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#53181 von  Russoil Erstellt am: 18.11.07 18:40:36 Beitrag Nr.: 53181 Weitere Beiträge
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Der Fall Conergy


11.11.2007 Ausgabe 45/07

Gerade mal vier Wochen ist es her, dass der Gründer, Noch-Chef und Noch-Großaktionär von Conergy, Hans-Martin Rüter, zum
JOACHIM SPIERING

Gerade mal vier Wochen ist es her, dass der Gründer, Noch-Chef und Noch-Großaktionär von Conergy, Hans-Martin Rüter, zum wohl letzten Mal einen schönen Preis entgegennehmen durfte. Im feinen Frankfurter Palais im Zoo wurde Conergy von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte und einer Zeitschrift als eines von drei Technologieunternehmen ausgezeichnet, "die neben langfristigem Wachstum durch herausragende Innovationskraft, Unternehmergeist und hervorragende Leistungen auf sich aufmerksam machen." Noch tags darauf verwies Rüter im Gespräch nicht ohne Stolz auf die Auszeichnung. Dabei war schon zu diesem Zeitpunkt klar: Mit Wachstum und hervorragenden Leistungen ist es bei Conery nicht mehr weit her. Im Gegenteil. Die Firma schrammte haarscharf an der Insolvenz vorbei. Und das ist wohl noch nicht alles. Der seit 1. November amtierende neue Finanzchef wird sich erst in den kommenden Wochen einen Überblick über das mit 27 inländischen und 58 ausländischen Tochtergesellschaften (Stand 30. Juni) völlig verworrene Firmengeflecht verschaffen können. Mit riesigen Abschreibungen, hohen Restrukturierungskosten und einer abermals nach unten geschraubten Prognose ist zu rechnen. Selbst vom drohenden Totalverlust ist schon die Rede.

Wie konnte es so weit kommen? Ganz einfach: Ähnlich wie in anderen Fällen wollte Rüter einfach ein zu großes Rad drehen. Wie verrückt hat er eine Tochterfirma nach der anderen gekauft oder gegründet. Mit viel gutem Willen lässt sich das noch als menschliche Schwäche entschuldigen. Das Vorgehen in der jüngsten Zeit ist dagegen fast schon kriminell. Noch Mitte des Jahres zeigte sich Rüter voller Optimismus. Und noch vor vier Wochen bestätigte er gegenüber Euro am Sonntag die Jahresprognosen. All das ist nun Makulatur. Erste Anwaltskanzleien prüfen bereits eine Klage. Sie könnten Erfolg haben. Rüter hatte noch vor vier Wochen gesagt, dass es offen sei, ob der neue Finanzchef weiterhin "so sportlich" bilanzieren werde. Mit anderen Worten: Er selbst hatte bereits zu diesem Zeitpunkt Bedenken wegen der Bewertungen der eigenen Firma.

Und dennoch: Ein Alarmzeichen für die gesamte Solarbranche ist das nicht. Conergy ist ein Einzelfall, die anderen Unternehmen stehen auch dank der Fokussierung auf ihr Geschäft bilanziell kerngesund da.

http://www.finanzen.net/eurams/archiv/berichte_det......