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Forum > World of Sofa-Talk > Lidl Mitarbeiter bespitzelt

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Thema: Lidl Mitarbeiter bespitzelt

Thema Nr. 51557  
Thema eröffnet von:  Baerlexa Beiträge: 59 Bewertung (0):
am: 26.03.08 13:21 Gelesen gesamt: 447    
Letzter Beitrag von:  springer1968 Gelesen heute: 10      
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Themenbeitrag Nr.31

 
Von  Neitka Erstellt am: 31.03.08 21:56 Beitrag Nr.: 128.057 Weitere Beiträge
Dieser Beitrag:
Lidl: Mitarbeiter dürfen Bespitzelungsprotokolle einsehenDie protokollierten persönlichen Informationen über Mitarbeiter seien lediglich Einzelfälle, sagt Lidl. Das können die Beschäftigten der Ladenkette jetzt selbst nachprüfen. Sie bekommen Einsicht in die Protokolle der Detektive.

NECKARSULM - Die von der Bespitzelungsaffäre bei Lidl betroffenen Mitarbeiter bekommen Einsicht in die Protokolle der Detektive. "Jedem Mitarbeiter einer betroffenen Filiale bieten wir jetzt an, die vorhandenen Protokolle einzusehen, um zu erfahren, ob es überhaupt Aufzeichnungen über ihn gibt, und wenn ja, welche", teilte Geschäftsführungsmitglied Jürgen Kisseberth am Montag in Neckarsulm mit. "Den Mitarbeitern wird jene Passage vorgelegt, die sich mit ihrer Person beschäftigt." Im vergangenen Jahr seien in 219 der mehr als 2900 Lidl-Filialen in Deutschland Detektive eingesetzt worden, um Waren gegen Diebstahl zu sichern.

Das Unternehmen habe seine Mitarbeiter deutschlandweit informiert, in welchen Filialen Detektive unterwegs waren. Die Einsichtnahme in die Protokolle sei zuvor rechtlich überprüft worden, um auszuschließen, dass der Einblick in die Daten rechtswidrig erfolge, sagte Kisseberth. "Wir werden weiterhin aufklären und unsere Mitarbeiter offen informieren."

Geschäftsführung ist "sehr betroffen"


Zuvor hatte sich Lidl in großformatigen Zeitungsanzeigen bundesweit bei der Belegschaft entschuldigt. Darin begründet das Unternehmen den Einsatz von Detekteien mit rund 80 Millionen Euro Schaden, der jährlich durch Diebstahl entstehe. Der Vorwurf, durch Detekteien Mitarbeiter überwacht zu haben, "hat uns sehr betroffen gemacht", schreibt die Geschäftsführung in der am Montag in Tageszeitungen abgedruckten Anzeige. Wenn sich Mitarbeiter "in Misskredit gebracht und persönlich verletzt fühlen, so bedauern wir dies außerordentlich und entschuldigen uns ausdrücklich dafür".

Aufgabe der Detekteien sei es gewesen, Informationen zur Aufklärung von Diebstählen zu gewinnen. "In Einzelfällen wurden durch die Detekteien zusätzliche und teilweise auch persönliche Informationen über Mitarbeiter protokolliert - das war von uns so nicht gewollt", heißt es in der Anzeige weiter. "Aus den Vorfällen haben wir gelernt und werden zukünftig mit unseren Mitarbeitern gemeinsam die Firma vor Verlusten durch Diebstahl schützen."

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert nach der Bespitzelungsaffäre mehr Datenschutz für Beschäftigte. DGB-Vize Ingrid Sehrbrock verlangte von Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) konkrete Schritte für ein Arbeitnehmer-Datenschutzgesetz. Ein solches Gesetz sei überfällig, sagte sie in Berlin. Die Grünen-Verbraucherpolitikerin Ulrike Höfken rief die Lebensmittelkonzerne zu Auskünften über Sozialstandards auf.

(mpr/dpa)

 

Themenbeitrag Nr.32

 
Von  huetter69 Erstellt am: 01.04.08 10:26 Beitrag Nr.: 128.088 Weitere Beiträge
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"Lidl muss die Verantwortlichen austauschen – nur das wirkt""Eine Schweinerei, dumm und schlechtes Management": Der Discounter-Kenner Dieter Brandes verurteilt die Methoden, mit denen Lidl seine Mitarbeiter bespitzelte. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview spricht er über verwerfliche - und vorbildliche - Praktiken bei Aldi, Lidl, Schlecker & Co.Das Interview steht hier:http://www.spiegel.de/wirtschaft/0%2C1518%2C544451%2C00.html

 

Themenbeitrag Nr.33

 
Von  Neitka Erstellt am: 01.04.08 23:46 Beitrag Nr.: 128.213 Weitere Beiträge
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Detektive attackieren LidlWegen der Mitarbeiterbespitzelung steht der Discounter Lidl seit Tagen in der Kritik. Nun wehrt sich der Bundesverband der Detektive gegen den Versuch des Discounters, die Verantwortung auf die Ladendetektive abzuwälzen.

Der Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) wirft dem Discounter Lidl vor, die Überwachung von Mitarbeitern falsch darzustellen. In seinem Mitarbeiterschreiben heiße es, dass "durch Detekteien zusätzliche und teilweise auch persönliche Informationen über Mitarbeiter protokolliert worden sind, was von Lidl so nicht gewollt war". Damit werde versucht, den wahren Sachverhalt zu verschleiern und die Detekteien als die alleinigen Schuldigen darzustellen, teilte der BDD in Bonn mit.Es stehe außer Frage, dass sich die Detektive nicht korrekt verhalten hätten, wenn sie solche Protokolle angefertigt hätten. "Dass sie dies aber ohne die Rückendeckung der Unternehmensführung getan haben sollen, erscheint vor dem Hintergrund der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Detektiven wenig wahrscheinlich", erklärte der Verband. Bei dem Einsatz handele es sich nicht um "klassische" Detektive, sondern um "Kaufhausdetektive", die eigentlich Fachkräfte für Sicherheit im Handel und gewerbemäßig dem Bewachungs- und Sicherheitsgewerbe zugeordnet seien. Deren Aufgabe nach der Gewerbeordnung sei allein die Bewachung von Waren zur Verhinderung von Diebstählen. Eine Doppelfunktion - Warenbewachung einerseits und die Ausspähung von Mitarbeitern andererseits - verbiete sich einmal von der grundlegenden Aufgabenstellung her und zum anderen vor allem mit Blick auf die negativen Auswirkungen auf das Betriebsklima, betonte der Detektiv-Verband.

Ein unverrückbarer Grundsatz beim Einsatz von Detektiven sei es, dass alle Ermittlungsergebnisse vor Gericht bestehen könnten. "Das setzt auch voraus, dass für den Einsatz eines Detektives ein berechtigtes Interesse nachgewiesen werden und ein konkreter Anfangsverdacht bestehen muss." Vor diesem Hintergrund distanziere sich der Bundesverband Deutscher Detektive ausdrücklich von dem bei Lidl eingesetzten Unternehmen MIG Security, das nicht Mitglied im BDD sei.

AP

Quelle:
http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/:%DCberwachungsskandal-Detektive-Lidl/615919.html

 

Themenbeitrag Nr.34

 
Von  Zahlenfee Erstellt am: 02.04.08 17:35 Beitrag Nr.: 128.317 Weitere Beiträge
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Spitzel auch bei Plus und Edeka Nicht nur bei Lidl sondern bei Plus und Edeka wurden Mitarbeiter ausspioniert
Von Malte Arnsperger und Markus Grill

Erst Lidl, jetzt Plus und Edeka:

Nach Enthüllung der Stasi-Methoden bei Lidl liegen stern.de nun brisante Protokolle über ähnliche Methoden bei zwei weiteren Supermärkten vor. Detailliert wird auch bei Plus und Edeka über die Arbeitsleistung und das Privatleben der Angestellten berichtet.


Der stern und stern.de enthüllten jüngst, wie der Discounter Lidl Angestellte in seinen Filialen systematisch überwachen und ausspionieren ließ. Nun zeigt sich, dass Lidl offenbar kein Einzelfall ist. Auch einige Konkurrenten bedienen sich vergleichbarer Methoden.
stern.de liegen Protokolle eines Sicherheitsunternehmens vor, das für den Discounter Plus und die Supermarktkette Edeka gearbeitet hat. Auch in diesen Protokollen wird detailliert über private Angelegenheiten von Mitarbeitern in den Filialen berichtet. Einziger Unterschied zum Stasi-Fall bei Lidl: Die Zahl der vorliegenden Protokolle ist geringer. Wie bei Lidl traten die Spitzel in den Märkten offiziell als Ladendetektive auf, tatsächlich beschäftigten sie sich aber nicht nur mit Ladendieben, sondern auch mit dem Ausspähen der Mitarbeiter. Jeweils eine Woche lang waren die Detektive in den Filialen unterwegs, ihre Beobachtungen vermerkten sie minutiös in seitenlangen Berichten. Und wie bei Lidl auch wurden bei Plus und Edeka versteckte Mini-Kameras angebracht, mit denen jeder Winkel der jeweiligen Läden überwacht werden konnte.

So heißt es in einem der Protokolle über eine Plus-Filiale im Norden Deutschlands aus dem Juli 2006: "Bei einem privaten Gespräch mit Frau C. erfahre ich dass sie viele Neider hat, da sie und ihr Mann sich jetzt ein Haus gekauft hätten, zwei Autos und ein Motorrad fahren, sowie öfter in den USA Urlaub machen. Ihr größter Wunsch wäre es, in die USA auszuwandern. Immerhin würde sie als stellvertretende Marktleiterin gutes Geld verdienen und könnte sich den Lebensstil leisten."

Pikante Details aus dem Privatleben Finanziell geht es der Plus-Mitarbeiterin C. also gut. Pikanter sind da schon andere Details über das Privatleben von Frau C. So berichtet der Detektiv an die Plus-Regionalleitung in der Nähe von Hannover: "Hier gab es eine anonyme Anzeige, da Frau C. sich angeblich zu wenig um ihre 8-jährige Tochter kümmern würde und das Kind während der Arbeitszeit am Nachmittag zu einer Freundin abgeschoben wird. Frau C. hat diesbezüglich heute um 17 Uhr ein Gespräch mit dem Jugendamt." /* */ Sieht so eine "vertrauensvolle" Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern aus? Diese kündigt Plus zumindest auf seiner Homepage an: "In der Management-Philosophie von Plus spielt der Mitarbeiter die zentrale Rolle. Mit einer offenen Feedback-Kultur gestaltet sich die Zusammenarbeit auf allen Hierarchieebenen vertrauensvoll. Den Erfolg dieser Philosophie bestätigen unsere Mitarbeiter: Eine Plus-interne Umfrage hat ergeben, dass diese sehr motiviert sind und Freude an der Arbeit in einem jungen und dynamischen Team haben." Mit diesen Worten wirbt der Discounter um neue Mitarbeiter. Schließlich sind diese "ganz entscheidend für den Erfolg unseres Unternehmens". So weit die Eigeneinschätzung.

Die Wirklichkeit sieht anders aus. Seitenweise werden in den Berichten die Arbeitsabläufe in den Filialen beschrieben, es werden private Unterhaltungen von Mitarbeitern protokolliert oder ihre Arbeitsleistung bewertet. Da erfahren die Plus-Bosse etwa, dass die Angestellte E. gut mit ihrer Kollegin W. befreundet ist und "diese beiden sogar untereinander im gleichen Haus wohnen". Auch weiß der Arbeitgeber nun, wie Frau C. über Frau T. denkt: Diese sei "überfordert" und "nicht das hellste Kind". So sagte es ihm Frau C., berichtet der Detektiv pflichtbewusst. Datum seiner Beobachtung: Dienstag,17.40 Uhr.

Datenschutzbeauftragter kritisiert Schnüffelei Diese Art der Schnüffelei hatten sowohl der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar als auch der Arbeitsrechtler Klaus Müller-Knapp im stern scharf kritisiert. Schaar sagte, es sei dem Arbeitgeber verboten, seine Mitarbeiter heimlich zu überwachen, das verstoße gegen das Datenschutzgesetz. Müller-Knapp sieht außerdem einen Verstoß gegen Artikel zwei des Grundgesetzes, der die freie Entfaltung der Persönlichkeit schützt. Mitarbeiter könnten zivilrechtlich gegen solche Observationen vorgehen.

Plus bestätigt die Existenz solcher Protokolle. Auf Anfrage von stern.de teilt Plus-Sprecherin Nicole Dinter aber per Fax mit: "Die Notizen des externen Mitarbeiters haben wir nicht explizit beauftragt und weder ausgewertet noch weiter genutzt." Außerdem: "Einen konkreten Grund, warum die Mitarbeiteraussagen im Bericht aufgeführt sind, können wir nicht erkennen." Nach Angaben der Sprecherin wurde aufgrund der stern.de-Recherchen veranlasst, derartige Berichte künftig nicht mehr zu akzeptieren.

Welche seltsamen Ausmaße diese Art der Überwachung haben kann, zeigen auch Aufzeichnungen bei Edeka. In Protokollen aus zwei Filialen in Nordrhein-Westfalen, die stern.de vorliegen, wird ebenfalls in der Privatsphäre der Mitarbeiter herumgestochert. Einen dieser Märkte leitet Herr M., Herr Z. ist sein Stellvertreter. Diesen beiden Männern gilt eine Woche im Herbst 2006 die volle Aufmerksamkeit des fleißigen Detektivs. So berichtet er über ein Gespräch mit Herrn M: "Herr M. erwähnt, dass er fast ausschließlich mit dem Fahrrad in den Markt kommt, manchmal sogar zu Fuß, da er nahe wohnt. Privat fährt er einen Volvo." Über Herrn Z. merkt der Spitzel an, dieser wirke sichtlich "nervös und unsicher" und mache "sehr oft eine Raucherpause". Natürlich werden die beiden Herren auch während ihrer Pausen nicht unbeobachtet gelassen. Der Eintrag um 9 Uhr lautet: "Herr M. und Herr Z. sitzen, rauchen und lesen die Tageszeitung."
Auch in anderen Edeka-Filialen spioniert Ähnliche Beobachtungen macht der Detektiv eine Woche zuvor in einer anderen Edeka-Filiale. Auch hier gilt sein Interesse vor allem dem Marktleiter, in diesem Falle Herrn J., und seiner Vertretung, Herrn B. am Montag, den 11. September 2006, berichtet er um 15 Uhr: "Herr B. hat von einem Vertreter einen Tankgutschein in Höhe von sechs Euro erhalten und beschwert sich, dass es früher Tankgutscheine über zehn Euro gab." Natürlich sind auch in diesem Geschäft persönliche Animositäten zwischen den einzelnen Angestellten zu beobachten. Also schreibt der Detektiv, eine Reinigungskraft hätte ihm gesagt, dass "Herr B. von der Belegschaft nicht akzeptiert wird und er kein Durchsetzungsvermögen hat. Zu Herrn J. erwähnt sie, dass dieser insbesondere zu den Kunden sehr unfreundlich ist." Überhaupt kommt dieser Herr J. nicht besonders gut weg. In seinem Fazit bemerkt der Schnüffler: "Herr J. scheint sich den ganzen Tag um das Überarbeiten von Obst und Gemüse zu kümmern und wird selten bei anderen Aktivitäten gesehen."
Edeka bestätigt Existenz der Protokolle Auch Edeka bestätigt die Existenz dieser Protokolle: "Diese Details wurden uns von der Sicherheitsfirma über den Auftrag hinaus angeboten", sagt Rüdiger Heß, Geschäftsführer des für die beiden Filialen verantwortlichen Edeka-Subunternehmens WEZ, zu stern.de. "Die Informationen interessieren uns aber nicht." Seit 1996 sei die Sicherheitsfirma in seinen Filialen tätig gewesen, bis 2006 aber lediglich mit Testkäufern, um die Aufmerksamkeit der Kassiererinnen zu überprüfen. Dreimal seien dann im Jahr 2006 Detektive mit Wissen der Mitarbeiter für die Ladendiebstahlkontrolle eingesetzt worden. "Danach haben wir die Zusammenarbeit mit der Sicherheitsfirma gestoppt", beteuerte Heß. "Es ging darüber hinaus, was wir wollten, und zudem blieb der Erfolg bei der Ladendiebstahlkontrolle aus."

Ähnlich äußerte sich die Edeka-Zentrale: Diese Art der Überwachung von Mitarbeitern sei "gesetzeswidrig" und nicht zu tolerieren. "Das ist bei uns nicht üblich", sagte Unternehmenssprecherin Marliese Kalthoff. Aufgeschreckt von den stern.de-Recherchen hat die Edeka-Regionalgesellschaft Minden-Hannover die Zusammenarbeit mit der Sicherheitsfirma nach eigenen Angaben vorerst gestoppt. Trotzdem ist die Detektei nach wie vor für einige der insgesamt sieben deutschen Edeka-Regionalgesellschaften tätig, sagte Marliese Kalthoff . Denn: "Wir können keiner unserer Regionalgesellschaften den Kontakt mit dieser Sicherheitsfirma verbieten.

Quelle:
"http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/:%DCberwachungsaff%E4re-Spitzel-Plus-Edeka/615980.html

 

Themenbeitrag Nr.35

 
Von  Neitka Erstellt am: 04.04.08 09:18 Beitrag Nr.: 128.548 Weitere Beiträge
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4. April 2008, 06:47 Uhr Videoüberwachung Experten warnen vor EC-Karten-Gebrauch bei Lidl Neue Aufregung im Lidl-Skandal: Verbraucherschützer warnen jetzt davor, bei dem Discounter mit EC-Karte zu bezahlen. Grund: Lidl kann nicht ausschließen, dass beauftragte Detektive heimlich die Kunden filmen – bei der Eingabe der Pin-Nummer. Das Unternehmen hält die Videoüberwachung indes für unentbehrlich.
Die heimlichen Videoaufnahmen durch betriebsfremde Detektive in zahlreichen Filialen der Einzelhandelskette Lidl alarmiert auch Verbraucherschützer. „Wir raten den Kunden dringend ab, bei Lidl mit EC-Karte und Pin-Geheimnummer zu zahlen“, sagte Hartmut Strube, Jurist bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, der „Süddeutschen Zeitung“. Lidl habe zuvor in einem Schreiben an seine Kunden eingeräumt, dass die Aufzeichnung der Pin-Eingabe nicht vollständig auszuschließen sei, schrieb das Blatt. Dies sei „ein Eingeständnis dafür, dass die Kameras offensichtlich über genügend Auflösung verfügen, um den Pin-Code zu erkennen“, sagte der Justiziar der Verbraucherzentrale Bayern, Markus Saller, der Zeitung. Nach Angaben von Lidl werden die Videobänder täglich gelöscht. Wer ganz sicher gehen will, muss den Eingabevorgang wohl mit der Hand abdecken.

Nach einem Bericht des Magazins „Stern“ protokollierten interne Berichte detailliert die Verhaltensweisen von Lidl-Angestellten bei der Arbeit. Die Daten stammten aus der Überwachung mit Miniaturkameras. Offiziell sollten diese dem Schutz vor Ladendieben dienen.

Der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte Joachim Jacob will nun gemeinsam mit dem Lebensmitteldiscounter ein neues Konzept zur Videoüberwachung in den Filialen entwickeln. „Wenn man Videoüberwachung macht, muss das klar erkennbar sein. Es müssen die Mitarbeiter wissen und es müssen die Kunden wissen“, sagte Jacob. Damit würden nicht nur die Persönlichkeitsrechte von Mitarbeitern und Kunden geschützt. „Sichtbare Kameras haben auch eine abschreckende Wirkung.“ Jacob berät den Lebensmitteldiscounter in datenschutzrechtlichen Fragen.
Auf Videoüberwachung der Verkaufsräume will Lidl eigenen Angaben zufolge nicht verzichten. „Eine solche Videoüberwachung ist unentbehrlich, um Diebstähle und Raubüberfälle zu verhindern bzw. aufzuklären“, teilte das Unternehmen mit. Jacob kündigte an, zunächst eine Bestandsaufnahme bei Lidl zu machen. Er werde prüfen, wie und in welchem Umfang Daten über Mitarbeiter erhoben und verarbeitet worden seien.

dpa/ddp/lw

 

Themenbeitrag Nr.36

 
Von  Zahlenfee Erstellt am: 04.04.08 22:10 Beitrag Nr.: 128.674 Weitere Beiträge
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DISCOUNTER IM IMAGE-TIEF Lidl demontiert seine Überwachungskameras Erst entschuldigte man sich nur, nun soll gehandelt werden: Lidl stellt die umstrittene Video-Überwachung in seinen Filialen ein. Erste Kameras seien schon abgebaut worden, heißt es. Lidl will die Verkaufsräume aber auch künftig überwachen - nur auf neue Weise.

Neckarsulm - Erstmal ist Schluss mit der Überwachung. Lidl stellt vorläufig die umstrittene Videoüberwachung in seinen Filialen ganz ein. Man habe bereits begonnen, die Kameraanlagen in den Filialen zu demontieren, heißt es in einer Mitteilung aus der Firmenzentrale in Neckarsulm. Die Beobachtung der Verkaufsräume werde in den nächsten Monaten "grundlegend neu aufgestellt".

 

Lidl-Filiale (in Berlin): "Zu keinem Zeitpunkt Pin-Nummern gefilmt"

In der Mitteilung hieß es weiter: "Ziel ist es, einerseits Diebstähle in den Filialen zu vermeiden und aufzuklären und gleichzeitig eine Erfassung auch sensibler Informationen oder Daten von Kunden wie Mitarbeitern gänzlich auszuschließen."

Die bisherigen Kameraanlagen in den Verkaufsräumen dienten dem Unternehmen zufolge ausschließlich zur Verhinderung und Aufklärung von Diebstahl und anderen strafbaren Handlungen. "Zu keinem Zeitpunkt wurden Kameras eingesetzt, um persönliche Daten von Kunden wie zum Beispiel Pin-Nummern zu erkennen."

 

Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass die heimlichen Videoaufnahmen durch betriebsfremde Detektive auch Verbraucherschützer auf den Plan riefen. (mehr...) "Wir raten den Kunden dringend ab, bei Lidl mit EC-Karte und Pin-Geheimnummer zu zahlen", sagte Hartmut Strube, Jurist bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, dem Blatt. Lidl hatte zuvor eingeräumt, dass die "Aufzeichnung Ihrer Pin-Eingabe nicht vollständig auszuschließen" sei, hieß es in dem Bericht. Wer das verhindern wolle, müsse "den Eingabevorgang mit der Hand abdecken".

itz/AP

 

Themenbeitrag Nr.37

 
Von  springer1968 Erstellt am: 11.04.08 11:16 Beitrag Nr.: 129.222 Weitere Beiträge
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Lidl wird von seinen Kunden bestraft

 

 

 

 

Die Verbraucher haben von ihrer stärksten Waffe Gebrauch gemacht und seit der Überwachungsaffäre weniger bei Lidl gekauft. Jetzt verzeichnet der Discounter Umsatzeinbußen und beteuert, künftig menschlicher mit seinen Mitarbeitern umzugehen.Der Discounter Lidl hat nach der Aufdeckung der Überwachungsaffäre Umsatzeinbußen registriert. Das erklärte der Konzernchef der Schwarz-Gruppe, Klaus Gehrig, in der Sendung „Quergefragt“ des Südwestrundfunks (SWR). Auf die Frage, ob Lidl im Zuge der Berichte über die Vorfälle Umsatzeinbußen habe, sagte er nach Angaben des Senders: „Ja, das haben wir. Einige Kunden haben geschrieben, sie gehen nicht mehr einkaufen und das haben wir auch gemerkt.“ Dies sei jedoch „der falsche Weg“, weil die Kunden damit nicht das Unternehmen, sondern die Mitarbeiter bestraften.

Mit Blick auf die vergleichsweise geringe Zahl an Betriebsräten bei Lidl sagte Gehrig laut SWR, das Thema dürfe „nicht allein aus der Lidl-Sicht“ gesehen werden. Auch von den anderen Discountern müssten Betriebsräte eingefordert werden. Was man erlebe sei „doch nicht allein ein Lidl-Problem, sondern eines der Branche“. Bisher gibt es nur in 6 der 2900 deutschen Lidl-Filialen Arbeitnehmervertretungen. Gehrig räumte laut SWR ein, dass die Mitarbeiter wohl heute noch überwacht würden, wenn das Magazin „Stern“ dies nicht aufgedeckt hätte. Mit Blick auf ähnliche Vorwürfe gegenüber Lidl vor vier Jahren sagte er: „Traurig ist, dass das eine oder andere in bestimmten Regionen wieder aufgekommen ist, dass da gegen die Anweisungen verstoßen worden ist und dass sich etwas selbstständig gemacht hat.“ Er müsse sich mangelnde Kontrolle vorwerfen. „Das werden wir jetzt auch mit Macht angehen“, sagte er. Zudem kündigte er weitergehende Konsequenzen aus der Überwachungsaffäre an. In einem Gespräch mit der „Heilbronner Stimme“ erklärte Gehrig, dass man den Umgang mit den Mitarbeitern ändern werde. „Wer den neuen Regeln nicht entspricht, für den haben wir im Unternehmen keinen Platz mehr.“ Auch Deutschlandchef Frank-Michael Mros, in dessen Verantwortungsbereich die Aufzeichnung von privaten Gesprächen von Lidl-Mitarbeitern stattgefunden hatte, distanzierte sich von den Vorkommnissen und sagte dazu: „Das ist Schmutz, den wir alle als Schmutz empfinden.“ Gehrig gab zudem bekannt, dass das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz um zwölf Prozent von 44 auf 49 Milliarden Euro gesteigert habe. Die Mitarbeiterzahl der Schwarz-Gruppe liegt bei 260 000.

 

Themenbeitrag Nr.38

 
Von  springer1968 Erstellt am: 11.04.08 11:18 Beitrag Nr.: 129.223 Weitere Beiträge
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Lidl erwirtschaftet Umsatzrekord

 

 

 

 

Der vor allem von Lidl und der Warenhauskette Kaufland getragene Umsatz ist um mehr als fünf auf fast 50 Milliarden Euro gestiegen

 

 

 

Frankfurt - Der Einzelhandelskonzern Schwarz-Gruppe, zu dem der wegen Mitarbeiter-Bespitzelungen in die Schlagzeilen geratene Diskonter Lidl gehört, hat einem Medienbericht zufolge 2007 einen Umsatzrekord erzielt. Der vor allem von Lidl und der Warenhauskette Kaufland getragene Umsatz sei um mehr als 5 auf fast 50 Mrd. Euro gestiegen, berichtete die "Lebensmittel Zeitung" am Donnerstag im Voraus. "Das war eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte", wird Firmenchef Klaus Gehrig zitiert. Zum Gewinn habe er keine konkreten Angaben machen wollen. "Ein sehr gutes Ergebnis", sei der einzige Kommentar aus der Unternehmenszentrale gewesen. Zum laufenden Geschäftsjahr sagte Gehrig der Zeitung: "Es wird sicher nicht in dem Tempo von 2007 weitergehen". Nach den Sortimentsausweitungen der vergangenen Jahre sei langsam eine Grenze erreicht. Im In- und Ausland sei allein wegen des Plus-Verkaufs mit erhöhtem Wettbewerbsdruck zu rechnen. Der Diskonter Plus soll von Tengelmann an Edeka verkauft werden. Allerdings hat das Kartellamt angekündigt, die Fusion verbieten zu wollen.

 

Themenbeitrag Nr.39

 
Von  Baerlexa Erstellt am: 21.04.08 15:18 Beitrag Nr.: 130.022 Weitere Beiträge
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SPITZELMETHODEN BEIM DISCOUNTER Lidl-Spitze will nichts von Überwachungsprotokollen gewusst haben Lidls Manager geben sich fassungslos: Erstmals hat sich die Führung des Discounters zum Skandal um die heimliche Mitarbeiterüberwachung geäußert. Die Aussage ist wenig überraschend: Von den detaillierten Spitzelprotokollen will die Konzernspitze nichts geahnt haben.

Berlin - Es war wohl nicht nur für die betroffenen Mitarbeiter ein Schock: Die Vorgänge um detaillierte Überwachungsprotokolle hätten den Konzern völlig unvorbereitet getroffen, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende von Lidl und Kaufland, Klaus Gehrig, der "Bild"-Zeitung. "Wir haben davon nichts gewusst und waren genauso fassungslos wie alle anderen auch."

 

Lidl-Filiale in Stuttgart: Konzernspitze war "fassungslos" über Mitarbeiterprotokolle
Dann aber habe man gehandelt: Nach der Enthüllung habe die Geschäftsführung konsequent reagiert, sagte Lidl-Deutschland-Chef Frank Michael Mros dem Blatt. "Wir haben alle Kameras sofort abgebaut. Alle Mitarbeiter, die betroffen waren, konnten sich die Protokolle ansehen. Das Material wird nach Freigabe durch die Datenschutzbehörde komplett vernichtet." Um die Aufarbeitung werde sich der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte Joachim Jacob kümmern. "Er wird auch glasklare Regeln erarbeiten, was geht und was nicht."

Ende März war durch die Recherchen des "Stern" bekannt geworden, dass in dem Unternehmen seitenlange Spitzelprotokolle über Mitarbeiter angefertigt worden waren. Dabei wurden intimste Details aus dem Privatleben und vom Verhalten am Arbeitsplatz notiert.

 

Lidl wolle sich bei den Beschäftigten dafür erkenntlich zeigen, dass sie dem Konzern während der Krise treu geblieben sind, sagte Gehrig jetzt weiter. Dafür sollen jede Vollzeitkraft Ende dieses Monats 300 Euro und Teilzeitbeschäftigte eine anteilige Zahlung erhalten.

 

Gehrig kündigte zugleich an, dass das Unternehmen auch künftig nicht auf die Videoüberwachung verzichten werde. "Wir werden wieder Kameras in den Märkten aufbauen - zum Schutz der Mitarbeiter und zum Schutz vor Dieben. Das wird aber im offenen Gespräch mit den Mitarbeitern geschehen, die ihre Zustimmung dazu geben sollen und die sich die Filme jederzeit ansehen können." Der Kassenbereich werde davon aber ausgenommen, um den Verdacht einer möglichen Ausspionierung von EC-Geheimzahlen zu entkräften.

sam/ddp


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,548573,00.html

 


 

Themenbeitrag Nr.40

 
Von  Baerlexa Erstellt am: 21.04.08 15:22 Beitrag Nr.: 130.023 Weitere Beiträge
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TEURE NAHRUNG Lidl rechnet mit Preisschub bei Lebensmitteln Lidl geht davon aus, dass die Nahrungsmittelpreise in Deutschland kräftig anziehen werden - auch bei den Discountern. Grund ist der globale Preisanstieg für die Lebensmittelproduktion.

Berlin - Die Zeit der niedrigen Preise scheint endgültig vorbei: Die Verbraucher in Deutschland müssen sich auf weiter steigende Preise im Lebensmittel-Einzelhandel einstellen. In den nächsten Monaten werde es bei Lebensmitteln einen Preisschub geben, sagte der Aufsichtsratvorsitzende von Lidl und Kaufland, Klaus Gehrig, der "Bild"-Zeitung. Markenartikler, die sich bislang noch zurückgehalten hätten, würden jetzt nachziehen. Grund seien die weltweit dramatisch gestiegenen Nahrungsmittelpreise.

 

Lebensmittel auf einem Kassenband: "Zeit der dauerhaften Preissenkungen ist vorbei" "Durch die weltweite Bevölkerungsexplosion steigt nicht nur die Nachfrage nach Nahrung, es gehen auch wertvolle Ackerflächen verloren", sagte Gehrig weiter. "Der Druck auf die Lebensmittelpreise wird weiter kräftig wachsen." In der Preispolitik bei Lebensmitteln sei mittlerweile ein Wendepunkt eingetreten. "Lebensmittel werden nicht billiger.

Es wird Schwankungen geben, wie derzeit etwa bei der Milch. Aber die Zeit von dauerhaften Preissenkungen ist vorbei." Das bedeute jedoch keineswegs ein Ende des harten Konkurrenzkampfs im Markt. Die Kunden müssten weiterhin mit guten Aktionsangeboten überzeugt werden, so Gehrig.

Weit dramatischer sind die teuren Lebensmittel allerdings in anderen Teilen der Erde: Nach Einschätzung von Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon droht die Welt wegen der steigenden Lebensmittelpreise den Kampf gegen die Armut zu verlieren. Das sogenannte Millenniumsziel, die weltweite Armut bis zum Jahr 2015 zu halbieren, sei unter diesen Bedingungen immer schwerer zu erreichen, sagte Ban am Sonntag zum Auftakt einer Uno-Konferenz über Handel und Entwicklung in Ghanas Hauptstadt Accra. Schlimmstenfalls gingen die in den vergangenen sieben Jahren erzielten Fortschritte gänzlich verloren, warnte der Uno-Chef.

 

Sollte sich die Nahrungsmittelkrise weiter zuspitzen, sei sogar das weltweite Wirtschaftswachstum gefährdet, sagte Ban weiter. Zudem drohten politische Konflikte. Daher werde er bei den Vereinten Nationen sofort eine hochrangige Arbeitsgruppe einberufen, die Lösungsvorschläge ausarbeiten solle. Zuletzt hatten auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank vor den politischen und sozialen Gefahren des Preisanstiegs für Grundnahrungsmittel wie etwa Reis gewarnt. In mehreren Regionen Asiens und Afrikas kam es bereits zu Unruhen.

sam/Reuters/ddp


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,548575,00.html

 

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