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#126508 von Rocket | Erstellt am: 17.03.08 13:38:04 | Beitrag Nr.: 126508 | Weitere Beiträge |
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http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Chinesen%20Bear%20Stearns/331934.html
Chinesen lassen Bear Stearns hängen von Claudia Wanner (Hongkong) Vor einem Jahr klang es nach einem Superdeal: Bear Stearns und Chinas größtes Brokerhaus Citic arbeiten zusammen. Die Beinahe-Pleite der US-Investmentbank hat die Chinesen nun jedoch in Alarmstimmung versetzt. Dem neuen Bear-Stearns-Eigner JP Morgan entgeht dadurch eine Milliardensumme.
Chinas größtes Brokerhaus Citic hat die geplante milliardenschwere Überkreuzbeteiligung mit Bear Stearns nach dem Verkauf des US-Brokers an JP Morgan Chase abgesagt. "Wir werden den Deal nicht ausführen", sagte Kong Dan, Verwaltungsratschef der Muttergesellschaft Citic Group, der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Die Situation hat sich komplett verändert."
Beide Seiten hatten im Oktober vereinbart, jeweils 1 Mrd. $ in das andere Institut zu investieren. Doch die chinesischen Aufseher zögerten mit der Prüfung des Beteiligungsgeschäftes - und sparten Citic so eine Menge Geld: Seit der Vereinbarung hat die Bear-Stearns-Aktie mehr als 75 Prozent verloren. Auch das Citic-Papier hat deutlich verloren. Beide Seiten hatten noch kürzlich den Deal nachverhandelt.
Citic hatte wie viele andere chinesische Geldhäuser durch Bear Stearns auf westliche Expertise gehofft. Dabei hatten sich chinesische Investments im Finanzsektor im Ausland zuletzt als wenig glücklich erwiesen. Ob der staatliche Beteiligungsfonds China Investment Corp. mit dem Einstieg bei Blackstone oder die Beteiligung von China Development Bank an Barclays: Alle mussten deutliche Buchverluste hinnehmen. In Chinas Medien rufen die Beteiligungen inzwischen heftige Kritik hervor. Zudem verwehrten die Aufseher Anfang des Jahres der China Development Bank, einen Anteil an Citigroup zu erwerben.
Entsprechend positiv wurde am Montag die Nachricht von Citics Rückzieher aufgenommen. In einem schwachen Marktumfeld gehörte Citic Securities zu den wenigen Gewinnern und legte zwischenzeitlich gut fünf Prozent zu. Geholfen haben dem Broker auch gute Zahlen: Dank des "Bullenmarktes" an Chinas Börsen im Jahr 2007 verfünffachte sich der Reingewinn auf 12,4 Mrd. Yuan (1,1 Mrd. Euro). Gleichwohl warnte das Institut vor deutlich höheren Risiken im laufenden Jahr.