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Kolumne: Wincor Nixdorf trifft NA und Biodiesel

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 12.11.08 08:55 Antworten: 0  
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Kolumne: Wincor Nixdorf trifft NA und Biodiesel

wie ich Ihnen bereits gestern in meiner Kolumne angedeutet habe, bin ich auf dem Deutschen Eigenkapitalforum in Frankfurt am Main, um mich unter den über 200 präsentierenden Unternehmen etwas umzusehen und neue Investmentmöglichkeiten aufzutun. Wenn Sie wünschen können Sie mich Heute und Morgen auf meiner Tour d’Horizon begleiten und an meinen Eindrücken teilhaben.


Die Stimmung in Frankfurt ist im Gegensatz zum Vorjahr eher etwas gedrückt. Wie sollte es auch anders sein. Aber, dass nun alle in Schwarz gehen, ist nun wirklich nicht der Finanzkrise geschuldet, sondern der Kleiderordnung in den Bankhäusern. D.h. dass die Stimmung so schlecht nun auch wieder nicht ist.


Aber fangen wir doch gleich einmal an. Das Druckgewerbe hat es weiterhin schwer. Das jedenfalls zeigte mir ein Besuch der Schlott Gruppe AG. In der Branche, die vor allem Werbungsbeilagen und Produktkataloge wie z.B. von Otto druckt, ist eine enorme Marktkonsolidierung im Gange. Da gibt es nichts zu verdienen. 0,5 Mio. Euro EBT nach 11,0 Mio. Euro im Vorjahr sagt eigentlich alles. Und die Hoffnung auf eine „aktive Mitgestaltung des Konsolidierungsprozesses in der europäischen Druckindustrie“ sehe ich angesichts der nicht gerade vor Kraft strotzenden Bilanz der schlott auch nicht so recht. Also, hier erst einmal Finger weg.


Auch beim nächsten Kandidaten. Der SFC Smart Fuel Cell AG, einem Anbieter von Brennstoffzellen für den Hausgebrauch. Das ist nicht ganz richtig, weil das Unternehmen natürlich auch Umsätze im militärischen Bereich macht. Wenn aber eine Umsatzprognose von 50 % auf 10 % zurückgenommen werden muss, sagt mir das, dass man zwar von der Technik und den Möglichkeiten durchaus begeistert sein darf, dass man sein Geld aber woanders anlegen sollte.


Ein Gesprächspartner meinte, dass das der Biodieselanbieter BDI BioDiesel International AG sein könnte. Immerhin halten die bei einer Bilanzsumme von 110 Mio. Euro  74 Mio. Euro Cash und zeigen eine Eigenkapitalquote von 61 %. Und auch eine riesige in Planung befindliche Biodieselfabrik in Hongkong wurde vorgestellt. Meine Frage nach der Diskussion um die Problematik, dass der Anbau der Pflanzen von Biodiesel mit dem Anbau von Nahrungsmitteln konkurriert, wurde mit dem Argument beiseite geschoben, dass z.B. auch Restfette aus weggeschmissener Nahrung verwendet werden kann. Mich hat die Antwort nicht richtig befriedigt, da dieser Bereich enorm von der politische Regulierung der EU abhängt. Also kein Investment für mich. Weil politische Börsen und politisch getriebene Investitionen bekanntlich sehr schnell zu Ende gehen können.


Nach soviel Alternativinvestments wollte ich mir mal etwas Solides antun und setzte mich interessehalber einfach mal zu Wincor Nixdorf AG rein. Und da bekam ich große Lauscher. Ich muss dazu sagen, dass ich Wincor einst in meinem Depot hatte und nachdem sie gut gekommen sind, wieder mit Gewinn verkauft habe. Nun könnte man die, weil Sie sehr stark im Bankenumfeld tätig sind, mit in die Bankecke stellen und die Schamkappe aufsetzten. Das wäre aber ein großer Fehler. Denn meines Erachtens wird die Wincor Nixdorf AG enorm von der Bankenkrise profitieren. Wie denn das, werden sie sich jetzt vielleicht fragen? Ganz einfach. Die Banken sind mehr denn je gezwungen zu rationalisieren, will heißen, Mitarbeiter zu entlassen. Und wer die Branche etwas näher kennt, kennt auch das Stichwort der „Industrialisierung der Banken“. Und da greift Wincor den Banken als Lösungsanbieter unter die Arme. Alles was automatisiert werden kann – Sie alle kennen die Geldausgabeautomaten, die auch Geld einziehen können – wird auch automatisiert werden. Und so hat das Unternehmen meines Erachtens eine gute und ertragreiche Zeit vor sich, wenn auch der CEO etwas vorsichtig abwiegelt.


Und schließlich habe ich mich um 18.00 Uhr noch zu meiner Perle, der Norddeutschen Affinerie AG, reingesetzt. Man musste sich bei diesem Unternehmen gar nicht die Zahlen ansehen. Die gute Laune des Vorstandsvorsitzenden Dr. Drouven genügte, um deutlich zu machen, wie bombig es diesem Unternehmen geht und wie gut es ihm in Zukunft aufgrund er steigenden Nachfrage nach Kupfer, insbesondere aus China und dem asiatischen Bereich, auch noch gehen wird. Der Step zum Global Player ist nach der Cumerio Übernahme, die vorbildlich integriert wurde, und wo die Synergieerträge nur so fließen, nun nicht mehr so weit. Eine Akquisition in Brasilien oder im asiatischen Raum wahrscheinlich. Dass die Salzgitter mit 20 % Großaktionär ist, zeigt wie positiv das Unternehmen auch in anderen Kreisen gesehen wird.


Interessant ist übrigens, dass sowohl Herr Dr. Drouven wie auch der Wincor CFO Dr. Wundram die Weltkonjunktur nicht so schwarz sehen, wie wir alle wieder einmal lesen müssen. Auch Klaus Michael Hillgard, CEO von dem deutsch/chinesischen Messeveranstalter und Werbeagentur Business Media China gab seiner Einschätzung Ausdruck, dass China auf jeden Fall weiter zweistellig wachsen wird. Ob wir vielleicht die Welt derzeit finanzkrisenbedingt doch etwas zu negativ sehen? Sei’s drum.


Ich jedenfalls freue mich auf den heutigen Tag und neue Eindrücke und Gespräche. Wenn Sie wollen, können Sie dann in meiner morgigen Kolumne wieder hautnah dabei sein. Bis dahin.


Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.


Ihr Norbert Lohrke



 



 


 


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