|
|
peketec.de: 07.07.08 08:55 Der aktuelle Tradingtag |
|
|
Norbert Lohrke: 07.07.08 08:38 Eine Ära geht zu Ende |
|
|
Markus Fugmann: 04.07.08 10:57 Marktausblick 04.07.08 für... |
|
|
#125010 von Zahlenfee | Erstellt am: 04.03.08 10:12:39 | Beitrag Nr.: 125010 | Weitere Beiträge |
| Dieser Beitrag: | ||||
Freenet macht sich frei
Freenet gliedert sein DSL- und Portalgeschäft in zwei eigenständige Tochtergesellschaften aus - und treibt damit den angekündigten Verkauf der DSL-Sparte voran. Außerdem gab Freenet Auskunft über ein wenig erfreuliches 2007. In der Bilanz steht ein herber Gewinneinbruch. Das Konzernergebnis sank 2007 auf 16,5 Millionen Euro von 257 Millionen Euro im Vorjahr, wie Freenet am Montag mitteilte. Grund für den starken Rückgang war demnach ein negativer Steuereffekt.
Der Vorsteuergewinn legte jedoch auf 163,7 Millionen Euro zu von 117,6 Millionen Euro 2006. Analysten hatten für 2007 im Schnitt mit 161 Millionen Euro gerechnet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte ebenfalls steil an: um 72 Prozent auf 252,8 Millionen Euro. Wegen des geänderten Verrechnungsmodells mit der Deutschen Telekom sind die Zahlen nur eingeschränkt mit dem Vorjahr vergleichbar. Der Umsatz war rückläufig, er sank um neun Prozent auf 1,86 Milliarden Euro.
Die Erklärung von Freenet: Die "Verrechnungen von Kundenakquisitionskosten" habe sich geändert. Das führe zu geringeren Umsätzen bei gleichzeitig steigenden Ebitda-Ergebnissen.
Die Aktie rutscht zum Handelsstart ins Minus. Sie verliert rund drei Prozent bis auf 12,39 Euro.
Die Tochter-Lösung
Am Vortag hatte Freenet mitgeteilt, Vorstand und Aufsichtsrat hätten beschlossen, das DSL-Geschäft und das Portalgeschäft in zwei neu zu gliedernde Tochtergesellschaften auszugliedern. Die beiden Töchter müssten nun noch gegründet werden.
Freenet-Chef Eckard Spoerr hatte vor zwei Wochen angekündigt, dass er das Geschäft mit schnellen Internet-Anschlüssen verkaufen will. Erste Gespräche mit Interessenten liefen bereits. Die Sparte hat 1,3 Millionen Kunden.
Der Wettbewerber Versatel hat schon sein Interesse bekundet. Gespräche mit dem Konkurrenten United Internet sind dagegen gescheitert. United Internet wollte sich zusammen mit Drillisch über eine Zwischengesellschaft an Freenet beteiligt ist. Freenet will sich statt dessen das wachsende Geschäft mit mobilen Internetdiensten konzentrieren. Dazu brauche man nicht zwingend ein eigenes DSL-Geschäft.
Rückblick
Freenet war erst vor einem Jahr durch die Fusion von Mobilcom mit der Freenet.de AG entstanden. Eine Umkehr der Verschmelzung macht aus Sicht von Experten aber Sinn, da das Unternehmen nur Rang fünf unter den DSL-Anbietern einnimmt. Die Gesellschaft schaffte es nicht, den Abstand zu den Marktführern zu verringern.
Mit dem Verfall der DSL-Tarife ist noch dazu der Konsolidierungsdruck auf dem deutsche Breitbandmarkt gestiegen. Wettbewerber wie AOL haben sich bereits ihrer Zugangsgeschäfte entledigt. Nach Einschätzung von Experten werden daraus neben der Deutschen Telekom die Konzerne Telefonica/O2 und Vodafone mit seiner Tochter Arcor als Gewinner hervorgehen. Daneben versucht United Internet seine Position als DSL-Anbieter mit den meisten DSL-Kunden nach der Telekom zu behaupten und hat sich dazu an Freenet und Versatel beteiligt.