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| Thema eröffnet von: | ZockerGerhard | Beiträge: | 89 | Bewertung (0): | |
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| am: | 17.03.08 08:03 | Gelesen gesamt: | 694 | |||
| Letzter Beitrag von: | Zahlenfee | Gelesen heute: | 1 | |||
| am: | 16.04.08 18:26 |
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Von huetter69 | Erstellt am: 17.03.08 18:27 | Beitrag Nr.: 126.545 | Weitere Beiträge |
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New York - Aktives Krisenmanagement sieht anders aus. Die traditionsreiche Investmentbank Bear Stearns
bricht zusammen, Börsenpanik erfasst die Wall Street - doch die Regierung von Präsident George W. Bush verhält sich erstaunlich ruhig.
Statt sofort nach New York zu fliegen, bleibt Finanzminister Henry Paulson in Washington, das Gleiche gilt für seine beiden Stellvertreter. An den Krisengesprächen der US-Notenbank Fed und mehrerer Privatbanken nimmt laut "New York Times" kein hochrangiges Kabinettsmitglied teil. Paulson lässt sich lediglich telefonisch zuschalten.
Verschläft die Bush-Regierung gerade eine der größten Wirtschaftskatastrophen der vergangenen Jahrzehnte? Der Verdacht liegt zumindest nahe.
Kritiker warnen bereits vor einem Crash wie 1929. Damals hatte der "Black Friday" die Weltwirtschaftskrise ausgelöst - doch die Regierung unter dem republikanischen Präsidenten Herbert Hoover sah untätig zu. Das treffe nun auch auf Bush zu, wirft ihm der demokratische Senator Charles Schumer aus New York in der "International Herald Tribune" vor. "Der Präsident benimmt sich wie Hoover." Dabei befänden sich die USA "in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit langem, weit schlimmer als 2001".
"Unsere ökonomischen Daten sind in Ordnung"
Die Regierung selbst gibt sich gelassen. Trotz Immobilienkrise und drohender Rezession verbreitet Finanzminister Paulson Optimismus: "Unsere Wirtschaft hat wie jede andere auch ihre Hochs und Tiefs. Unsere langfristigen ökonomischen Daten sind in Ordnung." Natürlich gebe es gewisse "Herausforderungen", aber mit denen werde man schon fertig. "Ich bin sicher, dass die Anstrengungen der Kontrollinstanzen und der Marktteilnehmer die Verwerfungen minimieren."
Immerhin will sich Bush heute mit renommierten Finanzexperten treffen, neben Paulson wird auch Fed-Chef Ben Bernanke erwartet. Der oberste Währungshüter der USA gilt als ausgewiesener Fachmann für Fragen rund um die Great Depression in den dreißiger Jahren - früher hat er dazu geforscht, wie eine Finanzmarktkrise einen allgemeinen wirtschaftlichen Abschwung verschärfen kann.
Allzu durchgreifende Beschlüsse dürfte der Präsident allerdings nicht fassen. Er sei ein "optimistischer Typ", feixte Bush am Freitag vor Börsenexperten. Schon bald würden die USA "den wirtschaftlichen Neid der Welt" wecken (mehr...).
Paulson hält sich mit konkreten Maßnahmen ebenfalls zurück. In mehreren Fernsehsendungen wich er der Frage aus, ob die Regierung bereit sei, nach Bear Stearns auch andere Investmentbanken mit ähnlichen Problemen zu retten. "Ich bin sicher, sie werden aus dieser Situation gestärkt herauskommen." Die Frage, ob sich die USA bereits in einer Rezession befinden, ließ der Finanzminister ebenfalls unbeantwortet.
Nur eines stellte Paulson klar: Ein zweites Konjunkturpaket, wie es die Demokraten für staatliche Interventionen auf dem Immobilienmarkt fordern, werde es mit ihm nicht geben. In einem ersten Paket hatte die Regierung Bush 170 Milliarden Dollar locker gemacht - damit soll es nun aber auch gut sein.
Deutlich aktiver ist da die Notenbank. Ihr Chef Bernanke sagte in einer Pressekonferenz, die Fed sei bereit, Finanzinstituten Geld zu geben, wenn sie es brauchen. "Das Ziel der Federal Reserve sind liquide, gut funktionierende Finanzmärkte. Sie sind für das Wirtschaftswachstum essentiell." Erst am vergangenen Dienstag hatte die Fed ein 200-Milliarden-Dollar-Kreditprogramm für die größten Privatbanken des Landes aufgelegt - allerdings hatte es die Märkte kaum beruhigt.
"Wenigstens so tun als ob"
Manche Finanzexperten zweifeln grundsätzlich, ob die umfassenden Bemühungen der Fed das eigentliche Problem überhaupt lösen können. "Notfallkredite sind nötig, aber nicht ausreichend", sagt Lawrence Summers, der frühere Finanzminister der Regierung Bill Clinton, in der "New York Times". "Das fundamentale Problem ist, dass dem Finanzsystem aus sich selbst heraus Kapital fehlt." Mit anderen Worten: Die Banken haben sich mit ihrer bisherigen Kreditvergabepraxis selbst in die Krise gestürzt - und da kann auch die Fed nur begrenzt helfen.
Das sehen sogar die Finanzinstitute selbst so. Die Finanzspritze der Fed sei ungenügend, sagt David Rosenberg, Chefökonom bei Merrill Lynch
. "Sie spricht das zugrunde liegende Kreditproblem nicht an, sie verbessert die Liquidität der betroffenen Institutionen nicht wesentlich, und sie tut nichts, um die Immobilienpreise zu stabilisieren."
Richard Fuld, Vorstandschef der Investmentbank Lehman Brothers
, kehrte schon vorzeitig von einer Indienreise nach New York zurück. Der Grund laut "Wall Street Journal": Sorgen, dass auch andere Finanzfirmen und Geschäftsbanken auf unsicherem Boden stünden.
Umso erstaunlicher, wie ruhig sich der Präsident verhält. "In Krisenzeiten", schreibt Kolumnistin Gail Collins, "sollte man doch glauben, dass der Staatschef die Größe hat, wenigstens so zu tun, als habe er alles unter Kontrolle."
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Von huetter69 | Erstellt am: 17.03.08 22:01 | Beitrag Nr.: 126.575 | Weitere Beiträge |
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Von huetter69 | Erstellt am: 17.03.08 22:04 | Beitrag Nr.: 126.576 | Weitere Beiträge |
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Von Baerlexa | Erstellt am: 18.03.08 11:06 | Beitrag Nr.: 126.644 | Weitere Beiträge |
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Foto: DPA
Laut einem Zeitungsbericht regt sich bei der US-Investmentbank Bear Stearns Widerstand gegen deren Notverkauf. Der Milliardär Joseph Lewis, der 9,4 Prozent an Bear Stearns hält, lehne den Preis von weniger als 300 Millionen Dollar als zu niedrig ab, berichtete das „Wall Street Journal“. Auch viele Bear-Sterns-Beschäftigte, die zusammen 30 Prozent der Anteile haben, drohten, gegen das Geschäft zu stimmen.
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Von huetter69 | Erstellt am: 18.03.08 15:49 | Beitrag Nr.: 126.709 | Weitere Beiträge |
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NEW YORK (Dow Jones)--Der knapp der Insolvenz entronnenen US-Investmentbank Bear Stearns Companies Inc steht eine Sammelklage wegen angeblicher Verstöße gegen das Wertpapiergesetz bevor. Der Bank wird in einer am Montag eingereichten Klageschrift vorgeworfen, falsche und irreführende Angaben hinsichtlich ihrer geschäftlichen und finanziellen Ergebnisse gemacht zu haben.
Dies habe dazu geführt, dass Aktien von Bear Stearns zu einem künstlich aufgeblähten Preis gehandelt worden seien und im April ein Kurshoch von 159,36 USD erreichten.
Die Klage wurde von der Kanzlei Coughlin Stoia Geller Rudman&Robbins LLP bei einem New Yorker Bezirksgericht eingereicht. Die Kanzlei vertritt Klienten, die zwischen dem 14. Dezember 2006 und dem 14. März 2008 Bear-Stearns- (News) Aktien kauften.
Bear Stearns war am Sonntag von der Konkurrentin J.P.Morgan Chase&Co für insgesamt etwa 236 Mio USD oder 2 USD je Aktie übernommen worden. Unterstützt wurde J.P. Morgan dabei von der US-Notenbank Federal Reserve. Am vergangenen Freitag hatten die Aktien der Investmentbank einen Wert von 3,5 Mrd USD - im Januar 2007 kostete Bear Stearns noch ungefähr 20 Mrd USD. Ein Vertreter der Bank war für eine Stellungnahme nicht unmittelbar zu erreichen.
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Von huetter69 | Erstellt am: 18.03.08 15:50 | Beitrag Nr.: 126.710 | Weitere Beiträge |
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Bear-Stearns-Opfer: Britischer Milliardär verliert 800 Millionen Dollar
Das nennt man wohl Pech: Joseph Lewis, britischer Milliardär und Investor, verlor als Großaktionär durch den Absturz der Bear-Stearns-Aktie mehr als 800 Millionen Dollar, wie das "Wall Street Journal" (WSJ) berichtet. Die besondere Tragik dabei: Er erwarb erst vor kurzem durch einen Optionshandel Hunderttausende Aktien. Der Milliardär, der als Währungshändler reich wurde, investierte im Sommer 2007, nachdem Bear Stearns mit zwei Hedgefonds (FONDS professionell berichtete) ins Trudeln gekommen war, groß in die Investmentbank. Im Dezember 2007 hielt er bereits fast zehn Prozent der Bear-Aktien. Außerdem übte Lewis, der auf den Bahamas lebt, im Dezember eine Option aus. Er hätte seine Option verkaufen können und wäre so aus der Schlinge des unglücklichen Deals entkommen, stattdessen entschloss er sich aber dazu, diese auszuüben und erwarb dadurch Hunderttausende neue Aktien. Ende 2007 hielt Lewis mehr als elf Millionen Bear Stearns-Aktien, die dann am Freitag,14. März 2008, um 47 Prozent auf ein Neun-Jahrestief von 30 US-Dollar fielen.
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Von huetter69 | Erstellt am: 18.03.08 15:52 | Beitrag Nr.: 126.711 | Weitere Beiträge |
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Von huetter69 | Erstellt am: 18.03.08 15:56 | Beitrag Nr.: 126.713 | Weitere Beiträge |
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Von huetter69 | Erstellt am: 18.03.08 15:59 | Beitrag Nr.: 126.714 | Weitere Beiträge |
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Alle Gespräche mit Bear Stearns über gegenseitige Beteiligungen und eine Zusammenarbeit seien abgesagt worden, hiess es in der Mitteilung. Es werde keine Vereinbarung geben. Das Brokerhaus will seine Strategie einer Expansion in Übersee trotz des Scheiterns der Pläne mit Bear Stearns fortsetzen, nannte aber keine Details.
Der chinesische Broker, der zur staatlichen China International Trust & Investment Corp. gehört, hatte im Herbst seinen Einstieg mit sechs Prozent bei Bear Stearns für eine Milliarde Dollar angekündigt. Im Gegenzug wollte sich Bear Stearns für ebenfalls eine Milliarde Dollar mit zwei Prozent an dem Geschäft der Chinesen beteiligen. Daneben wollte sich CITIC die Möglichkeit sichern, seinen Anteil an Bear Stearns auf knapp zehn Prozent zu erhöhen. In der Nacht zum Montag wurde bekannt, dass die durch die Finanzkrise in Liquiditätsnöte geratene Bear Stearns für zwei Dollar je Aktie oder insgesamt 236 Millionen Dollar an JPMorgan verkauft werden soll
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Von ZockerGerhard | Erstellt am: 18.03.08 16:18 | Beitrag Nr.: 126.716 | Weitere Beiträge |
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Frankfurt (Reuters) - Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat das Eingreifen der US-Notenbank Federal Reserve bei der Rettung der Investmentbank Bear Stearns kritisiert.
"Die Fed hat damit den Eindruck erweckt, dass sie für alles zuständig ist. Das ist nicht klug", sagte Walter am Dienstag in einem Interview mit Reuters TV. Zentralbanken seien generell nicht dafür zuständig, für Ersatz des Eigenkapitals zu sorgen. "Dafür sind entweder strategische Investoren zu finden oder - wenn sie ausbleiben - zur Sicherung des Finanzsystems auch Mittel des Steuerzahlers", sagte Walter.
Bear Stearns war für einen Spottpreis an den US-Konkurrenten JP Morgan Chase verkauft worden, der dafür von der Fed mehrere Milliarden Dollar Unterstützung bekam.
Nach Ansicht Walters könnte es zu weiteren Hilfsaktionen für Banken kommen. Der Fall Bear Stearns sei ein Hinweis darauf, dass es für solch schwierige Situationen zur Stabilisierung des Systems der Zusammenarbeit aller bedürfe. "Und ich vermute, dass es noch nicht das letzte Mal war", fügte Walter hinzu.
Der Volkswirt geht davon aus, dass es in den USA zu einem nachhaltigen Wirtschaftsabschwung kommt. Insbesondere die Krise an den Immobilienmärkten werde noch einige Zeit dauern. "Die Amerikaner haben noch viele Enttäuschungen vor sich", sagte er.