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Markus Fugmann: 09.01.09 12:14 Marktausblick vom 09.01.09... |
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Norbert Lohrke: 09.01.09 09:01 Allianz auf Staatskosten |
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Markus Fugmann: 08.01.09 12:31 Marktausblick vom 08.01.09... |
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Autor | Markus Fugmann | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 01.12.08 18:46 | Antworten: | 0 | ||
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Euro-Dollar:
Trotz geringerer Handelsaktivitäten aufgrund des amerikanischen Feiertags Thanksgiving verlief die letzte Handelswoche im EUR/USD sehr turbulent. Nach einem Start im Bereich 1,26 sorgte die Rettungsaktion der Citibank am Montag schnell für eine Dollarschwäche, die den Euro bis zum Abend auf 1,2950 hievte. Das Rettungspaket der amerikanischen Regierung - offensichtlich notwendig, um das Kippen einer systemrelevanten Bank zu vermeiden - hatte derart gigantische Ausmaße, daß insbesondere institutionelle Investoren sich offensichtlich von Dollarpositionen trennten. Mit dem impulsiven Anstieg wurde die Widerstandszone bei 1,28 geradezu pulverisiert. Am Dienstag blieben jedoch Folgekäufe aus, sodaß der Euro wieder in Richtung 1,28 rutschte und den Kampf mit dieser Unterstützung bereits wieder zu verlieren schien - da platzte die Nachricht über ein erneut umfangreiches Rettungspaket der Fed herein. Das Programm sieht unter anderem den Kauf von bis zu 600 Milliarden Dollar für verbriefte Hypotheken der Firmen Fannie Mae und Freddie Mac vor - ein Beleg dafür, daß bei diesen Unternehmen noch riesige schwarze Löcher klaffen. Insgesamt versucht das neue Rettungspaket die Vergabe von Krediten und Hypotheken an die Konsumenten wieder in Schwung zu bringen - hier zeigt sich bereits die Handschrift der künftigen Obama-Regierung, die in Sachen Verschuldung offensichtlich ähnlich wenig Skrupel hat wie die Bush-Regierung (siehe unten). Der Dollar jedenfalls erhielt durch die Veröffentlichung des Plans einen herben Rückschlag, sodaß der Euro nahezu ungebremst bis 1,3080 steigen konnte. Am Mittwoch jedoch wurde die Euphorie der Dollar-Pessimisten wieder gebremst, und paradoxerweise waren es schlechte US-Daten, die den Fall des Dollar aufhielten: so z.B. die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter (-6,2%!), der Chicago Einkaufsmanagerindex (33,8 gegenüber 39 erwartet - die magische 50 ist somit in weiter Ferne) sowie schwache US-Hausverkäufe. Die Zahlen verdeutlichen den dramatischen Zustand der US-Wirtschaft, und doch kann der Euro nicht davon profitieren, da derzeit schlechte Nachrichten gute Nachrichten für den Dollar sind. Zwar hat der Trend nachgelassen, wonach Abverkäufe an den Aktienmärkten auch den Euro scharf fallen lassen, doch kann sich die europäische Einheitswährung von ihrer Abhängigkeit von den Aktien-Indizes noch nicht vollständig lösen (dies zeigt übrigens, daß die Aktienpositionen von Anlegern aus Dollar-Räumen in Europa deutlich verringert wurden, aber offensichtlich immer noch erhebliche Positionen bestehen). Am Mittwoch konnte der Euro noch einmal die nun wichtige Unterstützung bei 1,28 verteidigen, am Donnerstag blieben bei dünnem Handel Impulse aus. Am Freitag dann brach der support und zwang so long-positionierte Marktteilnehmer zur Glattstellung ihrer Positionen. Folge war ein weiterer Abverkauf bis 1,2650, bevor Gewinnmitnahmen der Shorties einen kleinen rebound bis 1,27 einleiteten, wo der Euro die Woche dann beendete. In der Summe verlief der Handel in der letzten Woche zwar nahezu unverändert, doch ist der Fehlausbruch über die 1,28 negativ zu werten. Erschwerend kommt hinzu, daß sich im Bereich 1,3060 ein Doppeltopp gebildet hat, und der bisherige Verlauf deutet auf die Ausbildung einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Zwar stehen in dieser Woche viele Daten auf der Agenda, die den Abwärtstrend stoppen könnten (die Highlights sind die EZB-Sitzung am Donnerstag sowie die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag), doch gehen wir davon aus, daß der Euro weiter zur Schwäche neigen wird. Auf der Unterseite ist daher auf einen Bruch der 1,2420 zu achten, sowie das bisherige Jahrestief im Bereich 1,2330. Wir bleiben bei unserer skeptischen Einstellung zum Euro und gehen mittelfrsitig von einem Fall auf zunächst 1,16 aus.
Dax:
Gute Gewinne konnte in der letzten Handelswoche hingegen der Dax verbuchen. Schon der Montag begann euphorisch durch die Rettung der Citibank, die den Dax bereits bei ca. 4200 Punkten in den Handel starten ließ und in nahezu ungebremstem Anstieg auf knapp über 4600 Punkte führte. Am Folgetag setzte sich die Ralley nach einem kurzen Rücksetzer fort, als die Fed ein erneutes Rettungsprogramm verabschiedete. Dieses Paket ist in seiner Stoßrichtung insofern interessant, als es verdeutlicht, wer nun bereits die Zügel in der Hand hält: es nimmt nämlich im Prinzip die Maßnahmen des bisherigen Finanzministers Paulson zurück und zeigt, wohin die neue Obama-Administration steuert. Rekapitulieren wir: Paulson hatte zunächst die geniale Idee, den Banken ihre Junk-Papiere abzukaufen, damit deren Bilanzen von diesem Ballast befreit und so sich die Banken wieder untereinander Kredite geben würden. Das Vorhaben scheitere unter anderem an der Schwierigkeit, einen Preis für Papiere zu finden, die praktisch am Markt keinen Preis mehr erzielen können. Also versuchte Paulson einen anderen Weg einzuschlagen, Stoßrichtung war nun die Suche nach Investoren, die diese Papiere kaufen würden bei gleichzeitiger Ausfall-Garantie durch die Fed. Daß auch dieser Weg nicht funktioniert hat, zeigt die neuerliche Kehrtwende der letzten Woche. Nun also doch direkte Investments der Fed, zunächst bei Fannie Mae und Freddie Mac - weitere werden wohl sicher folgen. Damit ist man, wohl unter dem Einfluß des zukünftigen Finanzminsters Geithner, wieder an dem Punkt, an dem man angefangen hatte. A propos Geithner: er ist wohl die Triebkraft hinter der Citi-Rettung, er fädelte auch den Notverkauf von Bear Stearns ein und war maßgeblich für die Rettung von AIG verantwortlich. Wie sich jetzt zeigt, ist AIG ein Milliardengrab, da das Unternehmen weit mehr Hilfsmittel verschlingt, als bisher angenommen - dennoch war die Rettung wohl unabdingbar, da mit dem Zusammenbruch von AIG auch der CDS-Markt (Anleihenversicherungen) kollabiert wäre mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft. Aber: Geithner ist auch Mit-Urheber der fatalen Fehlentscheidung, Lehman Brothers pleite gehen zu lassen und damit mitschuldig am derzeitigen Desaster. Weder Paulson noch Geithner hatten erkannt, daß mit Lehman eine unkontrollierbare Lawine losgetreten würde). Daß die Aktienmärkte also die erneute Kehrtwende feierten und nach oben schossen, ist gelinde gesagt etwas verwunderlich. Viele Marktteilnehmer verstehen offenbar nicht, daß die Wendungen der amerikanischen Administration eher Ausdruck einer tiefgreifenden Ratlosigkeit sind und keinesfalls eine roten Faden aufweisen. Aufgrund des enormen Erwartungsdrucks an die Obama-Administration muß diese praktisch allen alles verprechen und damit die Verschuldungsspirale weiter anheizen. Solange aber noch die Hoffnung am Markt herrscht, daß der Messias schon alles richten wird, haben die Aktienmärkte eine gute Erholungschance. Gefährlich wird es dann, wenn Obama an der Regierung ist und die Hoffnungslosigkeit der Situation immer klarer wird - und der neue Präsident es sowieso nicht allen recht machen kann; faktisch sind die Demokraten ja gewählt worden, um die von den Republikanern eingebrockte Suppe auslöffeln zu dürfen. Was bedeutet das für den Dax? Nach unserer Auffassung ist die Zeit des absoluten Abverkaufs noch nicht gekommen. Zwar ist der Dax schon beim ersten Widerstandsniveau 4680/4700 gescheitert und heute recht übel unter die Räder gekommen, doch besteht immer wieder Potential für Aufwärtsbewegungen, die von Äußerungen oder Ernennungen Obamas ausgelöst werden. Nachteilig für Bullen könnten sich jedoch erstens die zahlreichen US-Daten in dieser Woche auswirken, wobei insbesondere die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag für herbe Rückschläge sorgen können. Zweitens ist der recht hohe Optimismus gefährlich, da viele (auch professionelle) Marktteilnehmer von einer Weihnachtsralley ausgehen und damit eben die Wahrscheinlichkeit für eine Ralley deutlich verringern. Wir gehen hingegen davon aus, daß die Weihnachtszeit noch einmal sehr gefährlich für den Aktienmarkt sein wird. Damit der Dax kurzfristig Aufwärtspotential besitzt, muß der Index den Bereich 4680/4700 (das Hoch der letzten Woche) überwinden. Die ehemals wichtige Zone 4450 ist heute wieder unterschritten worden, verliert aber zunehmend ihre zentrale Bedeutung. Für Optimisten ideal wären weitere Rücksetzer bis 4300, wobei der Markt hier hält und dann eine impulsive Aufwärtsbewegung über die 4680/4700 startet. In der Summe erwarten wir jedoch bis Freitag eher einen Handel innerhalb der range, bevor am Freitag mit den US- Arbeitsmarktdaten Unheil droht
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Markus Fugmann Tel.:040/44809860 oder bei http://www.actior.de/futures_handeln_seminar.0.html
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