Banner Rotation

Login

Login   

Kolumnen

mehr...
Norbert Lohrke: 05.12.08 07:21 Verhaltensanomalien in...
 Renditetrader: 04.12.08 17:54 Beruhigung an den...
Markus Fugmann: 04.12.08 12:25 Marktausblick vom 04.12.08...

Börsenbrief des Tages

mehr...

Beitrag versenden

Zurück
Sie empfehlen ein Beitrag aus dem Thema: Jetzt wird Googlefoniert

Beitrag versenden

 

Der zu versendende Beitrag

#43350 von  Neitka Erstellt am: 07.11.07 11:02:29 Beitrag Nr.: 43350 Weitere Beiträge
Dieser Beitrag:

Jetzt wird Googlefoniert Seit es Google gibt, sagt jeder nur noch "googlen" für das Suchen im Internet. Vielleicht heißt es bald auch "googlefonieren", wenn man per Handy ins Internet geht. Google kontert nämlich den Blackberrys und iPhones dieser Welt. Mit "Android" will man die Handy-Welt revolutionieren. Image

"Android" - das ist die neue Software für den Mobilfunkmarkt, die Google mit 33 Konzernen gemeinsam entwickeln wird. So illustre Größen wie Intel, Motorola und die Deutsche Telekom sind dabei. Das Revolutionäre an Android: Es ist ein Open-Source-Betriebssystem ganz nach dem Vorbild des freien Betriebssystems Linux. Das heißt, jeder Softwareentwickler kann es weiterentwickeln und zum Beispiel neue Anwendungen und Funktionen hinzufügen. Lizenzgebühren werden nicht fällig.

Mit der neuen Plattform soll die Internet-Nutzung per Handy einfacher werden, kündigt Google an. Neue Produkte könnten schneller und günstiger auf den Markt gebracht werden. Der Konzern hofft, dass möglichst viele Programmierer Anwendungen mit "Android" entwickeln. Ganz nach dem Linux-Erfolgsrezept: fortlaufender Fortschritt, ohne die Entwicklung allein voran treiben zu müssen.

Mehr zum Top-Thema ImageChartserie: Die Google-Gegner...ImageChartserie: Die Google-Partner...

Attacke gegen Microsoft
Google will sich mit dem Projekt den Markt der weltweit knapp drei Milliarden Handynutzer erschließen. Die passenden Handys sollen Mitte 2008 auf den Markt kommen.

Statt selbst ein "Google Phone" auf den Markt zu bringen, wie seit Monaten spekuliert wird, lässt der Suchmaschinenbetreiber seinen Partnern den Vortritt. Mit dabei sind der taiwanesische Handy-Hersteller HTC sowie Motorola, LG und Samsung. "Unsere Vision ist, dass eine leistungsfähige Plattform tausende von verschiedenen Mobiltelefonen hervorbringen wird." Google-Chef Eric Schmidt schloss aber nicht aus, dass der Konzern zu einem späteren Zeitpunkt ein eigenes Handy rausbringt: "Wenn man ein 'GPhone' machen wollte, dann wäre die Plattform eine gute Ausgangsbasis dafür."

Mit der neuen Allianz attackiert Google vor allem Microsoft. Der Software-Konzern versucht ebenfalls, ein eigenes Betriebssystem für Internet-Handys am Markt durchzusetzen. Bislang war der Erfolg des Softwaregiganten in dem Marktsegment aber eher mäßig.

Googles Android - keine große Sache?
Auch die großen Handyhersteller Nokia und Sony machen ebenfalls ihr eigenes Ding, ebenso Apple mit seinem Neuling "iPhone". Die Konkurrenz gibt sich, ganz professionell, betont gelassen. "Wir sehen das nicht als Bedrohung", sagte ein Sprecher des Handyweltmarktführer Nokia. John Forsyth, Manager beim britischen Handybetriebssystem-Anbieter Symbian, der knapp zur Hälfte Nokia gehört, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: "In den vergangenen neun Jahren wurden wohl ein Dutzend neue Plattformen auf den Markt gebracht, die uns attackieren wollten." Allerdings habe Symbian bislang immer noch die Nase vorne.

Manager Scott Horn von Microsofts Windows Mobile sagte mit Blick auf die Google-Allianz: "Es hört sich so an, als ob sie versuchen, eine Gruppe von Leuten zusammenzukriegen, um ein Telefon zu bauen - das machen wir aber schon seit fünf Jahren." Er sehe in dem Google-Bündnis keine große Sache.

Eine enorme Marktmacht
Vielleicht aber doch: Google hat nämlich eine Reihe namhafter Telekomkonzerne für sein Projekt gewinnen können. Zwar sind AT&T, Verizon und der europäische Branchenriese Vodafone nicht mit dabei. Trotzdem dürfte dem Internetkonzern eine recht große Marktmacht sicher sein: China Mobile gehört zum erlauchten Google-Kreis - der größte Mobilfunkanbieter der Welt mit knapp 350 Millionen Kunden. Außerdem die japanische NTT Docomo, Telecom Italia und Telefonica. Auch die Deutsche Telekom ist mit von der Partie: Der Mobilfunkarm T-Mobile will im kommenden Jahr in Europa und den USA Dienste auf der Google-Plattform einführen. In den USA hat man außerdem noch Sprint Nextel gewinnen können.

Mobilfunkgesellschaften versprechen sich von den offenen Standards und zusätzlichen Diensten einen Impuls für die verstärkte Nutzung ihrer Netze. Telekom-Chef René Obermann begrüßte Googles Vorstoß. Die Plattform sei eine gute Möglichkeit, das mobile Internet zu einem Massenmarkt zu entwickeln, sagte er bei einer Telefonkonferenz. Von der Kooperation verspricht sich T-Mobile eine höhere Datennutzung, womit der Rückgang in der Sprachtelefonie ausgeglichen werden soll. Es sei aber zu früh, über mögliche Absatz- und Umsatzzahlen zu sprechen.

Wie die neuen Handys auf Android-Basis aussehen werden? Da ist noch ein wenig Geduld vonnöten. Aber in Design und Diensten sollen sie dem iPhone ähneln, hatte die "New York Times" berichtet. Kein Wunder: Schließlich lässt sich Google-Chef Schmidt, der auch im Aufsichtsrat von Apple sitzt, täglich inspirieren. Er bekennt: "Ich bin glücklicher iPhone-Nutzer."