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Norbert Lohrke: 21.08.08 08:59 Vorstände auf Abwegen |
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Rohstoffspiegel: 20.08.08 21:42 Exploration auf Hochtouren... |
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Markus Fugmann: 20.08.08 11:13 Marktausblick 20.08.08 für... |
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Von DerSeher | Erstellt am: 25.04.08 15:32 | Beitrag Nr.: 130.627 | Weitere Beiträge |
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"Der Aufsichtsrat der Thielert AG hat am 23. April 2008 die Bestellung der Vorstände Frank Thielert und Roswitha Grosser aus wichtigem Grund widerrufen und deren Anstellungsverträge außerordentlich gekündigt", teilte die Gesellschaft um 19:35 Uhr mit. Die Kursfeststellung im Frankfurter Parketthandel wurde daraufhin bei einer Notiz von 1,98 Euro ausgesetzt.
Schon am 10. April hatten Thielert und Finanzvorstand Grosser ihre Ämter zur Disposition gestellt. Grundlage der Entlassung seien "unter anderem Erklärungen des Vorstands und Informationen, die der Aufsichtsrat vom Landeskriminalamt Hamburg im Rahmen laufender Ermittlungsverfahren gegen Vorstände der Gesellschaft erhalten hat", hieß es in der Mitteilung weiter. Es ist davon auszugehen, dass die Jahresabschlüsse 2003 bis 2005 der Gesellschaft wahrscheinlich fehlerhaft und möglicherweise nichtig sind. Das hatte bereits am 6. März das Landgericht Hamburg festgestellt.
Sanierungskonzept Makulatur
Die neue Entwicklung hat auch Auswirkungen auf das Sanierungskonzept, insbesondere die vor zwei Wochen angekündigte Kapitalerhöhung von 24,37 Millionen Euro. Aktionäre, die der Gesellschaft unter bestimmten Bedingungen ihre Unterstützung zugesagt hätten, hätten nun mitgeteilt, dass sie dazu nicht mehr bereit seien, hieß es. "Das Maßnahmenpaket zur Behebung der Liquiditätskrise, über das in der Ad-hoc-Meldung vom 9. April 2008 berichtet worden war, kann deshalb nicht im geplanten Umfang durchgeführt werden", teilte das Unternehmen abschließend mit.
Für Donnerstagmorgen müssen sich die verbliebenen Thielert-Aktionäre daher auf einen weiteren massiven Kurssturz einstellen.
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Von DerSeher | Erstellt am: 25.04.08 15:37 | Beitrag Nr.: 130.628 | Weitere Beiträge |
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Von Entsafter | Erstellt am: 25.04.08 15:40 | Beitrag Nr.: 130.629 | Weitere Beiträge |
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Von Entsafter | Erstellt am: 25.04.08 15:44 | Beitrag Nr.: 130.630 | Weitere Beiträge |
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FRANKFURT. Zur Holding gehört daneben noch die amerikanische Ersatzteilefirma Superior Air Parts. „Wie es da weiter geht, ist unklar“, sagte ein Sprecher. Die Zukunft der Holding sei offen.
Nachdem Thielert Mittwochnacht das Scheitern des finanziellen Notpakets bekannt gegeben hat, ist das Unternehmen in eine fast aussichtslose Situation geraten. Da die finanzielle Rettung in Frage gestellt ist, werden die Banken als nächstes ihre Kredite zurückfordern. Gleichzeitig sind neue Geldgeber kaum in Sicht. „Es würde mich wundern, wenn man jetzt jemanden findet, der bereit ist, Fremdkapital zu geben“, sagte Aufsichtsratsmitglied Achim von Quistorp der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir erwarten die Insolvenz von Thielert noch in dieser, spätestens aber in der kommenden Woche“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, Markus Straub. Das Unternehmen selbst verwies in dieser Frage auf seine knappe Ad-Hoc-Meldung.
Thielert drohen nun auch noch Schadenersatzklagen. „Wir bereiten entsprechende Maßnahmen vor. Der Börsenprospekt gilt noch, jetzt zeigt sich, dass einige Angaben falsch waren“, sagte Straub. Die Schadenersatzforderungen könnten auch BDO, den Wirtschaftsprüfer von Thielert treffen. „Es könnte für Anleger aussichtsreich sein, Ansprüche auch hier geltend zu machen“, deutete Straub entsprechende Überlegungen an. Eine Sprecherin von BDO wollte den Fall auf Anfrage nicht kommentieren.
Thielert hatte Anfang April eine akute Liquiditätskrise eingeräumt. Grund sollen verzögerte Auslieferungen von Motoren an Flugzeughersteller sein. Die Firma baut Dieselmotoren für Autos um und macht sie für den Luftverkehr tauglich. Zur Rettung hatte das Unternehmen ein Notpaket geschnürt, das unter anderem ein Stillhalteabkommen mit den gut 20 Gläubigerbanken sowie neue Kredite vorsah. Dieses Paket sollte durch eine Kapitalerhöhung abgelöst werden. Hierfür gab es bereits Zusagen diverser Investorengruppen, unter anderem der Sputnik Group Ltd. Hinter ihr steht der US-Investor Oliver R. Grace.
Zu Wochenbeginn überschlugen sich die Ereignisse. Wie es in Finanzkreisen heißt, hatte sich Sputnik mit dem Landeskriminalamt in Verbindung gesetzt. Ziel war es, Informationen über das Ermittlungsverfahren gegen den Firmengründer Frank Thielert wegen Bilanzmanipulationen zu erhalten. Das Ergebnis: Die Abschlüsse der Jahre 2003 bis 2005 sind wahrscheinlich fehlerhaft und ungültig. Daraufhin zogen die Investoren ihre Zusage zurück. Zudem sah sich der Aufsichtsrat gezwungen, die Berufung der Vorstände Frank Thielert und Roswitha Grosser zu widerrufen.
Nach Angaben des Aufsichtsrates steht vor allem die Bewertung von Forderungen im Mittelpunkt der Untersuchungen. Thielert hat in der Vergangenheit sehr aggressiv bilanziert. So stammen große Teile des Umsatzzuwachses aus so genannten Percentage-of-completion-Buchungen. Dahinter verbergen sich Erlöse, die nach der Rechnungslegung IFRS je nach Fortschritt der Aufträge aktiviert werden können, obwohl diesen Umsätzen keine Gewinne sondern lediglich Forderungen gegenüber stehen.
Thielert ist seit längerem zum Spielball von Spekulanten geworden. Munition für heftige Kursbewegungen gibt es zuhauf, vor allem der Verdacht auf Bilanzmanipulationen sorgte immer wieder für den Aktienkurs bewegende Schlagzeilen. Das Unternehmen soll sogar Aufträge gebucht haben, die gar nicht existierten. Die SdK hatte deshalb Strafanzeige gestellt. Das LKA ermittelt mittlerweile nicht nur gegen Frank Thielert sondern auch gegen den Aufsichtsratschef Georg A. Wittuhn. Wittuhn war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen.
Frank Thielert hat die Vorwürfe bestritten und auf Aufträge etwa des Flugzeugherstellers Cessna verwiesen. Bislang baut nur die österreichische Diamond Aircraft Thielert-Motoren in seine Serienmaschinen ein.
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Von Entsafter | Erstellt am: 25.04.08 18:01 | Beitrag Nr.: 130.648 | Weitere Beiträge |
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Von Traderfeeling | Erstellt am: 25.04.08 19:36 | Beitrag Nr.: 130.655 | Weitere Beiträge |
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Von Traderfeeling | Erstellt am: 25.04.08 19:37 | Beitrag Nr.: 130.656 | Weitere Beiträge |
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DJ ots.CorporateNews: BDO Deutsche Warentreuhand AG / Thielert AG (News/Aktienkurs) - BDO weist Vorwürfe ...
(END) Dow Jones Newswires
April 25, 2008 05:41 ET (09:41 GMT)
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Von Traderfeeling | Erstellt am: 28.04.08 10:41 | Beitrag Nr.: 130.747 | Weitere Beiträge |
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Hamburg (ddp.djn). Der Flugzeughersteller Cessna hat noch keine
Konsequenzen aus den Liquiditätsschwierigkeiten seines Lieferanten
Thielert gezogen. «Wir beobachten die Situation und entscheiden erst
später», sagte ein Cessna-Sprecher am Freitag der Nachrichtenagentur
Dow Jones Newswires. Cessna hatte mit dem Hamburger
Flugzeugmotorenhersteller 2007 einen Vertrag über die Lieferung von
Dieselflugmotoren geschlossen.
Ob Thielert seine Verträge erfüllen kann, ist derzeit unklar. Die
Firmen-Tochter Thielert Aircraft Engines GmbH, die die Motoren
fertigt, hatte am Donnerstag beim Amtsgericht Chemnitz die Eröffnung
eines Insolvenzverfahrens beantragt. Ihre Turbodiesel sollten ab
Mitte des Jahres in die Cessna 172 eingebaut werden.
Der Insolvenzverwalter Bruno M. Köbler teilte am Freitag mit:
«Mein Ziel ist es, den Betrieb der Thielert Aircraft Engines GmbH
fortzuführen, um sowohl die Interessen der Gläubiger wahrzunehmen als
auch möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten». Er sehe gute
Chancen, das Unternehmen zu erhalten. In der kommenden Woche werde
die «Öffentlichkeit über den Stand der Dinge sowie über die weiteren
Schritte» informieren. Was die Vorwürfe der Bilanzfälschung und
sonstige strafrechtlich relevante Tatbestände anbelangt, werde er mit
seinen Möglichkeiten zur Aufklärung beitragen.
Vor zwei Wochen hatte das SDAX-Unternehmen von einer «verzögert
beginnenden Serienlieferung von Flugmotoren an Flugzeughersteller»
gewarnt und erklärt, der Konzern müsse saniert werden. Dies ist aus
eigener Kraft nun nicht mehr möglich, wie das Mutterunternehmen am
Donnerstag einräumte.
Für Flugzeuge mit dem Thielert-Motor liegen dem US-Hersteller
Cessna nach Darstellung eines Sprechers bereits mehrere Bestellungen
vor. Der erste Motor sei bereits in ein Flugzeug eingebaut, das für
Demonstrationszwecke eingesetzt werden solle.
(ddp)
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Von Traderfeeling | Erstellt am: 28.04.08 10:42 | Beitrag Nr.: 130.748 | Weitere Beiträge |
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Von Traderfeeling | Erstellt am: 28.04.08 10:43 | Beitrag Nr.: 130.749 | Weitere Beiträge |
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Von Bob Geisler
Hamburg -
Das Bangen um den Hamburger Flugzeugmotorenbauer Thielert geht weiter: Nach dem Insolvenzantrag der wichtigsten Tochtergesellschaft glich die Wandsbeker Zentrale am Freitag einer Trutzburg. Die Tür zum gläsernen Foyer unweit der Automeile am Friedrich-Ebert-Damm blieb für Außenstehende verschlossen. Unternehmenssprecher Sebastian Wentzler wollte sich lediglich vor dem Eingang zur derzeitigen Lage der schwer ins Trudeln geratenen Aktiengesellschaft äußern. "Trotz der schwierigen Situation geht die Arbeit wie gewohnt weiter", sagte er dem Abendblatt. Wichtige Kunden wie etwa der Flugzeugbauer Cessna hätten ihre Aufträge bislang nicht zurückgezogen. Zu der amerikanischen Ersatzteilefirma Superior Air Parts, die ebenfalls zur Thielert-Gruppe gehört, erklärte der Sprecher, diese werde möglicherweise verkauft.
Die Mitarbeiter wurden nach Wentzlers Worten über "notwendige Schritte" wie etwa die Beantragung von Insolvenzgeld beim Arbeitsamt informiert. Einen Betriebsrat, der einen Sozialplan aushandeln könnte, gibt es aber nicht. Rund 220 der 360 Thielert-Beschäftigten sind direkt von der Insolvenz der Tochter betroffen, etwa 20 von ihnen arbeiten in der Hamburger Zentrale.
Trotz seiner fristlosen Kündigung kam Ex-Firmenchef und Gründer Frank Thielert am Freitag in die Zentrale, um nach den Worten des Unternehmenssprechers Informationen an die bisherige untere Führungsebene weiterzugeben, die jetzt die Geschäfte vorübergehend führt. Der Aufsichtsrat sei derweil weiter auf der Suche nach einem neuen Vorstand.
Das Kontrollgremium hatte sowohl Vorstandschef Thielert als auch Finanzchefin Roswitha Grosser am Mittwoch wegen des Verdachts der Falschbilanzierung fristlos entlassen. Daraufhin waren mehrere Investoren abgesprungen, die zuvor noch ein Rettungspaket für den in schweren Liquiditätsproblemen steckenden Maschinenbauer schnüren wollten. In den nächsten zwölf Monaten fehlen dem Unternehmen 20 bis 24 Millionen Euro.
Mit der Chemnitzer Tochtergesellschaft Thielert Aircraft Engines hatte dann am Donnerstagabend der operative Kern des Motorenbauers wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag beim dortigen Amtsgericht gestellt. Hier sind die beiden Motorenwerke des Unternehmens im sächsischen Lichtenstein und im thüringischen Altenburg gebündelt.
Unterdessen wehrt sich die Wirtschaftsprüfungsfirma BDO gegen den Vorwurf der Beihilfe zur Bilanzmanipulation bei Thielert. Man weise dies "auf das Schärfste zurück" und behalte sich rechtliche Schritte vor, erklärte BDO in einer schriftlichen Stellungnahme. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hatte zuvor mitgeteilt, sie werde Klagemöglichkeiten wegen des drastischen Kursverfalls der Thielert-Aktie unter anderem auch gegen BDO prüfen. Denn diese habe die umstrittenen Jahresabschlüsse testiert.
Das Landgericht Hamburg hatte die Thielert-Bilanzen der Jahre 2003 bis 2005 für nichtig erklärt. Im Kern geht es dabei um die Bewertung von Forderungen gegenüber Kunden. Das Unternehmen hatte Entwicklungsleistungen für Motoren auf der Habenseite verbucht, die für die Kunden zwar erbracht wurden, von diesen aber noch nicht bezahlt worden waren.
Diese Art der Bilanzierung ist auch der Hintergrund eines laufenden Verfahrens bei der Staatsanwaltschaft Hamburg gegen Frank Thielert. Die Ermittler gehen dem Verdacht des Betrugs nach, weil Thielert mit Hinweis auf die scheinbar soliden Finanzen seines Unternehmens an neue Bankkredite gekommen sein soll.
erschienen am 26. April 2008