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Forum > World of Sofa-Talk > Lidl Mitarbeiter bespitzelt

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Thema: Lidl Mitarbeiter bespitzelt

Thema Nr. 51557  
Thema eröffnet von:  Baerlexa Beiträge: 61 Bewertung (0):
am: 26.03.08 13:21 Gelesen gesamt: 685    
Letzter Beitrag von:  Neitka Gelesen heute: 1      
am: 09.06.08 12:55          
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Themenbeitrag Nr.1

 
Von  Baerlexa Erstellt am: 26.03.08 13:21 Beitrag Nr.: 127.453 Weitere Beiträge
Diesen Beitrag:
Riesen Sauerei:

STASI-METHODEN BEIM DISCOUNTER Lidl ließ Mitarbeiter systematisch bespitzeln Versteckte Kameras, seitenlange Protokolle: Lidl hat Mitarbeiter in vielen Filialen überwacht. Notiert wurden private Gespräche, Lebenssituation und Arbeitsweise der Angestellten. Dass die heimliche Bespitzelung illegal ist, schien den Lebensmittel-Discounter wenig zu stören. Hamburg - Es sind mehrere hundert Seiten an internen Berichten, die dem Nachrichtenmagazin "Stern" vorliegen: Danach hat der Discounter Lidl seine Mitarbeiter im vorigen Jahr systematisch bespitzelt und die Verhaltensweisen der Beschäftigten während der Arbeit detailliert protokolliert. Die Überwachung sei über sogenannte Miniaturkameras in den Filialen erfolgt, die offiziell dem Schutz vor Ladendieben dienten, schreibt das Magazin.

 

Image DPA

Lidl-Logo: Discounter gibt Existenz der Protokolle zu


n den Protokollen sei jeweils mit Tag und Uhrzeit notiert, wann und wie häufig Mitarbeiter auf die Toilette gingen, wer mit wem möglicherweise ein Liebesverhältnis habe, wer nach Ansicht der Überwacher unfähig sei oder einfach nur "introvertiert und naiv wirkt". Die meisten dieser Berichte stammten aus Lidl-Filialen in Niedersachsen. Dazu kämen einzelne Abhörberichte aus Rheinland-Pfalz, Berlin und Schleswig-Holstein, schreibt das Blatt.

So banal sich die Aufzeichnungen der Privatdetektive lesen, so tief greifen sie in die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter ein. So heißt es etwa: "Mittwoch, 14.05 Uhr: Frau M. möchte in ihrer Pause ein Telefonat mit ihrem Handy führen, es erfolgt die automatische Ansage, dass das Guthaben auf ihrem Prepaid-Handy nur noch 85 Cent beträgt. Schließlich erreicht sie telefonisch eine Freundin, mit welcher sie heute Abend gerne gemeinsam kochen würde, dieses setzt aber voraus, so Frau M., dass ihr Gehalt bereits gutgeschrieben wurde, da sie ansonsten kein Geld mehr hätte, um einzukaufen."

 

 

Bei einer anderen Kollegin vermerkt der Kontrolleur: "Mittwoch, 16.45 Uhr: Obwohl Frau N. bis jetzt im Bereich Non-Food/Aktionsware immer noch nicht allzu viel geschafft hat, macht sie pünktlich ihre Pause. Sie sitzt zusammen mit Frau L. im Pausenraum; die Kräfte unterhalten sich über Gehälter, Zuschläge und bezahlte Überstunden. Frau N. hofft ebenfalls, dass ihr Gehalt bereits heute gutgeschrieben wurde, da sie für heute Abend dringend Geld benötigt (Grund = ?)".

In vielen anderen Protokollen finden sich Anmerkungen über die private Lebenssituation ("Von einer Privatinsolvenz und der damit verbundenen 'Enthaltsamkeit' keine Spur", das Äußere der Mitarbeiter ("Frau M. ist an beiden Unterarmen tätowiert" und ihr Privatleben ("Ihr Freundeskreis besteht größtenteils aus Drogenabhängigen". Die Überwachungsprotokolle seien "in höchstem Maß skandalös", weil es nicht um Arbeits-, sondern um Verhaltenskontrolle geht, zitiert der "Stern" den Hamburger Arbeitsrechtler Klaus Müller-Knapp. "Das stellt einen klaren Verstoß gegen Artikel 2 Grundgesetz dar, der die freie Entfaltung der Persönlichkeit schützt."

 


Besonders krass auch ein Fall aus Tschechien: Dort sei einer Mitarbeiterin schlicht verboten worden, während der Arbeitszeit auf die Toilette zu gehen, schreibt der "Stern": "Ausnahme: Weibliche Mitarbeiter, die gerade ihre Tage haben, dürfen demnach auch zwischendurch auf Toilette. Für dieses Privileg allerdings sollen sie - weithin sichtbar - ein Stirnband tragen." Lidl habe zwar erklärt, dass "der zitierte Vorfall uns in der Realität nicht bekannt ist". Dennoch habe der Konzern weder der Gründerin einer Bürgerrechtsinitiative noch der "Lebensmittelzeitung" juristisch untersagt, den entsprechenden Vorfall weiter zu verbreiten.

Tatsächlich bestätigte Lidl auch die Existenz der Protokolle. Dem Konzern zufolge dienten die Berichte allerdings "nicht der Mitarbeiterüberwachung, sondern der Feststellung eventuellen Fehlverhaltens". Von den detaillierten Protokollen aus der Privatsphäre der Beschäftigten habe sich das Unternehmen distanziert und erklärt, die "Hinweise und Beobachtungen entsprechen weder im Umgangston noch in der Diktion unserem Verständnis vom Umgang miteinander".

 


Kritik kommt allerdings auch vom Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Peter Schaar. Er sagte dem Magazin, dass das Protokollieren eines Toilettenbesuchs und ähnliches einen schweren Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz darstelle: "Ich gehe davon aus, dass, wenn solche Vorgänge bekannt werden, die zuständige Datenschutzbehörde tätig wird und Ermittlungen einleitet", sagte er.

sam/ddp

 

Themenbeitrag Nr.2

 
Von birgit schiemann Erstellt am: 26.03.08 16:22 Beitrag Nr.: 127.468 Weitere Beiträge
Diesen Beitrag:
Lidl kann Bespitzelungs-Vorwurf nicht entkräften

Kameras sollten klären, ob Mitarbeiter sich am Sortiment des Discounters bereichern. Dass die dabei gewonnen Erkenntnisse auch anderweitig wurden, hat das Unternehmen zurückgewiesen. Dennoch wollen Politiker die Vorfälle untersuchen.

Der Lebensmitteldiscounter Lidl hat den Vorwurf der Bespitzelung seiner MItarbeiter zwar entschieden zurückgewiesen und die im Magazin «Stern» skizzierten Vorwürfe und Feststellungen als unvereinbar mit den Firmenprinzipien bezeichnet. Geschäftsleitungsmitglied Jürgen Kisseberth räumte aber ein, das Unternehmen arbeite mit Kameraanlagen, um Diebstähle aufzuklären und Inventurverluste zu vermeiden.

Dabei könnte eine Bespitzelung möglich gewesen sein. «Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass es dazu Aufträge gegeben hat», sagte Kisseberth. 2007 habe es in acht Prozent der deutschen Filialen besonders auffällige Inventurdifferenzen gegeben. Deshalb habe Lidl in diesen Filialen für einen begrenzten Zeitraum mit Detekteien zusammengearbeitet. «Aufgabe der Detekteien war es, in den Filialen zusätzliche Erkenntnisse zur Aufklärung von Diebstählen zu gewinnen», so Kisseberth. Die in diesem Zusammenhang über den Aufgabenbereich hinaus festgehaltenen Informationen seien zu keiner Zeit in irgendeiner Weise verwertet worden.

Ganz gleich, wie die Rechtfertigung Lidls ausfällt: Nach Bekanntwerden der Vorfälle hat nun das baden-württembergische Innenministerium angekündigt, sich mit der Angelegenheit zu beschäftigen. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte: «Der Sachverhalt muss aufgeklärt werden.» Auch die Gewerkschaft Verdi zeigte sich besorgt. Verdi-Sprecher Achim Neumann ist laut »Stern«-Bericht »zwar einiges gewohnt von Lidl«, von solch einer systematischen Mitarbeiterüberwachung aber habe er noch nie gehört. «Diese Dimension ist mir völlig neu.»

 

Themenbeitrag Nr.3

 
Von  Baerlexa Erstellt am: 26.03.08 20:50 Beitrag Nr.: 127.535 Weitere Beiträge
Diesen Beitrag:
ja, mir ist das auch total unklar, zumal ich bei Lidl bislang nur positives gehört habe, insbesondere was die Bezahlung der Mitarbeiter angeht.

Die verdienen da nämlich gar nicht schlecht, was natürlich nicht ausschließt, dass Sie Ihre MA bespitzeln, aber ist echt ein starkes Stück wenn es denn an dem seil

 

Themenbeitrag Nr.4

 
Von  Neitka Erstellt am: 26.03.08 21:08 Beitrag Nr.: 127.537 Weitere Beiträge
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Bespitzelungsvorwürfe Lidl schmeißt Detektive raus Vorwürfe mit Folgen:
Lidl hat die Zusammenarbeit mit mehreren Detekteien beendet. Mitarbeiter sollen künftig nicht mehr systematisch überwacht werden – bei Diebstählen wolle man gemeinsam Gegenmaßnahmen ergreifen.

Als Konsequenz aus den Bespitzelungsvorwürfen hat der Lebensmitteldiscounter Lidl die Zusammenarbeit mit Detekteien zur Überwachung von Beschäftigten mit sofortiger Wirkung beendet.

 

Es würden keine Detektive mehr eingesetzt, sagte das Mitglied der Lidl-Geschäftsführung, Jürgen Kisseberth. Komme es künftig zu Diebstählen, werde gemeinsamen mit den Mitarbeiter über Gegenmaßnahmen entschieden.

"Es tut uns leid"

Kisseberth sagte, er sei bestürzt über die Berichte: "Es tut uns Leid. Wir können uns bei den betroffenen Mitarbeitern nur entschuldigen." Überwachungsmaßnahmen entsprächen nicht dem Stil des Unternehmens.


(sueddeutsche.de/AP/jkr/mel)

 

Themenbeitrag Nr.5

 
Von birgit schiemann Erstellt am: 26.03.08 21:58 Beitrag Nr.: 127.543 Weitere Beiträge
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Dieser Beitrag bezieht sich auf Themenbeitrag Nr. 127537 von Neitka - 26.03.08 21:08:00 Uhr

Jetzt wo das Kind quasi in den Brunnen gefallen ist, kommen die mit der Entschuldigungs und Tut uns leid Nummer um die Ecke.

Was haben die denn bei Lidl gedacht? Das die vorgehensweise der verschiedenen Detekteien unentdeckt bleibt?

 

Themenbeitrag Nr.6

 
Von birgit schiemann Erstellt am: 26.03.08 22:02 Beitrag Nr.: 127.544 Weitere Beiträge
Diesen Beitrag:
Und angeblich sollen die Detektive nicht den Auftrag gehabt haben, um die Mitarbeiter zu bespitzeln.

MANN, was denn sonst? Oder hätte man einfach auf die Mitarbeiter zugehen sollen und sie direkt fragen sollen ob sie im Laden Diebstähle begehen?

 

Themenbeitrag Nr.7

 
Von birgit schiemann Erstellt am: 26.03.08 22:47 Beitrag Nr.: 127.551 Weitere Beiträge
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Schaue gerade mit einem Auge Stern-TV.

Alles sehr professionell im Hause Lidl.

Da wurde gerade eine Kündigung einer Mitarbeiterin in die Kamera gehalten. Diese wurde HANDSCHRIFTLICH!!! auf einem einfachen Blatt Papier verfasst, ohne Stempel, Briefkopf oder was sonst noch in so ein Schreiben gehört.

 

Themenbeitrag Nr.8

 
Von  Baerlexa Erstellt am: 27.03.08 09:54 Beitrag Nr.: 127.567 Weitere Beiträge
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Dieser Beitrag bezieht sich auf Themenbeitrag Nr. 127551 von birgit schiemann - 26.03.08 22:47:03 Uhr


das hätte man echt nicht gesacht, naja wie man sich eben täuschen kann!

 

Themenbeitrag Nr.9

 
Von  Baerlexa Erstellt am: 27.03.08 10:14 Beitrag Nr.: 127.570 Weitere Beiträge
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SPITZEL-SKANDAL Ver.di fordert Lidl-Mitarbeiter zu Schadensersatzklagen auf Ver.di will ein Exempel statuieren: Die Gewerkschaft fordert Lidl-Mitarbeiter, die von der Supermarktkette bespitzelt wurden, zu Schadensersatzklagen auf. Der Discounter hat seine Belegschaft im großen Stil über Bewachungskameras ausspioniert.

Hamburg - Ver.di macht den Bespitzelten Mut, sich zu wehren: "Ich kann den betroffenen Lidl-Mitarbeitern raten, sich untereinander zu verabreden und gemeinsam zu Ver.di zu kommen. Möglicherweise könnte man dann Musterklagen gegen Lidl anstrengen", sagte de stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Margret Mönig-Raane zu "Stern.de". Gestern erklärte schon der Ver.di-Handelsexperte Achim Neumann im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE, Bespitzelungsopfer zu unterstützen, wenn sie klagen wollen (mehr...). Das Vorgehen des Konzerns sei "eine Schweinerei sondergleichen".


Laut "Stern" hat Lidl seine Mitarbeiter systematisch ausspioniert (mehr...). Mit Miniaturkameras wurden die Angestellten überwacht, Gespräche in seitenlangen Protokollen notiert. Aufgezeichnet wurden Banalitäten ("Das Guthaben auf ihrem Handy beträgt nur noch 85 Cent." ebenso wie Details aus dem Privatleben ("Ihr Freundeskreis besteht größtenteils aus Drogenabhängigen.".

 

Aus Ver.di-Sicht stellen die Überwachungsprotokolle einen doppelten Rechtsbruch dar: Zum einen seien Datenschutzrechte verletzt worden. Zum anderen gehe es aber auch um einen Verstoß gegen die grundgesetzlich geschützte Würde des Menschen. "Hier wurde überwacht und bespitzelt wie in einem Unrechtsstaat", sagt Neumann. "Solche Unternehmen braucht das Land nicht."

Datenschützer sind über die Stasi-Methoden empört. In Baden-Württemberg, wo der Konzern seinen Sitz hat, leitet das Innenministerium nun eine offizielle Untersuchung ein (mehr...).

 

Lidl steht wegen der Behandlung seiner Mitarbeiter schon länger in der Kritik. Jahrelang hat sich das Unternehmen etwa gegen die Einrichtung von Betriebsräten gestemmt. Im vergangenen Jahr schaffte Ver.di immerhin einen Achtungserfolg - die Gewerkschaft setzte in fünf von bundesweit 2850 Filialen eine Arbeitnehmervertretung durch.

In einem "Schwarzbuch Lidl" hat Ver.di 2004 zudem eine ganze Reihe von Vorwürfen gegen den Discounter aufgelistet. Das Unternehmen unterziehe Angestellte ständigen Taschenkontrollen, um Diebstahl auszuschließen, und verbiete den Gang zur Toilette während der Arbeitszeit, hieß es darin etwa. Lidl wies die Anschuldigungen damals als "Diffamierungskampagne" zurück.

 

Wesentlich zurückhaltender reagierte der Konzern am Mittwoch, als der Spionageskandal bekannt wurde. Jürgen Kisseberth, Mitglied der Lidl-Geschäftsführung, sagte zu dem Bericht über die Überwachungen: "Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass es dazu Aufträge gegeben hat." Dies sei aber nicht der Wille der Geschäftsleitung gewesen.

Laut Kisseberth hatte das Unternehmen zwei Detekteien engagiert. Diese hätten jedoch nur den Auftrag gehabt, Diebstähle von Kunden aufzudecken. Lidl werde die Zusammenarbeit mit externen Detekteien nun sofort beenden. "Es tut uns leid", sagte Kisseberth. "Wir können uns bei den betroffenen Mitarbeitern nur entschuldigen."

ase/ddp

 

Themenbeitrag Nr.10

 
Von birgit schiemann Erstellt am: 27.03.08 18:04 Beitrag Nr.: 127.607 Weitere Beiträge
Diesen Beitrag:
Dieser Beitrag bezieht sich auf Themenbeitrag Nr. 127567 von Baerlexa - 27.03.08 09:54:03 Uhr

Habe den Bericht gestern leider nicht ganz mitbekommen, aber jeder der ein wenig kaufmännische Kenntnisse besitzt, müsste doch eigentlich wissen das man mit dieser Form der Kündigung nicht einen Meter weit kommt.

Da möchte ich gar nicht wissen was für eine Pfeife der zuständige Filialleiter ist.

 

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