|
|
Renditetrader: 22.11.08 16:56 Aktienhausse in New York... |
|
|
Frank Sterzbach: 22.11.08 10:59 Drohen neue Tiefstände? |
|
|
Markus Fugmann: 21.11.08 12:46 Marktausblick vom 21.11.08... |
|
|
#132203 von springer1968 | Erstellt am: 13.05.08 10:56:25 | Beitrag Nr.: 132203 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Der angeschlagene Handyzulieferer Balda (News/Aktienkurs) erwartet aus der Trennung von seinem defizitären deutschen Handyschalen-Geschäft keine weitere Belastung. "Wir haben einen Asset-Deal gemacht", begründete Finanzchef Dirk Eichelberger am Dienstag gegenüber der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX die Einschätzung. Nicht die Gesellschaften an sich, sondern einige ihrer Werte seien an den neuen Besitzer übergegangen. Dies seien im Wesentlichen Maschinen, Vorräte und die Belegschaft, die rund 400 Mann stark ist. Forderungen nach einem millionenschweren Verlustausgleich wie beim ersten Verkauf Ende vergangenen Jahres seien damit ausgeschlossen. Die Aktie gewann 3,64 Prozent auf 2,28 Euro.
Balda hat den Betrieb der Balda Solutions Deutschland GmbH und der Balda Werkzeugbau GmbH zum 1. Mai an die Hanse Industriekapital-Beteiligungs-GmbH (HanseIK) aus Hamburg abgegeben. Dabei floss auch Geld von Bad Oeynhausen Richtung Norden. Zwar ist über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart worden, doch teilte Balda mit, dass die Liquiditätsbelastung bei einem "höheren, einstelligen Millionenbetrag" liege.
ERSTER VERKAUF GESCHEITERT
Balda hatte die europäische Handyschalen-Produktion zum Ende des vergangenen Jahres an das Übernahmevehikel KS Plastic Solutions abgegeben, hinter dem die Investmentgesellschaft Aurelius stand. Die alten und neuen Besitzer konnten sich jedoch nicht auf die Höhe der 2007 angefallenen Verluste einigen, die Balda als damalige Mutter noch zu tragen hatte. Um den von Aurelius geforderten Betrag von 25 Millionen Euro nicht zahlen zu müssen, kaufte Vorstandschef Joachim Gut die Töchter zurück. So wendete er eine drohende Zahlungsunfähigkeit und damit die Insolvenz der gesamten Balda ab.
Dieses Hin- und Her führte nicht zuletzt zu einem Konzernverlust von 73,3 Millionen Euro im zurückliegenden Jahr. Balda hatte alleine 13 Millionen Euro auf das Geschäftsfeld abgeschrieben und zusätzlich eine Belastung aus dem Tagesgeschäft und im Rahmen von Ergebnisabführungsverträgen über 51 Millionen Euro verbucht. Einen Teil der Abwertungen hatte der Konzern im ersten Quartal wieder zurückgenommen und so den anhaltenden Verlust eingedämmt.
UNGARN VOR UNSICHERER ZUKUNFT
Unklar ist das Schicksal der ungarischen Handyschalen-Produktion, die beim ersten Mal mit abgegeben wurde, nun aber im Unternehmen verblieben ist. Dem Vernehmen nach ist eine Liquidation wahrscheinlich; die Belegschaft ist bereits auf rund 30 geschrumpft. Zu etwaigen Belastungen wollte sich Finanzchef Eichelberger nicht äußern, betonte angesichts der Rückflüsse im ersten Quartal jedoch: "Die Discontinued Operations werden uns im Gesamtjahr nicht belasten." Operativ schreiben die Töchter weiter rote Zahlen.
Balda konzentriert sich auf seine Handyschalen-Produktion in Asien und baut parallel das Geschäft mit berührungsempfindlichen Bildschirmen aus. Im ersten Quartal litt das Kerngeschäft jedoch unter der Umstellung auf neue Produkte. In der zweiten Jahreshälfte soll sich die Situation bessern.