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#24013 von  KlaraT Erstellt am: 08.10.07 09:50:08 Beitrag Nr.: 24013 Weitere Beiträge
Dieser Beitrag:

Oder warum baut man sich einen "Palast" im Wert von 500 Mio. Euro?

"Im Stand schon schnell"


Von Mirjam Hecking... Allen Sparappellen zum Trotz - 500 Millionen Euro hat sich BMW seine neue Markenkathedrale in München kosten lassen. In der BMW-Welt können Kunden künftig nicht nur ihren Neuwagen abholen, sondern auch dem Mythos des bayerischen Autobauers nachspüren. manager-magazin.de hat sich vor der feierlichen Eröffnung schon einmal umgesehen.
München – Es ist ein glänzender Anblick, der sich Autofahrern neuerdings am Münchener Georg-Brauchle-Ring bietet: Kurz hinter dem Zeltdach des Olympiastadions erhebt sich im Schatten der BMW-Zentrale die neue glitzernde Markenerlebniswelt des Autobauers.

Noch umgeben Gitterzäune den Bau. Schlamm verschmiert an einigen Stellen die Fassade. Doch die Oktoberfest-Touristen haben die BMW-Welt schon für sich entdeckt. Vom gegenüberliegenden Olympiazentrum kommen immer wieder Japaner und Amerikaner herüber, um ein Foto des Bombastbaus zu schießen. Eröffnet wird das Gebäude für geladene Gäste zwar erst am 17. Oktober - und drei Tage später dann auch für die Öffentlichkeit. Doch die Marketingkampagne ist längst im Gange. Sogar die "New York Times" war schon da. Und auch in den Feuilletons wird der Bombastbau bereits nach Kräften gefeiert.

Es ist eine Kathedrale aus Glas und Stahl, die sich BMW ..., bisher Vertriebs- und künftig Finanzvorstand von BMW, das Autohaus.

Ein Tornadowirbel aus Stahl

Er habe "die Grenzen des Machbaren überschritten", sagt der Architekt der BMW-Welt, Wolf D. Prix vom österreichischen Büro Coop Himmelb(l)au, vollmundig über sein Oeuvre. Das Gebäude sei "im Stand schon schnell".

Was Prix damit meint, wird Betrachtern beim ersten Blick auf die futuristische Stahl-Glas-Konstruktion klar. Erstaunlich leicht wirkt der Bau, trotz seiner enormen Größe. Wie eine Wolke schwebt das Dach über dem Gebäude. Die Stahlfassade erinnert ein bisschen an Frank O. Gehrys Guggenheim-Museum in Bilbao. 10.000 Quadratmeter glasperbestrahlter Edelstahl und Glas lassen sie in den unterschiedlichsten Farbnuancen schimmern. Die ganze Konstruktion ruht auf elf Pendelstützen und einem enormem Doppelkegel, der aussieht wie ein Tornadowirbel aus Stahl.

Eine geschwungene Fußgängerbrücke verbindet alte und neue Welt: den 1972 gebauten "Vierzylinder" von BMW und das suppenschüsselartige BMW-Museum auf der einen und den neuen Markenpalast auf anderen Straßenseite. Alles ist penibel aufeinander abgestimmt: von der Formgebung über die Fassadengestaltung bis hin zu den Materialien. Wie es das mehrere Hundert Seiten dicke Corporate-Identity-Handbuch von BMW vorschreibt.