Windkraft
Bau der ersten deutschen Offshore-Anlage vor dem Abschluss
Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam die Installation jetzt gut voran
erstellt 01.02.06, 15:57h
Maschinenhaus
Ein Kran hebt am Mittwoch (01.02.2006) im Seegebiet vor dem Überseehafen Rostock das 108,5 Tonnen schwere Maschinenhaus für die erste deutsche Offshore-Windkraftanlage auf den 80 Meter hohen Turm. (Foto: dpa)
Rostock/dpa. Der Bau der ersten Offshore-Windkraftanlage Deutschlands vor Rostock steht kurz vor dem Abschluss. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam die Installation am Mittwoch einen entscheidenden Schritt voran. Zunächst hatte es so ausgesehen, als ob starker Wind dem Hersteller Nordex einen Strich durch die Planungen machen würde. Doch schließlich gelang es dem Bauteam, das 108,5 Tonnen schwere Maschinenhaus mit einem Kran auf den 80 Meter hohen Turm zu hieven. Die vier Millionen teure Anlage soll auf eine Nennleistung von 2,5 Megawatt kommen und etwa 1800 Haushalte mit Strom versorgen.
Das Maschinenhaus sei inzwischen fest auf dem Turm verankert, sagte Nordex-Sprecher Felix Losada der dpa in Rostock. Der Turm, bestehend aus vier Segmenten, war bereits am Dienstag aufgestellt worden. Wann der Rotor mit den drei 45 Meter langen Flügeln installiert werden kann, ist noch unklar. Losada rechnete mit Donnerstag, falls die Windverhältnisse dies zuließen. Die Installation von Rotor und Flügeln sei eine «hochsensible Tätigkeit».
Die Anlage steht in einem Seegebiet vor dem Rostocker Hafen. Dazu wurde das Fundament in einer Wassertiefe von rund zwei Metern gesetzt, 550 Tonnen Sand, 500 Tonnen Beton und 100 Tonnen Stahl wurden verbaut. Alle Teile hätten per Schiff zur Baustelle transportiert werden müssen, sagte Nordex-Chef Thomas Richterich.
Das Rostocker Windrad gilt für Nordex als Demonstrationsanlage für den geplanten Windpark «Baltic I» rund 20 Kilometer vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Dort sollen von 2007 an 21 Anlagen Strom erzeugen. Das Raumordnungsverfahren sei abgeschlossen, das Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimissionsschutzgesetz (BimschV) soll noch in diesem Frühjahr beendet werden, sagte Landes-Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD). Auf dem Gelände der zweiten geplanten Anlage vor Mecklenburg-Vorpommerns Küste, «Kriegers Flak», werde noch 2006 eine Messplattform errichtet.