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#119426 von  huetter69 Erstellt am: 21.02.08 13:29:46 Beitrag Nr.: 119426 Weitere Beiträge
Dieser Beitrag:

Schuldenabbau bei Conti wird schwerer

Der Autozulieferer Continental hofft auf höhere Einspareffekte durch die Übernahme des Konkurrenten VDO als bislang geschätzt. Die wird Konzernchef Manfred Wennemer auch brauchen. Denn trotz guter Zahlen aus dem Jahr 2007 steht er beim Schuldenabbau vor unerwarteten Schwierigkeiten.


...

Die Integration des Autoelektronik-Spezialisten VDO soll mehr Einsparungen bringen als bisher geplant. "Wir erwarten bis 2010 deutlich mehr als 300 Mio. Euro an Synergien", sagte Wennemer. Bislang war der Konzern von 170 Mio. ausgegangen.

Nach der Übernahme von VDO will Continental...... dort 2000 Stellen abbauen. Der VDO-Standort Wetzlar mit 450 Beschäftigten werde geschlossen, da Aufträge fehlten, teilte der Konzern mit. Unabhängig davon seien bis Ende Januar bereits 1800 Arbeitsplätze bei Continental abgebaut worden. Die VDO-Übernahme macht Conti zum weltweit fünftgrößten Autozulieferer.

 

2007 erzielte der Konzern Bestmarken bei Umsatz und Gewinn. Der Umsatz kletterte um sieben Prozent auf 15,9 Mrd. Euro, mit VDO hätte Conti 26,4 Mrd. Euro umgesetzt. Vor Steuern und Zinsen steigerte Conti das Ergebnis um 15 Prozent auf 1,84 Mrd. Euro. Mit seinen Zahlen erreichte Conti knapp die Erwartungen von Analysten, die mit einem Umsatz von 16,1 Mrd. und einem Ebit von 1,8 Mrd. Euro gerechnet hatten. Trotz Abschreibungen und Verlusten bei VDO von 164 Mio. Euro blieben nach Steuern und Anteilen Dritter 1,02 Mrd. (2006: 981 Mio.) Euro übrig. Die Conti-Aktie gehörte heute zu den Gewinnern im Dax.

Schuldenabbau vor Dividenden

 

Auf eine Dividendenerhöhung müssen die Conti-Aktionäre für längere Zeit verzichten, da Wennemer der Rückzahlung von Schulden Vorrang einräumen will. Für 2007 sollen die Anteilseigner erneut 2 Euro je Aktie erhalten, und auch 2008 und 2009 seien keine Steigerungen zu erwarten. Bis Ende 2010 sollen die Schulden das Eigenkapital nicht mehr übersteigen, Ende 2007 lag die Relation bei 158 Prozent.

Dabei erlaubten die Marktbedingungen derzeit keine Auflage einer Hybridanleihe über 1,5 Mrd. Euro, die ein wichtiger Teil des Finanzierungspakets gedacht war und die teilweise als Eigenkapital gewertet wird. Die Finanzierung der Übernahme ist dadurch aber nicht gefährdet, weil Continental bei Banken auch über eine Kreditlinie von bis zu 13,5 Mrd. Euro verfügt - der Kaufpreis liegt nur bei 11,4 Mrd. Euro.

Dennoch steigt tendenziell die Verschuldung – und das könnte unter Umständen das Rating Continentals gefährden. Die Ratingagentur Moody’s gibt dem Autozulierer derzeit ein "Baa1", S&P ein "BBB"-Rating.

VDO wird auf Rendite getrimmt

2008 will Conti Umsatz und Gewinn steigern. Der Umsatz soll über den von Conti und VDO zusammen erreichten 26,4 Mrd. Euro liegen. "2009 wollen wir ein Wachstum von etwa fünf Prozent erreichen", sagte Wennemer. Auch die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) soll vor Abschreibungen und Integrationskosten über den 9,3 Prozent des Vorjahres liegen. 2009 soll sie weiter steigen.

 

Wegen des Stellenabbaus will Conti in den kommenden Tagen mit den Arbeitnehmervertretern sprechen. "Betriebsbedingte Kündigungen können und wollen wir nicht ausschließen. Sie können aber nur das allerletzte Mittel sein", sagte der Vorstandschef. Zusätzlich zu den integrationsbedingten Stellenstreichungen könne es immer wieder Arbeitsplatzabbau geben, wenn Rationalisierungen nötig seien, warnte er. Insgesamt beschäftigt Conti weltweit 151.000 Menschen.

Alle VDO-Bereiche sollen so schnell wie möglich die Renditevorgabe von zehn Prozent erreichen. Alles, was auf Dauer nicht diese Mindestgröße bringe oder auf das Niveau gebracht werden könne, soll verkauft oder geschlossen werden, hatte Wennemer kürzlich deutlich gemacht. Am Donnerstag sagte er, das könne zwei Bereiche betreffen. Auch in Amerika seien in einigen Monaten Restrukturierungen geplant.