was obvious: American real estate was clearly undervalued… the Echo Boom generation was pushing into elementary schools… and the U.S. are adding the equivalent of Chicago’s entire population each and every year.
Then the pay-off of owning real estate became apparent. Soccer moms turned into real estate agents and carpenters turned into professional property flippers. Home equity loans fueled spending.
But demand for timber, copper, consumer appliances pushed up commodity prices. Especially oil.
In America, people started burning corn for heat and destilling grains into hootch to fuel their ride to Whole Foods. To the sensitivities I inherited from my German WWII- and Cold War-imprinted parents, that’s worse than lining a litter box with pages torn from a first edition of Goethe’s Faust.
For agro-commodity speculators, it was a windfall…
Until the greater fool theory ran out of greater fools.
Reversal of fortune
Suddenly, there’s little money left in selling real estate. (Except maybe in Hoonah!) And since the banks who enabled people to leverage themselves are running low on cash as well, stocks have been taking another beating — the second in a decade.
And with equity and real estate out of the picture, the markets have begun to look like the line-up of Presidential candidates in May.
Oil right now is the Obama of commodities: The one remaining thing left bobbing in a sea of ennui and disenchantment. Lightweight yet full of perceived potential usages. An object of hope for the drowning, the desperate, the drifting. And those who prefer the rainbow sheen of surface refraction to deeper exploration.
Much like the bubble machines for real estate and Internet stocks before, rampant speculation masks as solid demand. Predictions of $170 or even $300 per barrel seem as reasonable as a $300,000 price tag for a Hoonah shack or $500 for a share of Pets.com in 1998.
But the tide may already be turning. Insiders and hedge funds are now moving into position to profit… from a dramatic DROP in crude prices.
Oil may still be trading around $130 a barrel. But signs of a trend reversal are popping up everywhere: Energy prices aren’t going up. They’re going down. Fat-cat insider bets prove as much – and when they turn out to be correct, you could make a bundle! Just how much?
Depending on just how low oil will go, you could see gains of 50… 60… or even 75% by November 1!
But let’s review the evidence
Some of the world’s biggest hedge funds are now quietly betting on a turnaround… by stocking up on beaten-down U.S. refinery stocks.
* Bruce Koyner’s $12 billion hedge fund just increased its shareholdings in six refiners, including Valero (VLO), Tesoro (TSO) and Sunoco (SUN).
* Citadel, a $22 billion fund, quietly sequestered an incredible 192,610 shares of Tesoro and increased its stake in Holly almost eightfold to 190,681 shares in the first three months of 2008.
* Renaissance, a $30 billion fund, just bought 609,888 shares of Valero and increased its existing stake in Calumet by 5.3%.
But it’s not just hedge funds that are betting top dollar on a turnaround in crude oil prices: Refinery executives are buying more of their own stock than at any time in the past eight years! Oil and gas processors have experienced a 40% decline in share prices since January after crude oil prices gained 43%. That’s the largest drop since 1995.
But it’s not really surprising when you consider that profits of U.S. refiners plummeted an incredible 98% in the first quarter after companies were unable to make up for higher crude prices with higher gasoline, heating oil and jet fuel prices.
Now, earlier this year, chief executive officers, directors and other senior officials of oil refineries had been dumping their shares like there was no tomorrow. After all, they knew that if oil prices went up, their margins would go down. Suddenly, things have changed: Executives at 10 refiners gobbled up $2 million of their own companies’ shares in May… that’s twice the amount they had sold!
One of these insiders is Irl Engelhardt, chairman of the Federal Reserve Bank of St. Louis, who has put $509,000 of his own money into Valero (VLO)… a battered refinery stock.
The logic is quite simple: Refineries have been unable to pass higher crude oil cost on to customers. (If they could do that, you’d be paying $6 for gas!)
So any drop in crude prices means increasing margins for refiners. Which will mean higher share prices!
* Tesoro director John Bookout III increased his insider stake by 58%.
* Calumet Specialty Products Partners CEO William Grube bought 50,000 shares in May – his first purchases since the company went public in January 2006.
But one company’s management has been buying up shares at an unprecedented clip: The Executive Chairman of the Board bought 53,000 shares of his company for $727,250… at between $12.43 and $14.74 a share. Even better, the refiner’s parent company acquired a whopping 880,000 shares for $11.4 million… paying between $12.03 and $14.79 a share.
Insider buying is good… increasing output is better
Now… insider buying often is a bullish indicator. But betting on lower oil prices alone would not be sufficient for us to recommend this stock… even though right now, you can buy it for under $14. The thing is, this company’s stock price has been depressed artificially since February due to an incident at one of its plants that knocked out part of its capacity.
An estimated 70% of the company’s consolidated EBITDA was produced by this very facility in 2007. It is now working at 50% of capacity… but the company estimates it will be fully back online in late July.
There is another catalyst that could send the stock price soaring in the very near future. You see, the company has just completed the acquisition of another facility, which will increase its output by another 50%! The stock is currently trading at a 73% discount over its July 2007 high. The Hot Stock Confidential team has given it a conservative 67% upside by November.
News that a major bank just increased its holdings in this stock from under 95,000 to over 150,000 shares sent the stock price up almost to our buy limit last Wednesday. You may have missed our initial recommended entry level. But you’d still be in an almost perfect position for explosive gains by December if you buy now.
Overall, playing oil refiners in expectation of further drops in the crude oil prices may be a tad indirect for your taste. But I think it is time to risk a limited amount of money on the downside of oil.
Just call me a speculator!
http://seekingalpha.com/article/87289-insiders-preparing-for-major-drop-in-oil-prices
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Von Rohstoffexperte | Erstellt am: 31.07.08 09:16 | Beitrag Nr.: 141.159 | Weitere Beiträge |
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Der Ölpreis setzte am Mittwoch zu einem kräftigen Rebound an, nachdem es in den Tagen zuvor zu teilweise kräftigen Abgaben kam. Der Grund für den Anstieg liegt in unerwartet niedrigen Lagerbeständen an Benzin und einer Studie von Goldman Sachs.
Die amerikanische Energiebehörde EIA berichtete am Mittwoch, dass die Benzinbestände in der Woche zum 25. Juli überraschend um 3,5 Mio. auf 213,6 Mio. Barrel gesunken sind. Erwartet wurde ein Anstieg um 200.000 Barrel. Die Rohölbestände sind um 100.000 Barrel auf 295,2 Mio. Barrel zurückgegangen. Hier wurde ein stärkerer Rückgang um 1,6 Mio. Barrel erwartet. Investoren hatten einen Rückgang antizipiert, da die Auswirkungen des Hurrikan „Dolly“ im Golf von Mexiko nicht so stark ausfielen wie befürchtet. Der starke Rückgang der Benzinvorräte war hingehend eine faustdicke Überraschung. Unterstützend für den Ölpreis war darüber hinaus eine Studie von Goldman Sachs. Die Analysten des Investmenthauses erwarten bis zum Jahresende einen Ölpreis von 149 USD je Barrel. Der Ölpreis kletterte daraufhin teilweise auf über 127 USD.
Autor: Werner Rehmet
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Von Rohstoffexperte | Erstellt am: 31.07.08 09:16 | Beitrag Nr.: 141.160 | Weitere Beiträge |
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Am Montag sagte Ex-US-Finanzminister Lawrence Summers in einem Interview sinngemäß: "In der Wirtschaft dauert es eine Ewigkeit, bis Entwicklungen, mit denen alle rechnen und auf die alle warten, endlich eintreten. Ist es dann aber soweit, sind alle überrascht, wie schnell sie verlaufen."
Bezeichnend und wahr. Wie lange haben die nüchtern und neutral analysierenden Experten bereits vor einem Abrutschen der USA in die rezessive Zone gewarnt ... und nun, nachdem man noch im April/Mai letztmals dachte, es sei wieder alles in Butter, geht es nun bergab mit Konsum und Arbeitsmarkt und dafür aufwärts mit der Inflation.
Und, auf der anderen Seite der Medaille: Wie lange habe ich gebetsmühlenartig die Rallye der Energiepreise verdammt und sie nicht nur als fatal für jedwede Chance auf eine Bodenbildung beim weltweiten Abstieg aus der Wachstumszone gesehen, sondern auch aufgrund sinkender Nachfrage als schlichtweg ökonomisch falsch. Es dauerte Monate, bis diese ewig scheinende Hausse ihr Ende fand. Und nun ist es gerade einmal 15 Tage her, dass der Ölpreis um 147 Dollar ein Allzeithoch markierte und schon ringen wir mit der Zone 120/122 Dollar.
Und auf einmal soll die Nachfrage die Preise machen
Nun stellt sich mir allerdings die Frage, was dieser Kursrutsch taugt. Immerhin hat uns ja gerade die allerjüngste Vergangenheit gelehrt, dass die Kurse auch gegen die Faktenlage laufen können, gerade im Öl, wo die Relation von Angebot und Nachfrage für die Preisbildung ja sehr relativ ist. Denn was bei der Diskussion über das "korrekte" Preisniveau immer ignoriert wurde:
Rohöl und Erdgas, Benzin und Diesel sind keine Rohstoffe, denen man einfach den Rücken kehren kann, wenn einem der Preis zu hoch wird. Was bedeutet, dass die Nachfrage hier bis auf geringe Prozentsätze eben nicht so einfach einbrechen kann, weil die Energie unerschwinglich wird. Man muss akzeptieren, was die Märkte als Preis diktieren, sonst gehen die Lichter aus. Und dass diese Kurse weniger vom Spot- denn vom Futuresmarkt dominiert werden und die Akteure dort keineswegs alle wirklich diese Rohstoffe haben wollen zeigt, dass die Preise hier eben nicht so unmittelbar von Angebot und Nachfrage gesteuert werden. In diesem Zusammenhang meldete die Chicagoer Terminbörse vor zwei Wochen, dass ca. 70% der Futures-Kontrakte von Spekulanten gehalten werden.
Was tun diese Spekulanten nun? Auf einmal scheint blitzschnell alles anders geworden zu sein. Alles scheint aus den Energierohstoffen und den Edelmetallen heraus- und in den Aktienmarkt hinein zu wandern. Aber ist das wirklich so? Wie viel Kapital bleibt an den Seitenlinien in Bereitschaft? Der Aktienmarkt ist nicht ansatzweise so deutlich gestiegen wie man hätte vermuten können. Denn immerhin hatte zuletzt alles nur noch auf den Ölpreis gestarrt wie ein Kaninchen auf die Schlange.
Doch dieser blitzschnelle Kursrutsch führte nicht zu einer kompletten Absolution. Im Gegenteil wurde vielen Akteuren schnell bewusst: Die Energiepreise sind ein entscheidender Faktor, keine Frage. Ohne Ölpreise um - oder besser unter - 100 Dollar haben die USA keine Chance, zu einem ECHTEN Wachstum zurück zu kehren (also nicht zum Wachstum in den Daten der US-Regierung, denn die suggerieren ja immer noch ein "alles bestens"). Aber erstens IST der Ölpreis noch nicht bei oder unter 100 Dollar und zweitens haben wir bis dahin ja noch die anderen Probleme ... und egal, ob Inflation, Kredit- oder Immobilienkrise: Bis jetzt wurde viel geredet, viel beschönigt und nichts gelöst. Eine Wende hin zu gesundem Wachstum ist so schnell einfach nicht zu erreichen. Und sollten die Energiepreise sogar wieder steigen, erst recht nicht.
Der typische Strom der Lemminge funktioniert in beide Richtungen
Könnten sie das? Warum nicht! Wie gesagt, die Erfahrungen der letzten Monate haben uns ja bewiesen, dass die grundsätzliche Entwicklung von Angebot und Nachfrage gerade in diesen Bereichen - vergleichbar auch Grundnahrungsmitteln, die nicht durch alternative Produkte ersetzt werden können - nicht zwingend auf die kurzfristige Preisbildung wirken. Und:
In meinen Augen ist es keineswegs die Einsicht, dass hohe Energiepreise wirtschaftlich "falsch" sind, welche die Akteure aus den Energie-Positionen heraus getrieben hat, sondern schlicht Stop-Loss-Verkäufe und Umschichtungen in die Aktien in der Hoffnung, dass dort nun mehr zu holen sei. Früher gab es derartige Ströme in volatilen Börsenphasen regelmäßig nur zwischen Aktien- und Anleihemarkt. Aber ich würde mich nicht wundern, wenn es hier nun ähnlich verliefe wie dort: Die Masse stieg kurz vor einem Zwischentief aus Aktien aus, um an einem Zwischenhoch der Anleihen dorthin zu wechseln ... nur, um mit entsprechenden Verlusten kurz vor dem Ende einer Aktienrallye, die zum erneuten Wechsel lockte, wieder in die Aktien einzusteigen und direkt in den nächste Verkaufswelle hinein zu laufen.
Momentan ist das Momentum bei Öl, Gas, Benzin ebenso wie bei den parallel laufenden Edelmetallen wie Gold und Silber in negativem Terrain. Die meisten Trader - auch und gerade die großen Hedge Funds - gehen demnach in diesen Märkten Short. Aber das ist eben keineswegs innere Überzeugung, sondern schlichte Markttechnik, die hier regiert. Und das könnte sich ebenso schnell wieder umkehren, wie dieser Kurssturz kam, denn:
Das Momentum der meisten Aktienmärkte ist gerade mal so eben aus überverkauftem Terrain in den neutralen Bereich vorgedrungen, aber per saldo noch nicht bullish. Ich meine, dass nur erneut deutlich fallende Energiepreise oder aber sehr starke neue Konjunkturdaten, die glaubwürdig und gut genug sind, um hinreichend vielen Akteuren die "Wende von ganz alleine" vorzugaukeln, imstande wären, hier einen erneuten bullishen Impuls auszulösen, der die Aktienmärkte so weit nach vorne treibt, dass auch noch die momentan in Bereitschaft liegenden Barbestände dort eingesetzt werden. Gelingt dies aber nicht, stellt sich natürlich für viele große Adressen die Frage: Wohin mit dem Geld?
Und sollten die Aktienmärkte nicht deutlicher an Attraktivität gewinnen ... ich würde mich nicht wundern, wenn wir schnell wieder Ölpreise von 130/132 oder sogar höher sehen ... und auch einen neuen Aufwärtsimpuls bei Gold und Silber. Natürlich fällt es schwer, sich dieses Szenario vorzustellen, solange die Kurse das Gegenteil tun. Aber:
Zum einen bedingen die Kurse bei Öl und Aktien einander, zum anderen bewirkt das, dass sich ein einmal eingeschlagener Kurs verstärkt. D.h. wenn die Aktienmärkte nun NICHT weiter zulegen, werden Energie und Edelmetalle wieder attraktiver ... und das bedingt erst recht, dass die Aktien wieder fallen und so noch unattraktiver werden. Als möglicher "Anschieber" einer solchen Entwicklung kann die chart- und markttechnische Situation bei Rohöl und Gold dienen. Dazu die Charts (Stand 30.07. 17:00 Uhr):
Im Bereich 120/122 Dollar hat Rohöl (hier Nordsee-Brent) charttechnische Unterstützung in Form der Juni-Tiefs und des steileren der beiden momentan relevanten Aufwärtstrendkanäle (rot eingezeichnet). Zugleich haben das Momentum und die Stochastik ein derart tiefes Niveau erreicht, dass es zum Eindecken von Shortpositionen lockt.
Kommt hier ein erster Impuls, möglicherweise heute schon durch die wöchentlichen Öl-Lagerbestandsdaten aus den USA angestoßen, könnte sich das Ganze schnell wieder zu einem Selbstläufer nach oben auswachsen. Immerhin waren noch vor zwei Wochen scheinbar alle der Ansicht, Öl und Benzin sei knapp, das Angebot zu gering und Kurse von 200 Dollar pro Barrel am Jahresende möglich. 14 Tage später redet man von Ölpreisen bei 80 Dollar und einem Angebotsüberhang. Die festen Überzeugungen drehen fast schneller als die Kurse selbst. Und das geht eben auch in die andere Richtung, zumal:
Schließlich sind wir mitten in der Zeitzone, in der Jahr für Jahr die stereotypen Argumente "Reisesaison" und "Hurrikans" Argumente für Bullen liefern. Und eine Kapazitätsauslastung der US-Raffinerien von nur 87,2% wie heute gemeldet liegt nicht daran, dass die anderen 22,8% nicht benötigt würden ... ein Großteil dieser brach liegenden Kapazitäten ist aufgrund der Überalterung der Anlagen schlicht nicht einsetzbar. Auch ein Argument, das blitzschnell wie Kai aus der Kiste hüpfen kann, sollte der Ölpreis nun nur eine technisch zu erwartende Gegenbewegung starten.
Das haben momentan wenige auf der Rechnung. Chicago meldet die höchsten offenen Shortpositionen in den Öl-Futures seit Monaten. Und wenn wir uns überlegen, dass dieser kräftige Kurssturz auch unter anderem deshalb so heftig war, weil bis 135 Dollar ohnehin noch jeder an eine sofortige Wende nebst Rallye an oder über 150 glaubte und deshalb viele erst reagierten, als der Kurs unter 135 bzw. 132 Dollar fiel ... warum sollte das nicht auch in die Gegenrichtung möglich sein?
Gold in hautenger Bindung zum Öl
Und sobald Öl wieder über 130 Dollar liegt, hat auch Gold wieder seine Chance. Der Kurs fiel ja in den vergangenen sieben Handelstagen in der Spitze um 80 Dollar - bedingt durch den Run der Lemminge in den Aktienmarkt und das fallende Öl. Und er zeigt damit, dass erstaunlich viele Akteure zumindest hier auf einmal relativ wenig Angst zu haben scheinen, dass sich das Bild bei Öl und Aktien genauso schnell wieder verdüstert wie es sich zuletzt aufgehellt zu haben schien.
Momentan notiert Gold an seinem mittelfristigen Aufwärtstrend und nur wenige Dollar oberhalb des 20 Tage-Durchschnitts. Das KANN - wenn Öl wieder zulegen sollte - eine Basis für einen erneuten Aufwärtsimpuls werden. Wenn nicht, sollte aber spätestens in der Unterstützungszone um 845 Dollar erst mal Schluss sein. Denn die Vollendung eines größeren Doppeltops durch den Rutsch unter 845 Dollar kann ich mir in diesem momentanen Umfeld nicht vorstellen.
Der einzige Aspekt, dem ich hier keine wichtige Rolle zumesse, ist der Dollar. Er wird zwar immer als Argument für steigende oder fallende Öl- und Goldpreise angeführt und mittelfristig ist das auch meist korrekt. Doch kurzfristig sind hier keine eigenen Impulse gegeben, die die Relation Euro zu Dollar oder Dollar zu Yen nachhaltig bewegen würden. Und dementsprechend dient er momentan meist nur als Alibi. So z.B. heute kurz nach 11 Uhr, als zuerst das Gold fiel ... und der Euro/Dollar-Kurs sich als „Alibi“ erst 10-20 Minuten später nennenswert nach unten in Bewegung setzte ... und es dann hieß, Gold falle, weil Euro/Dollar fiele.
Natürlich werden all diejenigen, die gerade erst in Öl und Gold auf Short und bei Aktien auf Long gedreht haben, gegen alle Argumente verbissen versuchen, diese Positionen zu verteidigen und nicht schon wieder mit Verlusten drehen zu müssen. Aber um Lawrence Summers wieder ins Spiel zu bringen: Erst wundert man sich, dass nichts passiert ... und passiert es dann doch, geht es auf einmal blitzschnell. Lassen wir uns mal überraschen!
Herzliche Grüße
© Ronald Gehrt
www.system22.de"
Hinweis GoldSeiten.de: Herr Gehrt ist Referent auf der 7.+8.11.2008 in München stattfindenden "Internationalen Edelmetall- & Rohstoffmesse". Nähere Details zur Messe (wie Ablaufplan, Aussteller, etc.) werden im September/Oktober bekannt gegeben.