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Forum > Sonstige Branchen > Bear Stearns: Rettung durch JP Morgan Chase?

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BEAR STEARNS COS. INC. REGISTERED SHARES DL 1

Aktueller Kurs (Frankfurt, 09.05.2008 17:35)
Letzter Kurs: 6,60 EUR WKN: 870272 BEAR STEARNS COS. INC. REGISTERED SHARES DL 1 Chartbild
Veränd. abs.: 0,05 EUR Symbol: BST
Veränd. in %: 0,76 % ISIN: US0739021089
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Thema: Bear Stearns: Rettung durch JP Morgan Chase?

Thema Nr. 50449  
Thema eröffnet von:  ZockerGerhard Beiträge: 89 Bewertung (0):
am: 17.03.08 08:03 Gelesen gesamt: 680    
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Von  ZockerGerhard Erstellt am: 17.03.08 08:03 Beitrag Nr.: 126.471 Weitere Beiträge
Dieser Beitrag:
FinanzNachrichten.de,17.03.2008 07:46:00ROUNDUP: JP Morgan Chase übernimmt angeschlagene Konkurrentin Bear Stearns

Die drittgrößte US-Bank JP Morgan <JPM.NYS> <CMC.ETR> Chase übernimmt die ins Trudeln geratene Investmentbank Bear Stearns <BSC.NYS> <BST.FSE> . Der Kauf soll über einen Aktientausch erfolgen, teilte J.P. Morgan Chase am Sonntagabend (Ortszeit) in New York mit. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen hätten dem Vorschlag zugestimmt. Man sei bereit, Bear-Stearns-Anteile gegen 0,05473 eigene Aktien zu tauschen. Auf Basis des Schlusskurses vom vergangenen Freitag ergebe dies einen Preis von rund zwei Dollar pro Aktie. Die Aktionäre müssen dem Kauf noch zustimmen. Bear Stearns war als bisher prominentestes Opfer der Finanzkrise in Not geraten.

Mit sofortiger Wirkung übernehme J.P. Morgan Chase die Handelsverpflichtungen von Bear Stearns und ihrer Tochtergesellschaften sowie die Aufsicht über sämtliche Operationen des Managements, hieß es in der Mitteilung des Bankhauses. Die Transaktion solle bis Ende des zweiten Quartals 2008 abgeschlossen sein. Die US-Zentralbank habe im Zusammenhang mit der Übernahme Sonderfinanzierungen zugesagt und zugestimmt, Bear Stearns mit bis zu 30 Milliarden Dollar zur Sicherung der Liquidität zu stützen.

'J.P. MORGAN CHASE STEHT HINTER BEAR STEARNS'

"J.P. Morgan Chase steht hinter Bear Stearns", sagte Konzernchef Jamie Dimon. "Bear Stearns Kunden und Vertragspartner sollten sich sicher fühlen, dass J.P. Morgan für Bear Stearns Vertragsrisiken garantiert. Wir heißen ihre Kunden, Vertragspartner und Angestellten in unserer Firma willkommen, und wir sind froh, ihr Partner zu sein." J.P. Morgan beschäftigt rund 180000 Menschen.

Bear Stearns war die Liquidität Ende vergangener Woche weitgehend ausgegangen und sie musste eilig von J.P. Morgan Chase und der regionalen Notenbank von New York gestützt werden. Die Aktien waren daraufhin am Freitag um 45,88 Prozent auf 30,85 Dollar eingebrochen. Bear Stearns ist die kleinste der fünf großen New Yorker Investmentbanken.

HEDGE-FONDS

Am Sonntag war zudem bekanntgeworden, dass ein erst im vergangenen Jahr vereinbarter milliardenschwerer Einstieg des größten chinesischen Brokerhauses CITIC Securities zu platzen droht. Wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtete, könne das Unternehmen ein Zustandekommen des Geschäfts "nicht garantieren". Es sei kein "formelles Abkommen" unterzeichnet worden. Der chinesische Broker, der zur staatlichen China International Trust & Investment Corp. gehört, hatte im Herbst seinen Einstieg mit sechs Prozent bei Bear Stearns für eine Milliarde Dollar angekündigt. Im Gegenzug wollte sich Bear Stearns an dem Geschäft der Chinesen beteiligen.

Offensichtlich wurde die Krise bei Bear Stearns erstmals im vergangenen Sommer, als zwei Hedge-Fonds der Bank im Zusammenhang mit dem Kollaps am US-Hypothekenmarkt zusammenbrachen. Für das vierte Quartal musste die Bank erstmals in ihrer Geschichte einen Verlust ausweisen. Wegen fauler Kreditpapiere bereinigte Bear Stearns schließlich im gesamten Geschäftsjahr 2007 (30. November) Wertverluste von 1,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn brach auf 233 Millionen Dollar ein, nach 2,1 Milliarden Dollar im Vorjahr./fi/DP/sk

ISIN US46625H1005 US0739021089

AXC0025 2008-03-17/07:45

 

Von  Rocket Erstellt am: 17.03.08 13:35 Beitrag Nr.: 126.507 Weitere Beiträge
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http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:An%20M%E4rkten%20Panik/331963.html

An den Märkten herrscht Panik von Tobias Bayer (Frankfurt) Der Notverkauf des Investmenthauses Bear Stearns und die Angst vor einer Bankenkrise belasten den Dollar. Der Euro kletterte auf 1,59 $, Öl und Gold kletterten auf Rekordstände, Staatsanleihen legten zu. Gerüchte über Währungsinterventionen machten die Runde. Image

Der Greenback fiel zum ersten Mal seit zwölf Jahren unter 96 Yen, der Euro stieg auf den Rekordstand von 1,5904 $. Auch Staatsanleihen, Öl und Gold legten zu, weil Investoren nach sicheren Häfen suchten.

Selten war die Situation auf dem Kapitalmarkt angespannter als jetzt. Der gerade abgewendete Kollaps von Bear Stearns, die Zerschlagung des Hedge-Fonds Carlyle Capital und die überraschende Senkung des Diskontsatzes der US-Notenbank Fed lassen die Investoren unruhig in die Zukunft blicken. Waren viele Strategen davon überzeugt, dass die Kreditkrise bis Mitte oder Ende 2008 ausgestanden sein könnte, revidieren inzwischen viele Experten ihre Prognosen. Mit einer Entspannung rechnen einige inzwischen erst ab 2009. Diese trübe Aussicht führt zu einer Dollarflucht - und zu einer außerordentlichen Hausse bei Rohstoffen und Edelmetallen.

Die Rendite von zehnjährigen US-Staatsanleihen sank um zwölf Basispunkte auf 3,35 Prozent. Bei Treasuries mit zweijähriger Laufzeit fiel die Rendite sogar um 19 Basispunkte auf 1,292 Prozent. Das ist der tiefste Stand seit 2003. Gleichzeitig stiegen die Kosten, um sich gegen Ausfälle bei Unternehmensanleihen zu versichern. Der Kreditderivateindex Itraxx Europe, der das Ausfallrisiko von 125 europäischen Firmen abbildet, stieg um 9 auf 164 Basispunkte. "Die Angst, dass es auch andere Banken als Bear Stearns treffen könnte, gibt es auf jeden Fall. Das ist ein richtig beunruhigende Situation", sagte Puneet Sharma, Kreditstratege bei Barclays Capital.

Märkte in einem Teufelskreis @import url(/css/videoie6.css);

"Der Dollar hat ein Glaubwürdigkeitsproblem", sagte Koji Fukaya, Währungsstratege bei der Deutschen Bank. "Die Märkte befinden sich in einem Teufelskreis." Hintergrund ist, dass ein schwacher Dollar zu höheren Rohstoffpreisen führt, höhere Rohstoffpreise aber wiederum den Dollar belasten. Denn Ölexportländer wie Saudi-Arabien importieren einen Großteil der Produkte aus dem Euro-Raum - ein höherer Ölpreis schwächt also den Dollar. Gleichzeitig achten die Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) auf unterschiedliche Inflationsmaße. Während die Fed die Energiepreise herausrechnet und auf die Kernrate der Inflation achtet, konzentriert sich die EZB auf die Gesamtinflation. Ein höherer Ölpreis verhindert also eher eine geldpolitische Lockerung durch die EZB als durch die Fed. Auch das ist positiv für den Euro und negativ für den Dollar.

Gegenüber asiatischen Währungen konnte der Dollar allerdings zulegen. Die indonesische Rupie, der thailändische Baht, der Singapur-Dollar, der malaysische Ringgit und der südkoreanische Won verloren deutlich. "Das passt ins Bild der momentan nicht ordentlich verlaufenen Anpassung von Ungleichgewichten. Während der Dollar gegenüber einigen wenigen Währungen abwertet, kann er gegenüber vielen anderen deutlich zulegen. Das spiegelt Ängste wider, dass viele Volkswirtschaften sich dem Abschwächen der US-Konjunktur nicht entziehen können", sagte David Woo, Währungsstratege bei Barclays Capital.

Gerüchte über Währungsintervention

Marktteilnehmer spekulieren auf ein koordiniertes Eingreifen der Notenbanken der USA, Europas und Japans, um den Dollarverfall zu stoppen. Zuletzt hatten die Notenbanken gemeinsam im September 2000 an den Devisenmärkten interveniert, als der Euro ein Rekordtief von 85 US-Cent erreicht hatte.

Der japanische Ministerpräsident Yasuo Fukuda hält die gegenwärtigen Turbulenzen an den Währungsmärkten eher für einen Ausdruck der Dollar-Schwäche als für ein Zeichen eines starken Yen. Fukuda bezeichnete schnelle Wechselkursbewegungen am Montag zugleich als unerwünscht. Zu einer möglichen Beteiligung der Bank von Japan an einer gemeinsamen Intervention von Notenbanken an den Devisenmärkten wollte sich Fukuda nicht äußern.

Rekordjagd bei Öl und Gold hält an

Der Preis für Rohöl stieg am Montag weiter und erreichte mit 111,80 $ einen neuen Rekordwert. "Der Markt hat sich zuletzt als sehr anpassungsfähig erwiesen. Noch vor wenigen Monaten konnte man einen Anstieg des Ölpreises auf 100 $ je Barrel noch nahezu ausschließen. Jetzt hat sich der Preis scheinbar über 110 $ etabliert und auch weitere Anstiege erscheinen angesichts der massiven Liquiditätsströme in den Rohstoffsektor als möglich", sagte Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Von der Angebotsseite ist keine Entspannung zu erwarten. Ein hochrangiger Vertreter der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) verteidigte die Entscheidung, auf dem vergangenen Treffen am 1. März die Förderung nicht erhöht zu haben. Die aktuell explodierenden Ölpreise gingen nicht auf das Konto der Opec, sagte der Vertreter. Vielmehr sehe er den Grund in der aktuellen Dollarschwäche und den Liquiditätszuflüssen in den Rohstoffmarkt.

Der Goldpreis konnte als klassisches Kriseninvestment von der Nervosität auf den Märkten profitieren. Kurz nach Handelsstart in Asien erreichte der Preis für die Feinunze bei knapp 1032 $ einen neuen historischen Höchststand. Angetrieben wurden die Notierungen noch von kuriosen Meldungen aus Äthopien. Die äthiopischen Goldreserven bestehen zum Teil aus Falschgold, wie am Montag bekannt wurde. Die Goldbarren der äthiopischen Nationalbank, welche nach Südafrika zur weiteren Veredelung verschickt wurden, stellten sich bei einer genaueren Überprüfung als vergoldete Stahlplatten heraus. Man hatte das Falschgold scheinbar von einem einheimischen Händler erworben.

 

Von  Rocket Erstellt am: 17.03.08 13:38 Beitrag Nr.: 126.508 Weitere Beiträge
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http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Chinesen%20Bear%20Stearns/331934.html
Chinesen lassen Bear Stearns hängen von Claudia Wanner (Hongkong) Vor einem Jahr klang es nach einem Superdeal: Bear Stearns und Chinas größtes Brokerhaus Citic arbeiten zusammen. Die Beinahe-Pleite der US-Investmentbank hat die Chinesen nun jedoch in Alarmstimmung versetzt. Dem neuen Bear-Stearns-Eigner JP Morgan entgeht dadurch eine Milliardensumme.

Chinas größtes Brokerhaus Citic hat die geplante milliardenschwere Überkreuzbeteiligung mit Bear Stearns nach dem Verkauf des US-Brokers an JP Morgan Chase abgesagt. "Wir werden den Deal nicht ausführen", sagte Kong Dan, Verwaltungsratschef der Muttergesellschaft Citic Group, der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Die Situation hat sich komplett verändert."

Beide Seiten hatten im Oktober vereinbart, jeweils 1 Mrd. $ in das andere Institut zu investieren. Doch die chinesischen Aufseher zögerten mit der Prüfung des Beteiligungsgeschäftes - und sparten Citic so eine Menge Geld: Seit der Vereinbarung hat die Bear-Stearns-Aktie mehr als 75 Prozent verloren. Auch das Citic-Papier hat deutlich verloren. Beide Seiten hatten noch kürzlich den Deal nachverhandelt.

  • Citic hatte wie viele andere chinesische Geldhäuser durch Bear Stearns auf westliche Expertise gehofft. Dabei hatten sich chinesische Investments im Finanzsektor im Ausland zuletzt als wenig glücklich erwiesen. Ob der staatliche Beteiligungsfonds China Investment Corp. mit dem Einstieg bei Blackstone oder die Beteiligung von China Development Bank an Barclays: Alle mussten deutliche Buchverluste hinnehmen. In Chinas Medien rufen die Beteiligungen inzwischen heftige Kritik hervor. Zudem verwehrten die Aufseher Anfang des Jahres der China Development Bank, einen Anteil an Citigroup zu erwerben.

    Entsprechend positiv wurde am Montag die Nachricht von Citics Rückzieher aufgenommen. In einem schwachen Marktumfeld gehörte Citic Securities zu den wenigen Gewinnern und legte zwischenzeitlich gut fünf Prozent zu. Geholfen haben dem Broker auch gute Zahlen: Dank des "Bullenmarktes" an Chinas Börsen im Jahr 2007 verfünffachte sich der Reingewinn auf 12,4 Mrd. Yuan (1,1 Mrd. Euro). Gleichwohl warnte das Institut vor deutlich höheren Risiken im laufenden Jahr.

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    Von  informationsknecht Erstellt am: 17.03.08 14:49 Beitrag Nr.: 126.518 Weitere Beiträge
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    Was für ein Massaker - der Kurs stanfvor einem Jahr noch bei über 100 €

     

    Von  informationsknecht Erstellt am: 17.03.08 14:50 Beitrag Nr.: 126.519 Weitere Beiträge
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    Siemens reißt Dax in die Tiefe - Ausverkauf bei Bank-Aktien Dramatische Entwicklung an den Börsen: Nach der Fast-Pleite der US-Traditionsbank Bear Stearns stürzen Finanzaktien in ganz Europa ab - der Dax erleidet einen der schlimmsten Tage seit dem 11. September 2001. Besonders Siemens bekommt den Zorn der Anleger zu spüren.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,541923,00.html

     

    Von  informationsknecht Erstellt am: 17.03.08 14:51 Beitrag Nr.: 126.520 Weitere Beiträge
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    Von  Explorerkenner Erstellt am: 17.03.08 14:58 Beitrag Nr.: 126.522 Weitere Beiträge
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    Heftig! Und die viele Presse derzeit lässt es nicht unbedingt besser werden. Ganz schön übel was auf den Märkten momentan so los ist, und besser wird es wohl auch erstmal nicht. Kann man letztendlich nur zur Vorsicht raten.

     

    Von  huetter69 Erstellt am: 17.03.08 18:07 Beitrag Nr.: 126.542 Weitere Beiträge
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    New York - Der Notverkauf der US-Bank Bear Stearns als neuer Höhepunkt der Finanzmarktkrise hat die US-Börsen deutlich belastet. Hinzu kamen noch überwiegend enttäuschende Konjunkturdaten, auch wenn diese vor dem Hintergrund der dramatischen Entwicklungen im US-Bankensektor eher verblassten.

    US-Eröffnung: Verluste - Notverkauf von Bear Stearns belastet

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    Der Leitindex Dow Jones, der zeitweise nahezu um 200 Punkte gefallen war, erholte sich im frühen Handel wieder. Zuletzt sank er um 0,57 Prozent auf 11.883,52 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index verlor 1,27 Prozent auf 1.271,75 Zähler. An der Technologiebörse Nasdaq fiel der NASDAQ 100 um 1,28 Prozent auf 1.691,83 Punkte. Der NASDAQ-Composite-Index sank um 1,32 Prozent auf 2.183,19 Zähler.

     

    Die ausgeprägte Schwäche im Bankensektor zog weite Kreise und drückte die Aktien nahezu aller Branchen in die Verlustzone - nur einzelne defensive Titel etwa aus dem Pharmasektor konnte sich dem Sog entziehen. Es stelle sich inzwischen die Frage, ob die Bankenkrise in den Vereinigten Staaten trotz all der stützenden Massnahmen der US-Notenbank Fed ausser Kontrolle gerate, sorgten sich Marktteilnehmer. Hinzu kommen noch weitere, die Aktienmärkte belastende Faktoren wie der Euro, der immer näher an die Marke von 1,60 US-Dollar steigt, der hohe Goldpreis und auch der weiter hohe Ölpreis.

     

    Bereits vor dem Wochenende hatte die Nachricht über den Zustand von Bear Stearns die US-Börsen deutlich belastet. Dass die Talfahrt in vermindertem Tempo weitergeht und zeitweilig sogar gestoppt wurde - der Dow Jones hatte sich kurzfristig gut behauptet gezeigt - begründeten US-Händler damit, dass sich angesichts der heftigen Kursverluste nun wieder vermehrt Schnäppchenjäger auf dem Markt tummelten.

     

    Die Bear-Stearns-Titel, die am Freitag bereits rund die Hälfte ihres Wertes eingebüsst hatten, verloren weitere 85,58 Prozent auf 4,45 Dollar. Die Bank wird im Tagesverlauf zudem noch ihre Zahlen zum ersten Quartal vorlegen. Andere Finanztitel mit Ausnahme von JPMorgan gaben ebenfalls nach: Citigroup verloren 2,83 Prozent auf 19,25 Dollar, American International Group (AIG) sanken um 2,11 Prozent auf 40,31 Dollar. Lehman Brothers brachen um 15,33 Prozent auf 33,24 Dollar ein. Die Bank wird am Dienstag Zahlen zum ersten Quartal vorlegen. Morgan Stanley verloren 6,50 Prozent auf 36,98 Dollar und Merrill Lynch 4,16 auf 41,70 Dollar.

     

    Die drittgrösste US-Bank JPMorgan, die Bear Stearns nun übernehmen wird, profitierte von ihrem Geschäft. Das Papier sprang im Dow Jones um 10,15 Prozent auf 40,25 Dollar nach oben. Die Fed will den Kauf mit einer Risikoübernahme in Höhe von 30 Milliarden Dollar absichern. Zugleich wurde ein neues Kreditprogramm aufgelegt, mit dem sich grosse Wall-Street-Investmentbanken von Montag an Kurzzeitkredite sichern können. Zusätzlich wurde der Diskontsatz um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. JPMorgan will den Kauf über einen Aktientausch abwickeln und gibt je Bear-Stearns-Anteil 0,05473 eigene Aktien. Auf Basis des Schlusskurses vom vergangenen Freitag ergibt dies einen Preis von rund zwei Dollar pro Aktie.

     

    Pharmatitel als defensive Werte in unruhigen Börsenzeiten gehörten überwiegend zu den Gewinnern: Johnson & Johnson stiegen um 0,93 Prozent auf 63,23 Dollar. Merck & Co. rückten um 1,32 Prozent auf 41,51 Dollar vor. Pfizer gewannen 0,92 Prozent auf 20,83 Dollar. An der NASDAQ hatten die Aktien von Adobe Systems bei 31,21 Dollar den tiefsten Stand seit September 2006 markiert, berappelten sich zuletzt aber wieder etwas und verloren 3,53 Prozent auf 31,46 Dollar. Cisco Systems als die am meisten gehandelten Aktien im NASDAQ 100 stiegen um 0,08 auf 24,34 Dollar. Intel und Microsoft standen dahinter ebenfalls leicht im Plus.

     

     

    Von  huetter69 Erstellt am: 17.03.08 18:11 Beitrag Nr.: 126.543 Weitere Beiträge
    Dieser Beitrag:
    SCHWARZER MONTAG Wall Street taumelt - Bear-Stearns-Aktie verliert 90 Prozent
    An der Börse brodelt es: Die Aktien der Fast-Pleite-Bank Bear Stearns verlieren an der Wall Street fast 90 Prozent, auch der Dax rauscht in die Tiefe. Öl, Euro und Gold klettern auf Rekordstände - die Krise an den Finanzmärkten hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Image

    New York/Frankfurt am Main - Es war womöglich ein Schnäppchen, das JP Morgan mit Bear Stearns Image gemacht hat. Die Anleger an der Wall Street jedenfalls scheinen davon überzeugt. Die JP-Morgan-Aktie ist mit einem Plus von mehr als acht Prozent das einzige Papier im Dow-Jones-30-Index, das ein ansehnliches Plus zu verzeichnen hat. Der üppige Gewinn reichte sogar aus, um die hohen Verluste der übrigen Finanztitel einigermaßen zu kompensieren: in der Summe hielten sich die Kursverluste im Dow Jones in Grenzen. Gegen 16.30 Uhr notierte der wichtigste Leitindex um 0,5 Prozent unter dem Niveau des Freitags.

     

    Image DPA

    Händler an der New Yorker Börse: Nur JPMorgan gefragt

    Doch die Ruhe ist trügerisch. Denn an der Wall Street brodelt es ebenso wie an den anderen Finanzmärkten weltweit. Allein die Aktien von Bear Stearns verloren zu Handelsbeginn mehr als 90 Prozent ihres Wertes, während Lehman Brothers Image um fast 30 Prozent einbrachen. "Bei den Financials greift die pure Panik", sagte ein Händler vor Handelsbeginn in New York.

    Überall hat die Nachricht vom Notverkauf der fünftgrößten Investmentbank der USA Panikverkäufe ausgelöst, die bis zum Nachmittag vor allem die Aktienkurse der Banken drückten - auch die an der Wall Street. Der US-Notenbank war es selbst mit einer eilends durchgeführten Senkung des Diskontsatzes noch in der Nacht nicht gelungen, die Nerven zu beruhigen. Rund um den Globus gingen die Kurse auf Talfahrt.

    Experten kritisieren Fed-Maßnahmen

    Händler sprachen von verlorenem Vertrauen. Der Kursverfall des Dollar trieb den Euro in Dollar Image bis auf 1,5904 Dollar, womit die Gemeinschaftswährung so teuer war wie nie. Auch der Goldpreis erreichte mit 1030,80 Dollar je Feinunze ein Rekordhoch. Der Ölpreis kletterte ebenfalls auf einen neuen historischen Höchststand.

     

    FORUM

    "Die Krise verschärft sich weiter", sagte der Chefstratege der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer, der die Fed-Maßnahmen als übereilt kritisierte. Mit der Übernahme von Bear Stearns durch den Rivalen JP Morgan erreiche die vom Kollaps des Subprime-Sektors ausgelöste Krise an den Finanzmärkten einen neuen Höhepunkt.

    In Europa entwickelte sich der Kursverfall im Verlauf des Handelstages zum Flächenbrand. Der Stoxx-50-Index Image für die größten europäischen Börsenwerte fiel bis zum frühen Nachmittag um 4,5 Prozent, der EuroStoxx 50 Image für die Euro-Zone verlor vier Prozent.

    Im Einklang mit den europäischen Börsen gab der deutsche Leitindex Dax Image 4,18 Prozent auf 6182,30 Punkte nach und schloss damit auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2006. Die Verluste wären womöglich glimpflicher verlaufen, hätte nicht Siemens Image die Anleger nicht mit einer überraschenden Gewinnwarnung verschreckt. Der Absturz der Siemens-Aktien war allein für einen Abschlag von 100 Punkten verantwortlich.

    Schwarzer Tag für Siemens-Aktionäre

     

    Die Aktionäre von Siemens erlebten heute ihren schwarzen Montag, nachdem der Konzern angesichts unrentabler Großprojekte seine Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr aufgab. Die Aufräumaktion kostet Siemens fast eine Milliarde Euro. Bis zum Nachmittag verloren die Aktien 19 Prozent auf 64,89 Euro. Die Glaubwürdigkeit von Vorstandschef Peter Löscher habe "enormen Schaden genommen", stellten die Analysten der Citigroup Image fest. Der Börsenwert von Siemens sank um fast 14 Milliarden Euro.

    Im Schnitt verloren europäische Bankenwerte mehr als sechs Prozent. Die UBS- ImageAktien traf es mit einem Abschlag von über elf Prozent am stärksten. Die Schweizer Großbank leidet unter ihrem Subprime-Engagement besonders. Die Aktien der britischen Hypothekenbank HBOS Image brachen um mehr als zehn Prozent ein.

     

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    In Frankfurt traf es die Aktien des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate Image mit einem Einbruch um zehn Prozent am härtesten. Die Aktien von Branchenprimus Deutsche Bank Image notierten mit 66 Euro 5,7 Prozent tiefer. Commerzbank Image verloren sieben Prozent, die Postbank Image sechs Prozent.

    "Wir können niemandem mehr vertrauen. Wem soll ich hier noch glauben?", fasste Dirk Müller von ICF Kursmakler in Frankfurt die Stimmung zusammen. "Jeder fragt sich: wer kommt als nächstes? Gibt es einen Fall wie Bear Stearns in Europa?", ergänzt Edmund Shing von BNP Paribas Image. Immer mehr Börsianer halten jetzt eine Zinssenkung in den USA morgen um einen ganzen Punkt auf zwei Prozent für möglich.

     

    Von  huetter69 Erstellt am: 17.03.08 18:13 Beitrag Nr.: 126.544 Weitere Beiträge
    Dieser Beitrag:
    Da kann man wohl auch nur noch dicke Backen machen, so wie der Händler auf dem oberen Bild.

     

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