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#35378 von LONGshort | Erstellt am: 27.10.07 20:58:00 | Beitrag Nr.: 35378 | Weitere Beiträge |
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26.10.07 16:32
Berlin (ddp). Europas größtes Solarunternehmen Conergy hat mit einer Gewinnwarnung Anleger und Analysten geschockt und einen Kurseinbruch seiner Aktie ausgelöst.
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function ebStdBanner0_DoFSCommand(command,args){try{command = command.replace(/FSCommand:/ig,"");if(command.toLowerCase()=="ebinteraction")gEbStdBanners[0].handleInteraction();}catch(e){}} <a href="http://sel.as-eu.falkag.net/sel?cmd=lnk&dat=756933..." target="_blank"><img src="http://sel.as-eu.falkag.net/sel?cmd=ban&dat=756933..." alt="Bitte klicken Sie hier" border="0"></a> Das Papier verlor am Freitag bis gegen 15.00 Uhr rund ein Drittel seines Wertes auf 35,20 Euro. Noch bis vor kurzem hatte sich der in Hamburg ansässige Systemanbieter für die Gewinnung erneuerbarer Energien optimistisch hinsichtlich der Geschäftsentwicklung gezeigt. Nun gab das TecDAX-Unternehmen bekannt, wegen Lieferverzögerungen und hoher Personalkosten habe sich die Gewinnentwicklung «unbefriedigend» entwickelt. Daher werde im Gesamtjahr ein Verlust erwartet.
Nachdem im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von rund 752 Millionen Euro noch ein Gewinn von 30 Millionen Euro erzielt worden war, fiel in den ersten neun Monaten dieses Jahres nach vorläufigen Zahlen bei einem Umsatz von 641 Millionen Euro bereits ein Verlust von 8,8 Millionen Euro an. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen unter dem Strich ebenfalls mit einem Minus, da zwar mit einem operativen Ergebnis (Ebit) von 40 Millionen Euro gerechnet werde, dies aber mit Risiken von bis zu 50 Millionen Euro belastet sei.
Beim Umsatz erwartet der Konzern mit knapp 1500 Beschäftigten, davon fast 1000 in Deutschland, für 2007 nun ein Plus von 33 Prozent auf über 1,0 Milliarden Euro, nachdem im Halbjahresbericht noch ein Erlös von 1,25 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden war. Angaben zu Umsatz und Ergebnis für 2008 will Conergy erst nach Abschluss dieses Jahres aktualisieren.
Analysten zeigten sich entsetzt. «Die Zahlen sind sehr negativ», urteilte Philipp Bumm vom Bankhaus Cheuvreux und riet zum Verkauf. Ähnlich äußerten sich auch andere Marktexperten. «Ich habe schon schlechte Zahlen erwartet, aber nicht in dem Ausmaß», sagte Analyst Karsten von Blumenthal von SES Research.
Blumenthal erklärte die schwache Entwicklung von Conergy mit dem Geschäftsmodell: «Es gibt keinen Fokus, auf den sich das Unternehmen ausreichend konzentriert.» Conergy ist nach eigenen Angaben das umsatzstärkste Solarunternehmen in Europa. Der Konzern ist aber auch in der Bio- und Windenergie tätig. Conergy produziert in Deutschland an den Standorten Hamburg, Rangsdorf bei Berlin und Bad Vilbel bei Frankfurt am Main.
Aktionärsschützer zweifeln nach der Gewinnwarnung nun an der Güte der «Prognosesicherheit» des Conergy-Vorstands. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) wunderte sich, wie sich das Bild bei Conergy in so kurzer Zeit so komplett habe wandeln können. DSW-Sprecher Jürgen Kurz zufolge wird die DSW nun mögliche Schadenersatzansprüche prüfen.
Ähnlich äußerte sich Christoph Öfele von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Eine Umsatzverfehlung um 250 Millionen Euro sei schon verwunderlich. Er wies zudem auf die Ablösung des Finanzvorstandes hin. Conergy hatte Anfang Oktober mitgeteilt, dass Jörg Spiekerkötter das Amt zum 1. November übernehmen und Heiko Piossek ablösen werde. Marktteilnehmern zufolge ist ein Wechsel des Finanzvorstands mitten im Geschäftsjahr eher unüblich.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wird sich nach Angaben von Sprecherin Anja Neukötter den Aktienhandel vor der Veröffentlichung der Gewinnwarnung anschauen. Anhaltspunkte für eine Verletzung der Ad-hoc-Verpflichtung sehe die BaFin derzeit nicht.
ddp.djn/bad/mbr