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#133654 von panchito | Erstellt am: 26.05.08 15:00:53 | Beitrag Nr.: 133654 | Weitere Beiträge |
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(Neu: Aussagen von Telefonkonferenz, Aktie dreht ins Plus)
HAMBURG (dpa-AFX) - Der Windkraftanlagen-Bauer Nordex (News/Aktienkurs) hat nach schlechter als vom Markt erwarteten Eckdaten im ersten Quartal seine Prognosen für das Gesamtjahr innerhalb der bisher angepeilten Spannen präzisiert. Das Unternehmen sieht die eigene Entwicklung im abgelaufenen Jahresviertel als planmäßig an. An der Börse ging die Aktie auf Berg- und Talfahrt: Direkt nach Eröffnung sackte die Nordex-Aktie um mehr als 4 Prozent ab, drehte aber kurz darauf deutlich ins Plus und stieg um bis zu 6,1 Prozent auf eine Tageshoch 30,61 Euro. Am späten Vormittag notierte das Papier 3,6 Prozent fester bei 29,90 Euro und war damit stärkster Wert im TecDAX , der um 0,28 Prozent nachgab.
Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, kletterte der Umsatz im ersten Quartal um 32 Prozent auf 199 Millionen Euro. Die vier von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten hatten hingegen durchschnittlich mit Erlösen von 205 Millionen Euro gerechnet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 18 Prozent auf 6,6 (5,6) Millionen Euro, verglichen mit der dpa-AFX-Konsensschätzung von 8,35 Millionen Euro. Der Überschuss erhöhte sich um 21 Prozent auf 5,7 (4,7) Millionen Euro und lag damit ebenfalls unter der Durchschnittsprognose von 6,98 Millionen.
ZWEI JAHRE VOLLAUSLASTUNG
Der Auftragsbestand summierte sich zum 31. März auf 3,3 Milliarden Euro und verzeichnete damit ein Plus von 136 Prozent. Nach Aussage von Vorstandschef Thomas Richterich ist Nordex bis zum Frühjahr 2010 voll ausgelastet. Für das Gesamtjahr 2008 rechnet der Vorstand nun mit einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro und einer EBIT-Marge von 7 Prozent. Bislang hatte die Gesellschaft Erlöse zwischen 1 und 1,2 Milliarden Euro und eine Rendite zwischen 6 und 8 Prozent vorausgesagt.
Richterich sprach auf einer Telefonkonferenz am Montag von einem "gelungenen Start" und führte das unterproportionale Wachstum auf "saisonale Schwankungen" zurück. "Insbesondere im zweiten Halbjahr wird die Last in der Projektabwicklung nochmals deutlich zunehmen", sagte er und schätzte, dass mehr als 60 Prozent der Erlöse aus rund 80 Projekten im zweiten Halbjahr 2008 erzielt werden. Die Investitionen in Deutschland, China und den USA laufen Richterich zufolge nach Plan. Der US-Produktionsstandort soll im Mittleren Westen liegen, laut Richterich einer der künftigen Hauptabsatzregionen in den USA.
NACHRICHTEN EINGEPREIST
Über eine mögliche Änderung der Aktionärsstruktur hielt sich der Nordex-Chef bedeckt. Ihm seien seit der letztjährigen Ankündigung der Großaktionäre CMP Capital und Goldman Sachs, strategische Optionen zu prüfen, keine Neuigkeiten bekannt, sagte Richterich. Zuletzt hatte die "Financial Times Deutschland" über ein unerwartet niedriges Kaufinteresse an den Anteilen berichtet. CMP Capital hält nach Nordex-Angaben derzeit 25,6 Prozent und Goldman Sachs 16,7 Prozent am Unternehmen.
Marktteilnehmer kommentierten die Neuigkeiten relativ emotionslos. "Es wurde mit schlechten Ergebnissen gerechnet und eine zusätzliche negative Überraschung blieb aus", kommentierte ein Händler die Kursentwicklung. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Deutsche Bank die Titel des Windkraftanlagen-Bauers von "Hold" auf "Sell" abgestuft und vor schwachen Quartalsergebnissen gewarnt. "Das hat bereits zu deutlichen Verlusten geführt", so ein Börsianer. Nun seien einige, die auf weiter fallende Kurse gesetzt hätten, auf dem falschen Fuß erwischt worden und müssten ihre Leerverkäufe wieder eindecken.
KEINE HÖHERE GEWINNQUALITÄT
"Die Ergebnisse waren wie erwartet schwach", titelte die WestLB. Der operative Gewinn habe insbesondere unter einer Erhöhung der Lagerbestände gelitten, da in der zweiten Jahreshälfte mit einer starken Beschleunigung des Geschäfts gerechnet werde. Auch die UniCredit rechnet mit einer besseren Entwicklung im zweiten Halbjahr und hält daher an ihren Schätzungen fest.
Die Commerzbank äußerte sich unterdessen negativ. "Die Zahlen liegen unter unseren Erwartungen", hieß es in einem ersten Kommentar. Obwohl Nordex seine Gesamtjahresprognose bestätigt hat, rechnet Analyst Erkan Aycicek weiterhin damit, dass diese Ziele im Jahresverlauf gekürzt werden. "Zudem stellt sich die Frage, warum der vielversprechende Anstieg des Auftragsbestands keine Verbesserung der Gewinnqualität liefert