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Kolumne: Wachstum bricht ein!

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 15.08.07 09:01 Antworten: 0  
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Kolumne: Wachstum bricht ein!

Gerade versuchen die Ersten Entwarnung an der Kreditfront zu geben. Da tut sich an anderer Stelle eine neue Front auf. Das Wirtschaftswachstum beginnt zu schwächeln.

 Das statistische Bundesamt sieht gemäß einer Vorabschätzung ein langsameres Wirtschaftswachstum als im ersten Vierteljahr. Waren es im ersten Quartal noch 3, 3 % im Vorjahresvergleich, so sieht die Schätzung für das zweite Quartal nur mehr noch ein Wachstum von 2,5 %. Das ist immerhin ein fast 25 %-iger Rückgang!

 Aber nicht nur Deutschland gerät ins Hintertreffen. Auch der Euro Raum kommt in Bedrängnis. Im Quartalsvergleich hat sich das Wirtschaftswachstum mit einer Halbierung deutlich abgeschwächt. Auch die Industrieproduktion im Juni hat sich leicht verringert.

 Damit war das Wachstum in den USA im 2. Quartal wesentlich stärker als im Euro-Raum. Wie aber gestern die Berichtigung der Gewinnprognose von Wal-Mart gezeigt hat, lässt auch dort der private Verbrauch nach. Und das Wachstum in Japan ist noch stärker eingebrochen, als im Euroraum.

 Die Volkswirte der Hypo-Vereinsbank, Allianz Dresdner und der Commerzbank schätzen die Wachstumsdellen für vorübergehend ein. In der zweiten Jahreshälfte wird ein höheres Wirtschaftswachstum erwartet. Unser Wirtschaftsminister Glos sieht wie die Banken auch den privaten Konsum als Rettungsanker, der angesichts der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt steigen soll.

 Dazu ist zunächst folgendes festzustellen: Dieser Rückgang kann noch gar nichts mit der jüngsten Liquiditätskrise zu tun haben. Auswirkungen in den Fundamentalbereich haben nämlich einen Time Lag (Verzögerung) von mindestens einem halben Jahr. Also beruhigt sich die Konjunktur offensichtlich aus sich heraus.

 Außerdem kommt mir der Optimismus der Banken und des Wirtschaftsministers zum privaten Verbrauch und zur zweiten Jahreshälfte ein bisschen so vor, wie das Pfeifen im Walde.

 Stichwort: Privater Verbrauch. Wo soll denn ein Anstieg herkommen, wenn alles teurer wird und der Staat uns mit Umsatzsteuererhöhungen schröpft? Hartz IV Empfänger, die im Niedriglohnbereich wieder Arbeit finden, seien beglückwünscht. Man würde sie aber überschätzen, wenn man glaubt sie könnten die Wirtschaft ankurbeln. Da muss sich die Politik schon ein bisschen mehr anstrengen.

 Und was die derzeitige Liquiditätsknappheit betrifft. Wer glaubt, dass diese Krise spurlos an uns vorbei geht, der hat sich getäuscht. Geringere Liquidität, höhere Zinsen und die die nicht zu unterschätzende derzeitige Unsicherheit lässt sicher den ein oder anderen, manche Investition noch einmal überdenken.

 Und die Milliardensummen der Zentralbanken werden schneller versickern als man denkt und sich in steigenden Preisen bemerkbar machen. Keine allzu guten Aussichten!

Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen

 Ihr Norbert Lohrke

 

 

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