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Markus Fugmann: 09.01.09 12:14 Marktausblick vom 09.01.09... |
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Norbert Lohrke: 09.01.09 09:01 Allianz auf Staatskosten |
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Markus Fugmann: 08.01.09 12:31 Marktausblick vom 08.01.09... |
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Autor | Markus Fugmann | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 06.10.08 19:26 | Antworten: | 0 | ||
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Euro-Dollar:
Eine der schwärzesten Wochen seit Bestehen erlebte der Euro zum Dollar. Zu Beginn des asiatischen Handels notierte der Euro noch knapp unter 1,4550, fiel mit Beginnn des europäischen Handels auf 1,43, bildete dort einen Doppelboden, um dann in eienr fulminanten Aufwärtsbewegung nach Ablehnung des Rettungsplans durch den US-Kongreß sogar auf die 1,4570 zu steigen. In der Folge bröckelten die Kurse jedoch kontinuierlich wieder ab, bevor am Dienstag dann der nächste Nackenschlag mit Veröffentlichung des Chicago-Einkaufsmanagerindex sowie der US-Verbraucherstimmung erfolgte. Beide Daten fielen über den Erwartungen aus, der Euro stürzte in einer rasanten Abwärtsbewegung von 1,4340 auf 1,40. Daß hier US-Daten, die ausnahmsweise nicht schlimm ausfielen, den Euro derart stürzen ließen, war ein böses Omen für das Kommende. Im Grunde hätte der Euro ja viele Argumente auf seiner Seite, unter anderem den Offenbarungseid der Amerikaner, die jetzt alles garantieren, was nicht rechtzeitig auf den Baum springt - bekanntermaßen machen Bankrotteure ja die größten Zahlungs-Versprechen. Und doch taumelt der Euro von einem Tief zum nächsten. Ein rationales Argument dafür ist die Situation in Spanien, England und Irland (die Engländer erfreuen sich derzeit massiver Mittelabflüsse dank der irischen Staatsgarantie für Einlagen bis 200 Milliarden Euro), die ähnlich düster wie in den USA ist. Ein zweites nachvollziehbares Argument ist die Tatsache, daß die Finanzkrise nunmehr auch in Europa angekommen ist (Fortis, Hypo Real Estate). Das dritte, immer wieder vorgebrachte Argument ist die schwachsinnige These, daß die USA zuerst eine Rezession und infolgedessen auch zuerst wieder einen Aufschwung erlebe. Mit einer solchen Argumentation kann man zum Beispiel nachweisen, daß jemand, der zuerst in einen Supermarkt geht, auch zwingend zuerst wieder herauskommen müsse. Daß in den USA der gesamte Immobilienbereich ausblutet, die produzierende Industrie stirbt und Massenentlassungen bereits begonnen haben, die sich in den nächsten Wochen verstärken werden und damit die einzige Triebkraft der US-Wirtschaft, der Konsument, ausfällt, wird dabei übersehen - viele dieser Faktoren treffen auf europäische Kernländer wie Deutschland und Frankreich nicht zu. Doch hilft der Verweis auf irrationale Argumente für die Dollar-Stärke nicht - Fakt, ist, daß der Euro derzeit fällt und vermutlich weiter fallen wird. Wir hatten im letzten Wochenausblick ein Kursziel von 1,3650 ausgegeben, das bereits unterboten worden ist. Man sollte sich hier an eine entscheidende Börsenregel halten: Trends dauern länger, als man sich vorstellen kann. Und der Aufwärtstrend des Euro zum Dollar ist vorbei und dürfte nicht so bald wiederkehren. Insofern sollten Trader eher Erholungen, die angesichts der nunmehr sehr überverkauften Situation immer wahrscheinlicher werden, shorten. Voraussetzung dafür ist jedoch - und das fällt vielen schwer - zu akzeptieren, daß der Wind sich nachhaltig gedreht hat. Wie geht es nun weiter? Nun, zunächst wird vieles davon abhängen, ob die USA ihr Rettungsprogramm konkretisieren können - zum Beispiel die entscheidende Frage der Preisfindung für die Schrottpapiere der Banken. Weiter zu beachten ist das Fed-Protokoll morgen abend, das Aufschluß darüber geben wird, ob die Fed die Zinsen noch einmal senken wird - in amerikanischen Medien wird nicht mehr diskutiert, ob das passiert, sondern ob die Senkung um 0,25% oder um 0,5% erfolgt. Im Grunde stehen in dieser Woche wenig makroökonomische Daten an. Nicht auszuschließen ist jedoch, daß die EZB möglicherweise eine überraschende Zinssenkung vornehmen könnte, weil der Druck aus der Politik und der Industrie zu groß wird. Die nächste nachhaltige Unterstützung findet der Euro erst bei 1,3230. Um die charttechnische Verfassung wenigstens etwas aufzuhellen, sollte die ehemalige Unterstützung bei 1,3650 wieder zurückerobert werden. Nächste Hürden wären dann die Bereiche 1,3700-30, 13860 und 1,3930.
Dax:
Ein Waterloo erlebt derzeit der Dax. Schon mit dem Scheitern des US-Rettungsplans im Kongreß zeigte sich die Fragilität des Marktes: der Dax-Future verlor in wenigen Minuten über 300 Punkte und rutschte auf Kassa-Basis (X-Dax) auf 5500 Punkte. Nach den Panikverkäufen konnten sich die Indizes wieder stabilisieren, unterstützt durch ordentliche Zahlen zum Chicago Einkaufsmanagerindex sowie dem US-Verbrauchervertrauen. Der Dax nutzte die Vorgaben und stieg am Dienstag bis auf 5900 Punkte, wo ihm jedoch die Luft ausging. Am Mittwoch mit Veröffentlichung der katastrophalen Zahlen zum ISM-Index, der klar auf eine Rezession hindeutet, war die Euphorie jedoch wieder verflogen: der Dax fiel in den Bereich von 5750 Punkten, erholte sich jedoch wieder mit aufkommendem Optmismus über das bevorstehende US-Rettungsprogramm und stieg bis 5860 Punkte. Bis zur EZB-Pressekonferenz von Trichet schien also das Gröbste überstanden, doch hatten viele Marktteilnehmer offensichtlich mit einer Zinssenkung gerechnet und sich in Vorfreude darauf long positioniert. Zwar gab Trichet zu, daß man über eine Zinssenkung gesprochen habe - womit er andeutete, daß die EZB wohl bald diesen Schritt unternehmen wird. Als die US-Börsen jedoch ins Rutschen kamen, kannte auch der Dax kein Halten mehr und fiel von 5810 auf 5630 Punkte. Erholungen in Richtung 5700 wurden wieder abverkauft, bis am Freitag eine neue Euphoriewelle an den US-Börsen auch den Dax massiv nach oben zog. Bis 5840 Punkte konnte der deutsche Leitindex steigen, bis dann der US-Kongreß das Rettungs-Programm passieren ließ. Wer glaubte, daß nunmehr eine weitere Ralley einsetzen könnte, sah sich getäuscht: die Vorschußlorbeeren waren bereits eingepreist, sodaß die US-Indizes rasant abverkauft wurden. Der X-Dax beschloß die Woche schließlich bei 6640 Punkten. Am Wochenende kündigte sich dann neues Unheit an: die zugesagten Kredite von Banken und dem deutschen Staat erwiesen sich für die Hypo Real Estate als nicht ausreichend. Damit erreichte die Finanzkrise eine komplett neue Dimension, Europa ist ab nun Teil des Problems, und nicht wie von vielen gehofft, ein Teil der Lösung. Dabei war der Auslöser der Krise die Depfa Bank, eigentlich als Staatsfinanzierer ein absoluter Blue Chip, dem jedoch der Kredit-Geldhahn abgedreht wurde. Daß Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück sich vor die Prese stellten und die deutschen Spareinlagen garantierten, verdeutlichte jedem die Dramatik der Situation - man versuchte schlicht einen "bank run" zu verhindern. Insbesondere Steinbrück hatte die Situation schon zu Beginn der Woche verschärft, als aus dem Finanzministerium verlautete, daß man die Hypo geregelt abwickeln wolle und damit potentielle Kreditgeber verschreckte. Der heutige Tag vollendete dann das Desaster der Aktienmärkte, der Dax fiel im Tief bis 5300 Punkte und hat damit das von uns in der letzten Woche ausgegebene erste Kursziel von 5450 Punkten bereits unterboten. Das zweite Kursziel, nämlich der Bereich 5200-5250 ist damit noch offen. Derzeit wird viel auf "gierige" Banker geschimpft, da sind sich Medien und Publikum weitgehend einig. Das eigentliche Problem aber liegt doch anders: es ist der amerikanische Konsument. Eine der wenigen Gründe, warum in den USA überhaupt noch Häuser verkauft werden liegt in der Tatsache, daß die Hauskäufer nicht in der Privathaftung sind, das heißt sie schicken der Bank die Hausschlüssel und beenden damit das Kreditverhältnis. Da die Preise drastisch gefallen sind, kauft man kurzerhand das Nachbarhaus, das nun 30% günstiger zu haben ist. Somit reduziert sich die monatliche Rückzahlung um 30%, während die Bank auf dem unverkäuflichen Haus sitzenbleibt. Der amerikanische Konsument bekommt also permanent die Botschaft vermittelt, daß man ungestraft konsumieren könne, und wenn das schiefgeht, halten andere den Kopf hin. Zwar sind wir weit entfernt von Mitleid mit den Banken, doch liegt das Grundsatzproblem an der nicht vorhandenen Privathaftung im Immobilienbereich. Mit anderen Worten: die Amerikaner konsumieren, der Rest der Welt bezahlt, da die Risiken global verteilt werden. Wir werden nicht müde darauf hinzuweisen, daß insbesondere die Chinesen die Zeche bezahlen werden. Was kommt jetzt? Vermutlich werden wir nun zunächst einmal eine Phase der Deflation, sprich der Geldverknappung erleben. Das bedeutet, jeder versucht Cash bei sich zu halten, was wiederum zu fallenden Preisen für Güter führen wird. Mithin stehen wir also vor der Situation, daß nun Aktienmärkte und Rohstoffe gleichermaßen fallen. Und: Trends dauern länger, als man sich vorstellen kann! Der Dax jedenfalls ist kaum mehr unter technischen Gesichtspunkten zu betrachten, da die Psychologie dominiert. Es macht daher auch wenig sind, Unterstützungen und Widerstände zu nennen, da dies in solchen Situationen nicht sehr hilfreich ist.Die Frage ist nur, ob die Lage nicht schlimmer als die psychische Verfassung der Marktteilnehmer ist, sprich: wenn das Finanzsystem kippen sollte, dann sind Aktien immer noch ein bißchen teuer!
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Weitere Informationen direkt vom Autor: Markus Fugmann Tel.:040/44809860
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