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Thema: Luxus fürs Depot?

Thema Nr. 47520  
Thema eröffnet von:  Zuchtbulle Beiträge: 1 Bewertung (0):
am: 25.02.08 14:04 Gelesen gesamt: 36    
Letzter Beitrag von:  Zuchtbulle Gelesen heute: 1      
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Themenbeitrag Nr.1

 
Von  Zuchtbulle Erstellt am: 25.02.08 14:04 Beitrag Nr.: 121.448 Weitere Beiträge
Diesen Beitrag:
Marc Nitzsche von Hotstock Trading am 24.2.08 über Luxus-Aktien:


Luxus fürs Depot?

Liebe Trader,

haben Sie am Dienstag zufällig "Frontal" gesehen? Ich schon! Und bei einem Beitrag ging mir wirklich der Hut hoch.

Gezeigt wurde unsere hoch verehrte Frau Bundeskanzlerin, wie sie davon sprach, dass nicht zuletzt auf Grund der guten Politik der Großen Koalition der Aufschwung nun endlich auch beim "gemeinen Fußvolk" angekommen sei.

In gewisser Weise will ich Angela Merkel da noch nicht einmal widersprechen. Tatsächlich ist die Arbeitslosigkeit dank der guten konjunkturellen Lage in den letzten Jahren erkennbar zurückgegangen und so gesehen gibt es zweifellos zwei bis drei Millionen Menschen, die der unerfreulichen "Hartz-IV-Schiene" (vorerst) entkommen konnten. Allerdings habe ich massive Zweifel daran, dass diese erfreuliche Entwicklung primär auf die Entscheidungen unserer Regierung zurückzuführen ist.

Aber egal, mir geht es ohnehin um etwas anderes. Laut "Frontal" sind die Realeinkommen (bereinigt um die Inflation) hierzulande in den zurückliegenden drei Jahren gesunken. Und wenn ich nach einem Besuch im Supermarkt in meinen Geldbeutel schaue, kann ich das aus eigener Erfahrung nur bestätigen.

Deutlich gestiegen sind demgegenüber die Steuereinnahmen. Besonders gut angekommen ist der Aufschwung also offensichtlich beim Staat. Aber es gibt noch eine Gruppe, die sich die Taschen ordentlich vollmacht: die Manager. Zweistellige prozentuale Zuwachsraten pro Jahr waren bei den Gehältern der Top-Führungselite seit 2005 keine Ausnahme sondern die Regel.

Wenn ich dann noch bedenke, dass einige von diesen Spitzenverdienern nicht einmal vor illegalen Machenschaften zurückschrecken, um die Steuerlast zu senken, gibt mir das schon arg zu denken.

Auf der anderen Seite existiert eine Branche, die sich angesichts solcher Entwicklungen die Hände reibt. Ich spreche vom Luxusgüter-Segment. Vielleicht sollte "Otto-Normalbürger" sich ein paar Aktien aus diesem Bereich ins Depot legen, um mit den Gewinnen den einen oder anderen Designer- oder Luxus-Artikel zu erstehen, wenn es schon mit der Hände Arbeit nicht klappt.

*Branche mit ansehnlichem Wachstum

Die schlechteste Idee ist das ganz bestimmt nicht. Schließlich verzeichnete die Branche im vergangenen Jahr ein Wachstum von stattlichen neun Prozent. Gerade im Vergleich zum Einzelhandel, der fast schon auf dem "Zahnfleisch" daherkommt, ist das überaus bemerkenswert.

Irgendwie kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass in Deutschland immer mehr Menschen kaum über die Runden kommen, während einige scheinbar nicht wissen, wohin mit dem ganzen Geld. Na ja, bekanntlich scheißt (entschuldigen Sie bitte die Ausdrucksweise) der Teufel ja immer auf den größten Haufen!

Jetzt aber genug mit der unterschwelligen Gesellschaftskritik. Immerhin schreibe ich hier ja einen Börsenbrief und nicht die Neuauflage des kommunistischen Manifests.

Meiner Einschätzung nach wird das Luxus-Segment auch in Zukunft überdurchschnittliche Zuwachsraten verzeichnen können. Hierfür gibt es abgesehen von der Tatsache, dass die Kluft zwischen arm und reich immer größer wird, noch einige andere gewichtige Argumente.

*Der Wunsch nach Beständigem und Individualität

Vor allem in den Industrie-Nationen nahm in den zurückliegenden Jahren der Wunsch vieler Menschen nach Beständigem und Individualität permanent zu. Hochpreis-Güter befriedigen beide Bedürfnisse gleichermaßen.

Ich möchte Ihnen das an einem Beispiel erläutern: In den 1980er Jahren steckte die Schweizer Uhren-Industrie in einer tiefen Krise. Kaum jemand konnte sich im Quarz-Zeitalter noch für unverwüstliche aber teilweise sündhaft teure mechanische Uhren begeistern.

Seit einiger Zeit erlebt das Segment jedoch eine kaum mehr für möglich gehaltene Renaissance. Uhren im Preisbereich von 3.000 Euro und darüber verkaufen sich wie die sprichwörtlich "warmen Semmeln", obwohl die Hersteller zuletzt in fast schon frecher Art und Weise an der "Preisschraube" gedreht haben.

Solche Uhren halten für gewöhnlich ein ganzes Leben lang und können sogar noch problemlos vererbt werden. Gleichzeitig garantieren sie - abgesehen von einigen sehr populären Modellen - dem Träger, dass nicht einige 1.000 andere Personen mit dem gleichen "Wecker" herumlaufen. Dafür sind viele Menschen bereit, auch etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Ganz ähnlich verhält es sich auch in Sachen Kleidung und letztlich sogar in abgeschwächter Weise bei Fahrzeugen. Denn man kann sagen, was man will: Designer-Ware ist nicht nur sehr individuell, sondern weist im Regelfall auch eine überaus hochwerte Qualität auf.

Ich habe diese Erfahrung selbst mehrfach gemacht. Ein Hemd für sagen wir einmal 80 Euro trage ich viele Jahre. No-Name-Produkte aus dem Kaufhaus geben bereits nach zehn oder maximal 20 Waschgängen den Geist auf.

*Erstaunlich resistent gegen konjunkturelle "Dellen"

Einige von Ihnen denken jetzt wahrscheinlich, dass es die Hersteller von Luxus-Artikeln wegen der nach wie vor nicht auszuschließenden Rezession in Übersee in den nächsten Jahren schwer haben könnten. Genau das Gegenteil ist in Wahrheit der Fall.

Bereits zwischen 2000 und 2003 zeigte sich, dass dieses Segment annähernd immun gegen konjunkturelle "Dellen" ist. Zwar sitzt das Geld auch bei den "Superreichen" in Zeiten rückläufigen Wirtschaftswachstums nicht ganz so locker. Denn ihre Aktien-Pakete sind dann weniger wert und auch mit Firmen-Optionen lässt sich nicht der große "Reibach" machen. Erstaunlicherweise schmälert das die "Lust auf Teures" nur unwesentlich.

Unterm Strich bin ich für die Hersteller von Luxus-Gütern sehr optimistisch. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Branche auch weiterhin ansehnliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn erzielt und Anleger mit entsprechenden Papieren selbst im Fall einer konjunkturellen Abkühlung solide Erträge generieren können. Immerhin leisten sich immer mehr "Normal-Verdiener" den einen oder anderen Luxus-Artikel, nicht zuletzt um das Gefühl zu bekommen, auch zu den "glücklichen Besitzenden" zu gehören.

*Escada: Für Aktionäre eine herbe Enttäuschung

Nichtsdestotrotz ist auch in diesem Segment cleveres "Stock-Picking" die "halbe Miete" für erfolgreiche Investments. Ansonsten hätten Sie mit ein bisschen Pech im Frühjahr 2007 möglicherweise einige Anteilscheine des Mode-Konzerns Escada erworben.

Und an dieser Anlage wäre Ihre Freude sicherlich überschaubar gewesen. Innerhalb eines knappen Jahres "schmierten" die Aktien von 37 auf aktuell gerade einmal rund 15 Euro regelrecht ab. Auf die Schnelle fällt mir aus dem Bereich kein Wert ein, der auch nur ansatzweise eine so miese Performance hatte.

Was war geschehen? Und bahnt sich hier möglicherweise eine viel versprechende "Turn-around"-Chance an? Meine Antworten auf diese Fragen verrate ich Ihnen in der heutigen Ausgabe des "Hotstock-Trading".