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#121522 von  wirthsald Erstellt am: 25.02.08 15:48:22 Beitrag Nr.: 121522 Weitere Beiträge
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ROUNDUP 2: Münchener Rück rechnet 2008 mit Gewinnrückgang - Zukäufe geplant

 

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Münchener Rück peilt nach dem Rekordgewinn des vergangenen Jahres für 2008 etwas bescheidenere Ziele an. Schließlich hatten Immobilienverkäufe und Unternehmenssteuerreform 2007 rund 800 Millionen Euro zusätzlich in die Konzernkasse gespült, was sich nun in einer Anhebung der Dividende auf 5,50 Euro je Aktie widerspiegelt. Beim operativen Gewinn geht es hingegen abwärts. Nach einem Rückgang um fast 400 Millionen Euro 2007 hält Finanzvorstand Jörg Schneider für 2008 einen doppelt so starken Einbruch für möglich, wie er am Montag bei der Vorlage der vorläufigen Jahresergebnisse in München sagte. Unterdessen will die Münchener Rück weiter zukaufen.

An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Der Kurs kletterte bis zum Mittag um 1,91 Prozent auf 118,83 Euro. Die Ziele für 2008 seien "nicht überambitioniert", sagte WestLB-Analyst Thomas Noack. Die Zahlen für 2007 entsprächen den vorläufigen Ergebnissen. Analyst Lucio Di Geronimo von der UniCredit sah in den Zahlen keine großen Überraschungen. Das Ergebnis sei solide ausgefallen, sagte er. "Auch dass die Münchener Rück ihr Gewinnziel hochhält, ist ein Zeichen der Stärke - ganz im Gegensatz zur Allianz, die aufgrund der Marktschwäche ihren Ausblick etwas aufweichen musste."

ZUKÄUFE FÜR ERGO

Die Münchener Rück bekennt sich zu ihrer Erstversicherungstochter ERGO (Hamburg-Mannheimer, Victoria, D.A.S.) und fasst für sie weitere Zukäufe ins Auge. Die ERGO sei "integraler Bestandteil" der Münchener Rück, sagte Konzernchef Nikolaus von Bomhard. Für 2008 sei bei der ERGO mit Übernahmen im kleineren und mittleren Bereich zu rechnen. "Mittel" bezeichne dabei eine Größenordnung von einer Milliarde Euro. Im Rückversicherungssektor seien Zukäufe weniger wahrscheinlich. Wenn, dann gehe es eher um kleinere Zukäufe.

Nach dem Rekordergebnis von 3,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr strebt die Münchener Rück für 2008 einen Überschuss von 3,0 bis 3,4 Milliarden Euro an. In den kommenden Jahren soll er ebenfalls 3 Milliarden Euro überschreiten. Dabei will der Konzern 25 Prozent des Gewinns oder mindestens eine Milliarde Euro an die Aktionäre ausschütten. Bei der Rendite auf das Risikokapital (RoRaC) strebt die Münchener Rück weiterhin nachhaltig 15 Prozent an. 2007 hatte der Konzern ein RoRaC von 20,2 Prozent erzielt, das allerdings von den Sondereffekten getrieben wurde. Die Subprime-Krise traf die Münchener Rück lediglich am Rande: Mit 166 Millionen Euro fielen die Abschreibungen im vergangenen Jahr nur leicht höher aus als angekündigt.

KATASTROPHEN DRÜCKEN OPERATIVEN GEWINN

Das operative Ergebnis ging unterdessen von 5,5 auf 5,1 Milliarden Euro zurück. Dies führte der Vorstand auf eine erhöhte Belastung durch Naturkatastrophen zurück. Diese könnten sich auch 2008 belastend auswirken. Weil auch das Kapitalanlageergebnis niedriger ausfallen dürfte, rechnet Finanzvorstand Schneider mit einem um 800 Millionen Euro niedrigeren operativen Gewinn. Bei den gebuchten Bruttoprämien verzeichnete die Münchener Rück einen Rückgang um 0,5 Prozent auf 37,26 Milliarden Euro. Die verdienten Nettoprämien sanken um 0,1 Prozent auf 35,68 Milliarden Euro. Das Kapitalanlageergebnis wuchs um 3,3 Prozent auf 9,27 Milliarden Euro.

In der Rückversicherung erzielte die Münchener Rück 2007 operativ einen Gewinnrückgang um 5,6 Prozent auf 4,16 Milliarden Euro, während die Bruttobeiträge um 3,1 Prozent auf 21,52 Milliarden Euro nachgaben.

Die Erstversicherung verzeichnete operativ einen Gewinnrückgang um 0,6 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Die Bruttobeiträge legten um 3,2 Prozent auf 17,29 Milliarden Euro zu. Die Erstversicherungstochter ERGO soll ihren Auslandsanteil bis 2012 auf ein Drittel steigern und ihr Geschäft in Asien mit Schwerpunkten in Südkorea, Indien und China weiterentwickeln. Auf den süd- und osteuropäischen Märkten soll dazu 2008 eine Vertriebskooperation mit der UniCredit starten. Im Inland soll ERGO das profitable Wachstum verstärken.

EPS VON 18 EURO GEPLANT

Das Unternehmen bestätigte sein Ziel, den Gewinn je Aktie (EPS) ohne Sondereffekte bis zum Jahr 2010 auf 18 Euro zu steigern. Im vergangenen Jahr betrug das bereinigte EPS 15,26 Euro. Zusätzliche 2,64 Euro steuerten die Sondereffekte bei. Die Bruttoprämieneinnahmen sollen sich im laufenden Jahr 37,5 bis 38,5 Milliarden Euro belaufen, davon 21,5 bis 22,5 Milliarden in der Rückversicherung und 17,5 bis 18 Milliarden in der Erstversicherung. Für die kombinierte Schaden-Kosten-Quote peilt der Konzern in der Rückversicherung 98 Prozent und in der Erstversicherung einen Wert unter 95 Prozent an.