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#131164 von DerSeher | Erstellt am: 01.05.08 16:16:46 | Beitrag Nr.: 131164 | Weitere Beiträge |
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30.04.2008 16:30 UI gibt Kampf um Freenet auf Die große Flirt-Show um Freenet ist (vorerst) zu Ende. United Internet hat am Mittwoch seine Übernahmepläne endgültig begraben. Doch ihre Anteile verkaufen an Drillisch wollen die Montabaurer auch nicht.
Der Kampf der beiden "Alphatiere" Freenet-Chef Eckhard Spoerr und United-Internet-Chef Ralph Dommermuth scheint entschieden. Zumindest vorläufig. Spoerr hat die Zerschlagung des Freenet-Konzerns abgewendet und Dommermuths Verlobungsangebot ausgeschlagen. Der UI-Chef hat resigniert. Nachdem Freenet-Vorstand und –Aufsichtsrat den Debitel-Kauf durchgewunken haben, sei "die Bereitschaft beendet, ein Übernahmeangebot zu unterbreiten", erklärte Marcus Schaps, Sprecher von United Internet, gegenüber boerse.ARD.de.
Voraussetzungen für Put-Option nicht gegeben
Doch aus Freenet aussteigen kann United Internet auch nicht. Der Konzern weigert sich, seine Anteile an dem mit Drillisch bestehenden Gemeinschaftsunternehmen den Maintalern anzudienen. Die Voraussetzungen für die Put-Option seien nicht erfüllt, teilte am Dienstagabend Drillisch mit. Drillisch rechnet auch nicht damit, dass sich die Situation bald ändern werde.
Die Anleger sind enttäuscht über . Die Aktie von United Internet gibt um fast fünf Prozent nach. Dagegen steigt das Papier von Drillisch um vier Prozent. Am Dienstag war es noch stark unter Druck geraten. Gerüchte über Meinungsverschiedenheiten mit UI hatten der Drillisch-Aktie zugesetzt. "An den Gerüchten ist nichts dran", versicherte am Mittwoch UI-Sprecher Schaps.
UI und Drillisch verlieren an Einfluss
Im vergangenen Jahr waren UI und Drillisch über das Gemeinschaftsunternehmen MSP mit rund 25 Prozent bei Freenet eingestiegen. Durch die im Zusammenhang mit der Debitel-Übernahme beschlossene Kapitalerhöhung von Freenet verliert MSP an Einfluss. Der Freenet-Anteil verwässert sich auf 18,9 Prozent.
Vor einem Monat bei der Bilanz-Pressekonferenz hatte Drillisch-Chef Paschalis Choulidis Durchhaltevermögen bei seinem Freenet-Engagement gezeigt. "Wir können auch noch ein paar Jahre bei Freenet drin bleiben und Dividenden einstreichen", sagte er damals. Die Debitel-Übernahme hatte er grundsätzlich begrüßt. "Die Konsolidierung macht Sinn... Herr Spoerr macht das, was wir gefordert haben."
Widerstand gegen Debitel-Deal
Am Sonntag hatte der Freenet-Aufsichtsrat grünes Licht für den Kauf des Rivalen Debitel gegeben – gegen den Widerstand von United Internet. In einem Brief hatte Dommermuth Spoerr geschrieben, acht institutionelle Investoren hätten Interesse bekundet, ihre Freenet-Anteile an das Internetunternehmen zu verkaufen. Diese Anleger hielten 32,6 Prozent an Freenet. Daraus wird nun erst mal nichts.
Durch die Transaktion wird der Finanzinvestor Permira neuer Freenet-Großaktionär. Das Bundeskartellamt muss der Übernahme noch zustimmen. Mit "Störfeuern" durch United Internet und Drillisch rechnet Spoerr nicht. Von der Fusion würden auch die beiden Großaktionäre profitieren, da der Aktienkurs von Freenet wieder steigen werde, sagte der Freenet-Chef am Montag.