Was halt ihr von EOP Biodiesel. Die Aktie ist von 16 € abgestürzt auf mittlerweile 8,88€ wo eine konsolidierung eingetreten ist. Die Gründe im folgenden Artikel. Ich denke das mit der Aktie einiges verdient werden kann

EOP Biodiesel: Boom-Branche Biokraftstoff trotzt den Hürden
00:40 26.12.05
Wieder einmal ist es so, dass politische Rahmenbedingungen scheinbar über Wohl und Wehe einer Reihe börsennotierter deutscher Unternehmen entscheiden. Es geht um die Biodiesel-Hersteller, deren weitere Strategie durch die unsichere Rechtslage terminiert wird. Nach einem kleinen Sell-off in den letzten Tagen ist die ostdeutsche EOP Biodiesel (WKN A0D P37) nun aber interessant geworden. Das in der Nähe von Brandenburg ansässige Unternehmen stellt Biodiesel auf Basis von Rapsöl her – und zwar 100.000 Liter, Tag für Tag. Als nachwachsender Rohstoff verbrennt Rapsöl schadstoffarm und senkt die Belastungen, die bei der Verbrennung von Diesel-Kraftstoff durch Staubpartikel entstehen. Doch gerade jetzt, wo die Biodiesel-Anbieter hier zu Lande einigermaßen Fahrt aufgenommen haben, funkt die Bundesregierung dazwischen: Die Steuerbefreiung soll ab 2007 wegfallen, stattdessen würden dann 10 bis 15 Cent Steuer pro Liter fällig, wenn der Biodiesel unvermischt eingesetzt wird. Bei einer Beimischung würde sogar der volle Steuersatz fällig werden, wie bei normalem Diesel eben: knapp 50 Cent je Liter. Ab dem nächsten Jahr zumindest sind die Mineralölanbieter verpflichtet, dem Diesel auch einen Anteil Biodiesel beizumischen. Über Sinn oder Unsinn dieser Vorgabe darf gestritten werden.
Einbußen ja, Einbruch nein
Fest steht, dass die Biodiesel-Anbieter durch die Besteuerung mit Einbußen rechnen müssen. Dabei ist es durchaus richtig und sinnvoll, wenn bei einer Beimischung von Biodiesel der Steuervorteil wegfiele – so etwas nennt man ein Anreizsystem. Dagegen müssten aber reine Biokraftstoffe definitiv steuerbegünstigt bleiben – das wiederum ist nämlich auch Grundlage eines Anreizsystems. Die Chancen sind daher groß, dass sich diese Sichtweise letztlich auch in der Bundesregierung durchsetzt und die Weichen entsprechend gestellt werden. Deshalb ist die Kursreaktion im Fall von EOP Biodiesel auch übertrieben.
Verdoppelung der Kapazitäten 2007
Bereits bis Anfang 2007 planen die Brandenburger eine Verdoppelung ihrer Kapazitäten auf 70- bis 75.000 Tonnen Biodiesel, nach 30- bis 35.000 Tonnen in diesem Jahr. So käme EOP auf einen Umsatz von ca. 65 Mio. Euro, nach 30 Mio. Euro in diesem Geschäftsjahr, das seit einem Quartal läuft. Angesichts einer Biodiesel-Produktion von bis zu 130.000 Tonnen könnte das Unternehmen im Jahr darauf einen Umsatz von mehr als 100 Mio. Euro erzielen. Dabei wäre ein Ergebnis je Aktie von bis zu 1,50 Euro möglich, was aber von der künftigen Besteuerung des Biodiesels abhängt. Wir prognostizieren daher für das Geschäftsjahr 2008 konservativer mit 1,25 Euro je Anteil.
Produktionsausweitung bringt Ertragsvervielfachung
Mit den Mitteln aus dem Börsengang im Herbst dieses Jahres, rund 20 Mio. Euro im Zuge einer vorbörslichen Kapitalerhöhung zu 7,60 Euro je Aktie, sollte es EOP gelingen, die angestrebte Kapazitätsausweitung zu bewerkstelligen, um vom derzeitigen Boom in der Branche der Biokraftstoffhersteller zu profitieren. Das Investitionsvolumen beträgt rund 17,5 Mio. Euro und wird aus Eigen- und öffentlichen Fördermitteln finanziert. Damit würde EOP von derzeit Platz 16 in die Top-10 der deutschen Hersteller aufrücken. Mit einer Jahresproduktion von mehr als 100.000 Tonnen wäre man dagegen schon einer der gewichtigen Marktplayer. In den letzten Tagen gab EOP Biodiesel darüber hinaus die Zahlen für das 1. Quartal des neuen Geschäftsjahres bekannt. Demnach verzeichnete man eine Gesamtleistung von 9,1 Mio. Euro und erwirtschaftete ein EBIT von 0,63 Mio. Euro. Aufgrund von Einmaleffekten sowie der Kosten für den Börsengang war das Periodenergebnis mit 1,3 Mio. Euro negativ. Am Ziel, im gesamten Geschäftsjahr auf mindestens 30 Mio. Euro Umsatz und 1 Mio. Euro Jahresüberschuss zu kommen, gebe es indes nichts zu rütteln, so zumindest Prof. Dr. Karl-Wilhelm Giersberg, CFO von EOP Biodiesel.
Fazit
Ähnlich wie in der Solarbranche haben wir es in derjenigen für Biokraftstoffe mit einem handfesten Boom zu tun. Angesichts der eminent hohen Wachstumsraten kann die Bundesregierung kaum genügend Hindernisse auffahren, um den Erfolg der Biokraftstoffhersteller maßgeblich zu schmälern. Auf Basis eines Kurses von derzeit unter 9 Euro kommt man auf ein 2007er KGV von 13, was angesichts der enormen Wachstumsraten mehr als günstig ist. Im folgenden Jahr reduziert es sich auf 7. Ein Discount aufgrund rahmengesetzgeberischer Unwägbarkeiten erscheint angebracht, jedoch denken wir, dass man hier nunmehr antizyklisch einsteigen sollte. Einstiegskurse um 9 Euro sollten sich langfristig auszahlen.