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Markus Fugmann: 09.01.09 12:14 Marktausblick vom 09.01.09... |
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Norbert Lohrke: 09.01.09 09:01 Allianz auf Staatskosten |
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Markus Fugmann: 08.01.09 12:31 Marktausblick vom 08.01.09... |
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Autor | Norbert Lohrke | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 11.12.07 09:47 | Antworten: | 0 | ||
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Wieder einmal schauen deutsche Unternehmer, Anleger und Risikokapitalgeber gebannt über den großen Teich und verneigen sich ehrfürchtig vor dem Begriff, der mittlerweile in aller Munde ist: Web 2.0. Sie werden keinen finden, der derzeit mit ähnlicher Begeisterung ausgesprochen und buchstabiert wird.
Denn soeben investierte der Milliardär Li Ka-shing 60 Mio. Dollar, wofür er (nur) einen Anteil von 0,4 % am Unternehmen erhielt. Dies entspricht einem Unternehmenswert von 15 Mrd. Dollar. Vorher hatte sich schon Microsoft mit 240 Mio. Dollar einen 1,6 %-igen Anteil gesichert und so Google ausgestochen. Angesichts solcher Investitionssummen verwunderte es nicht, dass Marktteilnehmer einen Börsengang von Facebook spätestens in 2009 erwarten.
Das Geschäftmodell von Facebook, wenn es denn eines ist: Nutzer können personalisierte Websites erstellen und mit Freunden und Bekannten über das Internet Kontakt halten. Gegründet wurde das Unternehmen von dem jungen Mark Zuckerberg, der sich zur Ruhe setzen kann, bevor sein Leben richtig begonnen hat.
Schon gibt es aber den ersten handfesten Skandal. Das personalisierte Werbesystem stieß offensichtlich tausenden von Facebook-Nutzern sauer auf. Sie fürchteten um ihre Privatsphäre. Hintergrund ist, dass Facebook sich über das Marketingprogramm „Facebook Beacon“ mit kommerziellen Seiten verlinkt und Käufe, die dort getätigt werden, mit Zustimmung der User in das Profil von Facebook übernommen hatte. Und nicht nur das. Freunde werden über den Kauf sofort informiert. D.h. also, dass – vorausgesetzt der Nutzer autorisiert es – man sehen kann, was ein Freund oder Bekannter so alles gekauft hat. Was nicht nur unser aller Neugier befriedigt. Sondern auch die Werbeindustrie frohlocken lässt. Der gläserne Verbraucher mit einem detaillierten, individuellen Nutzerprofil ist endlich Wirklichkeit geworden.
Doch da haben offensichtlich einige die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn obwohl man die Zustimmung verweigern konnte, sorgte die Methode, dass nach 20 Sekunden die Box zur Zustimmung bzw. Ablehnung automatisch verschwindet und Facebook danach bei Untätigkeit des Nutzers davon ausging, dass keine Einwände seitens der Nutzer bestehen, für helle Aufregung. So hat die Internet Bürgerrechtsbewegung Electronic Frontier Foundation (EFF), die Nutzer der Plattformen zu Widerstand gegen die Nutzung ihrer Daten zu Werbezwecken aufgerufen. Dem massiven Druck nachgebend hat Facebook dieses Vorgehen geändert. Soviel zu einem Web 2.0 Vertreter.
Was aber ist eigentlich Web 2.0? O’Reilly und Battelle haben Schlüsselprinzipien zusammengefasst, die dem Begriff zugeordnet werden können. Näheres dazu lesen Sie unter Wikipedia. Da ist von Web als Plattform statt lokalem Rechner die Rede. Daten getriebenen Anwendungen. Vernetzung (jeder kann mitmachen). Kombination von verschiedenen Komponenten und Systemen. Geschäftsmodellen. Gemeinsamen Nutzen von Inhalten und technischen Diensten. Überschreiten eines einzelnen Nutzungszwecks. Und: Abzielung auf die breite Masse der Anwendungen.
Kritiker, wie der Begründer des World Wide Web Tim Berners-Lee weisen darauf hin, dass das neue Netzverständnis eigentlich nichts anderes ist, als das was dem Internet, also dem Web 1.0 bereits zugrunde lag. Web 2.0 ist demzufolge nichts anderes als die konsequente Weiterentwicklung des von Anfang an vorhandenen www-Gedankens. Und der war, dass das Web in gleichem Maße zum Publizieren wie zum Konsumieren der Inhalte da sein soll.
Nicht dass ich irgendjemand seinem Web 2.0-Erfolg neide. No Problem about that! Aber, was ich mich die ganze Zeit frage ist, ob die Vernetzung von Menschen allein reicht, um ein tragfähiges Geschäftsmodell zu begründen. Obwohl auch ich z.B. Xing nutze und sicherlich auch viel Positives daran finde, kenne ich z.B. wenig Personen, deren Hoffnung, darüber Aufträge zu generieren, von Erfolg gekrönt wurde. Also einen konkreten monetären Nutzen bzw. Vorteil daraus zu ziehen.
Aber gerade da fängt es meiner Meinung nach an, spannend zu werden. Wenn wir den Netzwerkgedanken des Web aufgreifen und über qualifizierte Inhalte zu abrechenbaren Leistungen kommen. Also Produkte der Old Economy mit den Segnungen des Web verknüpfen und die Produkte somit auf ein neues und intelligenteres Niveau heben. Und dabei den normalen Wirtschaftsgedanken des Profits als Treiber nicht außer Acht lassen. Interessanterweise scheint dass die Risikokapitalgeber derzeit wenig zu begeistern. Wenn Sie heutzutage von Paid Content reden, winkt jeder sofort ab. Nicht umsetzbar, hören Sie dann. Obwohl gerade das die Zukunft des Web sein wird, ja sein muss.
Nach all den Ausführungen wird Sie meine Ansicht nicht überraschen. Ich würde, selbst wenn ich das Geld besitzen würde, nicht in Unternehmen wie Facebook mit ihren vollkommen unrealistisch hohen Bewertungen investieren. Und ich verstehe auch nicht, warum das Leute wie Li Ka-Shing machen. Ich vermute, dass die - ähnlich wie beim Roulette - einfach mal auf Rot oder Schwarz setzen und hoffen, dabei zu sein, wenn die Kugel richtig fällt und der Hype da ist.
An den ich nicht glaube.
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen
Ihr Norbert Lohrke
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