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Forum > Deutschland > Razzia! Haftbefehl gegen Post-Chef

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DEUTSCHE POST AG NAMENS-AKTIEN O.N.

Aktueller Kurs (Frankfurt, 25.07.2008 19:51)
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Thema: Razzia! Haftbefehl gegen Post-Chef

Thema Nr. 46078  
Thema eröffnet von:  GordonGecko Beiträge: 138 Bewertung (0):
am: 14.02.08 14:06 Gelesen gesamt: 1449    
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Von  GordonGecko Erstellt am: 14.02.08 14:06 Beitrag Nr.: 114.612 Weitere Beiträge
Diesen Beitrag:
Polizei nimmt Postchef Zumwinkel mit

Köln (dpa) - Gut fünf Stunden nach Beginn einer Durchsuchung des Hauses von Postchef Klaus Zumwinkel ist der 64-Jährige von der Polizei zu Hause abgeholt worden. Zumwinkel bestieg ein Polizeiauto, das dann eskortiert von einem Polizeimotorrad mit unbekanntem Ziel davonfuhr.

Weder die Steuerfahnder, noch Zumwinkels Anwalt oder die Polizei wollen kommentieren, ob es sich dabei um eine vorläufige Festnahme handelte oder ob Zumwinkel möglicherweise zu einem Verhör gebracht wurde.

Zuvor hatte die Polizei Büro und Privathaus des 64 Jahre alten Post-Vorstandsvorsitzenden durchsucht. Es gebe ein Ermittlungsverfahren gegen Zumwinkel, bestätigte ein Sprecher der Post. Laut Staatsanwaltschaft Bochum gab es Durchsuchungen in Bonn und Köln "wegen eines Steuerstrafverfahrens".

Den Namen des Beschuldigten nannte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft zunächst nicht. Nach Informationen des ZDF prüft die Staatsanwaltschaft, ob Zumwinkel zehn Millionen Euro am Fiskus vorbei nach Liechtenstein geschleust hat. Das Vorliegen eines Haftbefehls wurde zunächst nicht bestätigt. Auch die Deutsche Post wollte sich dazu nicht näher äußern.

Das ZDF zeigte Bilder, wie am Morgen gegen sieben Uhr mindestens zehn Beamte in Zivil vor Zumwinkels Haus in Köln-Marienburg erschienen waren. Die Ermittler hielten sich auch am späten Vormittag noch im Inneren des Hauses auf, dessen Vorhänge zugezogen waren. Im Laufe des Morgens trafen dort auch zwei auf Steuerrecht spezialisierte Anwälte ein. Beamte der Kölner Polizei rollten weiß-rote Absperrbänder bei dem Anwesen aus.

Nach Angaben von Spiegel-Online war für den Fall, dass sich bei den Durchsuchungen die Gefahr einer Verdunkelung herausstellt, ein Haftbefehl wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung vorbereitet. Die Ermittler begannen laut ZDF mit ihren Razzien zeitgleich gegen sieben Uhr in der Zentrale des Konzerns in Bonn und in Zumwinkels Kölner Villa. Die Operation sei seit Wochen unter strengster Geheimhaltung geplant worden.

Klaus Zumwinkel, der auch Aufsichtsratschef der Telekom und der Postbank ist, steht seit 1990 an der Spitze der Deutschen Post. Er gilt als einer der mächtigsten deutschen Wirtschaftsführer und ist der dienstälteste Chef eines DAX-Unternehmens. Der 64-jährige Manager, dessen Vertrag Ende November ausläuft, steuerte erfolgreich den Umbau der früheren staatlichen Deutschen Bundespost zu einem global führenden Logistik-Konzern.

Nach "Spiegel"-Informationen wird dem Post-Chef Steuerhinterziehung mit Hilfe einer Stiftung im Fürstentum Liechtenstein vorgeworfen. Das Vermögen der Stiftung habe zuletzt mehr als zehn Millionen Euro betragen. Aus umfangreichen Aufzeichnungen eines Liechtensteiner Geldinstituts soll hervorgehen, dass der Post-Chef auch überlegt habe, sein Vermögen nach Asien oder auf die Cayman-Inseln zu verlagern, wie "Spiegel"-Online weiter berichtete.

Bei dem Ermittlungsverfahren gegen Zumwinkel handelt es sich nach dpa-Informationen um ein vollständig neues Verfahren im Zusammenhang mit Liechtensteiner Stiftungen. Die Bochumer Wirtschafts-Staatsanwälte ermitteln bereits seit Jahren im sogenannten Batliner-Komplex gegen Dutzende Steuersünder, die über den Treuhänder Herbert Batliner in dem Fürstentum Stiftungen eingerichtet haben sollen. In diesen Verfahren sind in Nordrhein-Westfalen bereits mehr rund 100 Fälle abgehandelt und mehr als 100 Millionen Euro an Steuern und Strafen gezahlt worden.




 

Von  wirthsald Erstellt am: 14.02.08 15:32 Beitrag Nr.: 114.697 Weitere Beiträge
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Staatsanwaltschaft wirft Post-Chef Zumwinkel Steuerhinterziehung vor

 

Nun ist es offiziell: Die Staatsanwaltschaft Bochum wirft Post-Chef Klaus Zumwinkel Steuerhinterziehung vor. Allerdings ist die Summe deutlich geringer als bisher berichtet: Es geht um eine Summe von rund einer Million Euro. Ein Haftbefehl gegen ihn wurde nicht vollstreckt, da sich Zumwinkel kooperativ gezeigt habe.

 

Die Ermittlungen richteten sich gegen mehrere Beschuldigte im Zusammenhang mit Geldanlagen in Liechtenstein, teilte die Staatsanwaltschaft Bochum heute Nachmittag mit. Bei Zumwinkel, dessen Privat- und Büroräume am Morgen durchsucht wurden, gehe es um einen Betrag von einer Million Euro, sagte ein Sprecher der Behörde.

Ein Haftbefehl gegen Zumwinkel sei nicht vollstreckt worden, weil der Manager sich kooperativ gezeigt habe und zudem eine Sicherheitsleistung „in nicht unerheblicher Höhe“ angeboten habe.

Nach fünfeinhalbstündigen Durchsuchungen seines Privathauses in Köln sowie seiner Büro-Räume in der Bonner Postzentrale war der Topmanager heute von der Polizei aus seinem Wohnhaus gebracht worden.

Verdacht auf Steuerhinterziehung mit Stiftung

Die Fahnder waren gegen sieben Uhr mit unauffälligen Zivilfahrzeugen vor Zumwinkels Villa im Bonner Stadtteil Marienburg vorgefahren. Kurz vor Mittag sperrte uniformierte Polizei die Straße vor dem Haus ab, anschließend verließ Zumwinkel das Haus und stieg in ein ziviles Polizeifahrzeug.

„Spiegel online“ berichtete, Zumwinkel werde vorgeworfen, seit zwei Jahrzehnten mit Hilfe einer Stiftung im Fürstentum Liechtenstein Steuern hinterzogen zu haben. Das Vermögen der Stiftung habe zuletzt mehr als zehn Millionen Euro betragen. Aus umfangreichen Aufzeichnungen eines Liechtensteiner Geldinstituts solle hervorgehen, dass der Post-Chef auch überlegt habe, sein Vermögen nach Asien oder auf die Cayman-Inseln zu verlagern. Gegen einen Familienangehörigen Zumwinkels wird diesen Angaben zufolge bereits seit Sommer vergangenen Jahres wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Die Operation sei seit Wochen unter strengster Geheimhaltung geplant worden, berichtete das ZDF.

 

Post-Sprecher: Zumwinkel "voll handlungsfähig"

Der Vorstand der Deutschen Post ist ungeachtet der Ermittlungen gegen Vorstandschef Klaus Zumwinkel nach den Worten des Konzernsprechers „voll handlungsfähig“. Die Vorstände leiteten ihre Bereiche, und „die Geschäfte laufen normal“, sagte Post-Sprecher Martin Dopychai heute der Deutschen Presse-Agentur dpa in Bonn. Es gebe auch „keine Veranlassung“, Spekulationen über die Führung zu kommentieren. Dopychai antwortete auf die Nachfrage, ob denn nun der 46-jährige Logistikvorstand Frank Appel wegen der Ermittlungen gegen Zumwinkel vorerst die Deutsche Post führe, wie Medien berichteten.

Der größte Einzelaktionär der Post, der Bund, reagierte zunächst zurückhaltend. „Das haben wir nicht zu kommentieren“, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. Das sei eine Sache der Staatsanwaltschaft.

Doppel-Razzia in Zumwinkels Büro und Privathaus

Die Ermittler begannen laut ZDF mit ihren Razzien zeitgleich gegen sieben Uhr in der Zentrale des Konzerns in Bonn und in der Villa Zumwinkels im Kölner Stadtteil Marienburg. Die Ermittler hielten sich auch am späten Vormittag noch im Inneren des Hauses auf, dessen Vorhänge zugezogen waren. Im Laufe des Morgens trafen dort auch zwei auf Steuerrecht spezialisierte Anwälte ein. Beamte der Kölner Polizei rollten weiß- rote Absperrbänder bei dem Anwesen in Köln-Marienburg aus.

Arcandor-Chef Middelhoff: "Zunächst gilt die Unschuldsvermutung"

Arcandor-Chef Thomas Middelhoff sprach sich für einen Verbleib von Klaus Zumwinkel im Arcandor-Aufsichtsrat aus. Middelhoff äußerte sich heute bei der Vorstellung seiner Bilanz zu den Ermittlungen gegen den Postchef: "Zunächst gilt die Unschuldsvermutung. Zumwinkel spielt eine sehr wichtige Rolle im Aufsichtsrat von Arcandor. Er ist eine sehr eindrucksvolle Persönlichkeit und ein sehr wichtiger Manager, da wollen wir vorerst nicht auf ihn verzichten."


......

Dienstältester Manager eines Dax-Konzerns

Klaus Zumwinkel steht seit fast 19 Jahren an der Spitze der Deutschen Post. In seine Ära fällt der Börsengang des einstigen Staatskonzerns und die Verwandlung des eher trägen Monopolisten in ein weltweit agierendes Logistikunternehmen. Sein Vertrag läuft aus AltersgründenEnde des Jahres aus. Es wird seit längerem erwartet, dass der 64-Jährige sein Amt noch vor dem Auslaufen des Vertrages aus Altersgründen niederlegt.

Zumwinkel ist außerdem noch Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Telekom, Aufsichtsratsmitglied bei der Deutschen Lufthansa und Mitglied des Board of Directors der US-Investmentbank Morgan Stanley.

In letzter Zeit verstärkte Kritik an Zumwinkel

Der Top-Managerwar in letzter Zeit verstärkt in die Kritik geraten - und er hatte nicht immer eine glückliche Hand bei privaten Finanzgeschäften. Erst im Dezember vergangenen Jahres sorgte Zumwinkel für Negativ-Schlagzeilen, als er den Höhenflug der Post-Aktie.........nach dem „Ja“ zum Mindestlohn nutzte, Post-Aktien aus einem Optionsprogramm im Wert von 4,7 Millionen Euro zu verkaufen.......... Laut seiner Darstellung war der Aktienverkauf lange vor der Mindestlohn-Einigung geplant worden. Zumwinkel hatte angesichts der Kritik später eingeräumt, er habe einen Fehler gemacht und die Tragweite seiner Verkaufsentscheidung nicht bedacht.

Kritiker werfen dem Post-Chef außerdem vor, einen wenig lukrativen Zukauf eines Paketzustellers in den USA getätigt zu haben. Der Ausbau desUS-Geschäfts, in das das Zumwinkel 1,4 Milliarden Euro investiert hatte, geriet zum Desaster. Nach einem Berichtder WirtschaftsWoche......... will Zumwinkel in den USA 3500 Jobs, ein Fünftel seiner dortigen Belegschaft,abbauen. Außerdem muss die Deutsche Post für ihr USA-Geschäft Milliarden an Restrukturierungskosten abschreiben. Eine endgültige Entscheidung darüber soll im "Juni oder Juli" fallen.

 

 

 

Von  wirthsald Erstellt am: 14.02.08 15:46 Beitrag Nr.: 114.710 Weitere Beiträge
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Klaus Zumwinkel: Vom Wunderkind zum Buhmann

 

 

 

Von  wirthsald Erstellt am: 14.02.08 15:47 Beitrag Nr.: 114.711 Weitere Beiträge
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Dieser Beitrag bezieht sich auf Threadbeitrag Nr. 114710 von wirthsald - 14.02.08 15:46:44 Uhr

 

Zuletzt stand er schon in den Schlagzeilen, weil er unmittelbar nach Einführung eines Mindestlohns in der Postbranche seine Aktien gewinnbringend verkauft hatte. Jetzt aber soll es Post-Chef Klaus Zumwinkel endgültig zu weit getrieben haben. Die Vorwürfe der Steuerhinterziehung könnten das tragische Ende einer langen Karriere sein.

 

Klaus Zumwinkel ist lange so etwas wie ein heimlicher Star in der deutschen Wirtschaft gewesen. Still, unauffällig, aber auch durchsetzungsstark und erfolgreich. Als der Chef der Deutschen Post zur Jahrtausendwende aus dem ehemaligen Staatsbetrieb einen Weltkonzern formte und diesen an die Börse brachte, erntete der deutsche Manager national wie international viel Lob für seine Arbeit. Es war der Gipfel einer Karriere, die bis vor kurzem nur eine Richtung kannte: nach oben.

Die Grundlagen für seine Managerlaufbahn wurden Klaus Zumwinkel quasi zur Geburt 1943 in die Wiege gelegt. Seinem Vater gehörten die Zumwinkel-Handelsunternehmen. Der Sohn übernahm die Kette nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Münster und anschließender Promotion. 1971 verkaufte er die zehn Kaufhäuser und 50 Discounter mit Gewinn an Rewe. Wenig später fing er als Berater bei McKinsey an, erst in Düsseldorf, dann in New York. 1979 wurde Zumwinkel Partner, 1984 stieg er in die weltweite Geschäftsführung auf.

An der Spitze des Versandhauses Quelle sammelte Zumwinkel ab 1985 die Managementerfahrungen, die ihn 1989 für den Job als Vorstandsvorsitzender der "Deutschen Bundespost Postdienst" qualifizierten - als erster Post-Chef, der nicht im Rang eines Bundesministers rangierte. Aus dem Staatsbetrieb hat er seitdem den größten Logistikkonzern der Welt gebaut. Die Deutsche Post World Net, wie sich die Post heute nennt, ist mit einer halben Million Beschäftigten der sechstgrößte Arbeitgeber weltweit, der Konzern hat in mehr Ländern Niederlassungen als die katholische Kirche. 1989 machte die Behördenpost jeden Tag eine Million Mark Verlust, heute wird das Unternehmen an der Börse mit 35 Milliarden Euro bewertet. Das alles ist Zumwinkels Werk.

Niemand steht länger an der Spitze eines Dax-Konzerns, kaum ein deutscher Manager gilt als besser vernetzt, vor allem in die Spitzen der Politik. Ob Post, Telekom oder Lufthansa - in den privatisierten Staatsbetrieben sitzt Zumwinkel an entscheidenden Posten, in Vorstand oder Aufsichtsrat. Aber der Post-Chef hat sich vor allem in letzter Zeit nicht nur Freunde gemacht. Im Gegenteil. Gerade in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft wurde Zumwinkel zunehmend unbeliebter.

Der 64-jährige Zumwinkel gilt als Treiber, der der deutschen Wirtschaft den ersten Mindestlohn eingebrockt hat. Monatelang hat der Post-Chef dafür gekämpft, mit breiter Unterstützung der SPD und gegen die Interessen der Konkurrenz. Am Ende stand ein Mindestlohn, der nach Expertenansicht allein seinem Unternehmen das Überleben in der Post-Branche sichert. Dass Zumwinkel dann auch noch ein großes privates Aktienpaket an der Post verkaufte, als im Nachhall der Mindestlohneinführung die Papiere stiegen, brachte ihn noch mehr in die Kritik. Gut fünf Millionen Euro soll er an dem umstrittenen Geschäft privat verdient haben.

Von einem "Monopoly-Spiel" sprach die FDP, die Grünen nannten den Aktiendeal "moralisch verwerflich". Auch aus den Führungsetagen anderer deutscher Unternehmen hat Zumwinkel Kritik einstecken müssen. Zumwinkel selbst räumte später ein: "Ich habe einen Fehler gemacht. Der Zeitpunkt des Aktienverkaufs war nicht überlegt und in dieser Situation natürlich fatal."

Auch sein Agieren an der Spitze der Post wurde zuletzt kritischer gesehen. Vor allem das US-Geschäft, das sich offenbar als Milliarden-Grab erweist, kratzte am Image des erfolgreichen Unternehmenslenkers.

Dabei hatte der Post-Chef so große Pläne. An Selbstbewusstsein jedenfalls mangelte es ihm nicht. In seinem Büro in der 42. Etage des Post-Towers in Bonn hängt nicht zufällig ein Ölgemälde mit dem Porträt des Reichs-Postministers Heinrich von Stephan, der Ende des 19. Jahrhunderts das zersplitterte deutsche Postwesen vereinte. "Was er in Deutschland gemacht hat, mache ich jetzt auf der ganzen Welt", hat Zumwinkel einmal gesagt.

Etwa ab Jahresende, nach seinem 65. Geburtstag, wollte Zumwinkel dann an der Spitze des Post-Aufsichtsrates am Wachstum des gelben Riesens weiter mitwirken. Dieses Drehbuch muss jetzt wohl umgeschrieben werden.

 

 

Von  wirthsald Erstellt am: 14.02.08 15:49 Beitrag Nr.: 114.713 Weitere Beiträge
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Sprüche und Vorlieben des Post-Chefs

 

http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/sprueche-un......

 

Von  wirthsald Erstellt am: 14.02.08 15:58 Beitrag Nr.: 114.723 Weitere Beiträge
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Zumwinkel-Skandal: Deutsches Manager-Image am Boden
Gesellschaftliche Verantwortung trotz hoher Gehälter mangelhaft

 

Die Razzia beim Deutsche-Post-Boss und Aufsichtsrat-Chef Klaus Zumwinkel wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung hat die Wertedebatte um Top-Manager erneut angeheizt. Experten bewerten das aktuelle Beispiel als einen der schlimmsten Skandale, der die deutsche Wirtschaft jüngst erschütterte. Vor dem Hintergrund des Rotlichtsumpfes bei Volkswagen, dem Schmiergeldsystem bei Siemens und nicht zuletzt dem Untreue-Prozess gegen den ehemaligen WestLB-Chef Jürgen Sengera, stellt sich die Frage nach der Qualität deutscher Manager, deren Vorbildimage für den deutschen Wirtschaftsstandort angekratzt sein dürfte.

"Top-Manager dieser Größenordnung haben eine gesellschaftliche Verantwortung, die sie im Zuge ihrer Entlohung auch wahrnehmen müssen. Die Gehälter in Deutschland sind im europäischen Vergleich betrachtet, absolut wettbewerbsfähig. So lange Konzernlenker wie Zumwinkel ihre Arbeit gut machen, sollen sie auch gutes Geld bekommen. Es scheint aber so zu sein, dass sich - auch vor dem Hintergrund der zahlreichen Affären in der Vergangenheit - einige nicht mehr an diesen Grundsatz halten. Wenn nach den Politikern nun auch führende Wirtschaftstreibende einen desaströsen Imageverlust bekommen, bleibt nicht mehr viel übrig, was die Gesellschaft zusammenhält.", so Klaus Aden, geschäftsführender Gesellschafter von Lachner Aden Beyer & Company, im Gespräch mit pressetext.

Zumwinkel, der die Deutsche Post seit fast 19 Jahren führt und über ein Jahreseinkommen von rund sieben Mio. Euro verfügt, galt bis dato als einer profiliertesten deutschen Manager. Besonders stark in die Kritik geriet der Unternehmenslenker, als dieser im Dezember 2007 eigene Post-Aktien gewinnbringend verkaufte. Kurz nach der Einigung über den von ihm geforderten Mindestlohn in der Postbranche nutzte er den Kursanstieg der Konzernaktie und erlöste aus dem Verkauf der 200.000 Aktienoptionen in kürzester Zeit rund 2,24 Mio. Euro. Während die Staatsanwaltschaft bereits seit Monaten unter strengster Geheimhaltung wegen dem Verdacht der Steuerhinterziehung ermittelte und ein Haftbefehl gegen den Vorstandschef vorliegt, bestätigte nun auch die Post selbst das eingeleitete Ermittlungsverfahren.

Obwohl Zumwinkel aus Altersgründen spätestens im November seinen Posten abgegeben hätte, verwundert der aktuelle Vorfall Branchenexperten umso mehr. Im Detail prüfen die Fahnder, ob Zumwinkel auf ein Bankkonto in Liechtenstein den Millionenbetrag - Insider sprechen von rund zehn Mio. Euro - deponiert und nicht versteuert hat, berichtet die Financial Times Deutschland. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel soll der nun durch Vorstand Frank Appel in Abstimmung mit dem Aufsichtsratschef Jürgen Weber vertretene Post-Chef über zwei Jahrzehnte lang Steuern hinterzogen haben. Mit Hilfe einer Liechtensteiner Stiftung soll Zumwinkel auch versucht haben, sein Vermögen nach Asien oder auf die Cayman-Inseln zu verlagern.

 

 

Von  wirthsald Erstellt am: 14.02.08 16:17 Beitrag Nr.: 114.744 Weitere Beiträge
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Eine Million hinterzogen?
Zumwinkel wieder frei


Postchef Klaus Zumwinkel wird von der Bochumer Staatsanwaltschaft Steuerhinterziehung von rund einer Million Euro vorgeworfen. Die Ermittlungen richteten sich gegen mehrere Beschuldigte im Zusammenhang mit Geldanlagen in Liechtenstein, teilte die Behörde mit.

Bei Zumwinkel, dessen Privat- und Büroräume durchsucht wurden, gehe es um einen Betrag von einer Million Euro, sagte ein Sprecher der Behörde. Ein Haftbefehl gegen Zumwinkel sei nicht vollstreckt worden, weil der Manager sich kooperativ gezeigt habe und zudem eine Sicherheitsleistung "in nicht unerheblicher Höhe" angeboten habe.

Nach der Razzia in Zumwinkels Haus im Kölner Stadtteil Marienburg hatten Ermittler Ermittler Kisten mit Unterlagen aus der Villa herausgetragen, die sie anschließend in die Kofferräume ihrer Autos verstauten. Auch sein Büro in der Bonner Zentrale der Deutschen Post wurden durchsucht.

Einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach Post-Vorstand Frank Appel die Gesamtgeschäfte des Konzerns übernimmt und sich dabei mit Aufsichtsratschef Jürgen Weber abstimmt, wollte die Post nicht kommentieren. Der 46-jährige Appel ist seit 2002 Logistik-Vorstand und designierter Nachfolger von Klaus Zumwinke

 

Von  Musterdepot Erstellt am: 14.02.08 16:46 Beitrag Nr.: 114.782 Weitere Beiträge
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In den Meldungen ist von einer zweistelligen Millionensumme die Rede und "die Welt" schreibt von nur einer Million? Hier ist wohl nur die Steuerschuld gemeint und von dem abgezwackten Geld in der Gesamtsumme wird schon gar nicht mehr geredet. Das darf er wohl als Abfindung bei Kündigung behalten?

Anscheinend schützen hohe Gehälter nicht vor Bestechlichkeit und Selbstbereicherung. Dies sollten wir uns für die nächste Debatte um Diätenerhöhungen der Politiker merken.

Wer jetzt aber glaubt, dass Zumwinkel eine Ausnahme ist, ist schlecht beraten. Er war nur außerordentlich dämlich, sich erwischen zu lassen. Die anderen stellen es klüger an und gründen gleiche eine "Zuliefererfirma" für Tante Helga und schon ist alles wieder legal.

 

Von  boersenweibchen Erstellt am: 14.02.08 16:49 Beitrag Nr.: 114.783 Weitere Beiträge
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"Der Postchef bleibt auf freiem Fuß, weil er Geld hinterlegt hat."

Image Weil er Geld verschleiern wollte, kommt er auf freien Fuss weil er Geld hinterlegt hat.
Am schluss kommt er dann noch frei weil er Geld hinterlegt hat. Image
Natürlich die Steuergelder die er hinterziehen wollte. Also war es für ihn ein Nullgeschäft.

Nicht der Rede wert Image

 

Von  wirthsald Erstellt am: 14.02.08 16:53 Beitrag Nr.: 114.790 Weitere Beiträge
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Dieser Beitrag bezieht sich auf Threadbeitrag Nr. 114783 von boersenweibchen - 14.02.08 16:49:19 Uhr

 

Die so genannten Großen, kommen doch immer mit einem blauen Auge davon.

 

 

 

 

 

 

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