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Markus Fugmann: 09.01.09 12:14 Marktausblick vom 09.01.09... |
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Norbert Lohrke: 09.01.09 09:01 Allianz auf Staatskosten |
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Markus Fugmann: 08.01.09 12:31 Marktausblick vom 08.01.09... |
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Autor | Markus Fugmann | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 14.07.08 19:08 | Antworten: | 0 | ||
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Euro-Dollar:
Ein starkes Comeback erlebte der Euro zum Dollar in der letzten Handelswoche. Nach einem Beginn im Bereich 1,5630 sackte der Euro auf 1,5610 und markierte hier sein Wochentief. Dann am Montag nachmittag die Trendwende: am Markt machten sich Besorgnisse breit, daß die beiden US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae eine Kapitalspritze bräuchten, um die neuen amerikanischen Bilanzierungsregeln zu erfüllen. Diese Spekulationen sorgte für rasche Dollarverkäufe und hievten die europäische Einheitswährung in wenigen Minuten von 1,5640 auf 1,5750. Bis Dienstag nachmittag jedoch war die Euphorie der Euro-Bullen wieder verflogen, der Euro wieder auf das Ausgangsniveau bei 1,5640 zurückgefallen. Ursache der Dollarerholung waren die Aussagen des Fed-Chefs Bernanke, den primary dealers (Banken, Brokerhäuser etc.) weitere Liquidität bereitzustellen und somit die Verunsicherung in Zusammenhang mit Fannie Mae und Freddie Mac zu lindern. Doch schon am Mittwoch bestätigten sich die Vermutungen über die Schwierigkeiten der US-Hypothekenfinanzierer sowie den gesamten Finanzsektor (siehe dazu unten), sodaß sich der Euro in Richtung 1,5760 erholen konnte. Am Donnerstag dann der Sprung zunächst auf die 1,58, wiederum getrieben durch die Panik im US-Finanzsektor, bevor am Freitag ein erneuter Satz von 1,58 auf knapp 1,5950 folgte. Damit war das Wochenhoch erreicht, und nach der Pleite von IndyMac, dem kalifornischen Hypothekenfinanzierer, startete der Handel am Sonntag abend bei 1,5965 und damit schon in Sichtweite des Allzeithochs. Die beruhigenden Worte des US-Finanzminister Paulson sorgten dann jedoch für ein kleines Comeback des Dollar, sodaß am heutigen Montag das Tagestief bei 1,5840 erreicht wurde und derzeit das Währungspaar bei 1,59 handelt. Auffällig ist zunächst, daß EUR/USD derzeit intensiv auf Nachrichten aus dem amerikanischen Finanzsektor reagiert, sodaß makroökonomische Daten in den Hintergrund geraten. Regelmäßig werden die Hiobsbotschaften aus dem Finanzsektor durch das Versprechen entweder der US-Regierung oder der Fed gekontert, für die jeweiligen Unternehmen einzuspringen. Es steht ja auch viel auf dem Spiel: allein das Volumen der Hypothekenkredite durch Fannie Mae und Freddie Mac umfaßt ein Drittel des US-Bruttosozialprodukts! Eine Pleite der beiden halbstaatlichen Unternhemen hätte einen nicht zu kontrollierbaren Dominoeffekt und muß daher durch die Verantwortlichen unbedingt verhindert werden. Also wirft man eben die Notenpresse an und versucht, die Märkte zu beruhigen - frei nach dem Motto: auf die einen oder anderen 100-Milliraden kommt es ja ohnehin nicht mehr an, wenn man sowieso pleite ist. Das System der unbegrenzten Verschuldung wird faktisch solange funktionieren, als es Käufer dollarnotierter Anleihen gibt. Und diese Käufer sind zumeist Staaten aus Fernost, und hier vorwiegend China. Etwas plakativ formuliert: die Verschuldung der USA findet überwiegend auf dem Rücken Chinas statt, das aus Eigeninteresse (Export!) den Dollar stützt. Nur irgendwann in nicht allzuferner Zukunft wird ihnen dann seitens der USA eröffnet werden, daß der Dollar leider nicht mehr das Zahlungsmittel der USA sei, weil man sich zu einer Währungsreform gezwungen sehe, sodaß - leider leider - die im Besitz Chinas befindlichen Anleihen nunmehr wertlos würden.
Noch aber ist es nicht so weit. Doch stehen die Zeichen nun auf eine weitere Abschwächung des Dollar auf breiter Front, sprich ein neues Allzeithoch im EUR/USD. Für Euro-Bullen ist nun entscheidend, daß zunächst das Top vom asiatischen Handel in der Nacht zum heutigen Montag bei 1,5965, sodann das Allzeithoch bei 1,6018 überwunden wird. So wahrscheinlich es damals (im April) war, daß für den Euro hier das Ende der Fahnenstange erreicht war, so wahrscheinlich ist nunmehr ein nachhaltigerer Anstieg über die 1,60 - wenn das Allzeithoch überwunden wird. Unterstützungen findet der Euro zunächst bei 1,5820-30, sodann bei 1,5740-60 und 1,5680. Letztere Marke sollte die maximale Bewegung nach unten darstellen - wir gehen jedoch davon aus, daß der Euro in dieser Woche ein neues Allzeithoch markieren kann.
Dax:
Nur wenig verändert verlief die Handelswoche hingegen für den Dax. Der Index startete knapp über der 63000 Punkte-Marke und konnte zunächst sogar die 6400er-Marke attakieren. Der Optimismus fand jedoch ein schnelles Ende durch das aufkommende Fannie Mae/Freddie Mac-Thema, auf das der Dax im Gefolge der US-Börsen mit einem scharfen Abverkauf auf 6280 reagierte.Am Folgetag dann mit den Aussagen Ben Bernankes (siehe oben) die Erholung in Richtung 6400, bevor dann am Mittwoch der Fahrstuhl im Gefolge der US-Hypothekenbanken-Krise wieder nach unten fuhr, bezeichnenderweise wieder mit einem scharfen Abverkauf bis 6270-80. Am Donnerstag dann wieder beruhigende Wort durch die US-Offiziellen (zunächst war eine Pressekonferenz angekündigt, sodann eine Erklärung durch den amerikanischen Finanzminister), die den Dax erneut fast auf die 6400 führte. Erst am Freitag war das Jojo-Spiel dann beendet, der Dax konnte selbst das Jahrestief bei 6168 nicht mehr verteidigen und fand erst im Bereich 6130 seinen Boden. Spekulationen über weitergehende Hilfs-Maßnahmen der US-Regierung für den angeschlagenen Finanzsektor - die neuen Bilanzierungsregeln würden die US-Banken empfindlich treffen und wohl Kapitalerhöhungen nötig machen - ermöglichten zumindest einen Anstieg des Dax über die 6200 Punkte, sodaß der Index die Handelswoche wenigstens nicht auf Jahrestief beendete. Erstaunlicherweise wurde die Pleite von IndyMac am heutigen Montag erstaunlich gut verarbeitet, nachdem US-Finanzminster Paulson erneut ankündigte, den Märkten unter die Arme zu greifen. Dennoch: die USA erleben das erste Mal das Szenario, daß sie vor einer insolventen Bank stehen und panikartig Gelder abziehen wollen (vermutlich werden sich die Amerikaner in den nächsten Jahren an diese Szenarien gewöhnen müssen).
Die Märkte aber sind und bleiben angeschlagen, und es sind lediglich die Hilfsversprechen der amerikanischen Regierung bzw. der amerikanischen Notenbank, die das System noch am Laufen halten. Da nun bereits der Wahlkampf in den USA an Fahrt gewinnt, werden die Versprechen tendentiell zunehmen. Wir erwarten daher kurz-bis mittelfristig Ansätze von Erholungen, gehen jedoch ebenso davon aus, daß die Marktteilnehmer sich die 6000er-Marke zumindest für eine kurze Zeit von unten ansehen dürfen (erstes Kursziel wäre die 5800). Der Fahrstuhlcharakter des Dax wird uns also noch etwas begleiten, wobei die Fahrt nach unten meist schneller geht als umgekehrt.
Unterstützungen im Dax sind nunmehr gebrochen, sodaß in Richtung 5800 kaum nennenswerte Auffangnetze zu finden sind - lediglich das Tief der letzten Woche im Bereich 6130 bietet die Chance auf eine Wende. Auf der Oberseite warten Widerstände bei 6270-80, wichtiger jedoch ist der Bereich 6400-6420. Erst wenn diese Zone nachhaltig überschritten ist, hellt sich der Himmel für den deutschen Leitindex wieder auf. Neben der ohnehin großen Volatilität werden in dieser Woche auch Daten wie der US-Einzelhandelsumsatz, die US-Erzeugerpreise sowie eine Rede Bernankes (jeweils Dienstag), am Mittwoch das Fed-Protokoll und die US-Verbraucherpreise und am Donnerstag Daten zum US-Immobilienmarkt für reichlich Bewegung sorgen.
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Weitere Informationen direkt vom Autor: Markus Fugmann Tel.:040/44809860
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