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#126018 von  Bonea Erstellt am: 12.03.08 12:02:33 Beitrag Nr.: 126018 Weitere Beiträge
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http://www.boerse-online.de/tools/ftd/329866.html

Boss schüttet größzügige Dividende aus

Der Modekonzern Hugo Boss stockt seine Dividende um 22 Prozent auf und kommt damit den Forderungen des Mehrheitseigners Permira nach. Boss kann sich die Ausschüttung zwar leisten - dennoch profitiert vor allem Permira.

Die Dividende soll bei Stammaktien auf 1,45 Euro (Vorjahr: 1,19 Euro) und bei Vorzugsaktien auf 1,46 Euro (Vorjahr: 1,20 Euro) steigen, teilte Hugo Boss am Dienstag mit. Je Stammaktie sollen 1,45 Euro (Vorjahr: 1,19 Euro) und ebenfalls 5 Euro Sonderdividende ausgeschüttet werden. Der Modehersteller erhöht damit deutlich seine Verschuldung, um an die Aktionäre eine Sonderdividende von rund 350 Mio. Euro zahlen zu können. Zudem sicherte sich das kapitalkräftige schwäbische Unternehmen eine Kreditlinie von mindestens 300 Mio. Euro, um zügig eine weitere Modemarke kaufen zu können.

Damit hat sich Mehrheitseigner Permira im Streit um die Ausschüttungspolitik des schwäbischen Modekonzerns durchgesetzt. Permira hatte von Deutschlands größtem Modehersteller über eine reguläre Dividende von 100 Mio. Euro hinaus eine Sonderausschüttung von 300 Mio. Euro gefordert. Dagegen hatte sich die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat gesperrt, die ein Ausbluten des Unternehmens befürchtet.

Auch Boss-Chef Bruno Sälzer leistete Widerstand und pochte darauf, dass die Investitionsstärke von Hugo Boss durch eine Sonderdividende und Schuldendienst nicht beschränkt werden dürfte. Das Thema Dividende ist bei Boss seit Monaten ein Politikum und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Sälzer im Februar überraschend abtrat. Auch Einkaufs- und Produktionsvorstand Werner Lackas schied aus. Auf Lackas folgt Hans Fluri, der ehemalige Chef des Paketdienstes DPD, ein Nachfolger für Sälzer steht noch nicht fest.

Die frühere Hugo-Boss-Mutter Valentino aus Italien war vergangenes Jahr von Permira geschluckt worden. Der Finanzinvestor wurde damit automatisch Mehrheitsaktionär bei den Schwaben und besitzt 88 Prozent der Stimmrechte. Mit einer hohen Dividende kann Permira die milliardenschwere Valentino-Übernahme teilweise refinanzieren.

"Mit der Ausschüttung der Sonderdividende würden alle Aktionäre am Erfolg von Hugo Bossbeteiligt, sagte Finanzvorstand Joachim Reinhardt." Gleichzeitig behält das Unternehmen die finanzielle Flexibilität für anhaltendes organisches Wachstum und Akquisitionen." Ansonsten bleibe strategische Ausrichtung unverändert. "Auch künftig werden wir unseren Fokus auf die Expansion und die Internationalisierung des Konzerns richten."

Die Geschäfte von Hugo Boss liefen im vergangenen Jahr trotz der Kaufzurückhaltung in Deutschland und der weltweit eingetrübten Konjunktur glänzend. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei 2007 um 19 Prozent auf 220 Mio. Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Das Konzernergebnis kletterte um 20 Prozent auf 154 Mio. Euro, während der Umsatz um neun Prozent (währungsbereinigt zwölf Prozent) auf rund 1,6 Mrd. Euro zulegte. Für dieses Jahr rechnet der mit Männermode groß gewordene Konzern abermals mit Rekorden bei Umsatz und Gewinn.