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Kolumne: Yahoo Gründer geht von Bord

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 18.11.08 08:30 Antworten: 0  
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Kolumne: Yahoo Gründer geht von Bord

Jetzt ist es also so weit. Carl Icahn, bekannt als aggressiver und aktiver Investor hat sein Ziel erreicht. Der Gründer und derzeitige CEO von Yahoo, Jerry Yang, schmeißt das Handtuch. Wie man lesen kann ist bereits der Headhunter Heidrick & Struggles International Inc. mit der Suche eines Nachfolgers beauftragt.


Auch Microsoft Chef Steve Ballmer kommt damit seinem Ziel, eine eigene Suchmaschine anbieten zu können, etwas näher. Schließlich will Microsoft die Vorherrschaft von Google im Internet nicht so ohne weiteres hinnehmen. Dass das in den letzen Wochen und Monaten öffentlich zur Schau getragene Desinteresse und die wiederholten Äußerungen, dass Microsoft an einem Kauf von Yahoo angeblich nicht interessiert sei, jeglicher Grundlage entbehrte, kann man an seinen fünf Fingern abzählen.


Natürlich ist Microsoft heiß darauf, endlich auch im Internet eine bessere Rolle spielen zu können. Denn tatsächlich wird sich dort die Zukunft abspielen. Und spätestens der neue Google-Browser musste auf die Jungs von Microsoft wie Kriegserklärung wirken. Insofern war der Schritt auf Yahoo zu nur allzu verständlich. Allerdings hat Microsoft CEO Steve Ballmer offensichtlich mit dem heftigen Widerstand von Yahoo seinerzeit nicht gerechnet.


Dieser Widerstand war auch nur dadurch zu erklären, dass hier der Gründer auf dem Vorstandsposten saß, dessen höchstes Ziel es war, möglichst unabhängig zu bleiben. Was rein menschlich verständlich ist, aber wirtschaftlich gesehen eine strategische Fehlentscheidung war. Denn Yang gingen am Ende die Verbündeten aus. Google sprang ab, weil es berechtigte Bedenken hatte, dass die Wettbewerbsbehörde etwas gegen eine engere Zusammenarbeit haben könnte. Und auch die Gespräche mit Time Warner, die eine Lösung für AOL suchten und mit dem Zusammengehen von AOL mit Yahoo eine gefunden zu haben schienen, waren am Ende nicht von Erfolg gekrönt. So steht er nun mit leeren Händen da.


Und so etwas verzeihen Investoren vom Schlage eines Carl Icahn einem Vorstand nicht. Also hat er seinen ganzen Einfluss spielen lassen, dass Yang endlich das in schweres Fahrwasser geratene Internetunternehmen verlässt. Was Yang sicherlich nicht leicht fallen wird. Schließlich ist es „sein“ Baby.


Die Investoren freut’s. So ist der Kurs von Yahoo kurzzeitig von ca. 8,50 Euro auf über 10 Euro hochgeschossen, bevor er mit 8,75 Euro und einem Kursplus von +3,98 % aus dem Rennen gegangen ist.


Und wieder geht ein Ausnahmeunternehmer von Bord und hinterlässt ein Wenig Wehmut. Denn ganz gleich, ob er mit seinem Widerstand gegen Microsoft richtig oder falsch lag, nachzuvollziehen war sein Verhalten allemal.


Yang kann sich trösten. Er wird trotz allem untrennbar mit der Anfangszeit des Internets verbunden und und als erfolgreicher Pionier geachtet sein. Diese Rolle wird ihm keiner nehmen können. Weder Carl Icahn und schon gar nicht Steve Ballmer.


Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.


Ihr Norbert Lohrke



 


 


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