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#125907 von springer1968 | Erstellt am: 11.03.08 15:23:35 | Beitrag Nr.: 125907 | Weitere Beiträge |
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Freenet-Chef erhielt 4,3 Millionen Euro aus BonusprogrammenÄnderung der Bilanzierung hob Ergebnis in die Gewinnzone
Dem Chef des Mobilfunk- und Internet-Anbieters Freenet, Eckhard Spoerr, sind im Jahr 2007 4,27 Millionen Euro aus Aktienoptionen und Wertsteigerungsrechten zugeflossen. Wie das Wirtschaftsmagazin 'Focus-Money' (aktuelle Ausgabe) unter Berufung auf den Freenet-Geschäftsbericht 2007 meldet, erhielt Spoerr diesen Betrag zusätzlich zu seinem Festgehalt von 642.000 Euro und sonstigen variablen Bezügen von 358.000 Euro. Spoerr erklärte auf Anfrage, dass rund zwei Millionen der genannten 4,3 Millionen Euro aus früheren Freenet.de-Optionen resultieren, die im Zuge der Fusion von Freenet.de und Mobilcom zur Freenet AG abgelöst wurden. Zum Vergleich: Telekom-Chef René Obermann erhielt 2007 laut Telekom-Geschäftsbericht 2,6 Millionen Euro.
Dass Spoerr 2007 weitere Boni erhielt, liege daran, dass die neue Freenet AG die Ausübungsschwelle für virtuelle Aktienwertsteigerungsrechte (AWR) von 17 Euro auf 11,16 Euro senkte. Dadurch wurden die AWRs deutlich werthaltiger. Freenet begründete den Schritt damit, dass man 2007 eine Sonderausschüttung vorgenommen habe. Da der Börsenwert danach entsprechend fiel, sei das AWR-Programm angepasst worden.
Die hohen Boni stehen in krassem Widerspruch zur Geschäftsentwicklung. Zwar hat Freenet einen EBITDA-Anstieg um 72 Prozent auf 252,8 Millionen Euro gemeldet. Auf vergleichbarer Basis sei der Gewinn gegenüber dem Vorjahr aber gesunken. Grund sei die abweichende Verbuchung von Kundengewinnungskosten in dreistelliger Höhe, die nicht mehr dem Gewinn belastet wurden, sondern als immaterielles Wirtschaftsgut ins Anlagevermögen der Bilanz eingestellt wurden. Ohne diese Maßnahme wäre das EBITDA laut Geschäftsbericht um 147,8 Millionen Euro niedriger ausgefallen. Der Gewinn von 17 Cent je Aktie hätte sich in einen Verlust von 53 Cent gewandelt.
Freenet-Chef Spoerr rechtfertigte die Maßnahme. "Die Analysten wissen seit Monaten, dass wir so bilanzieren." Man sei nach Regel 38 der IAS-Bilanzstandards verpflichtet, die Kosten zu aktivieren.