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Thomas Grüner: 09.05.08 17:53 Furioses Finale? |
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Markus Fugmann: 09.05.08 11:12 Marktausblick vom 09.05.08 |
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Norbert Lohrke: 09.05.08 08:58 Solar Piraten |
| Thema eröffnet von: | Baerlexa | Beiträge: | 59 | Bewertung (0): | |
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| am: | 26.03.08 13:21 | Gelesen gesamt: | 427 | |||
| Letzter Beitrag von: | springer1968 | Gelesen heute: | 7 | |||
| am: | 07.05.08 18:29 |
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Von Baerlexa | Erstellt am: 26.03.08 13:21 | Beitrag Nr.: 127.453 | Weitere Beiträge |
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Lidl-Logo: Discounter gibt Existenz der Protokolle zu
So banal sich die Aufzeichnungen der Privatdetektive lesen, so tief greifen sie in die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter ein. So heißt es etwa: "Mittwoch, 14.05 Uhr: Frau M. möchte in ihrer Pause ein Telefonat mit ihrem Handy führen, es erfolgt die automatische Ansage, dass das Guthaben auf ihrem Prepaid-Handy nur noch 85 Cent beträgt. Schließlich erreicht sie telefonisch eine Freundin, mit welcher sie heute Abend gerne gemeinsam kochen würde, dieses setzt aber voraus, so Frau M., dass ihr Gehalt bereits gutgeschrieben wurde, da sie ansonsten kein Geld mehr hätte, um einzukaufen."
Bei einer anderen Kollegin vermerkt der Kontrolleur: "Mittwoch, 16.45 Uhr: Obwohl Frau N. bis jetzt im Bereich Non-Food/Aktionsware immer noch nicht allzu viel geschafft hat, macht sie pünktlich ihre Pause. Sie sitzt zusammen mit Frau L. im Pausenraum; die Kräfte unterhalten sich über Gehälter, Zuschläge und bezahlte Überstunden. Frau N. hofft ebenfalls, dass ihr Gehalt bereits heute gutgeschrieben wurde, da sie für heute Abend dringend Geld benötigt (Grund = ?)".
In vielen anderen Protokollen finden sich Anmerkungen über die private Lebenssituation ("Von einer Privatinsolvenz und der damit verbundenen 'Enthaltsamkeit' keine Spur"
, das Äußere der Mitarbeiter ("Frau M. ist an beiden Unterarmen tätowiert"
und ihr Privatleben ("Ihr Freundeskreis besteht größtenteils aus Drogenabhängigen"
. Die Überwachungsprotokolle seien "in höchstem Maß skandalös", weil es nicht um Arbeits-, sondern um Verhaltenskontrolle geht, zitiert der "Stern" den Hamburger Arbeitsrechtler Klaus Müller-Knapp. "Das stellt einen klaren Verstoß gegen Artikel 2 Grundgesetz dar, der die freie Entfaltung der Persönlichkeit schützt."
Besonders krass auch ein Fall aus Tschechien: Dort sei einer Mitarbeiterin schlicht verboten worden, während der Arbeitszeit auf die Toilette zu gehen, schreibt der "Stern": "Ausnahme: Weibliche Mitarbeiter, die gerade ihre Tage haben, dürfen demnach auch zwischendurch auf Toilette. Für dieses Privileg allerdings sollen sie - weithin sichtbar - ein Stirnband tragen." Lidl habe zwar erklärt, dass "der zitierte Vorfall uns in der Realität nicht bekannt ist". Dennoch habe der Konzern weder der Gründerin einer Bürgerrechtsinitiative noch der "Lebensmittelzeitung" juristisch untersagt, den entsprechenden Vorfall weiter zu verbreiten.
Tatsächlich bestätigte Lidl auch die Existenz der Protokolle. Dem Konzern zufolge dienten die Berichte allerdings "nicht der Mitarbeiterüberwachung, sondern der Feststellung eventuellen Fehlverhaltens". Von den detaillierten Protokollen aus der Privatsphäre der Beschäftigten habe sich das Unternehmen distanziert und erklärt, die "Hinweise und Beobachtungen entsprechen weder im Umgangston noch in der Diktion unserem Verständnis vom Umgang miteinander".
sam/ddp
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Von birgit schiemann | Erstellt am: 26.03.08 16:22 | Beitrag Nr.: 127.468 | Weitere Beiträge |
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Von Baerlexa | Erstellt am: 26.03.08 20:50 | Beitrag Nr.: 127.535 | Weitere Beiträge |
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Von Neitka | Erstellt am: 26.03.08 21:08 | Beitrag Nr.: 127.537 | Weitere Beiträge |
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Als Konsequenz aus den Bespitzelungsvorwürfen hat der Lebensmitteldiscounter Lidl die Zusammenarbeit mit Detekteien zur Überwachung von Beschäftigten mit sofortiger Wirkung beendet.
Es würden keine Detektive mehr eingesetzt, sagte das Mitglied der Lidl-Geschäftsführung, Jürgen Kisseberth. Komme es künftig zu Diebstählen, werde gemeinsamen mit den Mitarbeiter über Gegenmaßnahmen entschieden.
"Es tut uns leid"Kisseberth sagte, er sei bestürzt über die Berichte: "Es tut uns Leid. Wir können uns bei den betroffenen Mitarbeitern nur entschuldigen." Überwachungsmaßnahmen entsprächen nicht dem Stil des Unternehmens.
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Von birgit schiemann | Erstellt am: 26.03.08 21:58 | Beitrag Nr.: 127.543 | Weitere Beiträge |
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Von birgit schiemann | Erstellt am: 26.03.08 22:02 | Beitrag Nr.: 127.544 | Weitere Beiträge |
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Von birgit schiemann | Erstellt am: 26.03.08 22:47 | Beitrag Nr.: 127.551 | Weitere Beiträge |
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Von Baerlexa | Erstellt am: 27.03.08 09:54 | Beitrag Nr.: 127.567 | Weitere Beiträge |
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Von Baerlexa | Erstellt am: 27.03.08 10:14 | Beitrag Nr.: 127.570 | Weitere Beiträge |
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Hamburg - Ver.di macht den Bespitzelten Mut, sich zu wehren: "Ich kann den betroffenen Lidl-Mitarbeitern raten, sich untereinander zu verabreden und gemeinsam zu Ver.di zu kommen. Möglicherweise könnte man dann Musterklagen gegen Lidl anstrengen", sagte de stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Margret Mönig-Raane zu "Stern.de". Gestern erklärte schon der Ver.di-Handelsexperte Achim Neumann im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE, Bespitzelungsopfer zu unterstützen, wenn sie klagen wollen (mehr...). Das Vorgehen des Konzerns sei "eine Schweinerei sondergleichen".
Laut "Stern" hat Lidl seine Mitarbeiter systematisch ausspioniert (mehr...). Mit Miniaturkameras wurden die Angestellten überwacht, Gespräche in seitenlangen Protokollen notiert. Aufgezeichnet wurden Banalitäten ("Das Guthaben auf ihrem Handy beträgt nur noch 85 Cent."
ebenso wie Details aus dem Privatleben ("Ihr Freundeskreis besteht größtenteils aus Drogenabhängigen."
.
Aus Ver.di-Sicht stellen die Überwachungsprotokolle einen doppelten Rechtsbruch dar: Zum einen seien Datenschutzrechte verletzt worden. Zum anderen gehe es aber auch um einen Verstoß gegen die grundgesetzlich geschützte Würde des Menschen. "Hier wurde überwacht und bespitzelt wie in einem Unrechtsstaat", sagt Neumann. "Solche Unternehmen braucht das Land nicht."
Datenschützer sind über die Stasi-Methoden empört. In Baden-Württemberg, wo der Konzern seinen Sitz hat, leitet das Innenministerium nun eine offizielle Untersuchung ein (mehr...).
Lidl steht wegen der Behandlung seiner Mitarbeiter schon länger in der Kritik. Jahrelang hat sich das Unternehmen etwa gegen die Einrichtung von Betriebsräten gestemmt. Im vergangenen Jahr schaffte Ver.di immerhin einen Achtungserfolg - die Gewerkschaft setzte in fünf von bundesweit 2850 Filialen eine Arbeitnehmervertretung durch.
In einem "Schwarzbuch Lidl" hat Ver.di 2004 zudem eine ganze Reihe von Vorwürfen gegen den Discounter aufgelistet. Das Unternehmen unterziehe Angestellte ständigen Taschenkontrollen, um Diebstahl auszuschließen, und verbiete den Gang zur Toilette während der Arbeitszeit, hieß es darin etwa. Lidl wies die Anschuldigungen damals als "Diffamierungskampagne" zurück.
Wesentlich zurückhaltender reagierte der Konzern am Mittwoch, als der Spionageskandal bekannt wurde. Jürgen Kisseberth, Mitglied der Lidl-Geschäftsführung, sagte zu dem Bericht über die Überwachungen: "Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass es dazu Aufträge gegeben hat." Dies sei aber nicht der Wille der Geschäftsleitung gewesen.
Laut Kisseberth hatte das Unternehmen zwei Detekteien engagiert. Diese hätten jedoch nur den Auftrag gehabt, Diebstähle von Kunden aufzudecken. Lidl werde die Zusammenarbeit mit externen Detekteien nun sofort beenden. "Es tut uns leid", sagte Kisseberth. "Wir können uns bei den betroffenen Mitarbeitern nur entschuldigen."
ase/ddp
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Von birgit schiemann | Erstellt am: 27.03.08 18:04 | Beitrag Nr.: 127.607 | Weitere Beiträge |
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