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#115626 von  Zahlenfee Erstellt am: 15.02.08 15:37:31 Beitrag Nr.: 115626 Weitere Beiträge
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Der Modekonzern Hugo Boss verliert seinen erfolgreichen Vorstandschef Bruno Sälzer.

Der 50-Jährige werde das Unternehmen nach fast sechs Jahren im Amt Ende Februar verlassen, teilte Boss überraschend mit. Hintergrund seien „unterschiedliche Auffassungen über die weitere Geschäftspolitik", hieß es.

Hugo Boss wird vom Finanzinvestor Permira beherrscht, dem auch die italienische Muttergesellschaft Valentino gehört. Ein Sprecher betonte gleichwohl, an der strategischen Ausrichtung von Boss werde sich nichts ändern. Ein Nachfolger werde noch gesucht.

 

Die im MDax notierte Vorzugsaktie von Hugo Boss brach um sieben Prozent auf 36,80 Euro ein. Hugo-Boss-Aufsichtsratschef Giuseppe Vita würdigte Sälzers Leistung: „Er hat die Marke auf den Weg in eine internationale Zukunft gebracht und das Unternehmen für den künftigen Wettbewerb gut positioniert.“

Sälzer hatte sich erst im Sommer hinter die Strategie von Permira gestellt und die von dem Finanzinvestor ins Auge gefasste höhere Verschuldung akzeptiert. Eine von Permira geforderte Sonderdividende dürfe den Spielraum des Vorstands aber nicht einschränken. Für 2008 hatte Sälzer auch den Zukauf einer Marke ins Auge gefasst.

 

Sälzer sitzt seit 1995 im Vorstand von Boss. 2002 übernahm der vorher beim Haarspray-Hersteller Schwarzkopf tätige Manager den Vorstandsvorsitz von Star-Designer Werner Baldessarini – als erster Chef, der nicht aus der Modebranche kam. Er brachte die kurz vor seinem Amtsantritt schwach gestartete Damenmode-Linie auf Kurs, indem er das Design von Italien nach Deutschland verlagerte. Außerdem zog er das vorher zumeist an Lizenznehmer vergebene Geschäft mit Accessoires wie Schuhen und Unterwäsche wieder zurück in den Konzern und erweiterte die vor allem für Herrenanzüge bekannte Marke auf sportlichere Mode. Außerdem erhöhte er die Umsatzrenditen durch die Erweiterung des Netzes eigener Läden. Erst vor einer Woche hatte Sälzer einen Rekordumsatz und -gewinn vorgelegt. Unter seiner Ägide steigerte Boss den Umsatz auf 1,6 von 1,1 Milliarden Euro, der Nettogewinn kletterte von 2001 bis 2007 auf 154 von 95 Millionen Euro. Reuters/lw