|
|
Markus Fugmann: 15.05.08 11:47 Marktausblick vom 15.05.08 |
|
|
Norbert Lohrke: 15.05.08 09:21 Monster Business |
|
|
WOI Wochenübersicht: 14.05.08 12:00 Wochenübersicht - World of... |
|
|
Von Zahlenfee | Erstellt am: 15.02.08 15:37 | Beitrag Nr.: 115.626 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Der Modekonzern Hugo Boss verliert seinen erfolgreichen Vorstandschef Bruno Sälzer.
Der 50-Jährige werde das Unternehmen nach fast sechs Jahren im Amt Ende Februar verlassen, teilte Boss überraschend mit. Hintergrund seien „unterschiedliche Auffassungen über die weitere Geschäftspolitik", hieß es.
Hugo Boss wird vom Finanzinvestor Permira beherrscht, dem auch die italienische Muttergesellschaft Valentino gehört. Ein Sprecher betonte gleichwohl, an der strategischen Ausrichtung von Boss werde sich nichts ändern. Ein Nachfolger werde noch gesucht.
Die im MDax notierte Vorzugsaktie von Hugo Boss brach um sieben Prozent auf 36,80 Euro ein. Hugo-Boss-Aufsichtsratschef Giuseppe Vita würdigte Sälzers Leistung: „Er hat die Marke auf den Weg in eine internationale Zukunft gebracht und das Unternehmen für den künftigen Wettbewerb gut positioniert.“
Sälzer hatte sich erst im Sommer hinter die Strategie von Permira gestellt und die von dem Finanzinvestor ins Auge gefasste höhere Verschuldung akzeptiert. Eine von Permira geforderte Sonderdividende dürfe den Spielraum des Vorstands aber nicht einschränken. Für 2008 hatte Sälzer auch den Zukauf einer Marke ins Auge gefasst.
Sälzer sitzt seit 1995 im Vorstand von Boss. 2002 übernahm der vorher beim Haarspray-Hersteller Schwarzkopf tätige Manager den Vorstandsvorsitz von Star-Designer Werner Baldessarini – als erster Chef, der nicht aus der Modebranche kam. Er brachte die kurz vor seinem Amtsantritt schwach gestartete Damenmode-Linie auf Kurs, indem er das Design von Italien nach Deutschland verlagerte. Außerdem zog er das vorher zumeist an Lizenznehmer vergebene Geschäft mit Accessoires wie Schuhen und Unterwäsche wieder zurück in den Konzern und erweiterte die vor allem für Herrenanzüge bekannte Marke auf sportlichere Mode. Außerdem erhöhte er die Umsatzrenditen durch die Erweiterung des Netzes eigener Läden. Erst vor einer Woche hatte Sälzer einen Rekordumsatz und -gewinn vorgelegt. Unter seiner Ägide steigerte Boss den Umsatz auf 1,6 von 1,1 Milliarden Euro, der Nettogewinn kletterte von 2001 bis 2007 auf 154 von 95 Millionen Euro. Reuters/lw
|
|
Von Baerlexa | Erstellt am: 12.03.08 11:11 | Beitrag Nr.: 126.008 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Metzingen - Beim Modekonzern Hugo Boss hat sich Permira im Streit um die Ausschüttungspolitik des Unternehmens durchgesetzt. Das Unternehmen will sich nun deutlich verschulden, um die geforderte Sonderdividende in Höhe von rund 350 Millionen Euro zahlen zu können.
Im Streit mit Permira um entsprechende Forderungen war Vorstandschef Bruno Sälzer Mitte Februar aus dem Unternehmen ausgeschieden. Permira hatte im Zuge der Übernahme höhere Dividenden und eine höhere Verschuldung des Unternehmens verlangt und war damit bei Sälzer auf Widerstand gestoßen.
Wie das Unternehmen weiter mitteilte, ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2007 um 19 Prozent auf 220 Millionen Euro gestiegen. Das Konzernergebnis kletterte um 20 Prozent auf 154 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 9 Prozent (währungsbereinigt 12) auf 1,632 Milliarden Euro zu. Heute morgen erreichte die Boss-Aktie in den ersten Handelsminuten des Dax ein Plus von vier Prozent.
MEHR ÜBER... "Die strategische Ausrichtung des Unternehmens bleibt unverändert, Vorstand und Aufsichtsrat stehen nach wie vor hinter der eingeschlagenen Wachstumsstrategie", sagte Finanzvorstand Joachim Reinhardt. "Auch künftig werden wir unseren Fokus auf die Expansion und die Internationalisierung des Konzerns richten." Mit der Ausschüttung der Sonderdividende würden alle Aktionäre am Erfolg des Unternehmens beteiligt, sagte Reinhardt weiter. "Gleichzeitig behält Boss die finanzielle Flexibilität für anhaltendes organisches Wachstum und Akquisitionen." Permira hält 88 Prozent der Aktien von Boss.
sto/dpa/Reuters
|
|
Von Bonea | Erstellt am: 12.03.08 12:02 | Beitrag Nr.: 126.018 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Der Modekonzern Hugo Boss stockt seine Dividende um 22 Prozent auf und kommt damit den Forderungen des Mehrheitseigners Permira nach. Boss kann sich die Ausschüttung zwar leisten - dennoch profitiert vor allem Permira.
Die Dividende soll bei Stammaktien auf 1,45 Euro (Vorjahr: 1,19 Euro) und bei Vorzugsaktien auf 1,46 Euro (Vorjahr: 1,20 Euro) steigen, teilte Hugo Boss am Dienstag mit. Je Stammaktie sollen 1,45 Euro (Vorjahr: 1,19 Euro) und ebenfalls 5 Euro Sonderdividende ausgeschüttet werden. Der Modehersteller erhöht damit deutlich seine Verschuldung, um an die Aktionäre eine Sonderdividende von rund 350 Mio. Euro zahlen zu können. Zudem sicherte sich das kapitalkräftige schwäbische Unternehmen eine Kreditlinie von mindestens 300 Mio. Euro, um zügig eine weitere Modemarke kaufen zu können.
Damit hat sich Mehrheitseigner Permira im Streit um die Ausschüttungspolitik des schwäbischen Modekonzerns durchgesetzt. Permira hatte von Deutschlands größtem Modehersteller über eine reguläre Dividende von 100 Mio. Euro hinaus eine Sonderausschüttung von 300 Mio. Euro gefordert. Dagegen hatte sich die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat gesperrt, die ein Ausbluten des Unternehmens befürchtet.
Auch Boss-Chef Bruno Sälzer leistete Widerstand und pochte darauf, dass die Investitionsstärke von Hugo Boss durch eine Sonderdividende und Schuldendienst nicht beschränkt werden dürfte. Das Thema Dividende ist bei Boss seit Monaten ein Politikum und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Sälzer im Februar überraschend abtrat. Auch Einkaufs- und Produktionsvorstand Werner Lackas schied aus. Auf Lackas folgt Hans Fluri, der ehemalige Chef des Paketdienstes DPD, ein Nachfolger für Sälzer steht noch nicht fest.
Die frühere Hugo-Boss-Mutter Valentino aus Italien war vergangenes Jahr von Permira geschluckt worden. Der Finanzinvestor wurde damit automatisch Mehrheitsaktionär bei den Schwaben und besitzt 88 Prozent der Stimmrechte. Mit einer hohen Dividende kann Permira die milliardenschwere Valentino-Übernahme teilweise refinanzieren.
"Mit der Ausschüttung der Sonderdividende würden alle Aktionäre am Erfolg von Hugo Bossbeteiligt, sagte Finanzvorstand Joachim Reinhardt." Gleichzeitig behält das Unternehmen die finanzielle Flexibilität für anhaltendes organisches Wachstum und Akquisitionen." Ansonsten bleibe strategische Ausrichtung unverändert. "Auch künftig werden wir unseren Fokus auf die Expansion und die Internationalisierung des Konzerns richten."
Die Geschäfte von Hugo Boss liefen im vergangenen Jahr trotz der Kaufzurückhaltung in Deutschland und der weltweit eingetrübten Konjunktur glänzend. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei 2007 um 19 Prozent auf 220 Mio. Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Das Konzernergebnis kletterte um 20 Prozent auf 154 Mio. Euro, während der Umsatz um neun Prozent (währungsbereinigt zwölf Prozent) auf rund 1,6 Mrd. Euro zulegte. Für dieses Jahr rechnet der mit Männermode groß gewordene Konzern abermals mit Rekorden bei Umsatz und Gewinn.
|
|
Von huetter69 | Erstellt am: 12.03.08 16:25 | Beitrag Nr.: 126.062 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Metzingen (dpa) - Beim Modekonzern HUGO BOSS hat sich Mehrheitseigner Permira im Streit um die Ausschüttungspolitik des Unternehmens endgültig durchgesetzt.
Wie das Unternehmen in Metzingen mitteilte, soll die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr kräftig um 22 Prozent auf 1,45 Euro (Stammaktien) und 1,46 Euro (Vorzugsaktien) steigen. Zusätzlich ist eine Sonderausschüttung von 5 Euro vorgesehen, wie das Unternehmen am Dienstagabend nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung bekanntgab.
Mitte Februar war BOSS-Chef Bruno Sälzer vor dem Hintergrund entsprechender Forderungen des Finanzinvestors ausgeschieden. Permira hatte im Zuge der Übernahme höhere Dividenden und eine höhere Verschuldung des Unternehmens verlangt und war damit bei Sälzer auf Widerstand gestoßen.
Wie das Unternehmen weiter mitteilte, ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 2007 um 19 Prozent auf 220 Millionen Euro gestiegen. Das Konzernergebnis kletterte um 20 Prozent auf 154 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 9 Prozent (währungsbereinigt 12) auf 1,632 Milliarden Euro zu.
«Die strategische Ausrichtung des Unternehmens bleibt unverändert, Vorstand und Aufsichtsrat stehen nach wie vor hinter der eingeschlagenen Wachstumsstrategie», sagte Finanzvorstand Joachim Reinhardt. «Auch künftig werden wir unseren Fokus auf die Expansion und die Internationalisierung des Konzerns richten.» Mit der Ausschüttung der Sonderdividende würden alle Aktionäre am Erfolg von HUGO BOSS (Xetra: 524550 - Nachrichten) beteiligt, sagte Reinhardt weiter. «Gleichzeitig behält das Unternehmen die finanzielle Flexibilität für anhaltendes organisches Wachstum und Akquisitionen.»
|
|
Von huetter69 | Erstellt am: 13.03.08 09:47 | Beitrag Nr.: 126.129 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
|
|
Von Baerlexa | Erstellt am: 13.03.08 09:51 | Beitrag Nr.: 126.132 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Berlin - Es war kurz vor Mitternacht, als die Entscheidung schließlich feststand und Antonio Simina seinen Widerstand schließlich aufgab: Für das Geschäftsjahr 2007 sollen fünf Euro je Anteilsschein ausbezahlt werden - insgesamt rund 350 Millionen Euro. "Aus meiner Sicht als Betriebsrat war das keine glückliche Entscheidung", sagte Aufsichtsratsvize Antonio Simina. "Das ist natürlich viel Geld, besonders wenn man es aus schwäbischer Perspektive betrachtet", meint eine von Siminas Mitarbeiterinnen. "Aber vielleicht stimmt es ja, dass man in der Vergangenheit viel zu sehr auf seinem Geld gesessen hat."
Führungsriege von Hugo Boss: Schlachtung des Sparschweins beschlossen
Die Beschlüsse der vergangenen Nacht bedeuten nicht weniger als eine Zeitenwende bei Boss. Immerhin muss der schwäbische Modekonzern seine Verschuldung deutlich erhöhen, um die Sonderdividende von rund 350 Millionen Euro an den Großaktionär Permira und die übrigen Aktionäre bezahlen zu können. Hinzu kommt, dass sich die Schwaben eine Kreditlinie von mindestens 300 Millionen Euro für künftige Akquisitionen einrichten lassen.
Der Ton hat sich verändert im Hause Boss. Zu Beginn der Ära Permira hatte es noch so ausgesehen, als wolle man sich unter Führung des ehemaligen Boss-Chefs Bruno Sälzer den Ansprüchen der neuen Herren geschlossen entgegen stellen. Inzwischen jedoch bemühen sich die Leute, nach vorn zu blicken. "Wir sind ein Weltunternehmen mit den besten Mitarbeitern, die man sich denken kann", erklärt die Frau im Betriebsratsbüro. "Wieso also sollten wir Sorgen haben?"
Gesamtkonzept ohne Phantasie Boss optimiere seine Kapitalstruktur und behalte dabei ausreichend finanzielle Flexibilität - so versuchte auch Finanzchef Joachim Reinhardt die neue Linie gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters zu verkaufen.
Gegen die Schlachtung des Sparschweins haben zwar selbst Kritiker im Prinzip nichts einzuwenden. Die dadurch notwendige Finanzierung mit Fremdkapital - sprich: Schulden - ließen sich steuerlich geltend machen und seien überdies für einen großen Finanzinvestor günstig zu haben. Dies wiederum führe letztendlich zu einer deutlichen Verbesserung der Eigenkapitalrendite.
Im Falle Boss jedoch überzeugt das Konzept nur bedingt. Denn die beste Finanzstruktur hilft wenig, wenn die Zukunftstrategie die nötige Phantasie vermissen lässt. Was diesen Punkt betrifft, hat Permira bislang nichts erkennen lassen. Wie es aussieht, wird es bei dem bereits von Sälzer eingeschlagenen Kurs bleiben: Ausbau der Damenmode, Konzentration auf das Accessoire-Geschäft und die Erweiterung des eigenen Filialnetzes werden unverändert vorangetrieben - um die Ansprüche des Großaktionärs in der Zukunft zu befriedigen, ist das zu wenig.
Eigeninteressen im Vordergrund
Zu offensichtlich stehen dagegen die Eigeninteressen des Großaktionärs im Vordergrund. "Es liegt der Verdacht nahe, dass Permira seine Vorstellungen auf Kosten der anderen Anteilseigner verfolgt", sagt ein Analyst. Strategische Gesichtspunkte, was die Zukunft des Unternehmens betreffe, seien jedenfalls spontan nicht zu erkennen. Vielmehr liege der Verdacht nahe, dass der Investor zunächst lediglich seine eigene Belastungen senken wollte. Denn nach eigener Auskunft wolle Permira mit der Sonderdividendenzahlung eine Zwischenfinanzierung ablösen.
Der Finanzinvestor hatte seit der Mehrheitsübernahme von Hugo Boss im vergangenen Sommer auf die Ausschüttung einer Sonderdividende und eine höhere Verschuldung gedrängt, unter anderem um die 3,4-Milliarden-Euro teure Akquisition der Hugo-Boss-Mutter Valentino aus Italien teilweise zu refinanzieren. Mehr als 70 Prozent der Ausschüttungssumme kann Permira einstreichen.
Bei aller Sympathie für eine "Optimierung der Kapitalstruktur" sieht auch Christoph Dolleschal, Analyst bei der Commerzbank, wenig Positives in der heutigen Entscheidung. "Es ist zu befürchten, dass künftig zu wenig Geld in die Marke investiert wird", erklärt er. Zwar habe sich keiner der Beteiligten konkret über die künftige Ausrichtung von Boss geäußert. Dolleschal geht davon aus, dass die eher nüchternen Zahlenmenschen von Permira wenig Verständnis für die hohen Marketingkosten aufbringen werden und hier Sparpotenzial vermuten. "Das Geld ist aber die wichtigste Ausgabe des Unternehmens überhaupt".
Schnelle Akquisitionen geplant
Auch was die Pläne für künftige Akquisitionen betrifft, ist der Experte nicht ohne Argwohn. Mit dem gestern vom Aufsichtsrat gebilligten Finanzplan will Boss den seit längerem geplanten Zukauf einer Damen- oder Herrenmodemarke schnell unter Dach und Fach bringen, "auch vor der Berufung eines neuen Vorstandschefs", sagte Finanzvorstand Joachim Reinhardt. Mit der Modernisierung der Informationstechnik seien die notwendigen Voraussetzungen zur Integration einer weiteren Marke geschaffen. "Wir haben eine Shortlist aus mehreren für uns interessanten Unternehmen gebildet und zum Teil auch schon Gespräche geführt."
Nicht wenig Analysten vermuten allerdings, dass sich auch die Konzern-Mutter Valentino auf dieser Shortlist befindet - eine Kaufoption, die Ex-Boss-Chef Sälzer stets abgelehnt hatte. Der Vorgang wäre durchaus pikant: Immerhin gehört das noble Modehaus zu Permira, der Erlös würde ihm also allein zufließen. "Den Preis kann man natürlich nicht willkürlich festlegen", erklärt Dolleschal. "Doch man kann getrost annehmen, dass er am oberen Ende der Spanne liegen wird." Das sei bestimmt nicht im Interesse der anderen Aktionäre.
|
|
Von huetter69 | Erstellt am: 13.03.08 10:38 | Beitrag Nr.: 126.138 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
|
|
Von Neitka | Erstellt am: 14.03.08 23:24 | Beitrag Nr.: 126.348 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Offenbar wolle Vita den Kurs der neuen Boss-Eigner nicht länger mittragen, hieß es in dem Bericht weiter. Im Wochenverlauf hatte der Aufsichtsrat des vom Investor Permira übernommenen Unternehmens eine kräftige Erhöhung der Dividende und eine Sonderausschüttung beschlossen. Dem "Handelsblatt" zufolge konnten die Beschlüsse nur gefasst werden, weil Vita von seinem Recht auf eine Doppelstimme Gebrauch gemacht hatte. Nach Informationen der "WirtschaftsWoche" will Permira im kommenden Jahr auf eine Sonderdividende in ähnlicher Höhe drängen. Ursprünglich, so heiße es in Unternehmenskreisen, habe Permira sogar eine weit höhere Ausschüttung angestrebt, die zu einem großen Teil aus Zuflüssen von internationalen Tochtergesellschaften finanziert werden sollte. "Das ging insgesamt in Richtung eine Milliarde Euro“, habe ein Insider gesagt./he
|
|
Von Zahlenfee | Erstellt am: 17.03.08 10:28 | Beitrag Nr.: 126.487 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Von Thomas Hammer|© ZEIT online 14.3.2008 - 11:59 Uhr
Der Finanzinvestor Permira zwingt Hugo Boss, Schulden zu machen, um hohe Dividenden zu zahlen. Das könnte die einst solide Aktie zum Zockerpapier machen.
Verliert Hugo Boss seine Solidität? © Foto: Getty Images; Montage: ZEIT online Von den Gefahren einer wachsenden Kreditblase scheint man beim Modekonzern Hugo Boss im süddeutschen Metzingen noch nichts gehört zu haben: Fast eine halbe Milliarde Euro Sonderdividende will das Unternehmen an seine Aktionäre ausschütten, das ist fast das Dreifache des im Jahr 2007 erwirtschafteten Konzernergebnisses. Ein großer Teil der Dividende wird folglich mit Schulden finanziert werden.
Der größte Teil der Ausschüttung fließt an den italienischen Modekonzern Valentino, der mit einem Anteil von 88 Prozent der Stammaktien bei Boss das Sagen hat. Doch hinter Valentino steht seit einigen Monaten der britische Finanzinvestor Permira - und der hat auch die geplante Sonderdividende veranlasst.
Als Begründung dienen die üblichen Phrasen. Ob Finanzvorstand Joachim Reinhardt rot geworden ist, als er per Pressemitteilung der Öffentlichkeit den Aderlass als "Verbesserung der Kapitalstruktur" verkaufen wollte, ist nicht überliefert. Die Eigenkapitalquote sinkt von schwäbisch soliden 52 Prozent auf wacklige 20 Prozent. Für ein Unternehmen, das im risikoreichen Modegeschäft agiert, ist das ein dünnes Polster. Das sah offenbar auch der erfahrene Boss-Vorstandschef Bruno Sälzer so, der im Dividendenstreit den Kürzeren zog und im Februar kündigte.
Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Reinhardt, dass mit der Millionendividende die Verschuldung des Mutterkonzerns Valentino reduziert werden solle. Die Mutter ist nämlich viel kleiner als die Tochter: Innerhalb der Valentino-Gruppe sorgt Boss für 77 Prozent des Umsatzes und 83 Prozent des Gewinns. Allerdings ergibt wirtschaftlich der Bargeldtransfer von Boss zu Valentino wenig Sinn, weil damit lediglich ein Teil des Boss-Aktienwertes in Bares umgewandelt wird. Außerdem ist das Volumen der Dividende mit 445 Millionen Euro höher als der aktuelle Finanzschuldenstand der gesamten Valentino-Gruppe.
Da drängt sich die Frage auf, obPermira das Geld eigentlich nur in der Kasse des italienischen Mutterkonzerns parken will, um die nächste Dividendenparty bei Valentino zu feiern. Wie das geht, hat der Finanzinvestor in bester Heuschreckenmanier schon einige Male gezeigt. Der Chemiekonzern Cognis musste wegen der hohen Schuldenlasten aus dem Eigenkapitalabzug durch den Eigentümer Permira 2007 einen Verlust hinnehmen, ProSiebenSAT.1 zahlte Permira und dem Finanzinvestor KKR von einem Jahresgewinn von gerade einmal 89 Millionen Euro mehr als 160 Millionen Euro Dividende, und der Autozulieferer Kiekert wurde so ausgesaugt, dass er nur knapp an der Pleite vorbeischrammte.
Der tiefe Griff in die Kasse nimmt dem Modekonzern Hugo Boss/Valentino vieles von seiner Solidität. Nur wenn Boss weiter wächst, geht die hochriskante Strategie auf. Allein um die steigenden Finanzierungskosten auszugleichen, dürfte Boss ein Wachstum von rund 15 Prozent beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) brauchen. Sinken jedoch die Gewinnmargen, könnte der Konzern schnell in die roten Zahlen treiben.
|
|
Von Baerlexa | Erstellt am: 19.03.08 09:58 | Beitrag Nr.: 126.851 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
zu 88 Prozent dem britischen Finanzinvestor Permira. Private Equity und Mode, Profitorientierung und schwäbische Tradition - wie passt das zusammen?Grundsätzlich erkenne ich die Bereitschaft der Permira-Leute zur Zusammenarbeit - auch mit dem Betriebsrat. Aber jetzt müssen sie sich beweisen. Ich kann nichts dafür, dass der Ruf von Permira in der Öffentlichkeit nicht allzu positiv ist. Unser Großaktionär muss sein Image selbst verbessern, diese PR-Arbeit können wir für ihn nicht erledigen. Wenn es den Permira-Vertretern gelingt, mir meine Skepsis zu nehmen, werde ich ihnen genauso viel Vertrauen entgegenbringen wie den früheren Eignern auch. mm.de: Bislang hapert es jedoch mit der Selbst-PR von Permira. Vergangene Woche hat der Investor bei Hugo Boss eine Sonderdividende von insgesamt rund 350 Millionen Euro durchgesetzt - offenbar gegen den Widerstand der Arbeitnehmervertreter.
Simina: Man muss fairerweise sagen, dass man mit Permira durchaus reden kann. Wir haben viele ordentliche Gespräche geführt. Aber ich weiß, dass ich mir davon nichts kaufen kann. Ich hoffe, dass die Gespräche künftig stärker in unserem Sinne laufen, und dass Permira uns in Ruhe arbeiten lässt. Permira hatte schon länger angekündigt, eine Sonderdividende erhalten zu wollen - ursprünglich sogar eine wesentlich höhere Summe.
mm.de: Wie hoch war diese ursprünglich geplante Summe?
Simina: Im Raum stand die Zahl von rund 850 Millionen Euro, die aber letztlich nicht zur Diskussion stand. Auch 350 Millionen Euro sind viel Geld. Eine solche Einmalzahlung bringt uns aber gewiss nicht um. Unser Geschäft läuft gut, wir sind gut kapitalisiert. Unsere Eigenkapitalquote sinkt jetzt zwar ab ...
mm.de: ... von 53 auf rund 20 Prozent ...
Simina: ... aber wenn Sie unsere Dreijahresplanung ansehen, können wir die frühere Quote locker wieder erreichen. Das ist nicht das Problem. Gefährlich wird es jedoch, wenn Permira nächstes Jahr wieder kommt und erneut eine Sonderdividende fordert. Unsere Sorge ist, dass wir dann finanziell nicht mehr flexibel genug wären. In der Modebranche kann es immer passieren, dass eine Saison mal nicht so gut läuft. Dann braucht man eine stabile finanzielle Basis. Diese Basis zu schwächen kann aber gewiss nicht im Interesse von Permira liegen. Damit würde sich unser Großaktionär selbst schaden. Permira hat einen ordentlichen Batzen Geld für Hugo Boss bezahlt. Das kann man nicht mit ein oder zwei Sonderdividenden wieder hereinholen.
mm.de: Befürchten Sie dennoch, dass Permira weitere Sonderausschüttungen einfordern könnte?
Simina: Ja, diese Gefahr sehe ich. Zumindest hat Permira sich diese Möglichkeit offen gelassen. Wir haben versucht, im Aufsichtsrat ein Gesamtpaket zu schnüren, doch leider konnten wir nur die Hälfte davon umsetzen. Eine Standort- und Arbeitsplatzsicherung für die nächsten fünf Jahre haben wir unter Dach und Fach gebracht - genauso wie die Zusicherung, dass die bisherigen Leistungen an die Beschäftigten weiterhin erbracht werden. Das hat die Mitarbeiter erst einmal beruhigt. Wir Arbeitnehmervertreter hätten jedoch auch gerne gesehen, dass eine weitere Super-Dividende in nächster Zeit ausgeschlossen wird. Das ist uns leider nicht gelungen. mm.de: Gestern hat Aufsichtsratschef Giuseppe Vita offiziell seinen Rücktritt zum 30. Juni angekündigt. Wie halten Sie von diesem Schritt?
Simina: Das hat mich nicht überrascht. Für mich war Herr Vita als Aufsichtsratsvorsitzender keine große Hilfe. Wenn jemand seine Position derart ausnutzt und dann zurücktritt, halte ich das nicht für korrekt.
mm.de: Sie sprechen die Tatsache an, dass Herr Vita von seinem Doppelstimmrecht Gebrauch gemacht hat, um das Arbeitnehmerlager zu überstimmen?
Simina: Über den Ablauf der Abstimmung kann ich mich nicht äußern. Jedenfalls ist die Haltung nicht in Ordnung. Herr Vita ist Aufsichtsratsvorsitzender der Hugo Boss AG, nicht von Permira.
mm.de: Warum ist Vita zurückgetreten?
Simina: Über seine genauen Motive möchte ich gar nicht nachdenken. Es ist es ihm wohl zu heiß geworden. Ich finde den Zeitpunkt schlecht. Er lässt uns jetzt im Stich. Als stellvertretender Aufsichtsratschef war ich mit der Zusammenarbeit mit Herrn Vita nicht zufrieden. Ich habe bereits vier Vorsitzende miterlebt und habe ein Gespür für Kooperation. Vita hat sich jedoch nicht um einen guten Kontakt zu mir bemüht.
mm.de: Das heißt, Sie bedauern seinen Rücktritt nicht besonders?
Simina: Nicht besonders - das ist sehr milde ausgedrückt. Ich hätte mir gewünscht, dass Herr Vita schon vor der Entscheidung im Aufsichtsrat zurücktritt. Aber das muss er letztendlich selber wissen.
mm.de: In den vergangenen Wochen sind bereits Vorstandschef Bruno Sälzer und Produktionsvorstand Werner Lackas zurückgetreten. Wie kam es dazu?
mm.de: Wann bekommt Hugo Boss endlich wieder einen Vorstandschef?
Simina: Ich hoffe, dass uns bald ein neuer Chef präsentiert wird, aber das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Unsere Bitte an Permira war: Lasst euch Zeit und sucht einen namhaften Manager, der wirklich zu uns passt. Wir wollen jemanden vom Fach, der nach innen und außen akzeptiert wird. Permira hat Bereitschaft gezeigt, diesem Wunsch Folge zu leisten.
mm.de: Herr Simina, Sie sind seit 32 Jahren bei Hugo Boss. Haben Sie in diesen turbulenten Zeiten auch schon einmal an Rückzug gedacht?
Simina: Nein, überhaupt nicht. Meine Stärke ist das Durchhaltevermögen. Ich habe schon vier Eigentümer und 24 Vorstände miterlebt. Als wir an die Japaner verkauft worden sind, wusste keiner, wie es weitergeht. Später sind wir an die Italiener weitergereicht worden. Das war für uns auch nicht so toll, aber immerhin wussten wir: Marzotto ist vom Fach.
Turbulenzen machen uns jedenfalls nichts mehr aus. Und das Unternehmen ist viel zu schön, um einfach zu gehen. Das wird auch Bruno Sälzer bemerken: Einen so jungen und dynamischen Arbeitgeber wie Hugo Boss wird er nicht mehr finden.
|
|
Von Neitka | Erstellt am: 19.03.08 12:16 | Beitrag Nr.: 126.885 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
DJ Hugo Boss garantiert dt Belegschaft Beschäftigung ... (zwei)
Diese Entscheidung haben Vorstand und Aufsichtsrat den weiteren Angaben zufolge im Vertrauen auf den künftigen Wachstumskurs getroffen.
Außerdem nahm der Vorstand Stellung zu diversen Medienberichten über die Zukunft des Unternehmens. "Die strategische Ausrichtung des Konzerns bleibt unverändert", sagte Finanzvorstand Joachim Reinhardt. Durch die von Boss angekündigte Sonderdividende werde die finanzielle Flexibilität für anhaltendes organisches Wachstum und Akquisitionen nicht eingeschränkt. In diesem und in den kommenden Jahren seien Investitionen auf Rekordniveau geplant, sagte COO Hans Fluri. Dieser Wachstumskurs und die dazu notwendigen Investitionen würden von Mehrheitsaktionär Permira mitgetragen.
Nachdem der Aufsichtsrat für 2007 eine Sonderdividende von 5 EUR pro Stamm- und Vorzugsaktie beschlossen hatte, war in den Medien spekuliert worden, dass die Großaktionärin Permira Hugo Boss "auspressen" wolle.
(END) Dow Jones Newswires
March 19, 2008 06:12 ET (10:12 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones&Company, Inc.
|
|
Von Neitka | Erstellt am: 20.03.08 23:47 | Beitrag Nr.: 127.163 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Beim Metzinger Modekonzern wird die Personaldecke langsam dünn: Vorstandschef Bruno Sälzer war der erste, der Mitte Februar seinen Hut nahm. Wenig später schied Produktionsvorstand Werner Lackas aus. Am Dienstag nun wurde verkündet, dass auch Aufsichtsratschef Giuseppe Vita seine Zukunft nicht mehr bei Hugo Boss sieht.
Maßlose Verschuldung
Schuld an der Personalkrise bei dem schwäbischen Modekonzern soll der Kurs des neuen Boss-Mehrheitsaktionärs Permira sein. So fehlt nach Auffassung von Ex-Vorstandschef Sälzer dem neuen Großinvestor das Verständnis für die Modebranche. Eine Erhöhung des Schuldenstandes würde das Unternehmen überfordern.
Tatsächlich scheint der Fall Hugo Boss geradezu ein Lehrstück, wie eine Private-Equity-Firma ein MDax-Unternehmen aussaugt. Vergangene Woche hatte Permira eine kräftige Erhöhung der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr um 22 Prozent auf 1,45 Euro (Stammaktien) und 1,46 Euro (Vorzugsaktien) bekannt gegeben. Zusätzlich ist eine Sonderausschüttung von 5 Euro vorgesehen.
Hugo Boss langfristig geschwächt?
Die Ausschüttung in Höhe von insgesamt 450 Millionen Euro beläuft sich damit auf das Dreifache des Gewinns 2007. Dabei fließen rund 350 Millionen Euro in die Kasse des Großaktionärs. Der Betriebsrat befürchtet eine langfristige Schwächung des Unternehmens durch den Großinvestor Permira.
Dagegen hält der Deutschland-Chef von Permira, Jörg Rockenhäuser, trotz der zunehmenden Verschuldung den finanziellen Spielraum des Unternehmens für ausreichend. Hugo Boss habe eine niedrigere Verschuldung als viele Dax-Unternehmen, betont Rockenhäuser.
Banken geben nichts mehr
Allerdings ist die Private-Equity-Branche seit dem Ausbruch der Kreditkrise im vergangenen Sommer zunehmend auf Extragelder aus ihren Beteiligungen angewiesen. Es ist schwieriger geworden, Übernahmen und Beteiligungen über Kredite zu finanzieren. Denn die Banken verlangen hohe Risikoprämien und setzen mehr Eigenkapital für eine Kreditvergabe voraus.
Trotzdem sieht Rockenhäuser die vor allem mit Fremdkapital finanzierte milliardenschwere Übernahme von Valentino und Hugo Boss durch die Krise am Finanzmarkt nicht gefährdet. Die Finanzierung von Permiras Engagements sei "langfristig gesichert, unabhängig von etwaigen Sonderausschüttungen".
|
|
Von huetter69 | Erstellt am: 25.03.08 19:13 | Beitrag Nr.: 127.372 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Im Boss-Stammsitz in Metzingen arbeiten 2500 Menschen - und das auf jeden Fall in den nächsten fünf Jahren.
|
|
Von huetter69 | Erstellt am: 25.03.08 19:27 | Beitrag Nr.: 127.374 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Ein Model präsentiert die aktuelle Kollektion von Boss. Doch um Mode geht es in dem Unternehmen nur noch am Rande. Das war dann doch eine Nachricht zu viel. Erst wurde dem Personalausschuss vor einigen Wochen mitgeteilt, dass Bruno Sälzer, gerade noch Vorstandschef bei Hugo Boss, das Unternehmen verlassen wird. Der 50-jährige Sälzer konnte nicht mit dem neuen Eigentümer. Dass ausgerechnet der Mann der Boss wieder auf die Erfolgsspur gebracht hatte, aus dem Unternehmen gedrängt wurde, war für viele ein Schock. Aber es kam noch schlimmer.
Die Mitglieder im Personalausschuss hatten noch nicht richtig Luft geholt, da wurde ihnen auch schon ein Nachfolger präsentiert: Hans Fluri. Erst kürzlich hatte Fluri seinen Dienst beim Deutschen Paket Dienst quittiert. Zuvor war er 24 Jahre für den Zigarettenhersteller Philip Morris tätig gewesen. Leute, die sowohl Hugo Boss als auch Hans Fluri gut kennen, rollen vor Verwunderung die Augen. "Fluri würde als Typ gut in den Maschinenbau passen oder vielleicht auch als Spitzenbeamter, nur mit Mode hat der Mann wirklich nichts zu tun."
Anfang des Monats wurde der 56-jährige Hans Fluri trotzdem offiziell berufen. Aber nur als einfaches Boss-Vorstandsmitglied, und zwar für die Bereiche Einkauf, Produktion und Logistik. Der eigentlich für den Chefsessel Auserkorene muss sich mit der zweiten Reihe zufrieden geben. Nach einem Vorstandschef wird weitergefahndet.
Bei Boss geht es drunter und drüber. Das Unternehmen gehört seit vergangenem Sommer zu 88 Prozent der britischen Beteiligungsgesellschaft Permira. "Das haben die Herren von Permira aber auch blöde eingefädelt", meint ein Firmeninsider. Im Moment des "Rücktritts" schon den Nachfolger zu präsentieren, das gehöre sich einfach nicht. Der Personalausschuss hat den Mann durchfallen lassen, vielleicht auch deshalb, weil die anderen einfachen Vorstandsmitglieder wenig begeistert waren, künftig unter dem als spröde geltenden Fluri die internationale Modewelt erobern zu müssen.
Rund 3,4 Milliarden Euro hat Permira hingeblättert, um in der Welt der Laufstege mitmischen zu dürfen. Das ist viel Geld für den Modeanbieter, der im Jahr 2007 rund 1,5 Milliarden Euro umsetzte. Da verwundert es nicht, dass die spröden Permira-Manager sich von Beginn an weniger für Stoffe und Kollektionen als viel mehr für den schnellen Euro interessierten. Mit einer Eigenkapitalquote in Höhe von 52 Prozent war die Hugo Boss AG bisher schwäbisch solide finanziert. Den Herren von Permira war das zu gemächlich.
Finanzinvestoren mögen das Eigenkapital in den Bilanzen nämlich nur in geringem Ausmaß. Und das hat Gründe: Fremdkapitalzinsen sind steuerlich abzugsfähig und für große Finanzinvestoren oft auch zu günstigen Konditionen zu erhalten. Da der Fremdkapitalzins üblicherweise niedriger als die erwartete Rendite des erworbenen Unternehmens liegt, führt dessen verstärkter Einsatz automatisch zu einer höheren Eigenkapitalrendite. Viel Fremdkapital und wenig Eigenkapital - das ist die Rezeptur, die aggressive Investoren überall auf der Welt anwenden. So war es auch bei Boss.
Die Arbeitnehmerseite wurde im Aufsichtsrat überstimmt. Das Kontrollgremium schlägt der Hauptversammlung im Mai nun eine Sonderdividende in Höhe von fünf Euro je Stamm- und Vorzugsaktie vor. Durch diese Ausschüttung wird das Unternehmen 352 Millionen Euro verlieren. Mehr als 70 Prozent fließen Permira zu.
|
|
Von huetter69 | Erstellt am: 25.03.08 19:29 | Beitrag Nr.: 127.375 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
MÜNCHEN (Dow Jones)--Deutschlands größter Modekonzern Hugo Boss AG (News/Aktienkurs) plant nach der Sonderausschüttung von 350 Mio EUR für das Geschäftsjahr 2007 keine weiteren Sonderdividenden. "Dafür gibt es keine Pläne. Wir werden wie jedes Jahr dem Aufsichtsrat einen angemessenen Dividendenvorschlag unterbreiten", sagte Finanzvorstand Joachim Reinhardt dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money".
In Abstimmung mit dem Aufsichtsrat werde der Modekonzern 2008 so viel investieren wie nie zuvor in der Unternehmensgeschichte, sagte Reinhardt. "Alles andere wäre kontraproduktiv. Schließlich hat Permira das gleiche Ziel wie wir: Den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern." Deswegen werden wir unsere Wachstumsstrategie nicht verlassen und unser Filialnetz sowie das Damenmode- und Accessoire-Geschäft kräftig ausbauen." Hugo Boss wird von dem britischen Private-Equity-Konzern Permira kontrolliert.
Zu möglichen Übernahmen sagte Reinhardt, dass der schwäbische Konzern dazu einen Kredit aufnehmen werde. Die "genaue Höhe" eines Kredits konnte der Finanzvorstand noch nicht nennen, da er noch nicht unterschrieben sei. Er wollte auch keine potenzielle Übernahmekandidaten nennen, weil "derzeit Gespräche mit einigen Unternehmen" geführt würden.
Reinhardt dementierte Marktgerüchte, nach denen Boss die hoch verschuldete Muttergesellschaft Valentino kaufen müsse, die ebenfalls im Besitz des Großaktionärs Permira ist: "Wir haben einige Namen auf der Shortlist. Valentino gehört nicht dazu."
Zur Sonderdividende, über die die Aktionäre auf der Hauptversammlung entscheiden, sagte Reinhardt: "Wichtig ist, dass es ein Kompromiss ist, der dem Unternehmen gerecht wird. Als Vorstand einer börsennotierten Aktiengesellschaft vertreten wir die Interessen aller Stakeholder: Die der Mitarbeiter, der Kunden, der Lieferanten, der Aktionäre und des Großinvestors."
Auch die Höhe von insgesamt 450 Mio EUR inklusive der normalen Dividendenzahlung sei gerechtfertigt. "Einerseits ist die Summe deutlich niedriger ausgefallen als ursprünglich diskutiert. Andererseits liegt der Verschuldungsgrad nach der Ausschüttung im Vergleich zu anderen Unternehmen, die im Besitz von Private-Equity-Firmen sind, am unteren Ende."
Deshalb werde die höhere Nettoverschuldung Boss im Tagesgeschäft nicht einschränken. "Unser finanzieller Spielraum für die weltweite Expansion und für Akquisitionen ist uneingeschränkt vorhanden. Unser Eigenkapitalanteil ist in den vergangenen Jahren so stark angewachsen, dass es aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht mehr sinnvoll war, ihn auf diesem Niveau zu halten", sagte Reinhardt. Ende 2008 peilt Hugo Boss trotz der Sonderausschüttung eine Eigenkapitalquote von mehr als 20% an.
|
|
Von huetter69 | Erstellt am: 27.03.08 12:19 | Beitrag Nr.: 127.577 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
|
|
Von Zahlenfee | Erstellt am: 27.03.08 13:57 | Beitrag Nr.: 127.588 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Aufruhr trotz blendender Geschäfte: Denn der neue Eigentümer des Modekonzerns – der Finanzinvestor Permira – genehmigte sich eine beträchtliche Sonderdividende in Höhe von 450 Millionen Euro.
Damit hat der Edelschneider eine neue Heuschreckendebatte entfacht.
Ende März, kurz nach Frühlingsanfang, findet jedes Jahr im schwäbischen Metzingen ein Ritual statt: Im hoch modernen, ultraschicken Konferenzraum der Hugo Boss AG werden neue Rekordergebnisse für das alte und anzupeilende Höchstmarken für das laufende Jahr verkündet. Zwischen den Jubelmeldungen laufen Videos mit schönen, jungen Menschen, die in rasanter Bildfolge die neuesten Kollektionen des Luxusmodekonzerns vorstellen.
Auch bei der diesjährigen Bilanz-Pressekonferenz, am heutigen Donnerstag, gibt es Rekorde zu vermelden. Darauf deuten die vor sechs Wochen vorgelegten vorläufigen Zahlen hin. Nur eines wird dieses Mal anders sein: Bruno Sälzer fehlt. Als Vorstandschef präsentierte der 50-jährige Manager fünf Jahre lang die Traumergebnisse des Luxusschneiders – stets gewandet im edlen Zwirn aus dem eigenen Hause. Vor gut einem Monat streifte Sälzer jedoch seinen Boss-Anzug ab und verließ das Unternehmen Knall auf Fall. „Im besten Einvernehmen“ mit dem Aufsichtsrat, wie es offiziell hieß. Die Trennung sei wegen „unterschiedlicher Auffassungen über die weitere Geschäftspolitik“ des Unternehmens erfolgt. Ein neuer Chef ist noch nicht in Sicht. Die Führungskrise könnte sich noch verschärfen, wenn im Mai auch Aufsichtsratschef Giuseppe Vita seinen Posten niederlegt.
Da verwundert es, dass die heutige Pressekonferenz zu einer Art Bruno-Sälzer-Gedenkveranstaltung zu geraten scheint. „Die Grundstrategie bei Hugo Boss bleibt erhalten“, sagt Finanzvorstand Joachim Reinhardt, der die Vorstandsaufgaben des Unternehmens einstweilen koordiniert. „Wir werden nur einen etwas stärkeren Schwerpunkt auf das Wachstum in Asien und den Ausbau unseres Filialnetzes legen.“Nur warum musste Sälzer dann gehen? Der ehemalige Karatemeister wollte sich offenbar nicht länger mit seinem neuen Herrn herumschlagen, dem Finanzinvestor Permira. Im Juli vorigen Jahres war die angelsächsische Beteiligungsgesellschaft bei Hugo Boss eingestiegen und kontrolliert inzwischen knapp 90 Prozent des Stammkapitals. Anfänglich hatte Sälzer noch betont, er habe kein Problem mit Finanzinvestoren. Doch schon äußerte er sich kritisch über die „Heuschrecken“. Der Öffentlichkeit vertraute er dabei an, dass er den neuen Investoren erst einmal das Modegeschäft erklären müsse – und zwar so, „dass es jeder versteht“.Bei Permira betont man gern die respektlosen Spitzen des geschassten Vorstandschefs. „Die Chemie zwischen Sälzer und den neuen Investoren hat einfach nicht gestimmt“, heißt es aus dem Umfeld. Der Boss-Chef habe den neuen Eignern von Anfang an die kalte Schulter gezeigt und sei nicht zu konstruktiven Gesprächen bereit gewesen. Mag sein – doch damit will man womöglich auch von gravierenden inhaltlichen Differenzen ablenken.
Streitpunkt Sonderdividende
Streitpunkt soll vor allem eine Sonderdividende in Höhe von rund 450 Millionen Euro sein, die Permira vor wenigen Wochen durchgeboxt hat. Im Umfeld des Investors heißt es zwar, Sälzer habe diese Pläne mitgetragen. Vertraute des Managers stellen die Sache jedoch ganz anders dar. Der Boss-Chef habe durch die einmalige Riesenausschüttung dem Vernehmen nach seine Vision gefährdet gesehen, aus dem schwäbischen Herrenschneider einen internationalen Luxuskonzern wie LVMH oder Gucci zu modellieren.
Sälzer hatte dabei ein gutes Stück des Weges bereits erfolgreich zurückgelegt: Die vor ihm eingeführte Damenlinie hatte er auf Kurs gebracht, den immer wichtiger werdenden Accessoire-Bereich kräftig ausgebaut. Der Einschnitt durch die Sonderdividende schien ihm zu heftig – er könnte die Expansion von Hugo Boss stark abbremsen, so die Befürchtung in Metzingen.
Permira hält Hugo Boss für überkapitalisiert
Bei Permira hält man die Aufregung um die Sonderdividende für übertrieben. Dort hat man weniger die Laufstege dieser Welt im Blick als vielmehr nackte Zahlen. In den Präsentationen von Permira-Partner Martin Weckwerth finden sich keine Model-Fotos, sondern blaue und orange Säulendiagramme, die dem Finanzfachmann sagen, dass Hugo Boss weniger Gewinn abwirft als so mancher Konkurrent. Und dass in Metzingen neben edlen Stoffen viel zu viel Bargeld lagert. Der Modekonzern verfügte zuletzt über mehr Eigenmittel als Schulden. „Aus unserer Sicht war Hugo Boss damit überkapitalisiert“, sagt Weckwerth, der im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzt. Deshalb sei die Sonderausschüttung angemessen. Die Investoren haben Erfahrungen mit solchen Schritten. Beim Chemieunternehmen Cognis genehmigten sich Permira und die Private-Equity-Sparte der Investmentbank Goldman Sachs eine Sonderdividende von 850 Millionen Euro Sonderdividende zahlen – finanziert mit Schulden. Zins und Tilgung drückten Cognis für mehrere Jahre in die Verlustzone. Doch Permira und Goldman Sachs hatten damit nach rund vier Jahren fast doppelt so viel Geld aus dem Unternehmen geholt, wie sie an eigenem Kapital eingebracht hatten.
Im Permira-Umfeld bemüht man sich nun, die Unterschiede zwischen Boss und Cognis zu betonen. Schließlich fließe die Sonderdividende aus Metzingen nicht in die Taschen der Investoren, sondern diene zum Abbau von Schulden beim italienischen Mutterkonzern Valentino Fashion Group, die Permira mit Krediten über 2,4 Mrd. Euro übernommen hat. „An der Sonderdividende verdienen die Investoren nichts“, betont Weckwerth. Vielmehr habe Permira ein vitales Interesse daran, dass Hugo Boss wachse. „Nur dann lohnt sich das Investment.“
Investor plündert die Kriegskasse des Unternehmens
Dass dieses Bekenntnis zum Wachstumskurs unglaubwürdig wirken könnte, wenn der Investor gleichzeitig die Kriegskasse des Unternehmens plündert, sieht Permira nicht. „Der Verschuldungsgrad ist weit davon entfernt, das Unternehmen zu gefährden“, sagt Weckwerth. Hugo Boss sei weiterhin in der Lage, „organisch kräftig zu wachsen und im Fall der Fälle auch Akquisitionen zu tätigen“. Auch die nach Sälzers Abgang verbliebenen Vorstandsmitglieder werden nicht müde zu betonen, dass das Unternehmen nicht ausgesaugt werde, sondern auch weiter die Philosophie des langen Atems gelte und man über Übernahmen nachdenke.
„Wir schauen uns nach etablierten Marken in unseren Kernbereichen Herren- und Damenmode sowie Schuhe und Accessoires um“, sagt Finanzvorstand Reinhardt. „Eine Champagnermarke oder Ähnliches werden wir aber nicht kaufen“, sagt er in Anspielung auf die weltweiten Marktführer, die verschiedenste Luxusartikel unter ihrem Dach vereinen. Permira schwebt außerdem eine noch globalere Ausrichtung des schwäbischen Konzerns vor. „Am schnellsten wächst der Modemarkt in Asien, aber gerade dort ist Hugo Boss schwächer vertreten als alle wichtigen Wettbewerber“, sagt Weckwerth. Wie Sälzer will auch der Permira-Partner stärker als in der Vergangenheit auf eigene Boss-Läden setzen. So soll der Textilkonzern das Image des reinen Anzug-Schneiders für Besserverdienende abstreifen. Noch fehlt dem Mehrheitseigentümer allerdings ein neuer Vorstandschef, der diesen Kurs vorantreibt. Ein Mann mit internationaler Erfahrung müsse es sein, heißt es – den habe man noch nicht gefunden.
Sonderdividende ist noch nicht in trockenen Tüchern
Auch die Kapitalmaßnahmen von Permira sind noch nicht in trockenen Tüchern. Denn die Sonderdividende muss zunächst noch von den Aktionären genehmigt werden. „Auf der Hauptversammlung erwarte ich keine Widerstände“, sagt zwar Boss-Vorstand Reinhardt. Doch auch wenn Permira die Ausschüttung zunächst durchsetzen kann, droht im Anschluss juristisches Ungemach.
Kapitalmarkt-Anwalt Oliver Maaß rechnet damit, dass die Beschlüsse der Hauptversammlung angefochten werden, sollte die Dividende beschlossen werden. Die Anteilseigner könnten gegen den Hauptaktionär vorgehen, wenn er vorsätzlich Entscheidungen zu Lasten des Unternehmens treffe, sagt der Anwalt der Kanzlei Heisse Kursawe Eversheds. „Wenn Boss das Geld auf der hohen Kante hätte, gäbe es nichts zu beanstanden. Aber hier soll eine kreditfinanzierte Dividende ausgeschüttet werden, um Verbindlichkeiten der Muttergesellschaft abzulösen. Das ist schon ein besonders krasser Fall, ein Unternehmen auszubluten“, sagt Maaß.
Kaum Chancen für eine erfolgreiche Klage
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) beurteilt die Chancen einer Klage zwar skeptisch, sieht die Sonderdividende jedoch ebenfalls kritisch. Die Kleinaktionäre hätten nicht viel davon, weil sie die Ausschüttung versteuern müssten und anschließend der Aktienkurs absacken dürfte, sagt Jürgen Kurz von der DSW. Die Aktionärsschützer halten den Kurs von Permira für riskant: „Boss muss komplette Kollektionen vorfinanzieren“, erinnert Kurz. Sollte eine Serie beim Kunden durchfallen, habe das Unternehmen künftig weniger Puffer, um die Einbußen abzufedern.
Wozu eine dünne Kapitaldecke führen kann, mussten andere Private-Equity-Töchter bereits schmerzlich erfahren. Die Kapitalbasis des Autoreparateurs ATU hat der Finanzinvestor KKR derart gestutzt hat, dass das Unternehmen zwei warme Jahre mit bescheidenem Winterreifen-Geschäft nicht mehr verkraften konnte. KKR muss nun Geld nachschießen. Andere Private-Equity-Beteiligungen rutschten gar in die Pleite. Zu diesen unrühmlichen Beispielen gehört der Autozulieferer Kiekert – an dem Niedergang des Unternehmens war ausgerechnet Permira beteiligt.
Um die nervösen Hugo-Boss-Mitarbeiter zu beruhigen, hat der Investor zusammen mit Vorstand und Betriebsrat inzwischen eine Fünf-Jahres-Garantie für den Standort Metzingen und die großzügigen Sozialleistungen abschlossen. „Wir wollten damit signalisieren, dass Hugo Boss ein attraktiver Arbeitgeber bleibt“, sagt Weckwerth. „Für uns geht es hier nicht um Einsparungen, sondern um Ausbau und Wachstum.“ Das soll die größten Sorgen ausräumen. Schließlich lebt Hugo Boss davon, dass die Designer über neue Sakkos nachdenken – und nicht zu viel über blaue und orange Säulendiagramme.
|
|
Von huetter69 | Erstellt am: 27.03.08 17:57 | Beitrag Nr.: 127.604 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||