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Kolumne: Wochenausblick Euro-Dollar und Dollar

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Autor Markus Fugmann Bewertung (0):
Erstellt am: 07.07.08 16:53 Antworten: 0  
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Kolumne: Wochenausblick Euro-Dollar und Dollar

Wendepunkt im Euro-Dollar?

Dax weiter unter Druck

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Euro-Dollar:

 

 

Einen harten Rückschlag mußte der Euro zum Dollar in der letzten Handelswoche verkraften. Nach einem Start im Bereich 1,58 erreichte die europäische Einheitswährung bei 1,5833 zunächst ein Zwischenhoch, wurde jedoch gebremst durch den weniger schwach als erwartet ausgefallenen Chicago Einkaufsmanagerindex (49,6 gegenüber 48,5-49,0 erwartet, unter 50 bedeutet aber faktisch Schrumpfung). In der Folge pendelte der Euro zwischen 1,5790 und 1,5720, bevor am Dienstag mit Veröffentlichung des ISM-Index  (verarbeitendes Gewerbe) auf der Agenda stand. Der Index lag leicht über den Erwartungen, doch zeigte sich der Euro nur kurz beeindruckt und beschloß den Tag im Bereich 1,5840. Kräftige Inflationsdaten aus der Euro-Zone sowie ein schwacher ADP-Arbeitsmarktbericht sorgten dann für weiteren Auftrieb des Euro am Mittwoch. Hinzu kam schon die Vorfreude der Euro-Bullen auf die EZB-Sitzung, die den Euro weiter nach oben trieb. So handelte die europäische Einheitswährung bereits tief im 1,58-Bereich, als die EZB den Zinssatz auf numehr 4,25% erhöhte. Zwar war dieser Schritt allseits erwartet worden, doch stieg der Euro in der Folge auf knapp über 1,59 - gleichzeitig das Wochenhoch. Denn die Pressekonferenz von EZB-Chef Trichet erwischte die Euro-Optimisten völlig auf dem falschen Fuß: der Notenbanker beantwortete die Frage, wie das weitere Vorgehen der Zentralbank aussehe, er habe derzeit "keine Neigung". Damit waren alle Erwartungen weiterer Zinsanhebungen noch in diesem Jahr widerlegt, die Begründung für den Anstieg des Euro in den letzten Tagen und Wochen hinfällig. Die Reaktion fiel dann entsprechend aus: der Euro fiel in einer Bewegung von 1,59 auf zunächst 1,5740, dann nach einer kurzen und zaghaften Erholung bis 1,5780 folgte die zweite Abwärtswelle bis 1,5690. Zu Wochenschluß handelte der Euro bei 1,5700, ohne sich vom Nackenschalg durch die EZB zu erholen. Nicht helfen konnten auch die noch etwas schwächer als ohnehin erwartet ausgefallenen amerikanischen Nonfarm-payrolls.

 

Damit hat die EZB den Druck aus Politik und Öffentlichkeit, die Zinsen nicht weiter anzuheben, hervorragend pariert. Sie tut das Notwendige, um die gefährliche Inflation einzudämmen, und verhindert verbal einen weiteren Anstieg des Euro. Von einer solchen Souveränität ist die Fed derzeit weit entfernt.

 

Wie geht es nun weiter? Zunächst stehen kaum relevante Daten in dieser Woche auf der Agenda - dennoch ist in mit Volatilität zu rechnen. Es wird sich vermutlich in dieser Woche entscheiden, ob der Euro nach dem gescheiterten Anlauf auf das Allzeithoch wieder in Richtung 1,50 tendiert. Kurzfristig jedenfalls ist der Aufwärtstrend seit dem Tief Mitte Juni deutlich gebrochen (verläuft derzeit bei 1,5760). Unterstützungen warten jetzt bei 1,5610-20, 1,5520 und schließlich sehr markant bei 1,5460. Bräche diese Marke, wären weitere Abgaben bis 1,5360 sowie 1,5280 die unmittelbare Folge. Auf der Oberseite müßte die Rückkehr in den Aufwärtrendkanal gelingen (der Bereich 1,5740-60), um den Rückschlag der letzten Woche zu neutralisieren. Wir sind auf gegenwärtigem Niveau leicht skeptisch für den Euro und werden Erholungen zum Einstieg in Short-Positionen nutzen.


 


Dax:

 

Erneut etwas schwächer ging der Dax aus der letzten Handelswoche. Der Index begann im Bereich 6400 Punkte, rutschte am Vormittag jedoch auf knapp 6300 Punkte, bevor mit Beginn des US-Handels und der Veröffentlichung des Chicago Einkaufsmanagerindex eine Erholung bis 6420 einsetzte. Am Dienstag dann zogen Gerüchte um eine Gewinnwarnung der Deutschen Bank den Dax nach unten, erst bei 6220 war das Tagestief ereicht. Mit Erholung der US-Börsen am Abend erreichte der Dax dann am Mittwoch noch einmal die 6400er-Marke, doch fehlten in Erwartung des "Super-Donnerstag" die Anschlußkäufe, weil kaum einer der Marktteilnehmer sich zu weit aus dem Fenster lehnen wollte. Am Beginn des Handels am Donnerstag dann noch einmal ein Abverkauf bis in den Bereich 6230, bevor die Pressekonferenz Trichets kurzzeitig für Euphorie sorgte: die Aussicht, daß die EZB den Zinssatz für den Rest des Jahres unverändert belassen könnte, trieb den Dax fast auf die 6400er-Marke. Am Freitag folgte dann jedoch erneut das böse Erwachen, nachdem eine Analyse von Goldman Sachs einen milliardenschweren Abschreibungsbedarf sowie weitere Kapitalerhöhungen der Großbanken prognostizierte. Daß sich etwas an der Marktlage geändert hat, zeigt der letzte Freitag in aller Deutlichkeit: Wäre ein handelsfreier Tag in den USA noch in 2007 nahezu ein Garant für steigende Kurse, so hat sich dies in diesem Jahr offensichtlich geändert: der Dax verlor in der Spitze über 100 Punkte und kam erst bei 6260 zum Stehen. Am heutigen Montag schließlich tendiert der Index nach Gewinnen in Asien sowie neuen Übernahmegerüchten von Yahoo durch Microsoft freundlich und kratzt derzeit an der 6400er-Marke.

 

Gelingt jetzt ein nachhaltiger Bruch der Zone 6400 - 6420, wäre der Weg frei für eine Erholung, die  - zumindest kurz- bis mittelfristig bis in den Bereich 6800 Punkte führen kann. Finanztitel aus dem Dax wie zum Beispiel Deutsche Bank sind derzeit schon stark überverkauft, sodaß eine Wende zum Greifen nahe scheint. Zwar glauben wir, daß das Jahr 2008 eine echte Trendwende zum Negativen darstellt, doch sprechen nun mehrere Faktoren zumindest für eine kurzfristige Ralley: Zum einen der starke Pessimismus der Marktteilnehmer nebst überverkaufter Markttechnik sowie ein bald zu erwartendes Entweichen von Luft aus der Öl-Blase. Noch relevanter aber ist in diesem Zusammenhang die "Ruhe" von der Zinsseite, die die Aktienmärkte in der EZB-Zone beruhigen wird nebst einem potentiell schwächeren Euro. Und doch: jede kurzfristige Ralley ist bis auf weiteres eine Bärenmarkt-Ralley, keine nachhaltige Trendwende. Die massiven "Sünden" der letzten Jahre mit den Mega-Blasen an den amerikanischen Immobilien- und Kreditmärkten - beide ausgelöst durch eine noch nie dagewesene Liquiditätsblase - werden weiterhin ihren Tribut fordern und jede substantielle Wende unmöglich machen.

 

Für diese Woche gehen wir von einer Erholung im Dax aus. Zu beachten ist die beginnende Berichtssaison in den USA mit Alcoa zum Auftakt und einem vorläufigen Höhepunkt am Freitag mit General Electric. Neben dem obengenannten Widerstandsbereich bei 6400 - 6420 findet sich ein erster Haltepunkt bei 6460, sodann bei 6630 und als maximales Kursziel in dieser Woche die 6860 Punkte. Kräftigere Rücksetzer in Erholungsbewegungen sind jedoch einzukalkulieren. Worst case in dieser Woche wäre ein Rücksetzer auf das Jahrestief bei 6168.

 


 



 

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Weitere Informationen direkt vom Autor:

Markus Fugmann

fugmann@actior.de

Tel.:040/44809860

 

 

 


 

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