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#126155 von  Neitka Erstellt am: 13.03.08 12:00:22 Beitrag Nr.: 126155 Weitere Beiträge
Dieser Beitrag:

13.03.2008 10:32 Hat Conti dicke Probleme?

Es ist nichts Neues, dass Conti die von Siemens gekaufte VDO-Sparte Powertrain auf Rendite trimmen muss. Neu ist aber: Der Restrukturierungsbedarf soll größer sein als gedacht. Das verstimmt die Börse.

Die Conti-Aktie rauscht abwärts, sechs Prozent beträgt das Kursminus am Donnerstagvormittag. Die kursbelastende Spekulation brachte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" auf. Sie berichtete, Conti bekomme mit der Integration von Siemens VDO größere Probleme als bislang bekannt. Der Vorstand habe bei der neuen Sparte einen wesentlich größeren Restrukturierungsbedarf ausgemacht, als beim Kauf 2007 absehbar war. Derzeit werde mit Hochdruck an einem Plan gearbeitet, die Sparte wieder auf Vordermann zu bringen.

Die Hannoveraner fühlten sich die offenbar von Siemens über die Probleme nicht ausreichend informiert. Powertrain habe Aufträge angenommen, die nicht kostendeckend seien. Außerdem habe die Sparte Problemen bei der Produktivität und Liefertreue. Einige Werke seien schlecht ausgelastet und arbeiteten zum Teil nur einschichtig, heißt es in dem Bericht.

 

Gibt es nun Nachverhandlungen?
Ähnliches berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. "Im Bereich Powertrain gibt es erhebliche Probleme", zitiert sie eine mit dem Vorgang vertraute Person. Continental wolle möglicherweise nachverhandeln. "Da müsste noch mal mit Siemens verhandelt werden, denn der Konzern hat im Vorfeld der Übernahme nicht ausreichend darüber informiert", sagte die Person.

Conti wollte sich inhaltlich dazu nicht äußern. "Wir kommentieren Spekulationen und mögliche Fehlinterpretationen grundsätzlich nicht", teilte das Unternehmen mit. "Wir werden aber nicht zulassen, dass möglicherweise ein Keil zwischen Continental und Siemens getrieben werden soll: Es gibt keinerlei Beschlüsse zu diesem Thema."

Hoffen auf Synergien
Die Problemsparte, die etwa Benzineinspritzsysteme und Betriebesteuerungen herstellt, schreibt als einziger der mittlerweile sechs Conti-Bereiche rote Zahlen. "Die Sparte ist derzeit von den Gewinnzielen des Konzerns am weitesten entfernt und hat die meisten Hausaufgaben zu erledigen", sagte ein Conti-Sprecher. Zu etwaigen Nachverhandlungen wollte er sich nicht äußern. Der Sprecher machte auch keine Angaben darüber, um welche Probleme es sich handelt.

Für den Geschäftszweig hatte Conti 11,4 Milliarden Euro an Siemens gezahlt. Analysten beurteilten den Zukauf skeptisch, das Unternehmen pries dagegen die neue Sparte. Die Hannoveraner erhofften sich durch den Deal Steuervorteile von rund einer Milliarde Euro. Zudem stellte Conti jährliche Synergien von mindestens 170 Millionen Euro ab 2010 in Aussicht, später sogar mindestens 300 Millionen Euro. Doch es war auch bekannt, dass die Rendite durch die Übernahme erst einmal leidet. Laut früheren Aussagen soll die Ebit-Marge spätestens 2010 wieder mindestens zehn Prozent betragen.

bs