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Markus Fugmann: 09.01.09 12:14 Marktausblick vom 09.01.09... |
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Norbert Lohrke: 09.01.09 09:01 Allianz auf Staatskosten |
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Markus Fugmann: 08.01.09 12:31 Marktausblick vom 08.01.09... |
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Autor | Markus Fugmann | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 13.10.08 18:59 | Antworten: | 0 | ||
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Euro-Dollar:
Nach einer Achterbahn letztlich nur wenig verändert beendete der Euro die letzte Handelswoche zum Dollar. Das Währungspaar begann mit einem Gap nach unten bei 1,37, ausgelöst durch die Krise um Hypo Real Estate, die klar machte, daß die Finanzkrise nun voll nach Europa durchgeschlagen ist. Der Euro rutschte noch im Laufe des Montag auf 1,3450, konnte sich aber schon am Dienstag wieder bis auf 1,3750 erholen. Bis Donnerstag pendelte EUR/USD dann zwischen 1,3540 und 1,3780, bevor am Freitag abend ein massiver sell-off den Euro auf 1,3250 drückte. Damit hat die europäische Einheitswährung einen Stand erreicht, der zuletzt im Mai/Juni 2007 erreicht war - ein dramatischer Sturz, bedenkt man, daß wir im Juli diesen Jahres noch bei 1,60 standen. Wir haben schon mehrfach Gründe benannt, warum der Euro derart schwach geht. Dabei sind viele irrationale Überlegungen wie etwa der Hokuspokus-Glaube, daß die USA früher aus der Rezession herauskommen sollte. Der wichtigste Grund für den Abverkauf aber ist unseres Erachtens das Glattstellen von Positionen, die im Euro-Raum gehalten wurden, weil die betroffenen Unternehmen unbedingt Cash generieren müssen bzw. Margin-Calls bekommen und daher ihre Positionen gezwungenermaßen liquidieren müssen. Volkswirtschaftliche Gründe in solchen Abläufen zu suchen macht daher nicht recht Sinn. Letztendlich muß man sagen, daß die Musik derzeit vorwiegend an den Aktienmärkten spielt und viele Devisenpaare auf die Entwicklung dieser Indizes reagieren. So wurden mit dem Fall der Rohstoffpreise insbesondere Währungen wie der australische und kanadische Dollar abgestraft, wobei die Rohstoffe auch eher aufgrund von Margin-Call-Glattstellungen fallen (natürlich lösen sich gerade bei Öl derzeit auch endlich Blasen auf!) - was wiederum mit den fallendenAktienmärkten zusammenhing. Wie aber geht es jetzt weiter? EUR/USD verhält sich derzeit recht ähnlich wie die Aktienmärkte. Gehen diese nun nach oben, wird der Druck auf einige Marktteilnehmer geringer, Positionen glattzustellen, sodaß wesentliche Argumente für Dollar-Käufe entfallen. Natürlich sind die Aktienmärkte "noch lange nicht über den Berg", wir werden vielmehr in einiger Zeit (4-6 Wochen) noch einmal einen heftigen Abverkauf sehen, der auch bei Aktien-Indizes neue Tiefs bringen wird (siehe unten). Doch derzeit hat der Euro das Potential, sich zu erholen und zumindest in den Bereich 1,3930 vorzustoßen, da das Rettungspaket der europäischen Staaten für einige Zeit als Beruhigungspille wirken und damit auch den Euro stabilisieren dürfte. Wir empfehlen daher tendenziell, Rücksetzer zu kaufen und vorwiegend den Euro auf der Long-Seite zu spielen - auch wenn die Bäume nicht in den Himmel wachsen und Rückschläge einzuplanen sind. Nach wie vor, das muß jedoch gesagt werden, ist der Euro übergeordnet im Abwärtstrend. Widerstände findet der Euro bei 1,3640, 1,3730-40, 1,3780, 1,3900-30 und der Bereich 1,40. Unterstützung hat der Euro bei 1,3460-80 sowie dem Tief vom Freitag bei 1,3250; sollte letztere Marke unterboten werden, wären alle Long-Szenarien hinfällig (womit wir jedoch nicht rechnen).
Dax:
Was für eine Horrorwoche für den Dax! Was wir in der letzten Woche erlebt haben, kann man durchaus als historisch bezeichnen, weil es alle Kriterien eines Crash erfüllte. Im Gegensatz zu den Krisen nach dem 2.Weltkrieg haben die Menschen diesmal Angst um ihre Einlagen, da sie merken, daß das System grundsätzlich instabil geworden ist. Die Ursache der Gefährdung ist der amerikanische Konsument, der als Herr der Welt von seiner Regierung angehalten wurde, auf "Teufel komm raus" zu konsumieren, weil der Rest der Welt sowieso die Zeche bezahlt. Da die Privathaftung für die Konsumenten im Immobilienbereich in den USA nicht gegeben ist, bleiben die US-Banken auf unverkäuflichen Häusern sitzen - die Krise trifft also faktisch die Banken härter als die Kosumenten. Da die USA derzeit im Wahlkampf sind, beeilen sich alle Kandidaten und Parteien den US-Konsumenten zu versichern, daß man sie retten wird, komme was wolle. Tenor: macht so weiter wie bisher, wir hauen euch schon raus; und im Übrigen wird auch diesmal am amerikanischen Wesen die Welt genesen! Das Gerede von ausser Kontrolle geratenen Bankern greift hier einfach zu kurz, da die Banker das tun, was das System erlaubt und fördert. Wann begann dieses Denken, dieses System? Unter Jimmy Carter begann die Ideologie um sich zu greifen, daß jeder Amerikaner sich ein Haus leisten können sollte, die Republikaner unter Reagan nahmen diese Idee auf und begannen jene Deregulierung, die eine der Ursachen der derzeitigen Katastrophe ist. Mit Alan Greenspan, einst Messias, in einigen Jahren der Buhmann des 20.Jahrhunderts, begann die Ära der amerikanischen Notenpresse, Zahlen wurden elektronisch. Man liest ja immer wieder in der Zeitung, wieviel Börsenwert durch den Crash angeblich vernichtet worden sei, aber kaum jemand stellt die Frage, woher diese astronomischen Börsenwerte eigentlich herkommen: durch die Magie der elektronischen Zahl, da fällt nämlich eine Null mehr oder weniger nicht so schnell auf. Viele Firmen und Privatleute wurden oder auf dem Papier oder besser eben digital unglaublich reich, und weil man so reich war, bekam man auch immer mehr Kredit, das heißt die Nullen vermehrten sich. Und wenn viele sehr reich sind, steigen die Preise, besonders für hochwertige US-Immobilien, die es schon bei Windstärke drei aus der Verankerung hebt. Oder eben Öl, weil die Weltwirtschaft ja ins Gigantische wächst, oder für Weizen, weil die lieben Chinesen nimmersatt sind, oder für Reis etc. etc. Das einzige, was wirklich erstaunt ist, daß diese gewaltige Krise noch unter Präsident Bush stattfindet, während wir davon ausgingen, daß man die Verkündung des Zusammenbruchs dann einem Nachfolger der demokratischen Partei überlassen würde, sprich Obama. Aber der Druck war zu groß, mit der Lehman-Pleite beging US-Finanzminister Paulson den entscheidenden Fehler, da nun die Dämme brachen. Hätte man Lehman gerettet, wäre die Katastrophe verschoben worden, aber McCain wäre vermutlich der nächste Präsident geworden. Zurück zum Dax: dem totalen Ausverkauf vom Freitag, als der deutsche Leitwolf Dax bis auf 4300 Punkte fiel, folgte das Rettungsprogramm aller wichtigen Regierungen der Welt am Wochenende, die allen alles versprechen. Letztlich bleibt wohl auch nichts anderes übrig, will man die psychische Verfassung der Marktteilnehmer therapieren. Das ist, wie der heutige Verlauf der Aktienindizes zeigt, auch gelungen - wir hören schon die ersten Stimmen, daß wohl die Trendwende geschafft sei. Das stimmt sogar kurzfristig, weil die Welt nun positive Dinge hören will und man in der Vor-Weihnachtszeit auch mal wieder etwas kaufen möchte, und sei es eben Aktien. Die Zeit ist nicht mehr weit, daß uns die Medien suggerieren werden, daß nun das Schlimmste überstanden ist und Aktien ja ein soo günstiges KGV haben - das ist dann der perfekte Zeitpunkt für den erneuten Short-Einstieg. Denn auch bei einem Tsunami endet die Katastrophe ja nie mit der ersten Welle. Die zweite Welle kommt, und sie wird dann noch einmal neue Tiefstkurse für den Dax bringen. Mit anderen Worten: die 4300 Punkte werden noch einmal unterboten werden. Denn die nächste Zeitbombe tickt bereits: die desaströs hoch verschuldeten Gemeinden und Kommunen in den USA, deren Zustand sich sehr plastisch anhand eines Charts der Muni-Bonds ablesen läßt. Sehr kurzfristig aber ist long die angesagte Tendenz der Aktienmärkte. Grundsätzlich ist zu beachten, daß bei einem solchen Crash auch die Gegenbewegungen äußerst heftig sind (heute über 10%!), sodaß eine die Long-Bewegung sogar bis in den Bereich von 5900-6000 Punkten führen könnte. Als Merksatz kann gelten: je schneller und höher die Indizes nun steigen, umso heftiger wird dann die zweite Tsunami-Welle. Aufgrund der enormen Bewegungen sind charttechnische Aussagen über Widerstände und Unterstützungen weiterhin (wie schon letzte Woche) recht sinnlos. Sie werden nach oben oder nach unten überrannt, weil die reine Emotion dominiert und die Märkte zwischen Kaufrausch und Panik schwenken.
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