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Forum > Deutschland > Porsche: Nach Mega-Rallye noch kaufen?

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Thema: Porsche: Nach Mega-Rallye noch kaufen?

Thema Nr. 17189  
Thema eröffnet von:  Zuchtbulle Beiträge: 149 Bewertung (0):
am: 09.07.07 06:30 Gelesen gesamt: 2175    
Letzter Beitrag von:  Baerlexa Gelesen heute: 4      
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Themenbeitrag Nr.1

 
Von  Zuchtbulle Erstellt am: 09.07.07 06:30 Beitrag Nr.: 18.925 Weitere Beiträge
Diesen Beitrag:

Hotstock-Trading Chefredakteur Marc Nitzsche am 8.7.07 zur aktuellen Lage der Automobilbranche und zur Porsche-Aktie:

 

 

 

 

 

Deutschlands Auto-Branche im Aufwind!


Marc Nitzsche,
Chefredakteur


Liebe Trader,

ab und zu lasse ich mich gerne einmal zu gewagten Prophezeiungen hinreißen: Eines meiner "Lieblings-Szenarien" ist, dass die deutsche Automobil-Industrie in ferner Zukunft genauso in der Versenkung verschwinden wird, wie seinerzeit die Unterhaltungselektronik-Branche hierzulande.

 

Im besten Fall ernte ich für diese düstere Vision schallendes Gelächter. Mitunter werde ich aber auch gefragt, wo man das Zeug kaufen kann, das ich offenbar geraucht habe und einige bezeichnen mich ob meiner Äußerungen sogar als "Staatsfeind Nummer 1".

 

Dass derartige Anfeindungen an mir vollständig abprallen, können Sie sich sicher vorstellen. Wer Mitte der 1970er Jahre das Ende von Grundig, Blaupunkt und anderen Konzernen vorhergesagt hätte, wäre wahrscheinlich ebenso verhöhnt worden. Also warten wir es einfach ab.

 

Zugegeben: Derzeit spricht nicht wirklich viel für den "Tod" deutscher Autobauer. Ganz im Gegenteil: Die Branche ist seit momentan erkennbar im Aufwind und mit entsprechenden Aktien ließen sich in den letzten zwei bis drei Jahren stattliche Kursgewinne "einfahren". Und kurzfristig sehe auch ich kein Ende des Booms.

 

*Vor allem im Ausland überaus beliebt

In Deutschland selbst sind die Verkaufszahlen zwar eher durchwachsen. Für 2007 rechnet der Verband der Automobilindustrie mit einer Abschwächung der Nachfrage auf nur noch 3,2 Millionen PKW-Neuzulassungen nach 3,47 Millionen Einheiten im Vorjahr. Offenbar macht sich die Mehrwertsteuer-Erhöhung hier doch stärker bemerkbar als zunächst angenommen.

Allerdings wird die Inlandsschwäche der deutschen Autobauer durch den Export mehr als ausgeglichen. Weltweit erfreuen sich Mercedes & Co. nämlich einer außerordentlich hohen Beliebtheit. Allein im ersten Halbjahr 2007 wurden 2,2 Millionen Fahrzeuge verschifft - ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Insofern verwundert es nicht, dass die Produktionskapazitäten gegenwärtig annähernd voll ausgelastet sind.

 

Auf dem wichtigen US-Markt konnten die deutschen Hersteller ihre Marktanteile zuletzt teilweise kräftig ausbauen. Gleiches gilt für China. Im "Reich der Mitte" sehen sich die deutschen Autobauer mit einer geringeren Konkurrenz aus Japan konfrontiert, weil die Chinesen auf Grund der historischen Feindschaft beider Staaten eine gewisse Abneigung gegen japanische Produkte im Allgemeinen verspüren.

 

Da ich zumindest für die kommenden beiden Jahre von einer weiterhin robusten Welt-Konjunktur ausgehe, dürften sich Vehikel "Made in Germany" unverändert gut verkaufen. Und auch hierzulande erwarte ich ab 2008 ein signifikantes Anziehen der Nachfrage. Insgesamt bin ich daher für die künftigen Absatzzahlen absolut positiv gestimmt.

 

*Guter Ruf aber technisch nur mäßig innovativ

Bei aller Euphorie lässt sich ein Manko allerdings nicht leugnen: Deutsche Fahrzeuge genießen einen ausgezeichneten Ruf, sind aber in technologischer Hinsicht oftmals leider nur mäßig innovativ. Nach meiner Einschätzung verwenden die Autobauer zuviel Energie auf Sicherheit.

 

Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich halte Sicherheit keineswegs für überflüssig. EPS ist unzweifelhaft eine gute Sache. Aber braucht ein Auto wirklich zwölf Airbags?

Ich erachte es für wesentlich wichtiger, alternative Antriebsarten zur Marktreife zu bringen. Und in dieser Hinsicht haben sich die Deutschen bislang wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Gegenwärtig bietet kein Hersteller hierzulande Hybrid- oder Flexi-Fuel-Technik an.

Noch deutlicher wird der Vorsprung der Konkurrenz beim Thema "Wasserstoff". Mercedes experimentiert zwar seit Jahren damit. Von einer Serienfertigung ist man aber dennoch erheblich weiter entfernt als beispielsweise Honda. In punkto Antrieb wird man in Deutschland jetzt langsam aber sicher einen "Zahn" zulegen müssen, wenn man den Anschluss nicht verlieren möchte.

 

Immerhin sind erste Bemühungen in diesem Bereich mittlerweile sichtbar. Insofern kann ich mir durchaus vorstellen, dass sich in den kommenden Jahren hier einiges bewegt, was auch bitter nötig sein wird, um nicht auf dem technologischen "Abstellgleis" zu enden.

 

*Verbesserte Rentabilität sorgt für ordentliche Gewinne

 

Den wirtschaftlichen "Supergau" hat man in den letzten Jahren zumindest schon einmal erfolgreich abgewendet, indem die Konzerne ihre Rentabilität verbesserten und jetzt wieder stattliche Gewinne "einfahren". Jahrzehntelang begriffen sich die deutschen Autobauer als eine Art "Insel der Glückseeligen", auf der exorbitante Löhne für mäßige Leistung bezahlt wurden.

 

Dazu gesellten sich dann auch noch gravierende Management-Fehler, die einen Großteil der ohnehin nicht gerade üppigen Erträge verschlangen. Erinnern Sie sich noch an die S-Klasse zu Beginn der 1990er-Jahre. Um diese "optischen Monster" überhaupt absetzen zu können, mussten sie schlussendlich unter den Herstellungskosten verkauft werden. Dass man so auf keinen "grünen Zweig" kommt, liegt wohl auf der Hand.

 

Zum Glück scheinen die deutschen Autobauern aus derartigen Fehlern gelernt zu haben. Heute verfolgen sie einen strikten Gewinn orientierten Kurs, der sich in den gestiegenen Aktien-Notierungen auch deutlich widerspiegelt. Nicht zuletzt aus diesem Grund bin ich mir ziemlich sicher, dass wir die Höchstkurse bei den Auto-Aktien noch längst nicht gesehen haben.

*Porsche: Mit "Vollgas" auf der "Überholspur"

Ein Unternehmen, das seine "Hausaufgaben" besonders gut gemacht hat, ist Porsche. Die Autos der Stuttgarter "Sportwagen-Schmiede" geben ja traditionell "Vollgas" auf der "Überholspur". Für den Konzern selbst und den Aktienkurs galt das lange Zeit allerdings in keiner Weise.

 

Nach Jahren der Misswirtschaft gelang dann aber die Wende zum Besseren. Zunächst taten sich Anteilscheine mit Kurssteigerungen noch etwas schwer. Seit März 2003 geht es mit dem Wert jedoch kontinuierlich nach oben. Und vor allem in den letzten 18 Monaten zündete die Aktie den sprichwörtlichen Turbo. Ob sich auf dem jetzigen Niveau der Einstieg noch lohnt, verraten wir Ihnen in unserer heutigen Ausgabe des "Hotstock-Trading".

 

 

 

Themenbeitrag Nr.2

 
Von  Zuchtbulle Erstellt am: 09.07.07 06:34 Beitrag Nr.: 18.926 Weitere Beiträge
Diesen Beitrag:
 Porsche: Nach "Mega-Rallye" noch Aufwärtspotenzial?

 

 

 

Wenn ich mir die Gehälter von Managern und Vorständen großer Aktiengesellschaften so anschaue, treibt es mir wirklich manchmal die "Zornesröte" ins Gesicht. Dabei bin ich weiß Gott kein Sozialist oder "Neidhammel". Aber ich frage mich doch des Öfteren, wie diese Personen für so wenig gute Leistung so viel Geld bekommen.

 

 

Wer als "normaler" Arbeitnehmer eine ähnlich miserable Leistungsbilanz aufweist wie ein Herr Sommer, ein Herr Schrempp, oder der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Karstadt/Quelle Wolfgang Urban, fliegt für gewöhnlich im hohen Bogen raus - und zwar ohne eine millionenschwere Abfindung.

 

 

Natürlich will ich nicht verhehlen, dass es teilweise auch rühmliche Ausnahmen gibt. Ich denke da zum Beispiel unter anderem an einen Herrn Wendelin Wiedeking, dem ich jeden einzelnen Cent seines Salärs von ganzem Herzen gönne. Denn dieser Mann macht wirklich einen tollen Job und schuf für die Aktionäre in den zurückliegenden Jahren einen bemerkenswerten Mehrwert.

 

 

*Vom Sanierungsfall zum "Goldesel"

Dabei stand der Amtsantritt von Wiedeking als Vorstandsvorsitzender bei Porsche im Jahr 1993 zunächst nicht unbedingt unter einem guten "Stern". Ende der 1980er Jahre war der Stuttgarter Sportwagen-Hersteller vor allem durch eine verfehlte Model-Politik zum Sanierungsfall geworden. Die Eigenständigkeit von Porsche war ernsthaft gefährdet und selbst ich hätte zum damaligen Zeitpunkt keinen "Pfifferling" mehr auf das Unternehmen gesetzt.

 

 

Sicherlich kann man über den als autoritär verschrienen Führungsstil und die nicht selten provokanten Äußerungen, geteilter Meinung sein. Über jegliche Diskussion erhaben sind jedoch die Erfolge des Herrn Wiedeking. Unter seiner "Regentschaft" wurde Porsche vom potenziellen Pleitekandidaten zum "Goldesel".

 

 

War früher der 911er die einzige "Cash-Cow" des Konzerns, hat Porsche heute vier unterschiedliche Grundmodelle im Angebot, die sich allesamt ausgezeichnet verkaufen. Gleichzeitig verordnete der "Manager des Jahres 1994" dem Konzern einen strikten Sanierungskurs, wodurch die Profitabilität nachhaltig sichergestellt wurde.

 

 

*Neuen Rekord-Gewinn in Aussicht gestellt

Seit Jahren wachsen Umsatz und Gewinn bei Porsche mit einer Dynamik, von der die meisten deutschen Konkurrenten nicht einmal zu träumen wagen. Im Geschäftsjahr 2005/06 verdiente der Premium-Hersteller vor Steuern, sage und schreibe 2,1 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor betrug der Netto-Gewinn lediglich 1,4 Milliarden Euro.

 

 

2005/06 war das zwölfte Rekordjahr in Folge. Und Nummer 13 steht unmittelbar bevor. Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass das Unternehmen für das am 31. Juli endende Geschäftsjahr 2006/07 abermals einen historisch hohen Gewinn ausweisen wird. Schließlich summierten sich die Erträge bereits in den ersten zehn Monaten auf stattliche 1,59 Milliarden Euro.

 

 

Angesichts dieser "never ending success story" fragen Sie sich womöglich: Wie lange kann das noch gut gehen? Meiner Meinung nach noch eine ganze Weile! Zumindest im nächsten Jahr dürfte sich der Aufschwung sogar noch einmal beschleunigen.

 

 

*Absatzschub dank neuer Modelle

Beim Blick auf die diesjährigen Absatzzahlen zeigt sich, dass Porsche nur unwesentlich mehr Einheiten verkauft hat als 2005/06. Die Auslieferungen stagnierten im Bereich von 79.500 Fahrzeugen. Hierfür gibt es aber einen guten Grund:

 

 

Bei dem Geländewagen Cayenne gab es vor einigen Monaten einen Modellwechsel. Dieser Umstand erklärt, warum sich dieses Fahrzeug in der ersten Hälfte des noch laufenden Geschäftsjahres relativ schlecht verkaufte. Wer den Gegenwert einer kleinen Eigentumswohnung für ein Auto ausgibt, möchte natürlich kein Auslaufmodell in der Garage stehen haben.

 

 

Der neue Cayenne entwickelt sich allerdings zunehmend zum "Mega-Seller". Im Juni lagen die weltweiten Absatzzahlen bereits 51,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Ich erwarte, dass der neue Cayenne nahtlos an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen kann, vor allem weil der SUV nicht nur in den USA, sondern mittlerweile auch in Russland und China immer populärer wird.

 

Ab 2009 ist die Markteinführung des "Panamera" geplant. Mit diesem viertürigen Sport-Coupe wird Porsche in völlig neue Marktsegmente vorstoßen. Das Unternehmen rechnet im ersten Jahr mit einem Absatz von 20.000 Fahrzeugen. Nach meiner Einschätzung ist diese Prognose bewusst defensiv gehalten. Ich kann mir gut vorstellen, dass sehr viel mehr sportlich ambitionierte Familienväter sich für den Wagen begeistern können.

 

 

Am 8. September dieses Jahres feiert darüber hinaus das neue 911er Turbo Cabriolet sei Debüt. Dass dieser "Traum auf vier Rädern" ein "Renner" wird, steht für mich völlig außer Frage. Natürlich ist das kein Wagen für jedermann. Die absoluten Verkaufszahlen werden daher sicherlich nicht in einen fünfstelligen Bereich kommen. Dafür sind Gewinnmargen überaus lukrativ.

 

 

Alles in allem erwarte ich, dass die Stagnation beim Fahrzeugabsatz in den nächsten Jahren ihr Ende findet und Porsche spätestens ab 2009 deutlich über 100.000 Fahrzeuge pro Jahr an den Mann bzw. die Frau bringt.

 

 

*VW-Einstieg als "Trumpfkarte"

Als ich das erste Mal vom Porsche-Einstieg bei Volkswagen gehört hatte, traute ich im ersten Moment meinen Ohren nicht! Was will ein Premium-Produzent mit einem Volumen-Fahrzeughersteller? Ist gar eine Komplett-Übernahme geplant, um für den Fall von CO²-Grenzwerten für die Modellpalette eines Konzerns die sportlichen "Spritschlucker" mit den sparsamen und umweltfreundlichen Volkswagen "verrechnen" zu können?

 

 

Oder möchte Porsche-Patriarch Piech im Angedenken an seine Vorfahren die beiden Unternehmen wieder zusammenführen? Möglich, aber letztlich sekundär. Fakt ist nämlich, dass sich das VW-Engagement für Porsche wirtschaftlich bisher hervorragend in "klingender Münze" ausgezahlt hat und sich die Wolfsburger immer mehr zu einer echten "Trumpfkarte" entwickeln.

 

 

520 Millionen Euro des für 2006/07 in Aussicht gestellten Rekordgewinns bei Porsche entstammen Erträgen aus Kurssicherungsgeschäften im Zusammenhang mit dem Erwerb des knapp 31prozentigen Anteils von Volkswagen und der Neubewertung der Aktien nach den steilen Kursanstiegen.

 

 

*Starke Marken-Familie

Und in punkto Kursanstieg bei Volkswagen ist für mich das letzte Wort noch längst nicht gesprochen. VW verfügt über eine starke Marken-Familie, zu der neben den Exoten Lamborghini, Bugatti und Bentley vor allem Audi und die sehr erfolgreiche Osteuropa-Tochter Skoda, sowie der spanische "Ableger" Seat zählen.

 

 

Insbesondere Audi ist eine echte "Perle". Im April und Mai verzeichneten die Ingolstädter ein Absatzwachstum von fast zehn Prozent. Damit war das Plus doppelt so hoch wie erwartet. Experten zufolge soll Audi in den kommenden fünf Jahren dreimal stärker wachsen als der Konkurrent BMW, was ich angesichts der Vielzahl neuer Erfolgsmodelle als absolut realistisch erachte.

 

 

Die Investmentbank Morgan Stanley beziffert den fairen Wert von Audi auf 38 Milliarden Euro oder 98 Euro pro VW-Aktie. Derzeit wird der gesamte VW-Konzern lediglich mit 117 Euro je Anteilsschein bewertet (Stämme und Vorzüge). Die Marke Volkswagen erhalten Investoren mithin quasi fast geschenkt.

 

 

Wenngleich es bei den Wolfsburgern in den letzten Jahren eher suboptimal lief - wertlos ist die Marke VW ganz sicher nicht, zumal es momentan auch wieder ganz gut aussieht. Die Verkaufszahlen steigen und Volkswagen verdient wieder anständig Geld.

 

Vor diesem Hintergrund vermag ich der "Sum-of-the-parts"-Berechnung von Morgan Stanley im Großen und Ganzen zuzustimmen, wonach die Summe der Einzelteile einen Kurs der VW-Aktie von 192 Euro rechtfertigt - also fast 70 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Sollte sich das VW-Papier diesen Notierungen sukzessive annähern, wäre das für Porsche natürlich ein mehr als warmer "Geldregen". Der Gewinn der Stuttgarter "Sportwagen-Schmiede" würde dann allein durch die Neubewertung des VW-Anteils kräftig steigen, selbst wenn es - was eher unwahrscheinlich ist - operativ nur mäßig laufen sollte.


*Porsche nach wie vor moderat bewertet

Mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von etwa 15 auf 2007/08er Basis ist Porsche nach wie vor moderat bewertet. Erstaunlich finde ich, dass die Mehrzahl der Analysten für das kommende Geschäftsjahr von einem Gewinnrückgang ausgeht. Offenbar glauben einige nicht mehr an den Fortgang der "VW-Rallye", obwohl es dafür - wie gezeigt - gute Gründe gibt.

Völlig verkannt wird meiner Meinung nach in diesem Zusammenhang auch das Marktpotenzial der neuen Porsche-Modelle Cayenne, Panamera und 911 Turbo Cabriolet. Ich persönlich rechne bei Porsche eher mit einem weiteren Gewinnanstieg, der vielleicht nicht mehr ganz so üppig wie in den zurückliegenden zwei bis drei Jahren ausfällt, aber das Kurs/Gewinn-Verhältnis eher in einen Bereich zwischen elf und 13, als über 15 drücken sollte.


FAZIT:

Nach meiner Einschätzung ist Porsche gegenwärtig besser aufgestellt als jemals zuvor. Die neuen Modelle dürften den Absatz in den nächsten zwei Jahren ordentlich ankurbeln. Die Gewinnmargen sind dank einer schlanken Unternehmensstruktur beeindruckend hoch und sollten für weiter steigende Erträge sorgen. Dies gilt umso mehr, wenn sich der US-Dollar gegenüber dem Euro erholen kann, was mittelfristig nicht ausgeschlossen ist.

Der oftmals belächelte Einstieg bei Volkswagen entpuppt sich immer mehr als "Geniestreich". Das Aufwärtspotenzial bei der VW-Aktie ist für mich längst noch nicht ausgeschöpft, vor allem wenn es gelingt, Seat ähnlich erfolgreich zu machen wie Skoda.

 

 

Unterm Strich ist die Porsche-Aktie zum jetzigen Zeitpunkt für mich immer noch ein Kauf, wobei ich persönlich vielleicht sogar eher zu VW tendieren würde. Dort besteht letztlich noch ein erheblich größeres Restrukturierungspotenzial und gleichzeitig die latente Übernahme-Fantasie durch die Stuttgarter. Für Investoren jedenfalls sind die Porsche- und die VW-Aktie momentan in jedem Fall die beiden interessantesten deutschen Automobil-Titel.

 

 

+ Viel versprechende neue Modelle
+ Schlanke Struktur sichert Rentabilität
+ Anhaltend dynamisches Gewinnwachstum
+ Kurspotenzial bei VW-Aktie
+ Attraktive Bewertung

- Erfolg neuer Modelle muss sich erst zeigen
- Derzeit stagnierende Verkaufszahlen

 

Themenbeitrag Nr.3

 
Von  huetter69 Erstellt am: 09.07.07 22:04 Beitrag Nr.: 19.043 Weitere Beiträge
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Porsche hat das Areal der Dürr AG am Standort Zuffenhausen gekauft. Das 68.000 Quadratmeter große Gelände grenzt unmittelbar an das Werk 1 des Sportwagenherstellers. Schon in diesem Sommer sollen dort rund 100 Mitarbeiter des Sportwagenherstellers ihre Büros beziehen. Komplett übernehmen kann Porsche das Areal voraussichtlich erst Anfang 2009, wenn die 900 Dürr-Mitarbeiter von Stuttgart nach Bietigheim-Bissingen umziehen. Eigentümer des Dürr-Areals waren bisher vorwiegend Leasing-Gesellschaften.

 

Themenbeitrag Nr.4

 
Von  boardpaedagoge Erstellt am: 03.09.07 13:10 Beitrag Nr.: 21.839 Weitere Beiträge
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Heute AKtie des Tages auf ARD Börse!!!

 

Themenbeitrag Nr.5

 
Von  boardpaedagoge Erstellt am: 03.09.07 13:11 Beitrag Nr.: 21.840 Weitere Beiträge
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Bereitet Porsche VW-Coup vor? Schon lange wird spekuliert, dass Porsche sich mit einem Minderheitsanteil bei VW nicht zufrieden gibt. Die Gerüchte erhielten am Wochenende neue Nahrung.

Sowohl der "Spiegel" als auch die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichteten unter Berufung auf Finanzkreise, Porsche sei gerade dabei, Optionen auf weitere VW-Aktien zu kaufen. Der Sportwagenhersteller wolle seinen Aktienanteil an dem Wolfsburger Konzern auf 51 Prozent erhöhen, schrieb der "Spiegel".

Wie das Nachrichtenmagazin weiter berichtete, müsste vor Übernahme der Mehrheit an VW die europäische Aktiengesellschaft Porsche Automobil Holding SE eingetragen sein. Diese ist vollständig im Besitz der Familien Porsche und Piëch und hält 100 Prozent der Porsche-Stammaktien und die Beteiligung am VW-Konzern.

"Keine Entscheidung des Aufsichtsrates"
Nach letzten Angaben hält Porsche einen Anteil von knapp 31 Prozent an VW. Offiziell müsste Porsche-Chef Wendelin Wiedeking weitere Käufe erst melden, wenn die Schwelle von 50 Prozent überschritten ist.

Ein Porsche-Sprecher dämpfte die Spekulationen: "Es gibt keine Entscheidung des Aufsichtsrates, über 31 Prozent zu gehen", erklärte der Sprecher am Samstag. Er verwies auf frühere Aussagen von Finanzvorstand Holger Härter, dass Porsche sich einige Optionen gesichert habe, um bei Bedarf weiter aufstocken zu können.

Hintergrund der geplanten Machtübernahme ist laut "Spiegel", dass Porsche mit der Kooperation der Unternehmen unzufrieden sei. Nach dem Einstieg der Stuttgarter seien bislang kaum neue Gemeinschaftsprojekte zwischen beiden Unternehmen vereinbart worden.

VW-Gesetz vor dem Fall
Eine wichtige Rolle bei der Strategie der Zuffenhausener dürfte der für Herbst erwartete Wegfall des so genannten VW-Gesetzes spielen, das die Stimmrechte eines Aktionärs unabhängig von seinem Anteil auf 20 Prozent begrenzt.

Das Gesetz, das dem Land Niedersachsen seine einflussreiche Stellung bei VW sichert und den Konzern vor feindlichen Übernahmen schützt, steht derzeit vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) auf dem Prüfstand. Niedersachsen hält als zweitgrößter Anteilseigner 20,16 Prozent an Volkswagen.

 

Themenbeitrag Nr.6

 
Von  Araich Erstellt am: 12.09.07 11:23 Beitrag Nr.: 22.563 Weitere Beiträge
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REKORD-GESCHÄFTSJAHR

Porsche verkauft mehr Autos denn je

Für Porsche-Chef Wiedeking ist die Internationale Automobilausstellung (IAA) ein einziges Freudenfest: Der Luxus-Autobauer hat im abgelaufenen Geschäftsjahr mit fast 100.000 Wagen mehr verkauft denn je, der Umsatz wuchs ebenfalls kräftig, wie Wiedeking heute verkündete.

Frankfurt am Main - "Beim Ergebnis haben wir noch einmal einen deutlichen Ausreißer nach oben geschafft und die 2,1 Milliarden Euro des Vorjahres übertroffen", sagte Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking auf der Automesse IAA in Frankfurt. Auch Umsatz und Absatz lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/2007 über den Vorjahreswerten. Für das neue Geschäftsjahr zeigte sich das Unternehmen zuversichtlich, an den Rekordabsatz des abgelaufenen Geschäftsjahres anknüpfen zu können. "Der August ist auf der wirtschaftlichen Seite schon ein ordentlicher Monat gewesen", sagte Wiedeking.

http://www.spiegel.de/img/0,1020,965535,00.jp... Getty Images

Porsche-Chef Wiedeking: "Wenn es passt, auch was bewegen"

2006/2007 sei der Porsche-Umsatz nach vorläufigen Berechnungen um 3,4 Prozent auf rund 7,4 Milliarden Euro geklettert. Der Absatz legte um 0,7 Prozent auf 97.515 Fahrzeuge zu. Porsche hatte zuvor bei beiden Größen mindestens Werte auf Vorjahresniveau angestrebt. Der Absatz des sportlichen Geländewagens Cayenne blieb wegen des Modellwechsels im Februar aber anders als geplant knapp hinter dem Vorjahreswert zurück. Mit 33.943 wurden 191 Exemplare des in Leipzig montierten Modells mehr verkauft als im Vorjahr. Der Absatz des Traditionsmodells 911 legte dagegen um 8,8 Prozent auf 37.415 Fahrzeuge zu.

Präziser Gewinn erst im November

Den präzisen Jahresgewinn will Porsche erst im November veröffentlichen. Die Berechnungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte Wiedeking. Bereits Ende Juni hatte er einen deutlichen Anstieg des Vorsteuergewinns in Aussicht gestellt und dies vor allem mit massiven Sondereffekten im Zusammenhang mit der Aufstockung des VW-Anteils auf inzwischen knapp 31 Prozent begründet.

Konkrete Beschlüsse zu einer weiteren Aufstockung gebe es bisher nicht, sagte Wiedeking. Porsche besitze aber genügend Aktienoptionen, um seinen VW-Anteil "deutlich zu erhöhen", so Wiedeking. Man müsse, "wenn es passt, auch was bewegen können". Zunächst werde Porsche aber die bis Ende des Jahres erwartete Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zum VW-Gesetz abwarten, das den Porsche-Einschluss bisher auf 20 Prozent der Stimmrechte begrenzt. "Wir gehen davon aus, dass das Gesetz fallen wird", sagte Wiedeking. "Und sobald es gefallen ist, wovon wir fest ausgehen, müssen wir bei uns im Haus weitere Schritte diskutieren."

Mit Blick auf die Kritik von IG Metall und VW-Betriebsrat an seinen jüngsten Äußerungen, bei VW dürfe es keine "heiligen Kühe" geben, sagte Wiedeking: "Wer sich der Diskussion der Zukunftsfähigkeit nicht stellt, hat keine Zukunft mehr. Das sollte in jedem Unternehmen die Devise sein." Eine Vermischung der Unternehmenskulturen von Porsche und VW sei aber nicht geplant. "Wir wollen nicht Kulturen mischen, denn die Kulturen haben Tradition." Bei VW hatte man Wiedekings Äußerungen als direkten Angriff auf den Einfluss der Arbeitnehmer gewertet. Zwischen Porsche und dem VW-Betriebsrat herrscht außerdem seit längerer Zeit Eiszeit, unter anderem wegen der Besetzung des Aufsichtsrates der geplanten Porsche-Holding.

VW-Vorstandschef Martin Winterkorn versuchte derweil, die Gemüter zu beruhigen. "Wir stehen zum Haustarifvertrag", sagte Winterkorn. Man halte am Volkswagen-Weg fest. "Wir haben in dieser Beziehung überhaupt kein Problem", sagte Winterkorn direkt auf die Kritik von Porsche angesprochen. Als Volkswagen-Weg wird die starke Einbeziehung der Belegschaft in Entscheidungsprozesse bezeichnet. Winterkorn erinnerte daran, wie wichtig die Motivation der Belegschaft beim laufenden Programm der Produktivitätssteigerung sei. Die aktuelle Eigentümerstruktur - neben Porsche ist das Land Niedersachsen mit 20 Prozent Großaktionär - nannte Winterkorn "eine gute Struktur für uns".

Panamera 2009 mit Hybridantrieb

Wiedeking wehrte sich auf der IAA auch gegen den Vorwurf, die Stuttgarter Sportwagen seien "Klimaschweine". Porsche sei ein Winzling - erst recht, wenn es um das Weltklima gehe, sagte Wiedeking. Das Unternehmen trage in Deutschland weniger als 0,1 Prozent zum CO2-Ausstoß im Verkehr bei. Bei Emissions-Grenzwerten dürfe man von Porsche auch nicht die Durchschnittswerte anderer Hersteller fordern, die ganze Fahrzeugflotten anböten. Schließlich baue Porsche keine Kleinwagen und keine Mittelklassewagen. Bereits heute seien alle Porsche-Motoren tauglich für eine Beimischung des aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnenen Ethanols, beim Cayenne seien sogar bis zu 25 Prozent möglich. Derzeit arbeite man an einem sogenannten Flexible Fuel Vehicle, das sowohl mit Benzin als auch mit einer Beimischung aus 85 Prozent Ethanol betrieben werden solle.

Porsche brauche sich auch bei der Hybrid-Technik nicht hinter der asiatischen Konkurrenz zu verstecken, sagte Wiedeking. Beim Hybrid-Antrieb von Porsche mit einem Elektro- und einem Verbrennungsmotor können beide Motoren sowohl gemeinsam als auch völlig unabhängig voneinander betrieben werden. Der Cayenne werde dann mit weniger als neun Litern Benzin auf 100 Kilometer auskommen. Diesen Antrieb werde man auch für das viertürige Sportcoupé Panamera anbieten, das 2009 auf den Markt komme.

Derzeit prüfe Porsche erneut, inwieweit sich ein Dieselmotor für seine Fahrzeuge umsetzen lasse. Wiedeking erklärte jedoch, dass ein eher kleiner Hersteller wie Porsche sich nicht zu vielfältig aufstellen dürfe, um seine Ertragskraft nicht zu gefährden. Deswegen müsse man "Weltmotoren" bauen, die überall einsetzbar seien, also etwa auch in den USA, wo es kaum Dieselfahrzeuge gibt.

 

Themenbeitrag Nr.7

 
Von  Bonea Erstellt am: 23.09.07 22:21 Beitrag Nr.: 23.089 Weitere Beiträge
Diesen Beitrag:

VORSTAND DER PORSCHE-HOLDING

VW soll draußen bleiben

Porsche-Finanzchef Härter provoziert die Kollegen von Volkswagen: Auch nach einer Übernahme des Wolfsburger Konzerns sei kein VW-Vertreter im Vorstand der Porsche-Holding geplant, sagte er der "Automobilwoche".

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Wolfsburg/Stuttgart - Holger Härter legt offenbar keinerlei Wert auf die Mitarbeit des VW-Vorstands im Führungsgremium der geplanten Porsche-Holding. Theoretisch wäre der Einzug eines VW-Managers in den Vorstand der Dachgesellschaft möglich, sagte der Porsche-Finanzchef der "Automobilwoche". "Aber Dr. Wiedeking und ich fühlen uns momentan auch so wohl." Letztlich müsse dies aber vom Aufsichtsrat entschieden werden. "VW hat die Meinung von Herrn Härter zur Kenntnis genommen", sagte ein Sprecher des Wolfsburger Konzerns.

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Porsche und VW: Der VW-Betriebsrat hat gegen die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche-Holding geklagt

VW würde in der Porsche Holding aufgehen, wenn der Sportwagenbauer wie allgemein erwartet die Mehrheit von VW übernimmt. Derzeit begrenzt zwar noch das VW-Gesetz das Stimmrecht von Porsche auf 20 Prozent, der Europäische Gerichtshof wird diese Vorschrift voraussichtlich aber im Oktober kippen.

Auch der Ton auf Betriebsratsebene wird immer schroffer. Der Grund: Die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche-Holding hätte nach Darstellung von VW-Betriebsratschef Osterloh zur Folge, dass die Belegschaften von Volkswagen und Porsche nach einer Übernahme von VW jeweils gleich viele Vertreter in Betriebsrat und Aufsichtsrat entsenden würden. Und das obwohl VW um ein Vielfaches größer ist als der Sportwagenhersteller aus Stuttgart.

Streit soll durch alle Instanzen gehen

Osterloh hatte am Donnerstag gesagt, dem VW-Betriebsrat sei der Text der Vereinbarung "erst kurz vor der Unterzeichnung bekannt geworden". Anschließend habe er mehrfach das Gespräch mit Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gesucht, der zu Nachverhandlungen jedoch nicht bereit gewesen sei. Dem hielt Porsche-Betriebsrat Uwe Hück im SPIEGEL entgegen, der Wolfsburger Betriebsrat habe ausreichend Zeit gehabt, seine Interessen einzubringen. Osterloh hat dies inzwischen zurückgewiesen. Porsche-Finanzvorstand Härter sagte der "Automobilwoche", die Mitbestimmungsvereinbarung werde nicht mehr verändert.

Der VW-Betriebsrat hat gegen die Vereinbarung allerdings inzwischen geklagt. Man werde notfalls bis vor das Bundesarbeitsgericht ziehen, so Osterloh. Bei einem Scheitern werde man nach einer Aufstockung des Porsche-Anteils an VW auf 51 Prozent erneut "auf Neuverhandlung der Mitbestimmungsvereinbarung klagen".

ase/AP/dpa

 

Themenbeitrag Nr.8

 
Von  WEBSTAR1 Erstellt am: 14.11.07 21:28 Beitrag Nr.: 50.720 Weitere Beiträge
Diesen Beitrag:
Presse: Porsche will VW nicht zerschlagen

Der Sportwagenhersteller Porsche will den Volkswagen-Konzern
offenbar nicht zerschlagen. Ausserdem sollen die VW-Betriebs-
ratsgremien bestehen und unabhaengig bleiben. Im Streit um
die Mitbestimmung der Porsche Automobil Holding hat Porsche
heute in einem Offenen Brief an die VW-Beschaeftigten um Ver-
trauen geworben. "Porsche steht fuer Arbeitsplatzsicherung,
Standortsicherung und Gehaltssicherung", heisst es in Anzei-
gen, die der Konzern heute in Tageszeitungen wie der "Wolfs-
burger Allgemeinen Zeitung" geschaltet hat. "Wir nehmen Ihre
Sorgen und Aengste ernst", heisst es ausserdem. Porsche zahle
"hohe Erfolgspraemien an die Mitarbeiter (in diesem Jahr
5.200 Euro)". Gemeinsam mit VW koenne man noch erfolgreicher
sein (Copyright BoerseGo)

 

Themenbeitrag Nr.9

 
Von  breakevenpoint Erstellt am: 15.11.07 08:38 Beitrag Nr.: 50.878 Weitere Beiträge
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Porsche wirbt um Vertrauen

VW-Betriebsrat hält nichts von Anzeigenkampagne

Christian Lipicki

BERLIN. Der Betriebsrat von Volkswagen sieht einen offenen Brief von Porsche an die Mitarbeiter des Wolfsburger Konzerns als untauglichen Versuch, das Vertrauen der verunsicherten Belegschaft zurückzugewinnen. "Die Stimmung in der Belegschaft gegenüber dem Großaktionär Porsche wird durch Anzeigenkampagnen nicht besser", sagte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. Porsche schaltete in 17 Tageszeitungen Werbeanzeigen. Darin versichert der mit 31 Prozent größte VW-Eigner den VW-Mitarbeitern, Volkswagen solle nicht zerschlagen werden. Es werde auch keine Fusion mit Porsche geben.

Streit um Mitbestimmung

"Porsche steht für Arbeitsplatzsicherung, Standortsicherung und Gehaltssicherung", heißt es in dem von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter unterzeichneten Brief an die VW-Mitarbeiter, der in Regionalzeitungen an den Standorten von Volkswagen und Porsche in Deutschland gedruckt wurde. Die Verunsicherung in der VW-Belegschaft gehe auf Spekulationen zurück, die nichts mit der Realität zu tun hätten. Osterloh monierte hingegen, teure Anzeigenkampagnen könnten verloren gegangenes Vertrauen nicht wieder herstellen. "Wir erwarten, dass diesen großen Worten endlich Taten folgen und die zu Lasten der VW-Belegschaft ausgestaltete Mitbestimmungsvereinbarung bei Porsche geändert wird", sagte er. Es gehe um eine angemessene Beteiligung in den Mitbestimmungsgremien der Holding.

Im Übrigen erwarte die Belegschaft des VW-Konzerns ein klares Bekenntnis der Familien Porsche und Piëch zu Volkswagen. "Uns wird immer gesagt, dass wir froh sein können, dass ein Familien-Unternehmen bei Volkswagen eingestiegen ist", sagte Osterloh. In Familienunternehmen sei es üblich, dass der Chef sich zu wichtigen Zukunftsfragen äußert. "Das ist in diesem Fall Wolfgang Porsche, von dem wir bis heute kein Wort gehört haben."

Unklar ist, wie die Porsche-Inhaber - die Familien Porsche und Piëch - den neuen Autokonzern formen wollen. Während sich Ferdinand Piëch als VW-Konzernchef und später als VW-Aufsichtsratschef immer für Volkswagen eingesetzt hat, ist der Porsche-Zweig mehr am Wohl des Sportwagenbauers ausgerichtet. Insider sehen daher einen Richtungsstreit zwischen den Porsche-Eigentümerfamilien. (lip.)

Berliner Zeitung, 15.11.2007

 

Themenbeitrag Nr.10

 
Von  breakevenpoint Erstellt am: 15.11.07 08:39 Beitrag Nr.: 50.881 Weitere Beiträge
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Porsche lässt Volkswagen eigenständig

Mitbestimmung wird nicht angetastet

Stuttgart - Volkswagen soll nach dem Willen seines neuen Großaktionärs Porsche als eigenständiges Unternehmen erhalten bleiben. Das hat Porsche-Chef Wendelin Wiedeking in einer gestern bundesweit veröffentlichten Anzeige versichert. In dem offenen Brief an die VW-Mitarbeiter heißt es: "Der Volkswagen-Konzern wird nicht zerschlagen. Anders als mancher Hedgefonds (die sogenannten Heuschrecken) hat Porsche ein existenzielles Interesse, Ihr Unternehmen in seiner heutigen Form zu erhalten."

Porsche hält zurzeit knapp 31 Prozent an Europas größtem Autobauer. Es wird erwartet, dass der Sportwagenhersteller seinen Anteil weiter aufstockt. Wiedeking betonte in dem offenen Brief, es werde auch keine Fusion der beiden Unternehmen geben. "Das heißt: Porsche bleibt Porsche und Volkswagen bleibt Volkswagen."

Hintergrund der Stellungnahme ist der Streit um die Mitbestimmung in der neuen Porsche-Holding. Der VW-Betriebsrat war mit seinem Versuch gescheitert, die Eintragung per Gericht verbieten zu lassen. Die Arbeitnehmervertreter von Volkswagen befürchten, dass sie in den Gremien nicht angemessen vertreten sind, weil der Wolfsburger Konzern um ein Vielfaches mehr an Beschäftigten zählt als das Stuttgarter Unternehmen. In der Holding sind das Geschäft des Sportwagenbauers und der VW-Anteil gebündelt.

Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh begrüßte, dass Wiedeking sich endlich gegenüber der Volkswagen-Belegschaft erklärt habe. "Wir werten dies als Schadensbegrenzung und den Versuch, verloren gegangenes Vertrauen bei unseren Kolleginnen und Kollegen zurückzugewinnen."

Wiedeking erklärte, die Betriebsratsgremien in den einzelnen Ländern, in denen Volkswagen-Werke seien, blieben in ihrer jetzigen Form bestehen. Auch in Deutschland blieben Betriebsräte, Gesamtbetriebsrat und Konzernbetriebsrat unabhängig. "Da wir für Vertragstreue stehen, werden Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen ihre Gültigkeit behalten." Man habe sich ganz bewusst für die paritätische Mitbestimmung in der Porsche Automobil Holding SE, einer Aktiengesellschaft nach europäischem Recht, entschieden. "Wir hätten die Holding auch problemlos ins Ausland verlegen und damit die Belegschaftsvertreter aus dem Aufsichtsrat heraushalten können. Aber das ist nicht unser Stil", erklärte Wiedeking. AP

Aus der Berliner Morgenpost vom 15. November 2007

 

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