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| Thema eröffnet von: | GordonGecko | Beiträge: | 138 | Bewertung (0): | |
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| am: | 14.02.08 14:06 | Gelesen gesamt: | 1449 | |||
| Letzter Beitrag von: | panchito | Gelesen heute: | 2 | |||
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Von GordonGecko | Erstellt am: 14.02.08 14:06 | Beitrag Nr.: 114.612 | Weitere Beiträge |
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Von wirthsald | Erstellt am: 14.02.08 15:32 | Beitrag Nr.: 114.697 | Weitere Beiträge |
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Nun ist es offiziell: Die Staatsanwaltschaft Bochum wirft Post-Chef Klaus Zumwinkel Steuerhinterziehung vor. Allerdings ist die Summe deutlich geringer als bisher berichtet: Es geht um eine Summe von rund einer Million Euro. Ein Haftbefehl gegen ihn wurde nicht vollstreckt, da sich Zumwinkel kooperativ gezeigt habe.
Die Ermittlungen richteten sich gegen mehrere Beschuldigte im Zusammenhang mit Geldanlagen in Liechtenstein, teilte die Staatsanwaltschaft Bochum heute Nachmittag mit. Bei Zumwinkel, dessen Privat- und Büroräume am Morgen durchsucht wurden, gehe es um einen Betrag von einer Million Euro, sagte ein Sprecher der Behörde.
Ein Haftbefehl gegen Zumwinkel sei nicht vollstreckt worden, weil der Manager sich kooperativ gezeigt habe und zudem eine Sicherheitsleistung „in nicht unerheblicher Höhe“ angeboten habe.
Nach fünfeinhalbstündigen Durchsuchungen seines Privathauses in Köln sowie seiner Büro-Räume in der Bonner Postzentrale war der Topmanager heute von der Polizei aus seinem Wohnhaus gebracht worden.
Verdacht auf Steuerhinterziehung mit Stiftung
Die Fahnder waren gegen sieben Uhr mit unauffälligen Zivilfahrzeugen vor Zumwinkels Villa im Bonner Stadtteil Marienburg vorgefahren. Kurz vor Mittag sperrte uniformierte Polizei die Straße vor dem Haus ab, anschließend verließ Zumwinkel das Haus und stieg in ein ziviles Polizeifahrzeug.
„Spiegel online“ berichtete, Zumwinkel werde vorgeworfen, seit zwei Jahrzehnten mit Hilfe einer Stiftung im Fürstentum Liechtenstein Steuern hinterzogen zu haben. Das Vermögen der Stiftung habe zuletzt mehr als zehn Millionen Euro betragen. Aus umfangreichen Aufzeichnungen eines Liechtensteiner Geldinstituts solle hervorgehen, dass der Post-Chef auch überlegt habe, sein Vermögen nach Asien oder auf die Cayman-Inseln zu verlagern. Gegen einen Familienangehörigen Zumwinkels wird diesen Angaben zufolge bereits seit Sommer vergangenen Jahres wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Die Operation sei seit Wochen unter strengster Geheimhaltung geplant worden, berichtete das ZDF.
Post-Sprecher: Zumwinkel "voll handlungsfähig"
Der Vorstand der Deutschen Post ist ungeachtet der Ermittlungen gegen Vorstandschef Klaus Zumwinkel nach den Worten des Konzernsprechers „voll handlungsfähig“. Die Vorstände leiteten ihre Bereiche, und „die Geschäfte laufen normal“, sagte Post-Sprecher Martin Dopychai heute der Deutschen Presse-Agentur dpa in Bonn. Es gebe auch „keine Veranlassung“, Spekulationen über die Führung zu kommentieren. Dopychai antwortete auf die Nachfrage, ob denn nun der 46-jährige Logistikvorstand Frank Appel wegen der Ermittlungen gegen Zumwinkel vorerst die Deutsche Post führe, wie Medien berichteten.
Der größte Einzelaktionär der Post, der Bund, reagierte zunächst zurückhaltend. „Das haben wir nicht zu kommentieren“, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. Das sei eine Sache der Staatsanwaltschaft.
Doppel-Razzia in Zumwinkels Büro und Privathaus
Die Ermittler begannen laut ZDF mit ihren Razzien zeitgleich gegen sieben Uhr in der Zentrale des Konzerns in Bonn und in der Villa Zumwinkels im Kölner Stadtteil Marienburg. Die Ermittler hielten sich auch am späten Vormittag noch im Inneren des Hauses auf, dessen Vorhänge zugezogen waren. Im Laufe des Morgens trafen dort auch zwei auf Steuerrecht spezialisierte Anwälte ein. Beamte der Kölner Polizei rollten weiß- rote Absperrbänder bei dem Anwesen in Köln-Marienburg aus.
Arcandor-Chef Middelhoff: "Zunächst gilt die Unschuldsvermutung"
Arcandor-Chef Thomas Middelhoff sprach sich für einen Verbleib von Klaus Zumwinkel im Arcandor-Aufsichtsrat aus. Middelhoff äußerte sich heute bei der Vorstellung seiner Bilanz zu den Ermittlungen gegen den Postchef: "Zunächst gilt die Unschuldsvermutung. Zumwinkel spielt eine sehr wichtige Rolle im Aufsichtsrat von Arcandor. Er ist eine sehr eindrucksvolle Persönlichkeit und ein sehr wichtiger Manager, da wollen wir vorerst nicht auf ihn verzichten."
Dienstältester Manager eines Dax-Konzerns
Klaus Zumwinkel steht seit fast 19 Jahren an der Spitze der Deutschen Post. In seine Ära fällt der Börsengang des einstigen Staatskonzerns und die Verwandlung des eher trägen Monopolisten in ein weltweit agierendes Logistikunternehmen. Sein Vertrag läuft aus AltersgründenEnde des Jahres aus. Es wird seit längerem erwartet, dass der 64-Jährige sein Amt noch vor dem Auslaufen des Vertrages aus Altersgründen niederlegt.
Zumwinkel ist außerdem noch Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Telekom, Aufsichtsratsmitglied bei der Deutschen Lufthansa und Mitglied des Board of Directors der US-Investmentbank Morgan Stanley.
In letzter Zeit verstärkte Kritik an Zumwinkel
Der Top-Managerwar in letzter Zeit verstärkt in die Kritik geraten - und er hatte nicht immer eine glückliche Hand bei privaten Finanzgeschäften. Erst im Dezember vergangenen Jahres sorgte Zumwinkel für Negativ-Schlagzeilen, als er den Höhenflug der Post-Aktie.........nach dem „Ja“ zum Mindestlohn nutzte, Post-Aktien aus einem Optionsprogramm im Wert von 4,7 Millionen Euro zu verkaufen.......... Laut seiner Darstellung war der Aktienverkauf lange vor der Mindestlohn-Einigung geplant worden. Zumwinkel hatte angesichts der Kritik später eingeräumt, er habe einen Fehler gemacht und die Tragweite seiner Verkaufsentscheidung nicht bedacht.
Kritiker werfen dem Post-Chef außerdem vor, einen wenig lukrativen Zukauf eines Paketzustellers in den USA getätigt zu haben. Der Ausbau desUS-Geschäfts, in das das Zumwinkel 1,4 Milliarden Euro investiert hatte, geriet zum Desaster. Nach einem Berichtder WirtschaftsWoche......... will Zumwinkel in den USA 3500 Jobs, ein Fünftel seiner dortigen Belegschaft,abbauen. Außerdem muss die Deutsche Post für ihr USA-Geschäft Milliarden an Restrukturierungskosten abschreiben. Eine endgültige Entscheidung darüber soll im "Juni oder Juli" fallen.
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Von wirthsald | Erstellt am: 14.02.08 15:46 | Beitrag Nr.: 114.710 | Weitere Beiträge |
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Von wirthsald | Erstellt am: 14.02.08 15:47 | Beitrag Nr.: 114.711 | Weitere Beiträge |
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Dieser Beitrag bezieht sich auf Threadbeitrag Nr. 114710 von wirthsald - 14.02.08 15:46:44 Uhr
Zuletzt stand er schon in den Schlagzeilen, weil er unmittelbar nach Einführung eines Mindestlohns in der Postbranche seine Aktien gewinnbringend verkauft hatte. Jetzt aber soll es Post-Chef Klaus Zumwinkel endgültig zu weit getrieben haben. Die Vorwürfe der Steuerhinterziehung könnten das tragische Ende einer langen Karriere sein.
Klaus Zumwinkel ist lange so etwas wie ein heimlicher Star in der deutschen Wirtschaft gewesen. Still, unauffällig, aber auch durchsetzungsstark und erfolgreich. Als der Chef der Deutschen Post zur Jahrtausendwende aus dem ehemaligen Staatsbetrieb einen Weltkonzern formte und diesen an die Börse brachte, erntete der deutsche Manager national wie international viel Lob für seine Arbeit. Es war der Gipfel einer Karriere, die bis vor kurzem nur eine Richtung kannte: nach oben.
Die Grundlagen für seine Managerlaufbahn wurden Klaus Zumwinkel quasi zur Geburt 1943 in die Wiege gelegt. Seinem Vater gehörten die Zumwinkel-Handelsunternehmen. Der Sohn übernahm die Kette nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Münster und anschließender Promotion. 1971 verkaufte er die zehn Kaufhäuser und 50 Discounter mit Gewinn an Rewe. Wenig später fing er als Berater bei McKinsey an, erst in Düsseldorf, dann in New York. 1979 wurde Zumwinkel Partner, 1984 stieg er in die weltweite Geschäftsführung auf.
An der Spitze des Versandhauses Quelle sammelte Zumwinkel ab 1985 die Managementerfahrungen, die ihn 1989 für den Job als Vorstandsvorsitzender der "Deutschen Bundespost Postdienst" qualifizierten - als erster Post-Chef, der nicht im Rang eines Bundesministers rangierte. Aus dem Staatsbetrieb hat er seitdem den größten Logistikkonzern der Welt gebaut. Die Deutsche Post World Net, wie sich die Post heute nennt, ist mit einer halben Million Beschäftigten der sechstgrößte Arbeitgeber weltweit, der Konzern hat in mehr Ländern Niederlassungen als die katholische Kirche. 1989 machte die Behördenpost jeden Tag eine Million Mark Verlust, heute wird das Unternehmen an der Börse mit 35 Milliarden Euro bewertet. Das alles ist Zumwinkels Werk.
Niemand steht länger an der Spitze eines Dax-Konzerns, kaum ein deutscher Manager gilt als besser vernetzt, vor allem in die Spitzen der Politik. Ob Post, Telekom oder Lufthansa - in den privatisierten Staatsbetrieben sitzt Zumwinkel an entscheidenden Posten, in Vorstand oder Aufsichtsrat. Aber der Post-Chef hat sich vor allem in letzter Zeit nicht nur Freunde gemacht. Im Gegenteil. Gerade in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft wurde Zumwinkel zunehmend unbeliebter.
Der 64-jährige Zumwinkel gilt als Treiber, der der deutschen Wirtschaft den ersten Mindestlohn eingebrockt hat. Monatelang hat der Post-Chef dafür gekämpft, mit breiter Unterstützung der SPD und gegen die Interessen der Konkurrenz. Am Ende stand ein Mindestlohn, der nach Expertenansicht allein seinem Unternehmen das Überleben in der Post-Branche sichert. Dass Zumwinkel dann auch noch ein großes privates Aktienpaket an der Post verkaufte, als im Nachhall der Mindestlohneinführung die Papiere stiegen, brachte ihn noch mehr in die Kritik. Gut fünf Millionen Euro soll er an dem umstrittenen Geschäft privat verdient haben.
Von einem "Monopoly-Spiel" sprach die FDP, die Grünen nannten den Aktiendeal "moralisch verwerflich". Auch aus den Führungsetagen anderer deutscher Unternehmen hat Zumwinkel Kritik einstecken müssen. Zumwinkel selbst räumte später ein: "Ich habe einen Fehler gemacht. Der Zeitpunkt des Aktienverkaufs war nicht überlegt und in dieser Situation natürlich fatal."
Auch sein Agieren an der Spitze der Post wurde zuletzt kritischer gesehen. Vor allem das US-Geschäft, das sich offenbar als Milliarden-Grab erweist, kratzte am Image des erfolgreichen Unternehmenslenkers.
Dabei hatte der Post-Chef so große Pläne. An Selbstbewusstsein jedenfalls mangelte es ihm nicht. In seinem Büro in der 42. Etage des Post-Towers in Bonn hängt nicht zufällig ein Ölgemälde mit dem Porträt des Reichs-Postministers Heinrich von Stephan, der Ende des 19. Jahrhunderts das zersplitterte deutsche Postwesen vereinte. "Was er in Deutschland gemacht hat, mache ich jetzt auf der ganzen Welt", hat Zumwinkel einmal gesagt.
Etwa ab Jahresende, nach seinem 65. Geburtstag, wollte Zumwinkel dann an der Spitze des Post-Aufsichtsrates am Wachstum des gelben Riesens weiter mitwirken. Dieses Drehbuch muss jetzt wohl umgeschrieben werden.
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Von wirthsald | Erstellt am: 14.02.08 15:49 | Beitrag Nr.: 114.713 | Weitere Beiträge |
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Von wirthsald | Erstellt am: 14.02.08 15:58 | Beitrag Nr.: 114.723 | Weitere Beiträge |
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Zumwinkel-Skandal: Deutsches Manager-Image am Boden
Gesellschaftliche Verantwortung trotz hoher Gehälter mangelhaft
Die Razzia beim Deutsche-Post-Boss und Aufsichtsrat-Chef Klaus Zumwinkel wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung hat die Wertedebatte um Top-Manager erneut angeheizt. Experten bewerten das aktuelle Beispiel als einen der schlimmsten Skandale, der die deutsche Wirtschaft jüngst erschütterte. Vor dem Hintergrund des Rotlichtsumpfes bei Volkswagen, dem Schmiergeldsystem bei Siemens und nicht zuletzt dem Untreue-Prozess gegen den ehemaligen WestLB-Chef Jürgen Sengera, stellt sich die Frage nach der Qualität deutscher Manager, deren Vorbildimage für den deutschen Wirtschaftsstandort angekratzt sein dürfte.
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Von wirthsald | Erstellt am: 14.02.08 16:17 | Beitrag Nr.: 114.744 | Weitere Beiträge |
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Von Musterdepot | Erstellt am: 14.02.08 16:46 | Beitrag Nr.: 114.782 | Weitere Beiträge |
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Von boersenweibchen | Erstellt am: 14.02.08 16:49 | Beitrag Nr.: 114.783 | Weitere Beiträge |
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Weil er Geld verschleiern wollte, kommt er auf freien Fuss weil er Geld hinterlegt hat. 
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Von wirthsald | Erstellt am: 14.02.08 16:53 | Beitrag Nr.: 114.790 | Weitere Beiträge |
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Dieser Beitrag bezieht sich auf Threadbeitrag Nr. 114783 von boersenweibchen - 14.02.08 16:49:19 Uhr
Die so genannten Großen, kommen doch immer mit einem blauen Auge davon.